Welche Tiere helfen gegen Cyanobakterien? – Sinnvolle Helfer oder Irrglaube?
Wenn sich rote, dunkelrote, violette oder sogar grünliche schmierige Beläge im Meerwasseraquarium ausbreiten, denken viele Aquarianer sofort an Cyanobakterien. Schnell stellt sich dann die Frage: Gibt es Tiere, die Cyanobakterien zuverlässig fressen?
Die kurze Antwort lautet: Nein – zumindest nicht in dem Maße, dass ein Befall dauerhaft beseitigt wird. Einige Aquarienbewohner können zwar gelegentlich an Cyanobakterien zupfen, sie lösen jedoch nicht die eigentliche Ursache des Problems.
In dieser Kaufberatung erfährst Du, welche Tiere unterstützend wirken können und warum eine erfolgreiche Bekämpfung immer an der Ursache ansetzen sollte.
Fressen Tiere Cyanobakterien?
Leider gibt es keinen zuverlässigen „Cyanobakterienfresser“.
Die meisten Tiere meiden Cyanobakterien, da sie:
- wenig attraktiv als Nahrung sind
- teilweise Abwehrstoffe enthalten
- schleimig sind
- nur einen geringen Nährwert besitzen
Deshalb sollte man sich nicht darauf verlassen, dass ein Tier einen Cyanobakterienbefall beseitigt.
Welche Tiere können unterstützen?
Einige Aquarienbewohner können indirekt helfen, indem sie Futterreste und organische Ablagerungen beseitigen oder den Bodengrund sauber halten.
Nassarius-Schnecken
Nassarius-Schnecken durchwühlen regelmäßig den Bodengrund.
Dadurch wird:
- Mulm aufgelockert
- organisches Material reduziert
- der Bodengrund besser durchlüftet
Sie fressen jedoch keine Cyanobakterien.
Cerithium-Schnecken
Cerithium-Schnecken reinigen:
- Bodengrund
- Steine
- Scheiben
Sie entfernen Algenbeläge und organisches Material, tragen aber nicht gezielt zur Bekämpfung von Cyanobakterien bei.
Einsiedlerkrebse
Kleine Einsiedlerkrebse beseitigen:
- Futterreste
- abgestorbenes Material
- einige Algenbeläge
Auch sie fressen Cyanobakterien in der Regel nicht gezielt.
Grabende Seesterne
Arten wie Archaster angulatus halten den Bodengrund ständig in Bewegung.
Dadurch entstehen weniger Bereiche, in denen sich organische Ablagerungen ansammeln können.
Warum entstehen Cyanobakterien überhaupt?
Cyanobakterien sind meist ein Symptom und nicht die eigentliche Ursache.
Häufige Auslöser sind:
- zu wenig Strömung
- organische Ablagerungen
- Nährstoffungleichgewichte
- unausgewogenes Verhältnis von Nitrat und Phosphat
- alte oder verschmutzte Filtermedien
- zu geringe biologische Stabilität
Deshalb sollte immer die Ursache gesucht werden.
Was hilft wirklich?
Erfolgreich ist meist eine Kombination aus mehreren Maßnahmen.
Dazu gehören:
- Cyanobakterien absaugen
- Strömung optimieren
- Wasserwerte kontrollieren
- Nitrat und Phosphat ins Gleichgewicht bringen
- regelmäßige Wasserwechsel
- Mulm entfernen
- Technik reinigen
- sparsam und bedarfsgerecht füttern
Diese Maßnahmen führen langfristig meist zu besseren Ergebnissen als der Einsatz einzelner Tiere.
Typische Fehler
Diese Fehler solltest Du vermeiden:
- Tiere ausschließlich gegen Cyanobakterien kaufen
- Cyanobakterien nur chemisch behandeln
- Wasserwerte nicht kontrollieren
- die Strömung unverändert lassen
- organische Ablagerungen ignorieren
Die Ursache bleibt sonst häufig bestehen und die Cyanobakterien kehren zurück.
Unser Tipp
Es gibt keine Schnecke, keinen Krebs und keinen Fisch, der Cyanobakterien zuverlässig beseitigt. Eine gut zusammengestellte Cleaning Crew kann das Aquarium sauber halten und die Entstehung günstiger Bedingungen für Cyanobakterien erschweren, ersetzt jedoch keine Ursachenforschung. Stabile Wasserwerte, eine passende Strömung und regelmäßige Pflege sind der Schlüssel zu einem dauerhaft gesunden Riffaquarium.
Bei Korallenland beraten wir Dich gerne, wenn Cyanobakterien in Deinem Aquarium auftreten. Gemeinsam finden wir die Ursache und zeigen Dir, welche Maßnahmen und welche Cleaning Crew Dein Aquarium sinnvoll unterstützen können.
