Welche Garnelen harmonieren miteinander?

Garnelen gehören zu den spannendsten Wirbellosen im Meerwasseraquarium. Sie bringen Farbe und Bewegung ins Riff, verwerten Futterreste und einige Arten zeigen sogar ein ausgeprägtes Putzverhalten gegenüber Fischen. Trotzdem solltest Du Garnelen nicht nur nach ihrer Farbe auswählen. Größe, Verhalten, Versteckmöglichkeiten, Futterangebot und Dein übriger Besatz entscheiden darüber, welche Arten wirklich gut miteinander harmonieren.

Welche Garnelen lassen sich gut miteinander halten?
Viele Lysmata-Arten sind vergleichsweise friedlich und können bei ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten miteinander gepflegt werden. Besonders interessant sind Lysmata amboinensis, Lysmata debelius, Lysmata wurdemanni, Lysmata kuekenthali und Lysmata vittata.

Anders solltest Du bei sehr kleinen Garnelen wie Thor amboinensis oder kräftigeren Arten wie Stenopus hispidus planen. Hier spielt der übrige Besatz eine noch größere Rolle.

Auch bei grundsätzlich friedlichen Arten gibt es keine Garantie, dass jedes einzelne Tier gleich reagiert. Ein gut strukturierter Riffaufbau mit Höhlen, Spalten und geschützten Bereichen schafft deshalb die besten Voraussetzungen.

Lysmata amboinensis – Weißband-Putzergarnele
Lysmata amboinensis gehört zu den bekanntesten Garnelen im Meerwasseraquarium. Sie ist häufig offen im Riff unterwegs und kann sogenannte Putzstationen einrichten, an denen sich Fische von ihr reinigen lassen.

Die Weißband-Putzergarnele ist friedlich und lässt sich mit vielen anderen geeigneten Garnelen kombinieren. Besonders interessant ist beispielsweise die gemeinsame Haltung mit Lysmata debelius.

Sie eignet sich gut, wenn Du eine aktive und häufig sichtbare Garnele suchst.

Lysmata debelius – farbenprächtige Kardinalsgarnele
Lysmata debelius fällt durch ihren intensiv roten Körper und die auffälligen weißen Punkte sofort auf. Im Vergleich zu Lysmata amboinensis hält sie sich häufig etwas zurückgezogener auf und nutzt gerne Höhlen und Überhänge.

Gerade diese unterschiedliche Nutzung des Aquariums macht die Kombination aus Lysmata debelius und Lysmata amboinensis interessant.

Auch mit anderen friedlichen Lysmata-Arten kann die Haltung bei ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten gut funktionieren.

Lysmata wurdemanni – bekannt als Glasrosen-Garnele
Lysmata wurdemanni ist besonders bekannt, weil sie Glasrosen fressen kann. Darauf solltest Du Dich allerdings nicht blind verlassen. Nicht jedes Tier zeigt dasselbe Interesse an Aiptasia.

Lysmata wurdemanni lebt häufig etwas versteckter als Lysmata amboinensis und kann bei passenden Bedingungen gut mit anderen friedlichen Lysmata-Arten kombiniert werden.

Wenn Du Lysmata wurdemanni vor allem wegen Glasrosen einsetzen möchtest, findest Du weitere Informationen in unserem Ratgeber Glasrosen bekämpfen.

Lysmata kuekenthali – interessante Ergänzung
Lysmata kuekenthali ist eine weitere interessante Garnele für das Riffaquarium. Sie kann mit anderen friedlichen Garnelen sowie geeigneten Schnecken, Einsiedlerkrebsen und weiteren Wirbellosen vergesellschaftet werden.

Auch Lysmata kuekenthali wird teilweise im Zusammenhang mit Glasrosen eingesetzt. Wie bei Lysmata wurdemanni solltest Du sie aber nicht ausschließlich als Mittel gegen Aiptasia betrachten.

Sie ist ein dauerhafter Aquarienbewohner und benötigt deshalb abwechslungsreiche Nahrung, Versteckmöglichkeiten und stabile Bedingungen.

Lysmata vittata – friedlicher Resteverwerter
Lysmata vittata ist eine friedliche Lysmata-Art, die Futterreste und anderes verwertbares Material aufnimmt.

Sie kann bei passenden Bedingungen mit anderen friedlichen Garnelen kombiniert werden und eignet sich gut für abwechslungsreich besetzte Riffaquarien.

Auch bei dieser Art sind ausreichend Höhlen und geschützte Bereiche wichtig, besonders während der Häutung.

Thor amboinensis – klein und außergewöhnlich
Thor amboinensis wird wegen ihrer charakteristischen Körperhaltung häufig als Sexy Shrimp bezeichnet. Sie bleibt wesentlich kleiner als typische Lysmata-Arten.

Das macht sie besonders interessant, bedeutet aber gleichzeitig, dass Du bei der Vergesellschaftung genauer hinschauen musst. Für entsprechend große oder räuberische Fische kann eine kleine Thor amboinensis schnell zur Beute werden.

In einem friedlichen und passend strukturierten Aquarium kann dagegen gerade die Haltung mehrerer Tiere sehr interessant sein.

Stenopus hispidus – deutlich kräftiger
Stenopus hispidus, die bekannte Scherengarnele, unterscheidet sich deutlich von den typischen friedlichen Lysmata-Arten.

Ihre kräftigen Scheren verraten bereits, dass Du sie bei der Vergesellschaftung bewusster einplanen solltest. Stenopus hispidus kann territorial auftreten und ist deshalb nicht automatisch die beste Ergänzung für eine Gruppe sehr kleiner Garnelen.

Je größer und strukturierter das Aquarium ist, desto leichter können sich unterschiedliche Tiere aus dem Weg gehen.

Welche Garnelen passen besonders gut zusammen?
Lysmata amboinensis und Lysmata debelius sind eine besonders interessante Kombination. Während die Weißband-Putzergarnele häufig offen im Aquarium unterwegs ist, nutzt die Kardinalsgarnele verstärkt Höhlen und Überhänge.

Auch Lysmata amboinensis und Lysmata wurdemanni können gut zusammenpassen.

Lysmata kuekenthali und Lysmata vittata können eine Gemeinschaft friedlicher Lysmata-Arten ebenfalls ergänzen.

Thor amboinensis solltest Du aufgrund ihrer geringen Größe vorsichtiger kombinieren. Bei Stenopus hispidus spielt dagegen ihr kräftigeres und territorialeres Verhalten eine größere Rolle.

Paarhaltung oder mehrere Garnelen?
Bei verschiedenen Lysmata-Arten ist eine Paarhaltung interessant. Auch die gemeinsame Haltung mehrerer Garnelen kann funktionieren, wenn genügend Platz, Verstecke und Nahrung vorhanden sind.

Eine starre Stückzahl nach Aquarienvolumen halte ich allerdings für wenig sinnvoll.

Ein stark strukturierter Riffaufbau mit vielen Höhlen bietet völlig andere Bedingungen als ein offenes Aquarium mit derselben Wassermenge. Entscheidend sind deshalb Art, Anzahl, Riffstruktur und der gesamte Besatz.

Garnelen im Nano-Aquarium
Auch kleinere Meerwasseraquarien können für bestimmte Garnelen geeignet sein. Gerade hier solltest Du den Besatz aber sorgfältig planen.

Thor amboinensis ist aufgrund ihrer geringen Größe interessant. Gleichzeitig musst Du darauf achten, dass keine geeigneten Fressfeinde vorhanden sind.

Bei größeren Lysmata-Arten solltest Du berücksichtigen, dass sie ausreichend Bewegungsraum und Rückzugsmöglichkeiten benötigen. Mehrere größere Garnelen-Arten würde ich in einem sehr kleinen Aquarium nicht unnötig miteinander kombinieren.

Welche Fische können Garnelen gefährlich werden?
Bei der Garnelen-Auswahl solltest Du nicht nur die Garnelen untereinander betrachten. Dein vorhandener Fischbesatz kann wesentlich wichtiger sein.

Größere räuberische Fische und verschiedene Lippfische können Garnelen bedrängen oder fressen. Besonders kleine Arten wie Thor amboinensis sind gefährdet.

Prüfe deshalb immer den gesamten Besatz, bevor Du eine neue Garnele einsetzt.

Garnelen als Teil der Cleaning-Crew
Garnelen können eine Cleaning-Crew sinnvoll ergänzen, übernehmen aber andere Aufgaben als typische Algenfresser.

Viele Garnelen verwerten Futterreste und anderes organisches Material. Schnecken sind dagegen wesentlich stärker auf Algenbeläge spezialisiert, während Seeigel größere bewachsene Flächen bearbeiten können.

Wenn Du unterschiedliche natürliche Helfer kombinieren möchtest, ist deshalb eine Mischung verschiedener Tiergruppen meist sinnvoller als sehr viele Garnelen.

Welche Schnecken für unterschiedliche Algen interessant sind, erfährst Du unter Welche Schnecken gegen Algen?.

Welche Einsiedler miteinander harmonieren, erklären wir Dir unter Welche Einsiedlerkrebse passen zusammen?.

Wenn Du zusätzlich einen kräftigen Algenfresser suchst, hilft Dir Welcher Seeigel ist der richtige?.

Garnelen brauchen ausreichend Futter
Garnelen sollten nicht ausschließlich davon leben müssen, was zufällig von der Fischfütterung übrig bleibt.

Viele Lysmata-Arten sind unkomplizierte Allesfresser und nehmen beispielsweise Mysis, Artemia, Frostfutter sowie geeignetes Granulat- oder Flockenfutter an.

Beobachte bei der Fütterung, ob alle Garnelen ausreichend Nahrung bekommen. Besonders zurückhaltende Tiere können sonst gegenüber sehr aktiven Fressern zu kurz kommen.

Zu wenig Futter kann Konkurrenz verstärken. Zu viel Futter belastet dagegen unnötig das Aquarium.

Häutung – eine empfindliche Phase
Garnelen besitzen einen festen Außenpanzer. Um wachsen zu können, müssen sie sich regelmäßig häuten.

Kurz vor und nach einer Häutung ziehen sich viele Garnelen zurück. Der neue Panzer ist zunächst weich und das Tier in dieser Phase besonders empfindlich.

Höhlen, Felsspalten und andere geschützte Bereiche sind deshalb wichtig. Gerade wenn Du mehrere Garnelen miteinander hältst, sollte jedes Tier eine Rückzugsmöglichkeit finden.

Die abgestreifte Hülle musst Du nicht sofort entfernen. Sie kann von Garnelen und anderen Bewohnern teilweise wieder verwertet werden.

Stabile Wasserwerte sind wichtig
Garnelen reagieren empfindlich auf schnelle Veränderungen ihrer Umgebung. Besonders starke Schwankungen der Salinität solltest Du vermeiden.

Achte deshalb langfristig auf stabile Wasserwerte.

Gerade beim Einsetzen neuer Garnelen und während der Häutung sind möglichst konstante Bedingungen wichtig.

Vorsicht bei Kupfer und Medikamenten
Bei Medikamenten und anderen Präparaten solltest Du in einem Aquarium mit Garnelen besonders aufmerksam sein. Bestimmte Wirkstoffe können für Wirbellose problematisch sein.

Setze deshalb niemals ein Präparat ein, ohne vorher zu prüfen, ob es ausdrücklich für ein Riffaquarium mit Garnelen und anderen Wirbellosen geeignet ist.

Das gilt besonders für Medikamente zur Behandlung von Fischen.

Welche Garnele solltest Du kaufen?
Wenn Du eine aktive und häufig sichtbare Garnele mit interessantem Putzverhalten suchst, ist Lysmata amboinensis eine besonders interessante Wahl.

Mit Lysmata debelius bekommst Du einen intensiven roten Farbakzent für Dein Riff.

Lysmata wurdemanni und Lysmata kuekenthali können zusätzlich interessant sein, wenn Glasrosen vorhanden sind – allerdings ohne Garantie, dass jedes einzelne Tier diese tatsächlich frisst.

Lysmata vittata ist eine weitere friedliche Möglichkeit.

Thor amboinensis ist besonders für Liebhaber kleiner Garnelen interessant.

Stenopus hispidus solltest Du aufgrund ihres kräftigeren und teilweise territorialeren Verhaltens bewusster auswählen.

Weitere Informationen zu Garnelen
Wenn Du Dich zusätzlich ausführlich über Haltung, Ernährung und Besonderheiten einzelner Garnelen informieren möchtest, findest Du die verschiedenen Arten in unserem Wirbellosen-Lexikon.

Wirbellose im Meerwasseraquarium – Haltung & Arten
In unserem großen Wirbellosen-Ratgeber erfährst Du mehr über Garnelen, Schnecken, Einsiedlerkrebse, Seeigel, Seesterne und weitere Wirbellose. Hier erklären wir Dir Haltung, Ernährung, Vergesellschaftung und die unterschiedlichen Aufgaben der Tiere im Riffaquarium.

Fazit
Viele friedliche Lysmata-Arten lassen sich gut miteinander kombinieren. Lysmata amboinensis und Lysmata debelius sind eine besonders interessante Kombination. Auch Lysmata wurdemanni, Lysmata kuekenthali und Lysmata vittata können bei passenden Bedingungen gemeinsam mit anderen friedlichen Garnelen gepflegt werden.

Bei Thor amboinensis solltest Du besonders auf mögliche Fressfeinde achten. Stenopus hispidus unterscheidet sich dagegen im Verhalten deutlich von den typischen Lysmata-Arten und sollte bewusster in eine gemischte Garnelen-Gemeinschaft integriert werden.

Entscheidend sind ausreichend Platz, Verstecke, genügend Nahrung, stabile Wasserwerte und passende Mitbewohner. Dann können unterschiedliche Garnelen-Arten zu einer spannenden und dauerhaft funktionierenden Gemeinschaft in Deinem Meerwasseraquarium werden.

Haftungsausschluss
Die Inhalte dieser Kaufberatung wurden sorgfältig erstellt und dienen als Orientierung. Verhalten, Verträglichkeit und Ernährungsweise einzelner Garnelen können je nach Art, Tier und den individuellen Bedingungen in Deinem Aquarium abweichen.

Logo

Gerd Raabe
Korallenland by Raabe Aquaristik
Ruffinstr. 6 • 94575 Windorf • Deutschland
Tel.: +49 (0)8546 973568 • E-Mail: info@korallenland.de

© Urheberrecht. Alle Rechte vorbehalten. 

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.