Korallen für Nano-Aquarien – Diese Arten eignen sich besonders gut

Korallen für Nano-Aquarien – Diese Arten eignen sich besonders gut
Ein Nano-Meerwasseraquarium kann auf kleinem Raum zu einem beeindruckenden Riff werden. Gerade weil wenig Wasservolumen und wenig Platz zur Verfügung stehen, solltest Du die Korallen aber besonders sorgfältig auswählen. Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung und der verfügbare Platz spielen im Nano-Aquarium eine besonders wichtige Rolle. Gut geeignet sind vor allem Korallen, die kompakt bleiben, sich kontrollieren lassen und deren Ansprüche zu den Bedingungen in Deinem kleinen Riff passen.

Was ist bei einem Nano-Meerwasseraquarium anders?
Der größte Unterschied zu einem größeren Riffaquarium ist nicht unbedingt die Korallenhaltung selbst, sondern das geringere Wasservolumen. Verdunstung, Dosierungen, Fütterung oder ein abgestorbenes Tier können sich schneller auf das gesamte System auswirken. Deshalb ist auch im Nano-Aquarium die Stabilität wichtiger als die Jagd nach vermeintlich perfekten Einzelwerten.

Gleichzeitig ist der Platz begrenzt. Eine Koralle, die beim Kauf nur wenige Zentimeter groß ist, kann später einen erheblichen Teil des Riffaufbaus einnehmen. Andere Arten bilden lange Kampftentakel oder wachsen über benachbarte Korallen. Plane Dein Nano deshalb nicht für die kleinen Ableger, die Du heute kaufst, sondern für die Korallen, die daraus entstehen können.

Welche Korallen eignen sich besonders gut?
Für ein Nano-Riff sind kompakte Weichkorallen, Scheibenanemonen und verschiedene kleinere LPS besonders interessant. Auch SPS sind möglich, wenn Dein Aquarium stabil läuft und Beleuchtung sowie Strömung dazu passen.

Zoanthus
Zoanthus sind für Nano-Aquarien besonders interessant, weil Du auf relativ kleiner Fläche eine enorme Farbenvielfalt unterbringen kannst. Sie bilden mit der Zeit attraktive Kolonien und benötigen keine riesigen freien Flächen. Plane ihre Ausbreitung trotzdem von Anfang an ein. Beim Umgang mit Zoanthus und Palythoa ist wegen des möglichen Palytoxins besondere Vorsicht erforderlich. Vermeide Haut- und Augenkontakt und verwende bei Arbeiten an den Tieren geeignete Schutzausrüstung.
Ricordea
Ricordea bringen intensive Farben in ein kleines Riff und bleiben vergleichsweise kompakt. Sie eignen sich sehr schön für einzelne Farbakzente und bevorzugen meist eine moderate Beleuchtung sowie keine harte direkte Strömung.
Rhodactis
Rhodactis-Scheibenanemonen sind robust, farbenfroh und benötigen meist keine extrem starke Beleuchtung. Einige Varianten können sich allerdings kräftig vermehren. Im Nano-Aquarium solltest Du deshalb besonders darauf achten, dass sie nicht unkontrolliert andere Bereiche besiedeln.
Discosoma
Auch Discosoma eignen sich durch ihre vergleichsweise unkomplizierte Haltung und den moderaten Lichtbedarf gut für viele kleinere Aquarien. Sie können attraktive farbige Flächen bilden, sollten aber ebenfalls so platziert werden, dass ihre spätere Ausbreitung kontrollierbar bleibt.

Aktuell verfügbare Tiere dieser Gruppe findest Du auch direkt bei unseren Weichkorallen.

Weichkorallen – Haltung, Arten & Pflege
Hier erfährst Du mehr über die Haltung von Weichkorallen sowie ihre Ansprüche an Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung, Standort und Pflege.

LPS-Korallen für Nano-Aquarien
Auch verschiedene LPS-Korallen können hervorragend in ein Nano-Riff passen. Entscheidend ist weniger die Einteilung als LPS, sondern die spätere Größe und Aggressivität der jeweiligen Art.

Blastomussa
Blastomussa wächst vergleichsweise kompakt und ist durch ihre großen, farbigen Polypen ein schöner Blickfang für kleine Aquarien. Sie benötigt normalerweise keine extreme Beleuchtung und kann bei passenden Bedingungen langsam eine attraktive Kolonie bilden.
Caulastrea
Caulastrea ist eine interessante LPS für kleinere Riffe. Sie bildet mit der Zeit neue Köpfe und lässt sich durch ihre verzweigte Wuchsform vergleichsweise gut kontrollieren. Trotzdem solltest Du ausreichend Abstand zu anderen Korallen einplanen.
Duncanopsammia
Duncanopsammia verbindet eine relativ kompakte Wuchsform mit langen, beweglichen Polypen. Dadurch bringt sie viel Bewegung in ein kleines Riff. Bei guten Bedingungen entstehen nach und nach zusätzliche Köpfe.
Micromussa
Micromussa kann ebenfalls sehr interessant für ein Nano-Aquarium sein. Die einzelnen Polypen bleiben vergleichsweise kompakt und viele Farbvarianten eignen sich hervorragend als kleiner Blickfang. Achte auf ausreichend Abstand und eine zur Koralle passende, nicht zu harte Strömung.

Aktuell verfügbare Tiere findest Du direkt bei unseren LPS-Korallen.

LPS-Korallen – Haltung, Arten, Wasserwerte und Pflege
Unser großer LPS-Ratgeber erklärt Dir ausführlich die Ansprüche dieser Korallen an Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung, Standort und Pflege.

Können auch SPS in ein Nano-Aquarium?
Ja. Ein Nano-Aquarium muss keineswegs auf Weichkorallen und LPS beschränkt bleiben. Auch SPS-Korallen können funktionieren. Das geringe Wasservolumen macht Schwankungen allerdings schneller bemerkbar, weshalb ein SPS-Nano zuverlässig und stabil betrieben werden sollte.

Montipora können für den Einstieg interessanter sein als besonders empfindliche SPS. Montipora digitata wächst verzweigt, während Montipora capricornis große Platten bilden kann. Gerade bei capricornis solltest Du im Nano das spätere Wachstum berücksichtigen, denn eine zunächst kleine Platte kann schnell wertvollen Raum beanspruchen und darunterliegende Korallen beschatten.

Auch Seriatopora oder Stylophora können grundsätzlich in kleineren stabilen Riffaquarien gepflegt werden. Entscheidend sind eine passende Lichtintensität, abwechslungsreiche Strömung und dauerhaft stabile Wasserwerte.

SPS-Korallen – Haltung, Arten, Wasserwerte und Pflege
Hier erfährst Du ausführlich, welche Anforderungen SPS-Korallen an Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung, Versorgung und Standort stellen.

Welche Korallen sind im Nano eher problematisch?
Nicht jede schöne Koralle ist automatisch eine gute Nano-Koralle. Besonders vorsichtig solltest Du bei Arten sein, die sehr groß werden, extrem schnell wachsen oder weitreichende Kampftentakel entwickeln.

Galaxea und Hydnophora können beispielsweise benachbarte Korallen auf erstaunliche Entfernung schädigen. Pectinia benötigt ebenfalls ausreichend Platz. Auch große Euphyllia-Kolonien können für sehr kleine Aquarien irgendwann schwierig werden. Großwüchsige Acropora können den vorhandenen Raum ebenfalls schnell ausfüllen.

Das bedeutet nicht, dass diese Korallen grundsätzlich nicht in kleineren Aquarien gehalten werden können. Du solltest aber sehr genau wissen, wie sich die jeweilige Art entwickelt und genügend Platz einplanen.

Mehr über die Konkurrenz zwischen Korallen erfährst Du unter Korallenabstand – Warum ausreichend Platz wichtig ist.

Schnell wachsende Korallen können im Nano zum Problem werden
Schnelles Wachstum klingt zunächst positiv. In einem kleinen Aquarium kann es aber überraschend schnell zum Platzproblem werden. Flächig wachsende Korallen können benachbarte Steine besiedeln, während tellerförmige SPS andere Korallen beschatten.

Wenn Du solche Arten trotzdem pflegen möchtest, kann ein vom Hauptriff getrennter Stein eine gute Möglichkeit sein, ihre Ausbreitung besser zu kontrollieren.

Welche Arten besonders schnell wachsen, findest Du in unserer Kaufberatung Welche Korallen wachsen schnell?.

Der richtige Standort ist im Nano besonders wichtig
In einem großen Aquarium kannst Du eine Koralle häufig relativ einfach an einen anderen Bereich setzen. Im Nano liegen unterschiedliche Licht- und Strömungszonen viel näher zusammen. Gleichzeitig befinden sich die Korallen zwangsläufig näher beieinander.

Berücksichtige deshalb immer vier Punkte gemeinsam: Licht, Strömung, Abstand und Wachstum.

Unser Ratgeber Korallen richtig platzieren hilft Dir dabei, einen geeigneten Standort zu finden.

Beleuchtung – klein bedeutet nicht automatisch wenig Licht
Ein Nano-Aquarium benötigt nicht automatisch eine schwache Lampe. Entscheidend sind Aquarienhöhe, Fläche und vor allem der geplante Korallenbesatz.

Ein Nano mit Zoanthus, Ricordea und verschiedenen LPS hat andere Anforderungen als ein kleines SPS-Riff mit Montipora. Die Beleuchtung sollte deshalb immer nach den Tieren ausgewählt werden und nicht allein nach dem Aquarienvolumen.

Welche Beleuchtung zu Deinem Becken passt, erklären wir Dir in unserer Kaufberatung Welche Beleuchtung passt zu Deinem Aquarium?.

Strömung – nicht einfach eine starke Pumpe einsetzen
Auch die Strömung ist im Nano eine kleine Herausforderung. Durch die kurzen Abstände kann ein konzentrierter Pumpenstrahl schnell direkt auf eine Koralle treffen.

Viele großpolypige LPS und Scheibenanemonen möchten nicht permanent hart angeströmt werden. SPS bevorzugen häufig eine kräftigere und abwechslungsreichere Wasserbewegung.

Versuche deshalb eine möglichst breite, indirekte und zur jeweiligen Koralle passende Strömung zu erzeugen, statt einfach nur möglichst viel Pumpenleistung einzusetzen.

Stabile Wasserwerte sind im Nano besonders wichtig
Ein kleines Wasservolumen reagiert schneller auf Veränderungen. Verdunstet Wasser, steigt die Salinität schneller an als in einem großen Aquarium. Auch Fütterung, Dosierungen und der Verbrauch durch wachsende Korallen können sich deutlicher bemerkbar machen.

Eine zuverlässige Nachfüllautomatik kann deshalb gerade im Nano sehr hilfreich sein. Kontrolliere außerdem regelmäßig Salinität und die für Deinen Besatz relevanten Wasserwerte.

Bei einem überwiegend mit Weichkorallen besetzten Nano liegen die Schwerpunkte anders als bei einem kleinen Steinkorallen-Riff. Sobald viele LPS oder SPS wachsen, werden besonders KH, Calcium und Magnesium zunehmend wichtig.

Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die wichtigsten Werte im Überblick
Hier erklären wir Dir Salinität, KH, Calcium, Magnesium, Nitrat, Phosphat, pH-Wert und weitere wichtige Wasserwerte sowie ihre Zusammenhänge.

Welche Nano-Korallen eignen sich für Anfänger?
Wenn Dein Nano gleichzeitig Dein erstes Meerwasseraquarium ist, würde ich zunächst robuste und gut einschätzbare Arten wählen. Zoanthus, Rhodactis, Ricordea, Discosoma, Blastomussa, Caulastrea und Duncanopsammia bieten bereits eine große Auswahl an Farben und Wuchsformen.

Weitere Empfehlungen findest Du unter Welche Korallen eignen sich für Anfänger?.

Wenn Deine Beleuchtung eher moderat ausfällt, lohnt sich außerdem ein Blick auf Welche Korallen eignen sich für wenig Licht?.

Weniger Korallen sind im Nano oft die bessere Entscheidung
Ein frisch eingerichtetes Nano wirkt mit drei kleinen Korallen schnell noch ziemlich leer. Genau hier passiert ein häufiger Fehler: Der freie Platz wird sofort vollständig besetzt.

Nach einigen Monaten sieht das ganz anders aus. Korallen bilden neue Köpfe, Scheibenanemonen vermehren sich und SPS wachsen in Bereiche hinein, die beim Kauf noch völlig frei waren.

Setze deshalb lieber wenige sorgfältig ausgewählte Korallen ein und gib ihnen Raum zur Entwicklung. Ein Nano mit fünf gut gewachsenen Korallen kann langfristig wesentlich harmonischer aussehen als ein Becken mit zwanzig Ablegern, die ständig miteinander um Platz kämpfen.

Beim Kauf auf gesunde Tiere achten
Gerade im kleinen Wasservolumen möchtest Du möglichst keine bereits geschwächten Korallen einsetzen. Achte deshalb auf intaktes Gewebe, ein zur jeweiligen Art passendes Polypenbild und mögliche Schädigungen oder unerwünschte Begleiter.

Unsere Kaufberatung Gesunde Korallen erkennen zeigt Dir, worauf Du vor dem Kauf achten kannst.

Wenn Du Dich über eine bestimmte Art genauer informieren möchtest, findest Du viele ausführliche Artenbeschreibungen in unserem Korallen-Lexikon.

Welche Korallen solltest Du für Dein Nano kaufen?
Für ein unkompliziertes und farbenfrohes Nano-Riff sind unsere Weichkorallen und Scheibenanemonen ein guter Ausgangspunkt. Zoanthus, Ricordea, Rhodactis und Discosoma bieten viel Farbe auf vergleichsweise wenig Raum.

Möchtest Du große Polypen und etwas mehr Bewegung, schau Dir unsere LPS-Korallen an. Blastomussa, Caulastrea und Duncanopsammia können für kleinere Riffe besonders interessant sein.

Läuft Dein Nano bereits sehr stabil und möchtest Du ein anspruchsvolleres kleines Riff aufbauen, findest Du bei unseren SPS-Korallen weitere Möglichkeiten. Montipora kann dabei ein interessanter Einstieg sein.

Korallen im Meerwasseraquarium – Arten, Haltung und Pflege
Unser großer Korallen-Ratgeber erklärt Dir die Grundlagen rund um LPS-Korallen, SPS-Korallen und Weichkorallen sowie Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung, Platzierung und Pflege.

Meerwasseraquarium für Anfänger – Schritt für Schritt zum eigenen Riff
Wenn Dein Nano Dein erstes Meerwasseraquarium ist, findest Du hier die wichtigsten Grundlagen von der Planung und Technik bis zu Wasserwerten, Einfahrphase und dem ersten Besatz.

Fazit
Ein Nano-Meerwasseraquarium kann genauso farbenprächtig und abwechslungsreich sein wie ein großes Riff. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Korallen auf kleiner Fläche unterzubringen, sondern die richtigen Arten auszuwählen.

Zoanthus, Ricordea, Rhodactis, Discosoma, Blastomussa, Caulastrea und Duncanopsammia sind interessante Kandidaten für viele Nano-Riffe. In stabilen und entsprechend ausgestatteten Aquarien können auch SPS wie Montipora gepflegt werden.

Plane dabei immer die spätere Größe mit ein. Wenn Beleuchtung, Strömung, Wasserwerte und Platz zur jeweiligen Koralle passen, kannst Du auch auf kleinem Raum ein wunderschönes und langfristig stabiles Riff aufbauen.

Haftungsausschluss
Die Inhalte dieser Kaufberatung wurden sorgfältig erstellt und dienen als Orientierung. Die tatsächlichen Ansprüche, das Wachstum und die Verträglichkeit einzelner Korallen können je nach Tier und den individuellen Bedingungen in Deinem Aquarium abweichen.

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Gerd Raabe
Raabe Aquaristik
Ruffinstr. 6 • 94575 Windorf • Deutschland
Tel.: +49 (0)8546 973568 • E-Mail: info@korallenland.de

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