Welches Meersalz ist das richtige?

Das richtige Meersalz ist die Grundlage für ein stabiles Meerwasseraquarium. Es bestimmt nicht nur die Salinität, sondern bringt gleichzeitig Calcium, Magnesium, Carbonate und zahlreiche weitere Bestandteile ins Wasser. Deshalb sollte Dein Salz zu Deinem Aquarium, Deinem Korallenbesatz und Deinem Versorgungssystem passen.

Das teuerste Salz ist dabei nicht automatisch das beste. Viel wichtiger sind eine gleichbleibende Zusammensetzung, gute Löslichkeit und Wasserwerte, die zu Deinem Aquarium passen.

Passendes Meersalz findest Du direkt bei Korallenland.

Was muss ein gutes Meersalz können?
Ein gutes Meersalz sollte aus geeignetem Ausgangswasser zuverlässig Meerwasser mit möglichst reproduzierbaren Wasserwerten erzeugen. Neben Natrium und Chlorid enthält eine Meerwasser-Mischung unter anderem Calcium, Magnesium, Kalium und Bestandteile des Carbonat-Systems.

Besonders wichtig ist eine möglichst gleichbleibende Zusammensetzung. Wenn Du bei jedem neuen Eimer völlig andere KH-, Calcium- oder Magnesiumwerte erhältst, erschwert das die stabile Pflege Deines Aquariums.

Konstanz ist deshalb häufig wichtiger als besonders hohe Herstellerangaben.

Standardsalz oder Reef-Salz?
Im Handel findest Du unterschiedliche Salzkonzepte. Einige Mischungen orientieren sich relativ eng an natürlichen Meerwasserwerten. Andere werden speziell für stark mit Korallen besetzte Riffaquarien angeboten und besitzen teilweise höhere Ausgangswerte.

Ein klassisches Meersalz kann für viele Aquarien mit Fischen, Weichkorallen und moderatem Steinkorallen-Besatz vollkommen ausreichen.

Bei einem stark wachsenden Riff mit vielen LPS- oder SPS-Korallen kann dagegen ein Salz interessant sein, dessen Ausgangswerte besonders gut zu Deinem Versorgungssystem passen.

Entscheidend ist nicht die Bezeichnung auf dem Eimer, sondern was nach dem Anmischen tatsächlich im Wasser vorhanden ist.

Welches Meersalz für Anfänger?
Wenn Du Dein erstes Meerwasseraquarium startest, würde ich kein Salz ausschließlich nach möglichst hohen Calcium-, Magnesium- oder KH-Werten auswählen.

Ein ausgewogenes Salz mit nachvollziehbaren Werten ist wesentlich unkomplizierter.

Gerade am Anfang solltest Du möglichst wenige Variablen gleichzeitig verändern. Wenn Dein Aquarium mit einem bestimmten Meersalz stabil läuft, gibt es keinen Grund, ständig verschiedene Mischungen auszuprobieren.

Die wichtigsten Grundlagen für Dein erstes Riff findest Du unter Meerwasseraquarium für Anfänger.

Welches Salz für Weichkorallen?
Ein Aquarium mit überwiegend Weichkorallen hat normalerweise einen geringeren Verbrauch an Calcium und Karbonaten als ein stark wachsendes Steinkorallen-Riff.

Du benötigst deshalb nicht automatisch ein Salz mit besonders hohen Calcium- oder KH-Werten.

Wichtiger ist eine stabile Salinität und eine insgesamt ausgewogene Zusammensetzung.

Gerade bei einem unkomplizierten Weichkorallen-Aquarium kann ein gutes Standardsalz deshalb vollkommen ausreichen.

Welches Salz für LPS-Korallen?
Bei vielen LPS-Korallen steigt der Verbrauch an Calcium und Karbonathärte mit zunehmendem Wachstum.

Trotzdem sollte das Salz nicht versuchen, einen hohen Verbrauch allein über extrem erhöhte Ausgangswerte auszugleichen.

Bei regelmäßigen Wasserwechseln kann ein passendes Meersalz einen Teil der verbrauchten Elemente ergänzen. In einem stark besetzten Aquarium wird langfristig aber meist trotzdem eine zusätzliche Versorgung notwendig.

Die Karbonathärte, Calcium und Magnesium solltest Du deshalb unabhängig vom verwendeten Salz regelmäßig kontrollieren.

Welches Salz für SPS-Korallen?
Bei einem stark mit SPS-Korallen besetzten Aquarium wird die Auswahl des Salzes besonders interessant.

SPS-Korallen können bei starkem Wachstum erhebliche Mengen an Calcium und Bestandteilen des Carbonat-Systems verbrauchen. Trotzdem bedeutet das nicht automatisch, dass ein Salz mit möglichst hohen Ausgangswerten die beste Wahl ist.

Gerade empfindlichere SPS profitieren von möglichst stabilen Bedingungen.

Wenn Dein Aquarium beispielsweise dauerhaft mit einer moderaten KH betrieben wird, kann ein Salz mit deutlich höherer KH nach einem größeren Wasserwechsel eine unnötige Veränderung verursachen.

Das Meersalz sollte deshalb möglichst gut zu den Zielwerten Deines Versorgungssystems passen.

Salz und Versorgungssystem müssen zusammenpassen
Dieser Punkt wird häufig unterschätzt.

Wenn Du Dein Aquarium über Dosierlösungen, Balling, einen Kalkreaktor oder ein anderes Versorgungssystem stabil hältst, sollte das frisch angesetzte Meerwasser möglichst keine extrem anderen Ausgangswerte besitzen.

Ein Wasserwechsel soll Dein Aquarium stabilisieren und nicht plötzlich KH, Calcium oder Magnesium stark verändern.

Deshalb lohnt es sich, frisch angesetztes Meerwasser gelegentlich zu messen.

So weißt Du genau, welche Werte Du tatsächlich ins Aquarium einbringst.

KH ist beim Meersalz besonders wichtig
Die Karbonathärte gehört zu den Werten, auf die Du beim Salz besonders achten solltest.

Ein großer Unterschied zwischen der KH des Aquariums und der KH des frisch angesetzten Wassers kann bei größeren Wasserwechseln zu einer spürbaren Veränderung führen.

Das ist besonders bei empfindlicheren Steinkorallen relevant.

Nicht eine möglichst hohe KH ist deshalb das Ziel, sondern ein Wert, der gut zu Deinem Aquarium passt.

Calcium im Meersalz
Calcium wird von Steinkorallen, Kalkrotalgen, Muscheln und anderen kalkbildenden Organismen benötigt.

Ein gutes Meersalz sollte deshalb einen sinnvollen Calciumgehalt liefern.

Trotzdem musst Du nicht automatisch das Salz mit der höchsten Calcium-Angabe kaufen.

Liegt Calcium in Deinem Aquarium bereits im gewünschten Bereich, bringt ein unnötig hoher Ausgangswert keinen grundsätzlichen Vorteil.

Magnesium im Meersalz
Auch Magnesium ist ein wichtiger Bestandteil des Meerwassers.

Magnesium spielt eine wichtige Rolle im chemischen Gleichgewicht und hängt eng mit Calcium und Karbonathärte zusammen.

Wie bei Calcium gilt: Sinnvolle und stabile Werte sind wichtiger als möglichst hohe Zahlen auf dem Etikett.

Wie viel Salz brauchst Du?
Die benötigte Salzmenge hängt von der jeweiligen Mischung und der gewünschten Salinität ab.

Orientiere Dich beim ersten Ansetzen an der Herstellerangabe und kontrolliere anschließend die tatsächliche Salinität.

Verlasse Dich nicht ausschließlich auf die Angabe „x Gramm pro Liter“.

Die endgültige Kontrolle erfolgt immer über eine zuverlässige Messung.

35 PSU – was bedeutet das?
Für viele tropische Riffaquarien wird eine Salinität um etwa 35 PSU verwendet.

Wichtig ist dabei, Salinität und Dichte nicht miteinander zu verwechseln.

Ein Wert von 35 PSU und beispielsweise eine Dichteangabe beschreiben nicht dieselbe physikalische Größe.

Unser Ratgeber Dichte oder Salzgehalt erklärt Dir den Unterschied ausführlich.

Wie misst Du die Salinität richtig?
Das beste Meersalz hilft wenig, wenn die Konzentration anschließend falsch eingestellt wird.

Für die Kontrolle kommen beispielsweise Refraktometer, digitale Messgeräte oder geeignete Spindeln infrage.

Wichtig ist eine saubere und korrekt kalibrierte Messung.

Unter Salinität richtig messen erklären wir Dir die verschiedenen Methoden und typische Messfehler.

Wenn Du noch zwischen unterschiedlichen Messmethoden schwankst, hilft Dir zusätzlich Refraktometer oder Spindel?.

Osmosewasser zuerst – dann das Salz
Zum Ansetzen solltest Du zuerst die benötigte Menge Osmosewasser in einen geeigneten Behälter geben.

Anschließend gibst Du das Meersalz unter guter Umwälzung entsprechend der Herstellerangaben hinzu.

Das Salz zuerst in einen leeren Behälter zu geben und anschließend Wasser daraufzugießen, ist weniger sinnvoll. Lokal können dabei sehr hohe Konzentrationen entstehen.

Als einfache Reihenfolge kannst Du Dir deshalb merken:

Wasser zuerst – Salz danach.

Wie lange muss frisch angesetztes Meerwasser mischen?
Eine pauschale Zeit für jedes Salz gibt es nicht.

Einige moderne Mischungen lösen sich sehr schnell. Bei anderen Produkten empfiehlt der Hersteller eine längere Durchmischung.

Halte Dich deshalb an die jeweiligen Herstellerangaben.

Wichtig ist, dass das Salz vollständig gelöst ist und Salinität sowie Temperatur zum Aquarium passen.

Welche Temperatur sollte das neue Wasser haben?
Bei einem größeren Wasserwechsel sollte die Temperatur des neuen Meerwassers möglichst nah an der Temperatur des Aquariums liegen.

Je größer der Wasserwechsel, desto wichtiger wird es, Salinität, Temperatur und wichtige Wasserwerte an das bestehende Aquarium anzupassen.

Damit vermeidest Du unnötig starke Veränderungen.

Meersalz niemals direkt ins besetzte Aquarium geben
Trockenes Meersalz solltest Du bei einem bereits besetzten Aquarium nicht einfach direkt ins Becken schütten.

Die lokal entstehenden hohen Salzkonzentrationen können für Korallen, Fische und Wirbellose problematisch sein.

Bereite neues Meerwasser deshalb separat vor und stelle dort die gewünschte Salinität ein.

Erst danach wird das fertig angesetzte Wasser beim Wasserwechsel ins Aquarium gegeben.

Verdunstung wird nicht mit Salzwasser ausgeglichen
Beim Verdunsten verschwindet Wasser – das Salz bleibt im Aquarium.

Dadurch steigt die Salinität.

Verdunstungsverluste werden deshalb ausschließlich mit geeignetem Süßwasser beziehungsweise Osmosewasser ausgeglichen und nicht mit neu angesetztem Meerwasser.

Wie stark sich solche Veränderungen auswirken können, erklären wir Dir unter Salinität richtig messen.

Solltest Du unterschiedliche Meersalze mischen?
Ohne konkreten Grund würde ich nicht ständig verschiedene Salzsorten miteinander kombinieren.

Jede Mischung besitzt ihre eigene Zusammensetzung. Wechselst Du regelmäßig zwischen unterschiedlichen Salzen, können sich dadurch auch KH, Calcium, Magnesium und andere Bestandteile verändern.

Läuft Dein Aquarium mit einem bestimmten Meersalz gut und passen die Wasserwerte, spricht viel dafür, bei dieser Mischung zu bleiben.

Stabilität ist in der Meerwasseraquaristik meistens wichtiger als dauernd etwas Neues auszuprobieren.

Mehr dazu findest Du unter Warum stabile Wasserwerte entscheidend sind.

Wann ist ein Salzwechsel sinnvoll?
Natürlich kann es gute Gründe geben, das Meersalz zu wechseln.

Vielleicht passen die Ausgangswerte nicht mehr zu Deinem Versorgungssystem. Vielleicht bist Du mit der Löslichkeit nicht zufrieden oder möchtest auf eine Mischung umsteigen, deren Werte besser zu Deinem Aquarium passen.

Dann kannst Du wechseln.

Ich würde aber nicht gleichzeitig einen sehr großen Wasserwechsel mit dem neuen Salz durchführen und mehrere andere Dinge am Aquarium verändern.

Ein kontrollierter Übergang macht es leichter, die Reaktion Deines Aquariums einzuschätzen.

Kann Meersalz schlecht werden?
Trocken und gut verschlossen gelagertes Meersalz ist lange lagerfähig.

Feuchtigkeit ist dabei der größte Gegner.

Wird Salz feucht, kann es verklumpen und einzelne Bestandteile können miteinander reagieren.

Bewahre angebrochene Verpackungen deshalb möglichst trocken und gut verschlossen auf.

Muss das teuerste Salz das beste sein?
Nein.

Ein hoher Preis bedeutet nicht automatisch, dass ein Salz besser zu Deinem Aquarium passt.

Viel wichtiger sind gleichbleibende Qualität, passende Ausgangswerte, gute Löslichkeit und eine Zusammensetzung, mit der Dein Aquarium stabil läuft.

Ein günstigeres Salz, das hervorragend zu Deinem System passt, kann die bessere Wahl sein als eine teure Spezialmischung mit für Dich ungünstigen Ausgangswerten.

Meersalz und regelmäßige Wasserwechsel
Ein Wasserwechsel entfernt einen Teil des alten Aquarienwassers und ersetzt ihn durch frisch angesetztes Meerwasser.

Damit werden bestimmte Stoffe verdünnt und gleichzeitig Mineralien sowie Spurenelemente eingebracht.

Wie stark ein Wasserwechsel die Werte verändert, hängt deshalb auch von der Zusammensetzung des verwendeten Meersalzes ab.

Je größer der Wasserwechsel, desto besser sollte das neue Wasser zu Deinem bestehenden Aquarium passen.

Meersalz ersetzt kein Versorgungssystem
Gerade bei stark wachsenden LPS- und SPS-Korallen kann der tägliche Verbrauch von KH und Calcium erheblich werden.

Dieser Verbrauch lässt sich normalerweise nicht sinnvoll allein über Wasserwechsel ausgleichen.

Das Salz bildet die Grundlage des Meerwassers. Die laufende Versorgung muss anschließend zum tatsächlichen Verbrauch Deines Aquariums passen.

Deshalb solltest Du die Entwicklung Deiner Wasserwerte regelmäßig kontrollieren.

Welche Tests wirklich sinnvoll sind, erfährst Du unter Welche Wassertests brauchst Du wirklich?.

Welches Salz passt zu Deinem Aquarium?
Bei einem Aquarium mit hauptsächlich Weichkorallen kann ein ausgewogenes Standardsalz vollkommen ausreichend sein.

Bei einem Riff mit vielen LPS-Korallen solltest Du zusätzlich darauf achten, dass KH, Calcium und Magnesium gut zu Deinem Versorgungssystem passen.

Bei einem stark mit SPS-Korallen besetzten Aquarium würde ich besonders darauf achten, dass das frisch angesetzte Wasser möglichst wenig von Deinen normalen Zielwerten abweicht.

Die Bezeichnung Standard-, Reef- oder Pro-Salz ist dabei weniger wichtig als die tatsächliche Zusammensetzung.

Welches Meersalz solltest Du kaufen?
Wenn Du ein Salz auswählst, achte vor allem auf konstante Qualität, gute Löslichkeit und Ausgangswerte, die zu Deinem Aquarium passen.

Schau nicht nur auf möglichst hohe Calcium- oder Magnesiumwerte und entscheide nicht ausschließlich nach dem Preis.

Dein Salz sollte Dein bestehendes Versorgungskonzept unterstützen und bei Wasserwechseln möglichst keine unnötig starken Veränderungen verursachen.

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Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die wichtigsten Werte im Überblick
Hier erfährst Du, wie Salinität, KH, Calcium, Magnesium, Nitrat, Phosphat, pH-Wert und weitere wichtige Werte zusammenhängen und warum stabile Bedingungen so wichtig sind.

Fazit
Das richtige Meersalz ist nicht automatisch das teuerste Salz und auch nicht die Mischung mit den höchsten Calcium-, Magnesium- oder KH-Werten.

Das beste Salz für Dein Aquarium ist eine hochwertige und möglichst gleichbleibende Mischung, deren Ausgangswerte zu Deinem Besatz und Deinem Versorgungssystem passen.

Achte besonders auf eine stabile Salinität und darauf, dass frisch angesetztes Meerwasser bei größeren Wasserwechseln keine unnötig großen Unterschiede zu Deinem Aquarium aufweist.

Wenn Dein Aquarium mit einem bestimmten Salz zuverlässig läuft, gibt es keinen Grund, ständig die Marke oder Mischung zu wechseln.

Konstanz ist bei Wasserwerten meist wesentlich wichtiger als die dauernde Suche nach dem vermeintlich perfekten Produkt.

Passendes Meersalz findest Du direkt über unsere Shop-Suche.

Haftungsausschluss
Die Inhalte dieser Kaufberatung wurden sorgfältig erstellt und dienen als Orientierung. Zusammensetzung und empfohlene Anwendung einzelner Meersalz-Mischungen können je nach Hersteller und Produkt abweichen. Maßgeblich sind die jeweiligen Herstellerangaben sowie die individuellen Bedingungen und Zielwerte Deines Aquariums.

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Gerd Raabe
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Tel.: +49 (0)8546 973568 • E-Mail: info@korallenland.de

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