Fadenalgen im Meerwasseraquarium bekämpfen

Fadenalgen gehören zu den häufigsten unerwünschten Algen im Meerwasseraquarium. Besonders in jungen Aquarien können grüne Fäden plötzlich große Teile des Riffaufbaus überziehen. Aber auch in lange laufenden Becken können Fadenalgen auftreten, wenn sich die Bedingungen verändern.
Wichtig ist zunächst: Fadenalgen sind nicht automatisch ein Beweis für zu hohe Nitrat- oder Phosphatwerte. Sie benötigen Licht und Nährstoffe zum Wachstum, können verfügbare Nährstoffe aber gleichzeitig so schnell aufnehmen, dass die gemessenen Werte im Wasser niedrig erscheinen.
Deshalb funktioniert die einfache Strategie „Nitrat und Phosphat weiter senken“ häufig nicht – und kann Deinen Korallen sogar zusätzliche Probleme bereiten.
Erfolgreicher ist eine Kombination aus richtiger Bestimmung, mechanischer Entfernung, Ursachenforschung, angepasster Pflege und geeigneten Algenfressern. Ein Algenmittel sollte erst als letzte Option in Betracht gezogen werden.

Was sind Fadenalgen?
Fadenalgen ist ein Sammelbegriff für verschiedene fädig wachsende Grünalgen.
Typisch sind:
Grüne bis dunkelgrüne Fäden
Büschelartiger Wuchs
Bewuchs auf Riffgestein
Bewuchs auf Technik
Bewuchs an Scheiben und Überläufen
Teilweise sehr schnelles Wachstum
Je nach Art können die Fäden weich, fein, grob oder relativ fest sein.
Eine genaue Bestimmung ist wichtig, denn nicht alles, was wie eine Fadenalge aussieht, lässt sich mit denselben Maßnahmen sinnvoll bekämpfen.

Fadenalgen oder Bryopsis?
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen gewöhnlichen Fadenalgen und Bryopsis.
Bryopsis besitzt häufig eine deutlich fein verzweigte, feder- beziehungsweise farnartige Struktur und kann ausgesprochen hartnäckig sein.
Wenn Dein Bewuchs eher kleinen grünen Farnwedeln als einfachen Fäden ähnelt, solltest Du deshalb unseren Ratgeber Bryopsis bekämpfen beachten.
Eine falsche Bestimmung kann dazu führen, dass Du wochenlang Maßnahmen durchführst, die beim tatsächlichen Problem kaum helfen.

Warum entstehen Fadenalgen?
Fadenalgen wachsen, wenn ihre grundlegenden Bedürfnisse erfüllt werden. Dazu gehören insbesondere Licht und verfügbare Nährstoffe.
Eine starke Ausbreitung kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden:
Junges biologisches System
Freie unbesiedelte Oberflächen
Verfügbare Nährstoffe
Starke Beleuchtung
Organische Ablagerungen
Übermäßige Fütterung
Abgestorbenes organisches Material
Ungünstige Strömungsbereiche
Geringe Konkurrenz auf freien Oberflächen
Veränderungen im biologischen System
Häufig gibt es nicht die eine Ursache. Mehrere Faktoren können gleichzeitig zusammenspielen.

Sind Fadenalgen in der Einfahrphase normal?
Gerade in einem jungen Meerwasseraquarium können verschiedene Algenphasen auftreten.
Neue Oberflächen sind noch nicht vollständig von Bakterien, Kalkrotalgen und anderen Organismen besiedelt. Gleichzeitig verändert sich das biologische System laufend.
Fadenalgen können deshalb Teil dieser Entwicklung sein.
Das bedeutet aber nicht, dass Du jeden starken Bewuchs einfach unbegrenzt wachsen lassen solltest.
Beobachte die Entwicklung, kontrolliere die Wasserwerte und entferne starken Bewuchs regelmäßig.
Vermeide gleichzeitig hektische Eingriffe und ständig wechselnde Maßnahmen.

Bedeuten Fadenalgen automatisch zu viel Nitrat?
Nein.
Nitrat ist ein wichtiger Nährstoff im Aquarium und wird nicht nur von Algen genutzt.
Ein hoher Nitratwert kann Teil eines Nährstoffproblems sein. Fadenalgen können aber auch bei einem niedrigen gemessenen Nitratwert wachsen.
Die Algen selbst nehmen Stickstoffverbindungen auf und bauen sie in ihre Biomasse ein.
Deshalb solltest Du nicht versuchen, Nitrat allein wegen vorhandener Fadenalgen möglichst auf null zu senken.

Bedeuten Fadenalgen automatisch zu viel Phosphat?
Auch das ist zu einfach.
Phosphat wird von Algen, Bakterien und Korallen beziehungsweise deren Symbiosepartnern benötigt.
Ein dauerhaft hoher Phosphatgehalt kann unerwünschtes Algenwachstum begünstigen. Ein sehr niedriger oder nicht nachweisbarer Wert beweist aber nicht, dass den Fadenalgen kein Phosphor zur Verfügung steht.
Ein Teil kann bereits in der vorhandenen Algenbiomasse gebunden sein.
Phosphat deshalb bei Fadenalgen aggressiv auf null zu reduzieren, kann Deine Korallen zusätzlich belasten.

Warum solltest Du Nitrat und Phosphat gemeinsam betrachten?
Nitrat und Phosphat sollten nicht isoliert betrachtet werden.
Problematisch kann beispielsweise eine Situation sein, in der einer der beiden Nährstoffe ausreichend vorhanden ist, während der andere kaum verfügbar ist.
Unser Ratgeber Nährstoffungleichgewicht erkennen erklärt Dir ausführlich, warum Du beide Werte gemeinsam betrachten solltest.
Das Ziel bei der Fadenalgenbekämpfung lautet deshalb nicht „Nährstoffe auf null“, sondern ein stabiles und ausgewogenes Aquarium.

Warum können niedrige Messwerte bei starkem Algenwachstum täuschen?
Stell Dir einen stark bewachsenen Stein vor. Die Algen darauf wachsen ständig und nehmen dabei Nährstoffe aus ihrer Umgebung auf.
Was Dein Wassertest anschließend misst, ist die Konzentration, die zum Zeitpunkt der Messung noch im Wasser vorhanden ist.
Er misst nicht automatisch die Menge an Nährstoffen, die bereits in Algenbiomasse gebunden wurde.
Deshalb können ein niedriger Messwert und starker Algenwuchs gleichzeitig auftreten.
Betrachte immer das gesamte Aquarium und nicht nur eine einzelne Zahl.

Welche Wasserwerte solltest Du kontrollieren?
Bei einem stärkeren Fadenalgenproblem lohnt sich ein allgemeiner Wasserwerte-Check.
Besonders interessant sind:
Nitrat
Phosphat
Salinität
KH
Temperatur
Je nach Situation können weitere Parameter sinnvoll sein.
Wichtig ist dabei vor allem die Entwicklung über einen längeren Zeitraum. Ein einzelner Messwert ist weniger aussagekräftig als ein erkennbarer Trend.

Fadenalgen mechanisch entfernen – der wichtigste erste Schritt
Starken Bewuchs solltest Du möglichst regelmäßig mechanisch entfernen.
Dafür können sich je nach Stelle eignen:
Pinzette
Kleine Bürste
Zahnbürste
Schlauch zum direkten Absaugen
Manuelles Abzupfen
Besonders praktisch ist es, die Algen während eines Wasserwechsels zu lösen und gleichzeitig abzusaugen.
Dadurch verhinderst Du, dass große Mengen abgerissener Algen durch das Aquarium treiben.

Warum ist mechanisches Entfernen so sinnvoll?
Wenn Du Fadenalgen aus dem Aquarium entfernst, entfernst Du gleichzeitig einen Teil der in ihrer Biomasse gebundenen Stoffe.
Außerdem verhinderst Du, dass lange Algenbüschel Korallen beschatten oder überwachsen.
Kurzer junger Algenbewuchs ist für viele Algenfresser außerdem wesentlich leichter erreichbar als ein dichter Bestand aus langen Fäden.
Mechanische Entfernung und Algenfresser ergänzen sich deshalb sehr gut.

Solltest Du Fadenalgen einfach herausreißen?
Grundsätzlich kannst Du sie vorsichtig entfernen.
Bei stark bewachsenen Steinen ist es sinnvoll, möglichst viele gelöste Algenreste direkt abzusaugen.
Achte in der Nähe von Korallen darauf, das Gewebe nicht mit Bürsten oder Werkzeugen zu verletzen.
Sitzt ein Stein locker und lässt sich problemlos entnehmen, kann eine Reinigung außerhalb des Aquariums je nach Aufbau ebenfalls möglich sein.
Vermeide dabei jedoch unnötige große Eingriffe in einen stabilen Riffaufbau.

Welche Tiere helfen gegen Fadenalgen?
Eine passende Cleaning-Crew kann die Bekämpfung erheblich unterstützen.
Welche Tiere tatsächlich geeignet sind, hängt von Aquariengröße, Algenart, Länge des Bewuchses und dem übrigen Besatz ab.
Wichtig: Kaufe niemals ein Tier nur als kurzfristiges Werkzeug. Es muss auch nach dem Verschwinden der Algen dauerhaft zu Deinem Aquarium passen.
Eine ausführliche Auswahl findest Du in unserer Kaufberatung Welche Tiere helfen gegen Fadenalgen?.

Warum fressen Algenfresser lange Fadenalgen häufig nicht?
Viele Algenfresser bevorzugen jungen, kurzen Aufwuchs.
Ein mehrere Zentimeter langer dichter Algenteppich ist für manche Tiere deutlich weniger interessant.
Deshalb ist die Kombination besonders effektiv:
Lange Fadenalgen manuell entfernen
Restlichen Bewuchs kurz halten
Geeignete Algenfresser einsetzen
Ursache gleichzeitig untersuchen
So müssen die Tiere nicht erst einen massiven Algenbestand beseitigen, sondern helfen vor allem dabei, den Nachwuchs kurz zu halten.

Warum löst eine Cleaning-Crew die Ursache nicht?
Algenfresser entfernen Algenbiomasse, verändern aber nicht automatisch die Bedingungen, unter denen diese Algen entstanden sind.
Wenn dauerhaft große Mengen Nährstoffe eingetragen werden, starke Ablagerungen entstehen oder andere grundlegende Probleme bestehen, können Fadenalgen trotz Cleaning-Crew wiederkommen.
Betrachte Algenfresser deshalb als wichtigen Teil einer Gesamtstrategie und nicht als alleinige Lösung.

Kannst Du einfach mehr Schnecken und Seeigel einsetzen?
Mehr ist nicht automatisch besser.
Die Tiere benötigen auch dann ausreichend Nahrung, wenn der Algenbestand später zurückgeht.
Ein viel zu großer Besatz kann nach erfolgreicher Algenbekämpfung selbst zum Problem werden.
Wähle Deine Cleaning-Crew deshalb passend zur Aquariengröße und zum langfristig vorhandenen Nahrungsangebot.
Unsere Kaufberatung Welche Tiere helfen gegen Fadenalgen? hilft Dir bei der Auswahl.

Welche Rolle spielt die Beleuchtung?
Fadenalgen benötigen Licht für ihre Photosynthese.
Deshalb solltest Du bei starkem Wachstum auch Deine Beleuchtung überprüfen.
Interessant sind:
Beleuchtungsdauer
Lichtintensität
Kürzlich vorgenommene Änderungen
Ungewöhnlich lange Weißlichtphase
Direkte Sonneneinstrahlung
Das bedeutet allerdings nicht, dass Du die Beleuchtung einfach drastisch reduzieren solltest.
Deine Korallen benötigen ebenfalls Licht. Starke und plötzliche Veränderungen können zusätzlichen Korallenstress verursachen.
Ändere die Beleuchtung deshalb nur, wenn es dafür einen nachvollziehbaren Grund gibt.

Hilft eine Dunkelkur gegen Fadenalgen?
Eine vollständige Dunkelkur würde ich bei gewöhnlichen Fadenalgen nicht als Standardmaßnahme empfehlen.
Sie bekämpft zunächst einen wichtigen Wachstumsfaktor – Licht – verändert aber nicht automatisch die zugrunde liegende Nährstoff- oder Systemproblematik.
Außerdem betrifft der Lichtentzug nicht nur die unerwünschten Algen, sondern auch photosynthetische Organismen im Aquarium.
Sinnvoller ist es, die tatsächliche Beleuchtung zu prüfen und unnötig lange oder übermäßige Beleuchtung gegebenenfalls gezielt anzupassen.

Welche Rolle spielt die Strömung?
Eine geeignete Strömung verhindert Fadenalgen nicht automatisch.
Sie kann aber dazu beitragen, dass sich weniger Mulm und organisches Material in schlecht durchströmten Bereichen ansammelt.
Kontrolliere besonders:
Hinter dem Riffaufbau
Unter Überhängen
Zwischen eng stehenden Steinen
In Bodennähe
In Ecken des Aquariums
Wenn sich an denselben Stellen immer wieder Mulm sammelt, solltest Du die Strömungs-Pumpen überprüfen und gegebenenfalls anders platzieren.

Warum ist Mulm interessant?
Mulm besteht aus unterschiedlichen organischen und anorganischen Partikeln.
Sammelt er sich dauerhaft in schlecht erreichbaren Bereichen, können beim weiteren Abbau Nährstoffe freigesetzt werden.
Saugen sich bestimmte Bereiche beim Wasserwechsel immer wieder voller Ablagerungen, solltest Du deshalb nicht nur die sichtbaren Algen entfernen, sondern auch diese Schmutzdepots reduzieren.
Ein offener, gut durchströmter Riffaufbau erleichtert die Pflege erheblich.

Kann zu viel Futter Fadenalgen fördern?
Futter bringt Nährstoffe und organische Substanz ins Aquarium.
Das ist grundsätzlich notwendig – Fische, Korallen und andere Tiere müssen schließlich versorgt werden.
Problematisch wird es, wenn dauerhaft wesentlich mehr gefüttert wird, als das System verarbeiten kann.
Achte darauf:
Bedarfsgerecht füttern
Futtermenge an den tatsächlichen Besatz anpassen
Große Mengen nicht aufgenommenen Futters vermeiden
Fütterung und Nährstoffentwicklung gemeinsam beobachten
Das Ziel ist nicht möglichst wenig Futter, sondern eine angemessene Versorgung ohne unnötigen Überschuss.

Solltest Du Frostfutter grundsätzlich auswaschen?
Nicht jedes Frostfutter und nicht jede Fütterungssituation ist identisch.
Ein pauschales „Frostfutter immer auswaschen“ ist deshalb wenig hilfreich.
Entscheidender ist die Gesamtmenge an Nährstoffen, die Du in Dein Aquarium einbringst, und wie sich Nitrat und Phosphat tatsächlich entwickeln.
Wenn Du ein Nährstoffproblem vermutest, kannst Du die gesamte Fütterungsstrategie überprüfen, statt nur einen einzelnen Futtertyp verantwortlich zu machen.

Hilft ein Wasserwechsel gegen Fadenalgen?
Ein Wasserwechsel kann Teil der normalen Pflege sein und bestimmte gelöste Stoffe verdünnen.
Er ist aber keine universelle Fadenalgenbehandlung.
Wenn die Ursache beispielsweise starke Ablagerungen, falsche Fütterung oder ein biologisch junges System ist, beseitigt ein einzelner großer Wasserwechsel diese Ursache nicht.
Nutze den Wasserwechsel lieber praktisch, um gleichzeitig:
Fadenalgen abzusaugen
Mulm zu entfernen
Technikbereiche zu reinigen
Schwer erreichbare Stellen zu kontrollieren
Vermeide unnötig große und häufige Wasserwechsel ausschließlich aus Panik vor sichtbaren Algen.

Solltest Du Phosphatadsorber einsetzen?
Nur wenn dafür tatsächlich ein Grund besteht.
Ist Phosphat dauerhaft deutlich erhöht, kann ein Phosphatadsorber Teil einer sinnvollen Strategie sein.
Ist Phosphat dagegen bereits sehr niedrig oder kaum nachweisbar, wäre ein zusätzlicher Adsorber möglicherweise genau die falsche Maßnahme.
Senke Phosphat nicht allein deshalb, weil Fadenalgen sichtbar sind.
Entscheidend ist der gemessene Wert und seine Entwicklung.

Warum kann eine zu aggressive Nährstoffsenkung problematisch sein?
Fadenalgen verschwinden nicht zwangsläufig sofort, nur weil Du die messbaren Nährstoffwerte stark reduzierst.
Korallen können auf eine plötzlich sehr geringe Nährstoffverfügbarkeit empfindlich reagieren.
Dadurch entsteht im ungünstigsten Fall eine Situation, in der die Korallen gestresst werden, während der vorhandene Algenbestand weiterhin besteht.
Korrigiere deshalb nicht hektisch mehrere Werte gleichzeitig.
Stabile Wasserwerte sind langfristig wichtiger als die Jagd nach möglichst niedrigen Zahlen.

Was tun, wenn Fadenalgen direkt an Korallen wachsen?
Dann solltest Du früher eingreifen.
Lange Algen können:
Korallen beschatten
Zwischen Ästen wachsen
Gewebe mechanisch reizen
Ablagerungen festhalten
Korallenstandorte überwuchern
Entferne die Algen vorsichtig, ohne das Korallengewebe zu beschädigen.
Besonders bei kleinen Ablegern solltest Du nicht warten, bis sie vollständig von einem dichten Algenteppich umgeben sind.

Warum kommen Fadenalgen nach dem Entfernen wieder?
Mechanisches Entfernen beseitigt zunächst die sichtbare Biomasse.
Sind die Wachstumsbedingungen weiterhin günstig, können verbliebene Algenreste erneut wachsen.
Das bedeutet nicht, dass das Entfernen sinnlos war.
Es zeigt vielmehr, warum mechanische Bekämpfung und Ursachenforschung zusammengehören.
Wiederholtes Entfernen kann notwendig sein, während sich die Bedingungen im Aquarium langsam verändern.

Wie schnell verschwinden Fadenalgen?
Dafür gibt es keinen seriösen festen Zeitraum.
Je nach Ursache, Algenart und Aquarium kann sich der Bestand relativ schnell reduzieren oder über längere Zeit hartnäckig bleiben.
Besonders in jungen Aquarien verändert sich gleichzeitig das gesamte biologische System.
Entscheidend ist deshalb der Trend:
Werden die Algen weniger?
Wachsen sie langsamer nach?
Bleiben gereinigte Flächen länger frei?
Kommen Algenfresser mit dem Nachwuchs zurecht?
Verbessert sich die Situation über mehrere Wochen?
Diese Entwicklung ist aussagekräftiger als eine feste Erwartung wie „nach zwei Wochen müssen sie weg sein“.

Wann solltest Du genauer nach der Ursache suchen?
Eine intensivere Ursachenforschung ist besonders sinnvoll, wenn:
Der Befall immer stärker wird
Korallen überwachsen werden
Fadenalgen nach jeder Entfernung sehr schnell zurückkehren
Das Aquarium bereits lange stabil lief und plötzlich Algen auftreten
Nitrat oder Phosphat sich deutlich verändert haben
Neue Technik oder Beleuchtung installiert wurde
Die Fütterung deutlich verändert wurde
Viele Ablagerungen im Riff vorhanden sind
Mehrere Probleme gleichzeitig auftreten
Gerade ein plötzliches Problem in einem lange stabilen Aquarium ist ein Hinweis darauf, nach einer konkreten Veränderung zu suchen.

Warum solltest Du nicht zehn Dinge gleichzeitig ändern?
Wenn Du gleichzeitig Beleuchtung reduzierst, Fütterung halbierst, Adsorber einsetzt, Strömung veränderst, große Wasserwechsel durchführst und neue Tiere einsetzt, weißt Du anschließend nicht, welche Maßnahme tatsächlich geholfen hat.
Noch problematischer: Deine Korallen müssen sich gleichzeitig an zahlreiche Veränderungen anpassen.
Gehe deshalb möglichst systematisch vor.
Mechanisches Entfernen kannst Du sofort beginnen. Anschließend solltest Du auffällige Ursachen Schritt für Schritt korrigieren und die Entwicklung beobachten.

Algenmittel – wirklich erst als letzte Option
Wenn Du die Algen sicher als gewöhnliche Fadenalgen eingeordnet hast und mechanische Entfernung, angepasste Pflege, stabile Wasserwerte sowie geeignete Algenfresser langfristig nicht zum gewünschten Erfolg führen, kann als letzte Option ein für Meerwasseraquarien vorgesehenes Algenmittel in Betracht gezogen werden.
Bei Korallenland findest Du dafür Femanga Algen Stopp! Marine 1.000 ml.
Ein Algenmittel sollte jedoch niemals der erste Schritt sein.
Prüfe vorher insbesondere:
Nitrat
Phosphat
Nährstoffverhältnis
Fütterung
Beleuchtung
Strömung
Organische Ablagerungen
Cleaning-Crew
Wenn Du ein Algenmittel einsetzt, halte Dich exakt an die aktuelle Dosierungs-, Anwendungs- und Sicherheitshinweise des Herstellers. Dosiere nicht stärker oder länger in der Annahme, dass dadurch schneller ein besseres Ergebnis entsteht.
Beobachte während der Anwendung Korallen, Fische und Wirbellose besonders aufmerksam.
Entferne größere Mengen absterbender beziehungsweise geschwächter Algen möglichst aus dem Aquarium, damit deren Biomasse nicht vollständig im System abgebaut wird.
Und auch nach einer erfolgreichen Behandlung bleibt die Ursachenforschung wichtig: Wenn die Bedingungen für starkes Fadenalgenwachstum unverändert bleiben, kann das Problem erneut auftreten.

Was ist die sinnvollste Reihenfolge bei Fadenalgen?
Fadenalgen möglichst sicher bestimmen
Lange Algen mechanisch entfernen
Nitrat und Phosphat gemeinsam beurteilen
Allgemeine Wasserwerte kontrollieren
Fütterung und organische Belastung überprüfen
Strömung und Mulmstellen kontrollieren
Beleuchtung auf offensichtliche Fehlentwicklungen prüfen
Passende Tiere gegen Fadenalgen auswählen
Entwicklung beobachten und weiter mechanisch entfernen
Algenmittel erst als letzte Option erwägen
Diese Reihenfolge verhindert, dass Du sofort chemisch gegen ein Symptom vorgehst, ohne Dein Aquarium zu verstehen.

Typische Fehler bei Fadenalgen
Fadenalgen automatisch mit hohen Nährstoffen gleichsetzen
Nitrat auf null senken
Phosphat auf null senken
Nur einen einzelnen Messwert betrachten
Lange Fadenalgen nicht mechanisch entfernen
Nur Algenfresser einsetzen und sonst nichts verändern
Viel zu viele Algenfresser kaufen
Strömungsarme Mulmstellen ignorieren
Beleuchtung ohne Grund drastisch reduzieren
Dunkelkur als Standardlösung einsetzen
Mehrere Maßnahmen gleichzeitig drastisch verändern
Jede grüne fädige Alge automatisch für gewöhnliche Fadenalgen halten
Bryopsis übersehen
Algenmittel als erste Maßnahme einsetzen
Algenmittel höher als vorgesehen dosieren
Nach erfolgreicher Behandlung die eigentliche Ursache ignorieren

Welche Tiere helfen gegen Fadenalgen?

Welche Tiere helfen gegen Fadenalgen?
Schnecken, Einsiedlerkrebse und geeignete Seeigel können jungen Algenbewuchs kurz halten. In unserer Kaufberatung erfährst Du, welche Tiere infrage kommen und warum die Cleaning-Crew immer zu Deiner Aquariengröße und Deinem übrigen Besatz passen muss.

Nitrat und Phosphat richtig beurteilen

Nährstoffungleichgewicht erkennen
Fadenalgen bedeuten nicht automatisch, dass Nitrat und Phosphat zu hoch sind. Hier erklären wir Dir, warum beide Nährstoffe gemeinsam betrachtet werden sollten und weshalb eine einseitige Absenkung problematisch sein kann.

Wasserwerte als Ganzes betrachten

Wasserwerte im Meerwasseraquarium
Ein Algenproblem sollte nicht anhand eines einzelnen Messwertes beurteilt werden. Unser großer Wasserwerte-Ratgeber erklärt Dir die Zusammenhänge zwischen Nitrat, Phosphat, KH, Calcium, Magnesium, Salinität und pH-Wert.

Fazit
Fadenalgen sind lästig, aber ihre Bekämpfung sollte nicht mit einer hektischen Jagd nach möglichst niedrigen Nährstoffwerten beginnen.
Entferne starken Bewuchs zunächst mechanisch und prüfe anschließend systematisch die Bedingungen in Deinem Aquarium.
Besonders Nitrat und Phosphat solltest Du gemeinsam betrachten. Niedrige Messwerte schließen ein Nährstoffangebot für vorhandene Algen nicht automatisch aus.
Eine passende Cleaning-Crew kann sehr hilfreich sein, sollte aber nicht die Ursachenforschung ersetzen.
Kontrolliere außerdem Fütterung, Beleuchtung, Ablagerungen und die Platzierung Deiner Strömungs-Pumpen.
Gib Deinem Aquarium anschließend Zeit. Biologische Veränderungen geschehen nicht über Nacht.
Erst wenn diese Maßnahmen konsequent umgesetzt wurden und ein hartnäckiger Befall bestehen bleibt, würde ich ein Algenmittel als letzte Option in Betracht ziehen.

Unser Tipp
Arbeite bei Fadenalgen nicht gegen Dein gesamtes Aquarium, sondern gezielt gegen das Problem.
Entferne zuerst möglichst viel Algenmasse von Hand. Dadurch erleichterst Du geeigneten Algenfressern die Arbeit und kannst gleichzeitig beobachten, wie schnell die gereinigten Flächen wieder bewachsen werden.
Bleiben die Flächen zunehmend länger sauber, bist Du auf dem richtigen Weg.
Wenn trotz konsequenter Ursachenforschung, mechanischer Entfernung und geeigneter Cleaning-Crew keine ausreichende Verbesserung eintritt, steht Dir mit Femanga Algen Stopp! Marine 1.000 ml eine zusätzliche Möglichkeit zur Verfügung.
Ich würde das Mittel aber bewusst als letzte Stufe einsetzen – nicht als Ersatz für stabile Wasserwerte und ein biologisch funktionierendes Aquarium.

Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen. Bei der Anwendung von Algenmitteln sind immer die aktuellen Dosierungs-, Anwendungs- und Sicherheitshinweise des Herstellers maßgeblich.

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Gerd Raabe
Korallenland by Raabe Aquaristik
Ruffinstr. 6 • 94575 Windorf • Deutschland
Tel.: +49 (0)8546 973568 • E-Mail: info@korallenland.de

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