Der richtige pH-Wert im Meerwasseraquarium

Der richtige pH-Wert im Meerwasseraquarium – Warum er so wichtig ist

Der pH-Wert gehört zu den wichtigsten Wasserwerten im Meerwasseraquarium. Er beeinflusst zahlreiche biologische und chemische Prozesse und hat direkten Einfluss auf das Wohlbefinden von Korallen, Fischen und Wirbellosen. Ein dauerhaft zu niedriger oder stark schwankender pH-Wert kann das Wachstum von Korallen bremsen, die Kalkbildung erschweren und die Tiere unnötig unter Stress setzen.

Doch was bedeutet der pH-Wert eigentlich genau? Welche Werte sind optimal und wie kannst Du ihn bei Bedarf verbessern? In diesem Ratgeber erfährst Du alles Wichtige rund um den richtigen pH-Wert im Riffaquarium.

Was ist der pH-Wert?
Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch das Wasser ist. Die Skala reicht von 0 bis 14:

  • pH 7 = neutral
  • unter 7 = sauer
  • über 7 = basisch

Natürliches Meerwasser ist leicht basisch und liegt in der Regel zwischen pH 8,0 und 8,3. Genau diesen Bereich solltest Du auch in Deinem Meerwasseraquarium anstreben.

Warum ist der pH-Wert so wichtig?
Korallen bauen ihre Skelette aus Calciumcarbonat auf. Dafür benötigen sie nicht nur ausreichend Calcium und Karbonathärte (KH), sondern auch einen stabilen pH-Wert.

Sinkt der pH-Wert dauerhaft ab, wird die Kalkbildung erschwert. Die Folgen können sein:

  • verlangsamtes Korallenwachstum
  • blassere Farben
  • geringere Polypenexpansion
  • Stress für Fische und Wirbellose
  • instabile Wasserchemie

Ein stabiler pH-Wert trägt dagegen wesentlich zu einem gesunden und erfolgreichen Riffaquarium bei.

Welcher pH-Wert ist optimal?
Für die meisten Meerwasseraquarien gelten folgende Werte:

  • Optimal: 8,1 bis 8,3
  • Noch akzeptabel: 8,0 bis 8,4

Kurzfristige Schwankungen zwischen Tag und Nacht sind völlig normal.

Tagsüber steigt der pH-Wert durch die Photosynthese von Korallen, Zooxanthellen und Algen leicht an. Nachts fällt er wieder etwas ab, da alle Lebewesen Sauerstoff verbrauchen und Kohlendioxid produzieren.

Warum fällt der pH-Wert häufig zu niedrig aus?
Ein niedriger pH-Wert hat häufig nichts mit den Wasserwerten selbst zu tun, sondern mit der Raumluft.

Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • hohe CO₂-Konzentration im Wohnraum
  • unzureichende Belüftung
  • geschlossene Fenster
  • viele Personen im Raum
  • geringe Oberflächenbewegung
  • niedrige Karbonathärte (KH)

Gerade in den Wintermonaten sinkt der pH-Wert deshalb in vielen Aquarien deutlich ab.

Wie misst Du den pH-Wert richtig?
Für die Messung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

Tröpfchentest
Ein hochwertiger Tröpfchentest eignet sich gut für regelmäßige Kontrollen und liefert bei korrekter Anwendung ausreichend genaue Ergebnisse.

Digitales pH-Messgerät
Elektronische pH-Messgeräte bieten eine hohe Genauigkeit und ermöglichen eine schnelle Kontrolle.
Wichtig ist, die Sonde regelmäßig zu kalibrieren und fachgerecht zu lagern.

Aquariencomputer
Viele moderne Aquariencomputer überwachen den pH-Wert dauerhaft und zeigen Veränderungen sofort an. Besonders bei anspruchsvollen SPS-Aquarien kann dies sinnvoll sein.

Wie kannst Du den pH-Wert erhöhen?
Ist der pH-Wert dauerhaft zu niedrig, solltest Du zunächst die Ursache finden und nicht sofort zu Zusätzen greifen.

Folgende Maßnahmen helfen häufig:

  • regelmäßig lüften
  • Frischluftzufuhr zum Abschäumer
  • stärkere Oberflächenbewegung
  • ausreichende KH sicherstellen
  • Refugium mit Makroalgen im Gegenlicht betreiben
  • CO₂-Adsorber am Abschäumer verwenden

Oft reicht bereits eine bessere Belüftung des Raumes aus, um den pH-Wert deutlich anzuheben.

Welche Rolle spielt die KH?
Der pH-Wert und die Karbonathärte (KH) stehen in engem Zusammenhang.

Die KH stabilisiert den pH-Wert und verhindert starke Schwankungen. Sinkt die KH dauerhaft zu weit ab, verliert das Wasser seine Pufferwirkung und der pH-Wert kann deutlich instabiler werden.

Deshalb sollten beide Werte immer gemeinsam kontrolliert werden.

Typische Fehler
Viele Aquarianer machen bei einem niedrigen pH-Wert dieselben Fehler:

  • sofort pH-Erhöher dosieren
  • KH nicht kontrollieren
  • schlechte Belüftung ignorieren
  • Messgeräte nicht kalibrieren
  • einzelne Messwerte überbewerten

Meist liegt die Ursache nicht im Wasser selbst, sondern in einer erhöhten CO₂-Belastung der Raumluft.

Unser Tipp
Konzentriere Dich nicht auf den höchstmöglichen pH-Wert, sondern auf stabile Verhältnisse. Ein dauerhaft konstanter Wert zwischen 8,1 und 8,3 ist deutlich wichtiger als kurzfristige Spitzenwerte. Kontrolliere regelmäßig auch die KH, sorge für ausreichend Frischluft und eine gute Oberflächenbewegung. So schaffst Du optimale Bedingungen für gesundes Korallenwachstum und stabile Wasserwerte.

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Gerd Raabe
Raabe Aquaristik
Ruffinstr. 6 • 94575 Windorf • Deutschland
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