Copepoden – wertvolle Mikrofauna und natürliches Lebendfutter
Copepoden, auch Ruderfußkrebse genannt, gehören zu den wichtigsten Kleinstlebewesen in einem biologisch vielfältigen Meerwasseraquarium. Die winzigen Krebstiere leben auf Riffgestein, zwischen Algen, im Bodengrund und teilweise frei im Wasser.
Für Dein Aquarium sind sie gleich doppelt interessant: Copepoden verwerten kleinste organische Bestandteile und Biofilme und sind gleichzeitig eine natürliche Nahrungsquelle für viele Fische, Korallen und andere Riffbewohner. Eine stabile Copepoden-Population trägt deshalb zu einem lebendigen und vielfältigen kleinen Ökosystem bei.
Steckbrief
Tiergruppe: Krebstiere – Copepoda
Deutscher Name: Ruderfußkrebse
Größe: meist deutlich unter wenigen Millimetern
Schwierigkeitsgrad: leicht
Ernährung: Mikroalgen, Phytoplankton, Biofilme und organische Kleinstpartikel
Lebensraum: Riffgestein, Algen, Bodengrund und teilweise Freiwasser
Vermehrung im Aquarium: gut möglich
Riffverträglichkeit: sehr gut
Nutzen: Mikrofauna, Resteverwertung und natürliche Futterquelle
Besonderheit: wichtiges natürliches Lebendfutter für zahlreiche Meerwasserbewohner
Copepoden im Meerwasseraquarium
Copepoden gehören zur natürlichen Mikrofauna eines Riffaquariums. In einem gut eingefahrenen Aquarium können sich verschiedene Arten dauerhaft ansiedeln und selbstständig vermehren.
Viele Tiere sind so klein, dass Du sie zunächst kaum bemerkst. Besonders abends oder nachts kannst Du sie teilweise als winzige bewegliche Punkte auf den Aquarienscheiben erkennen.
Eine große Artenvielfalt an Kleinstlebewesen ist grundsätzlich ein positives Zeichen für die biologische Vielfalt Deines Aquariums.
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Warum sind Copepoden nützlich?
Copepoden übernehmen unterschiedliche Aufgaben im kleinen Ökosystem Deines Aquariums. Viele Arten ernähren sich von Mikroalgen, Biofilmen, Phytoplankton und feinsten organischen Bestandteilen.
Gleichzeitig werden sie selbst gefressen und bilden damit eine wichtige Verbindung innerhalb der Nahrungskette.
Für zahlreiche Fische stellen Copepoden ein natürliches Lebendfutter dar. Die Tiere können ständig kleine Beutetiere zwischen Riffgestein und anderen Strukturen suchen und zeigen dadurch ihr natürliches Jagdverhalten.
Copepoden als natürliches Lebendfutter
Der größte Vorteil einer stabilen Copepoden-Population liegt in ihrer Funktion als ständig verfügbare natürliche Nahrung.
Besonders Fische, die in der Natur den ganzen Tag kleine Krebstiere vom Riffgestein aufnehmen, profitieren davon. Dazu gehören beispielsweise verschiedene Leierfische und andere spezialisierte Kleintierfresser.
Bei solchen Nahrungsspezialisten solltest Du allerdings nicht davon ausgehen, dass eine einmal eingesetzte Portion Copepoden automatisch eine dauerhafte Futterversorgung sicherstellt. Entscheidend ist, ob sich im Aquarium eine Population schneller vermehren kann, als sie gefressen wird.
Ernährung und Fütterung
Copepoden ernähren sich je nach Art unterschiedlich. Viele nutzen Phytoplankton, Mikroalgen, Biofilme, Bakterien und kleinste organische Partikel.
In einem eingefahrenen Riffaquarium finden sie einen Teil dieser Nahrung selbstständig.
Möchtest Du gezielt eine größere Population aufbauen oder Copepoden separat vermehren, kann eine zusätzliche Versorgung mit geeignetem Phytoplankton oder sehr feinem Futter sinnvoll sein.
Überfüttern solltest Du dabei vermeiden. Nicht aufgenommenes Futter belastet letztlich ebenfalls das Aquarienwasser.
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Copepoden gezielt einsetzen
Copepoden kannst Du gezielt in Dein Aquarium einbringen, um die vorhandene Mikrofauna zu ergänzen oder eine Population aufzubauen.
Besonders sinnvoll kann das sein, bevor stark auf Kleinstkrebse spezialisierte Fische eingesetzt werden. Dadurch bekommen die Copepoden Zeit, sich zunächst zu vermehren und verschiedene Bereiche des Aquariums zu besiedeln.
Setze sie möglichst auch in geschützte Bereiche des Riffaufbaus oder in ein vorhandenes Refugium ein. Dort können sich zumindest Teile der Population dem direkten Fraßdruck entziehen.
Vermehrung im Aquarium
Unter geeigneten Bedingungen können sich Copepoden sehr gut vermehren. Entscheidend sind ausreichend Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten.
Besonders hilfreich sind:
poröses Riffgestein
Makroalgen
kleine Spalten und Hohlräume
Bereiche mit geringem Fraßdruck
ein Refugium im Technikbecken
Je mehr geschützte Bereiche vorhanden sind, desto größer ist die Chance, dass sich eine dauerhafte Population etabliert.
Das Refugium als Kinderstube
Ein Refugium kann für Copepoden ausgesprochen wertvoll sein. Besonders Makroalgen bieten zahlreiche Oberflächen und geschützte Bereiche.
Da dort normalerweise keine Fische leben, können sich die kleinen Krebstiere weitgehend ungestört vermehren.
Ein Teil gelangt anschließend mit dem Wasserkreislauf ins Hauptaquarium und steht dort wiederum als natürliche Nahrung zur Verfügung.
Copepoden und Amphipoden
Copepoden und Amphipoden gehören beide zur natürlichen Mikrofauna eines Meerwasseraquariums, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Größe und Lebensweise.
Copepoden sind meistens winzig und erscheinen mit bloßem Auge häufig nur als kleine bewegliche Punkte. Amphipoden sind deutlich größer und als kleine Flohkrebse gut zu erkennen.
Beide Tiergruppen können gleichzeitig im Aquarium leben und ergänzen sich hervorragend.
Mehr über die größeren Flohkrebse erfährst Du unter Amphipoden.
Copepoden für Mandarinfische und andere Nahrungsspezialisten
Gerade im Zusammenhang mit Mandarinfischen und ähnlichen Nahrungsspezialisten werden Copepoden häufig empfohlen.
Das ist grundsätzlich sinnvoll, aber Du solltest die benötigte Futtermenge nicht unterschätzen. Ein Fisch, der den ganzen Tag das Riff nach Kleinstkrebsen absucht, kann eine vorhandene Population stark reduzieren.
Ein ausreichend großes und biologisch reifes Aquarium, viele Rückzugsbereiche und gegebenenfalls ein Refugium verbessern die Voraussetzungen erheblich.
Bei Nahrungsspezialisten solltest Du deshalb immer die langfristige Versorgung planen und Dich nicht allein auf eine einmalige Zugabe von Copepoden verlassen.
Warum verschwinden Copepoden plötzlich?
Wenn Du zunächst sehr viele Copepoden gesehen hast und später kaum noch welche findest, kann das verschiedene Gründe haben.
Ein hoher Fraßdruck durch Fische ist eine der häufigsten Ursachen. Gleichzeitig kann sich das verfügbare Nahrungsangebot verändert haben.
Außerdem bedeutet eine geringere Sichtbarkeit an den Scheiben nicht automatisch, dass keine Copepoden mehr vorhanden sind. Ein großer Teil der Population kann versteckt im Riffaufbau leben.
Copepoden schon während der Einfahrphase einsetzen?
Der Aufbau einer vielfältigen Mikrofauna kann bereits in einem jungen Aquarium interessant sein. Entscheidend ist allerdings, dass geeignete Lebensbedingungen und ausreichend Nahrung vorhanden sind.
Ein völlig steriles Aquarium bietet Kleinstlebewesen zunächst nur begrenzte Nahrungsquellen.
Je stärker sich Biofilme, Mikroalgen und andere biologische Strukturen entwickeln, desto besser können sich entsprechende Populationen etablieren.
Mehr über die Entwicklung eines neuen Aquariums erfährst Du in unserem großen Ratgeber Meerwasseraquarium für Anfänger – Dein Einstieg ins eigene Riff.
Wasserwerte
Copepoden benötigen grundsätzlich dieselben stabilen Rahmenbedingungen wie die übrigen Bewohner Deines Riffaquariums.
Als Orientierung:
Temperatur: etwa 24–26 °C
Salinität: etwa 35 PSU
KH: etwa 7–9 dKH
Nitrat: nachweisbar
Phosphat: nachweisbar
Extreme Schwankungen solltest Du vermeiden. Besonders die Salinität sollte möglichst stabil bleiben.
Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die wichtigsten Werte im Überblick
Hier erklären wir Dir Salinität, KH, Calcium, Magnesium, Nitrat, Phosphat und weitere wichtige Wasserwerte sowie deren Zusammenhänge.
Sind Copepoden eine Plage?
Normalerweise nicht. Eine große Copepoden-Population ist grundsätzlich kein Grund zur Sorge.
Wenn Du nachts viele kleine Tiere auf den Scheiben siehst, zeigt das zunächst lediglich, dass ausreichend Nahrung und geeignete Lebensbedingungen vorhanden sind.
Mit zunehmendem Fischbesatz reguliert sich die Population häufig von selbst, weil Copepoden für viele Tiere eine willkommene natürliche Nahrung darstellen.
Copepoden und Korallen
Copepoden sind grundsätzlich riffverträglich. Sie können sogar Teil der natürlichen Nahrungsgrundlage verschiedener Korallen sein.
Kleine Krebstiere und deren Entwicklungsstadien werden von unterschiedlichen Korallen und anderen Filtrierern aufgenommen.
Eine vielfältige Mikrofauna kann deshalb nicht nur für Fische, sondern für das gesamte biologische System interessant sein.
Copepoden kaufen
Wenn Du Copepoden gezielt einsetzt, solltest Du Dir vorher überlegen, welches Ziel Du verfolgst.
Möchtest Du die allgemeine Mikrofauna verbessern, gib den Tieren möglichst Zeit zur Etablierung.
Möchtest Du dagegen einen Nahrungsspezialisten versorgen, muss die Population langfristig ausreichend groß bleiben oder regelmäßig ergänzt werden.
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Unser Tipp
Wenn Du Copepoden gezielt als natürliche Futterquelle aufbauen möchtest, setze sie möglichst ein, bevor ein starker Kleintierfresser ins Aquarium kommt. So bekommen die winzigen Krebstiere Zeit, Riffgestein, Makroalgen und geschützte Bereiche zu besiedeln. Ein fischfreies Refugium kann zusätzlich dafür sorgen, dass immer ein Teil der Population vor Fressfeinden geschützt bleibt.
Kurz zusammengefasst
Copepoden sind winzige Ruderfußkrebse und ein wertvoller Bestandteil der natürlichen Mikrofauna im Meerwasseraquarium. Sie verwerten Mikroalgen, Biofilme und feinste organische Bestandteile und dienen gleichzeitig vielen Fischen, Korallen und anderen Bewohnern als natürliche Nahrung. Unter geeigneten Bedingungen können sie sich dauerhaft im Aquarium vermehren. Besonders geschützte Bereiche, Makroalgen und ein Refugium helfen dabei, eine stabile Population aufzubauen.
Haftungsausschluss
Die beschriebenen Eigenschaften und Haltungsbedingungen dienen als allgemeine Orientierung. Unter Copepoden werden zahlreiche Arten mit unterschiedlichen Lebensweisen und Ernährungsstrategien zusammengefasst. Die langfristige Versorgung von Nahrungsspezialisten kann nicht allein durch das Vorhandensein von Copepoden garantiert werden. Berücksichtige immer die individuelle Aquariengröße, Populationsentwicklung und den tatsächlichen Futterbedarf Deiner Tiere.
