Aktivkohle richtig einsetzen – Wann sie sinnvoll ist und worauf Du achten solltest
Aktivkohle gehört zu den beliebtesten Filtermedien in der Meerwasseraquaristik. Dennoch wird sie häufig falsch eingesetzt oder unterschätzt. Richtig verwendet sorgt sie für kristallklares Wasser, entfernt unerwünschte Schadstoffe und kann die Gesundheit Deiner Korallen deutlich verbessern. Gleichzeitig gibt es Situationen, in denen Aktivkohle sogar unverzichtbar ist.
In diesem Artikel erfährst Du, wie Aktivkohle funktioniert, wann Du sie einsetzen solltest und welche Fehler Du vermeiden solltest.
Was ist Aktivkohle?
Aktivkohle ist ein hochporöses Filtermaterial mit einer enorm großen inneren Oberfläche. Diese Oberfläche bindet gelöste Stoffe aus dem Wasser durch sogenannte Adsorption.
Dabei lagern sich unerwünschte Stoffe an der Oberfläche der Aktivkohle an und werden dauerhaft aus dem Wasserkreislauf entfernt.
Aktivkohle entfernt unter anderem:
- Gelbstoffe
- organische Verbindungen
- Medikamentenreste
- Farbstoffe
- verschiedene Schadstoffe
- Giftstoffe vieler Korallen
Die wichtigen Mengenelemente wie Calcium, Magnesium oder Karbonathärte werden dagegen kaum beeinflusst.
Warum wird Aktivkohle im Meerwasseraquarium eingesetzt?
In einem Riffaquarium geben viele Korallen ständig chemische Stoffe an das Wasser ab. Diese dienen in der Natur der Konkurrenz zwischen verschiedenen Korallenarten.
In einem geschlossenen Aquarium können sich diese Stoffe jedoch anreichern und andere Korallen belasten.
Aktivkohle hilft dabei, diese sogenannten Allelopathie-Stoffe aus dem Wasser zu entfernen und sorgt dadurch für ein stabileres Aquarium.
Zusätzlich verbessert sie:
- die Wasserklarheit
- den Lichteinfall
- die Lichtdurchdringung
- die allgemeine Wasserqualität
Wann solltest Du Aktivkohle verwenden?
Dauerhaft in kleiner Menge
Viele erfolgreiche Meerwasseraquarianer setzen dauerhaft eine kleine Menge hochwertiger Aktivkohle ein.
Dadurch bleibt das Wasser dauerhaft klar und organische Belastungen werden kontinuierlich reduziert.
Diese Methode eignet sich besonders für gemischte Riffaquarien mit:
- Weichkorallen
- LPS-Korallen
- SPS-Korallen
Nach einer Medikamentenbehandlung
Nach dem Einsatz von Medikamenten gehört Aktivkohle praktisch immer zum Standard.
Sie entfernt Medikamentenreste zuverlässig aus dem Wasser und verhindert unerwünschte Nebenwirkungen.
Nach Korallenverletzungen
Beim Ableger schneiden oder nach abgestorbenen Korallen gelangen häufig größere Mengen organischer Stoffe und Giftstoffe ins Wasser.
Auch hier hilft Aktivkohle dabei, das Wasser schnell wieder zu stabilisieren.
Bei gelbem Wasser
Mit der Zeit können sich gelöste organische Stoffe ansammeln, wodurch das Wasser leicht gelblich erscheint.
Aktivkohle sorgt häufig schon innerhalb weniger Stunden wieder für glasklares Wasser.
Wie wird Aktivkohle richtig eingesetzt?
Am effektivsten arbeitet Aktivkohle in einem Wirbelbettfilter oder langsam durchströmten Medienreaktor.
Alternativ kann sie auch:
- in einem Filtersack
- im Technikbecken
- in einer Filterkammer
verwendet werden.
Wichtig ist, dass das Wasser langsam durch die Kohle fließt. Eine zu starke Strömung kann das Filtermaterial unnötig abreiben.
Wie viel Aktivkohle wird benötigt?
Die optimale Menge hängt vom Aquarium und vom verwendeten Produkt ab.
Als grober Richtwert gelten:
- etwa 50 bis 100 Gramm pro 100 Liter Aquarienwasser
Die Herstellerangaben sollten jedoch immer beachtet werden.
Mehr Aktivkohle bedeutet nicht automatisch eine bessere Filterwirkung.
Wie oft sollte Aktivkohle gewechselt werden?
Aktivkohle besitzt nur eine begrenzte Aufnahmekapazität.
Je nach Belastung des Aquariums empfiehlt sich ein Wechsel etwa alle:
- 2 bis 4 Wochen
Danach nimmt die Filterleistung deutlich ab.
Muss Aktivkohle vor der Verwendung gespült werden?
Ja.
Neue Aktivkohle sollte immer gründlich mit Osmosewasser oder sauberem Meerwasser gespült werden.
Dadurch werden feine Kohlestaubpartikel entfernt, die sonst kurzfristig das Aquarium eintrüben könnten.
Welche Fehler werden häufig gemacht?
Zu den häufigsten Fehlern gehören:
- Aktivkohle nie wechseln
- zu große Mengen einsetzen
- ungewaschene Kohle verwenden
- Aktivkohle in stehendes Wasser legen
- billige Kohle mit hohem Phosphatgehalt kaufen
Gerade günstige Aktivkohle kann unerwünschtes Phosphat an das Wasser abgeben. Deshalb lohnt sich der Griff zu hochwertiger Markenaktivkohle.
Welche Vorteile bietet Aktivkohle?
Richtig eingesetzt bietet Aktivkohle zahlreiche Vorteile:
- kristallklares Wasser
- bessere Lichtdurchdringung
- Entfernung organischer Schadstoffe
- reduziert Korallengifte
- entfernt Medikamentenreste
- verbessert die Wasserqualität
- unterstützt gesunde Korallen
Unser Tipp
Aktivkohle gehört zu den einfachsten und gleichzeitig wirkungsvollsten Filtermedien im Meerwasseraquarium. Eine kleine Menge hochwertiger Aktivkohle, regelmäßig gewechselt und langsam durchströmt, sorgt dauerhaft für klares Wasser und unterstützt die Gesundheit Deiner Korallen. Besonders in gemischten Riffaquarien ist sie eine sinnvolle Ergänzung zur biologischen Filterung.
