Symphyllia – farbenprächtige LPS-Koralle mit fleischigen Polypen

Symphyllia gehört zu den attraktiven LPS-Korallen im Meerwasseraquarium und fällt besonders durch ihr kräftiges, fleischiges Gewebe und die charakteristischen gewundenen Strukturen auf. Je nach Tier findest Du intensive Grün-, Rot-, Orange- oder mehrfarbige Varianten. Bei stabilen Bedingungen lässt sich Symphyllia gut pflegen, benötigt aufgrund ihres empfindlichen Gewebes und ihrer Nesselwirkung aber einen sorgfältig gewählten Standort.

Steckbrief
Gattung: Symphyllia
Deutscher Name: Hirnkoralle
Englischer Name: Brain Coral / Closed Brain Coral
Korallen-Gruppe: LPS-Koralle
Schwierigkeitsgrad: mittel
Beleuchtung: gering bis mittel
Strömung: leicht bis mittel, breit und indirekt
Platzierung: unterer bis mittlerer Riffbereich
Wachstum: langsam bis mittel, massiv
Fütterung: zusätzliche Fütterung möglich
Aggressivität: mittel bis stark
Besonderheit: stark ausgeprägtes fleischiges Gewebe und charakteristische gewundene Täler

Haltung im Meerwasseraquarium
Symphyllia benötigt ein stabil laufendes Meerwasseraquarium mit moderater Beleuchtung und einer sanften bis mittleren Wasserbewegung. Besonders wichtig ist der Schutz des fleischigen Gewebes. Wird dieses dauerhaft gegen scharfkantiges Riffgestein oder das eigene Skelett gedrückt, können Verletzungen entstehen. Plane außerdem ausreichend Abstand zu benachbarten Korallen ein.

LPS-Korallen – Haltung, Arten & Pflege
In unserem LPS-Ratgeber erfährst Du mehr über Beleuchtung, Strömung, Wasserwerte, Fütterung und die langfristige Pflege von LPS-Korallen.

Beleuchtung und Standort
Symphyllia kommt meist mit geringer bis mittlerer Beleuchtung gut zurecht. Als grobe Orientierung können etwa 50–150 PAR ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Dieser Bereich ist keine feste Vorgabe, denn die tatsächlich geeignete Lichtintensität hängt unter anderem von der bisherigen Gewöhnung, dem Spektrum, der Beleuchtungsdauer und den übrigen Bedingungen im Aquarium ab. Eine neue Koralle solltest Du deshalb langsam an höhere Lichtintensitäten gewöhnen. Mehr dazu erfährst Du unter PAR-Werte einfach erklärt. Ein geschützter Standort im unteren bis mittleren Riffbereich ist häufig gut geeignet. Weitere Hinweise findest Du unter Korallen richtig platzieren.

Die richtige Strömung
Eine leichte bis mittlere, breite und indirekte Strömung ist für Symphyllia gut geeignet. Die Wasserbewegung sollte Ablagerungen verhindern, ohne das fleischige Gewebe dauerhaft stark zu bewegen oder gegen scharfkantige Bereiche zu drücken. Ein harter direkter Pumpenstrahl ist ungeeignet. Wie Du eine breite und korallengerechte Wasserbewegung erzeugst, erklären wir unter Strömungs-Pumpen richtig platzieren.

Wasserwerte
Temperatur: etwa 24–26 °C
Salinität: etwa 35 PSU
KH: etwa 7–9 dKH
Calcium: etwa 400–450 mg/l
Magnesium: etwa 1.250–1.350 mg/l
Nitrat: messbar und möglichst stabil
Phosphat: messbar und möglichst stabil
Diese Bereiche dienen als Orientierung. Bei Symphyllia sind möglichst stabile Bedingungen besonders wichtig. Als kalkbildende LPS-Koralle benötigt sie Calcium und Karbonate für den Aufbau ihres Skeletts. Nitrat und Phosphat sollten nicht grundsätzlich möglichst weit abgesenkt werden, sondern zur Nährstoffversorgung des gesamten Aquariums passen.

Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die wichtigsten Werte im Überblick
Unsere Wasserwerte-Pillar-Seite erklärt Dir die wichtigsten Werte und ihre Zusammenhänge. Langfristig stabile Bedingungen sind meist wichtiger als das permanente Nachregeln auf vermeintlich perfekte Einzelwerte.

Fütterung
Symphyllia lebt mit Zooxanthellen im Gewebe und erhält dadurch einen erheblichen Teil ihrer Energie über die Photosynthese. Zusätzlich kann sie kleine fleischige Nahrungspartikel aufnehmen. Gelegentlich kannst Du kleine Portionen Mysis, Artemia, feines Frostfutter oder geeignetes LPS-Korallenfutter anbieten. Zu große Futterstücke und übermäßige Fütterung solltest Du vermeiden. Mehr dazu erfährst Du unter Korallen richtig füttern.

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Abstand zu anderen Korallen
Symphyllia solltest Du mit ausreichend Abstand zu anderen Korallen platzieren. Sie besitzt eine deutliche Nesselwirkung und kann insbesondere nachts benachbarte Tiere erreichen und schädigen. Gleichzeitig ist ihr eigenes fleischiges Gewebe gegenüber Vernesselungen empfindlich. Plane deshalb großzügig und berücksichtige nicht nur die tagsüber sichtbare Ausdehnung.

Woran erkennst Du einen guten Standort?
Das Gewebe bedeckt das Skelett vollständig.
Die Koralle zeigt eine normale Gewebeausdehnung.
Die Färbung bleibt über längere Zeit stabil.
Die Mundöffnungen wirken unauffällig.
Das Gewebe scheuert nicht an scharfkantigem Riffgestein.
Die gesamte Kolonie wird sanft umströmt.
Die Koralle wird nicht dauerhaft von einem harten Pumpenstrahl getroffen.
Auf dem Gewebe sammeln sich keine größeren Ablagerungen.
Benachbarte Korallen besitzen ausreichend Abstand.
Geht sichtbar Gewebe zurück oder werden zunehmend Bereiche des Kalkskeletts freigelegt, solltest Du Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung, mögliche Verletzungen und Vernesselungen kontrollieren.

Wie wächst Symphyllia?
Symphyllia bildet ein massives Kalkskelett mit charakteristischen gewundenen Tälern, über denen sich das fleischige Gewebe ausbreitet. Das Wachstum ist eher langsam bis mittel. Mit zunehmender Größe kann eine Kolonie dennoch einen erheblichen Durchmesser erreichen. Plane deshalb bereits bei einem kleineren Tier ausreichend freien Raum ein.

Warum zieht sich Symphyllia manchmal zusammen?
Ein vorübergehendes Zusammenziehen muss nicht automatisch auf ein Problem hinweisen. Transport, Berührung, Fütterung, Umsetzen oder Veränderungen von Licht und Strömung können dazu führen, dass sich das Gewebe zeitweise stärker an das Skelett zurückzieht. Bleibt Symphyllia dagegen dauerhaft stark eingezogen oder liegt zunehmend Skelett frei, solltest Du die Bedingungen genauer kontrollieren.

Warum verliert Symphyllia manchmal ihre Farbe?
Farbveränderungen können unterschiedliche Ursachen haben. Veränderungen der Beleuchtung, schwankende Wasserwerte, eine veränderte Nährstoffversorgung oder Stress nach Transport und Umsetzen können das Erscheinungsbild beeinflussen. Eine blasser werdende Symphyllia solltest Du deshalb nicht automatisch stärker beleuchten. Prüfe zuerst, was sich im Aquarium tatsächlich verändert hat.

Ist Symphyllia für Anfänger geeignet?
Für ein frisch gestartetes Meerwasseraquarium ist Symphyllia nicht die beste Wahl. Läuft Dein Aquarium dagegen stabil und kannst Du die wichtigsten Wasserwerte zuverlässig kontrollieren, lässt sie sich gut pflegen. Etwas Erfahrung mit LPS-Korallen ist hilfreich, insbesondere um Veränderungen des fleischigen Gewebes frühzeitig zu erkennen und den richtigen Abstand zu anderen Korallen einzuschätzen.

Symphyllia kaufen
Beim Kauf solltest Du besonders auf gesundes und möglichst vollständig erhaltenes Gewebe achten. Das Kalkskelett sollte entsprechend der natürlichen Wuchsform gut mit lebendem Gewebe bedeckt sein. Fortschreitende Gewebeverluste, größere Verletzungen oder ungewöhnliche braune Schleimbeläge sind Warnsignale. Ein vorübergehend weniger stark expandiertes Tier muss dagegen nicht automatisch krank sein. Weitere Hinweise findest Du unter Gesunde Korallen erkennen.

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Unser Tipp
Achte bei Symphyllia besonders auf das fleischige Gewebe. Eine zu starke Strömung kann es gegen das eigene Skelett oder angrenzendes Riffgestein drücken und dadurch Verletzungen begünstigen. Wähle deshalb einen geschützten Standort mit breiter indirekter Wasserbewegung und ausreichend Abstand zu anderen Korallen. Bleibt das Gewebe vollständig, gut ausgeprägt und die Färbung stabil, spricht vieles dafür, dass der Standort passt.

Kurz zusammengefasst
Symphyllia ist eine attraktive LPS-Koralle mit massivem Kalkskelett, ausgeprägtem fleischigem Gewebe und charakteristischen gewundenen Strukturen. Geringe bis mittlere Beleuchtung, eine leichte bis mittlere indirekte Strömung und stabile Wasserwerte bieten gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Haltung. Besonders wichtig sind der Schutz des empfindlichen Gewebes und ausreichend Abstand zu benachbarten Korallen.

Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.

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Gerd Raabe
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