Spurenelemente sinnvoll dosieren

Spurenelemente gehören zur natürlichen Zusammensetzung des Meerwassers und übernehmen zahlreiche Aufgaben im Stoffwechsel von Korallen und anderen Riffbewohnern. Weil sie nur in sehr kleinen Konzentrationen benötigt werden, gilt bei ihrer Dosierung aber ganz besonders: Mehr ist nicht automatisch besser.

Genau hier entsteht in der Meerwasseraquaristik schnell ein Fehler. Eine Koralle verliert Farbe, wächst schlechter oder zeigt ein ungewöhnliches Polypenbild – und schon wird vermutet, dass Jod, Eisen, Mangan oder ein anderes Element fehlt. Anschließend wird dosiert, obwohl überhaupt nicht bekannt ist, ob tatsächlich ein Mangel vorhanden ist.

Das kann im ungünstigsten Fall dazu führen, dass ein bereits ausreichend vorhandenes Element zusätzlich angereichert wird. Spurenelemente solltest Du deshalb möglichst gezielt und nachvollziehbar dosieren.

Was sind Spurenelemente?
Meerwasser enthält neben den bekannten Hauptbestandteilen zahlreiche Elemente in sehr geringen Konzentrationen. Einige davon spielen bei biologischen und biochemischen Prozessen eine wichtige Rolle.

Dazu gehören beispielsweise:
Jod
Eisen
Mangan
Strontium
Bor

Kalium wird in der Meerwasseraquaristik ebenfalls häufig zusammen mit Spurenelementen betrachtet. Aufgrund seiner deutlich höheren natürlichen Konzentration im Meerwasser gehört Kalium chemisch allerdings nicht zu den klassischen Spurenelementen.

Spurenelemente einfach erklärt
In unserem ausführlichen Ratgeber erfährst Du, welche Rolle Spurenelemente im Meerwasseraquarium spielen und warum nicht jedes Element automatisch einzeln dosiert werden muss.

Braucht jedes Meerwasseraquarium zusätzliche Spurenelemente?
Nein. Spurenelemente gelangen bereits über verschiedene Wege in Dein Aquarium.

Dazu gehören:
Meersalz und Wasserwechsel
Versorgungssysteme
Futter
Gezielte Spurenelement-Präparate

Wenn Du regelmäßige Wasserwechsel durchführst und bereits ein vollständiges Versorgungssystem verwendest, kann ein erheblicher Teil des Bedarfs bereits abgedeckt sein.

Bevor Du zusätzliche Spurenelemente dosierst, solltest Du deshalb zuerst wissen, was Du Deinem Aquarium bereits zuführst.

Nicht einfach auf Verdacht dosieren
Das ist einer der wichtigsten Grundsätze bei Spurenelementen.

Dosiere ein einzelnes Element nicht nur deshalb, weil Du gelesen hast, dass es bestimmte Korallenfarben verstärken oder das Wachstum verbessern soll.

Eine blasse Koralle bedeutet nicht automatisch Jodmangel.
Eine schwache Grünfärbung bedeutet nicht automatisch Eisenmangel.
Eine veränderte SPS-Farbe bedeutet nicht automatisch Kaliummangel.

Korallen reagieren immer auf das Zusammenspiel verschiedener Bedingungen.

Dazu gehören:
Beleuchtung
Strömung
Salinität
KH
Calcium
Magnesium
Nitrat
Phosphat
Temperatur
Spurenelementversorgung

Bevor Du einzelne Spurenelemente veränderst, sollten deshalb zunächst die grundlegenden Bedingungen Deines Aquariums stimmen.

Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die wichtigsten Werte im Überblick
Hier erklären wir Dir die wichtigsten Wasserwerte und ihre Zusammenhänge.

Spurenelemente und Korallenfarben
Besonders bei SPS-Korallen werden einzelnen Spurenelementen gerne bestimmte Farben zugeordnet.

Ganz so einfach funktioniert ein Riffaquarium allerdings nicht.

Die Farbe einer Koralle wird unter anderem von Beleuchtung, Nährstoffversorgung, Pigmentierung, Zooxanthellen-Dichte, Wasserwerten und genetischen Eigenschaften beeinflusst.

Deshalb solltest Du nicht versuchen, eine bestimmte Farbe durch immer höhere Dosierungen eines vermeintlich passenden Spurenelements zu erzwingen.

SPS-Korallen – Haltung & Arten
Hier erfährst Du mehr darüber, wie Beleuchtung, Strömung, Nährstoffe, Wasserwerte und Versorgung bei SPS-Korallen zusammenspielen.

Wann kann eine zusätzliche Dosierung sinnvoll sein?
Eine zusätzliche Spurenelementversorgung kann sinnvoll sein, wenn:
Dein Versorgungssystem eine entsprechende Dosierung vorsieht
Eine ICP-Analyse einen nachvollziehbaren Mangel zeigt
Ein stark wachsender Korallenbestand einen erhöhten Verbrauch entwickelt
Wasserwechsel den Bedarf nicht ausreichend abdecken
Du ein vollständiges Versorgungskonzept gezielt an Dein Aquarium anpasst

Entscheidend ist immer, dass Du weißt, warum Du etwas dosierst.

Spurenelemente gezielt ergänzen
Wenn Dein Aquarium einen entsprechenden Bedarf hat und das verwendete Versorgungskonzept dazu passt, kannst Du Spurenelemente gezielt ergänzen.

Aktuell findest Du bei Korallenland dafür den OCEAMO Regulator A 1000 ml.

Auch bei einem fertigen Spurenelement-Produkt gilt: Die Dosierung sollte sich am verwendeten Versorgungskonzept und am tatsächlichen Bedarf Deines Aquariums orientieren. Zusätzliche Spurenelemente solltest Du nicht einfach auf Verdacht oder aufgrund einer bestimmten Korallenfarbe höher dosieren.

Besonders wenn Du bereits andere Versorgungslösungen verwendest, solltest Du vorher prüfen, welche Elemente darüber schon ins Aquarium gelangen. So vermeidest Du unnötige Überschneidungen.

ICP-Analyse als wichtige Grundlage
Viele Spurenelemente lassen sich mit üblichen Aquarientests zu Hause nicht zuverlässig bestimmen. Genau hier kann eine ICP-Analyse sehr hilfreich sein.

Sie ermöglicht einen umfassenderen Blick auf die Zusammensetzung Deines Aquarienwassers und kann zeigen, ob bestimmte Elemente auffällig niedrig oder erhöht sind.

Aber auch hier gilt: Eine ICP-Analyse ist kein Auftrag, jeden abweichenden Wert sofort auf eine vermeintlich perfekte Zahl zu korrigieren.

Kleine Abweichungen solltest Du immer im Zusammenhang mit Salinität, Versorgungssystem, Entwicklung des Aquariums und Zustand Deiner Korallen betrachten.

Welche Wassertests brauchst Du wirklich?
Hier erfährst Du, welche Werte Du regelmäßig selbst messen solltest und wann eine ICP-Analyse eine sinnvolle Ergänzung ist.

Nicht jede ICP-Abweichung sofort korrigieren
Du bekommst Deine ICP-Auswertung und mehrere Werte liegen außerhalb des angegebenen Referenzbereichs. Die Versuchung ist groß, sofort für jedes Element eine Lösung zu dosieren.

Genau das würde ich nicht machen.

Prüfe zuerst:
Wie stark ist die Abweichung?
Ist die Salinität korrekt?
Was enthält Dein bisheriges Versorgungssystem?
Gab es kürzlich einen größeren Wasserwechsel?
Wurde die Versorgung verändert?
Wie sehen Deine Korallen tatsächlich aus?
Ist die Entwicklung über mehrere Analysen nachvollziehbar?

Eine ICP-Analyse ist zunächst eine Momentaufnahme. Besonders bei kleinen Abweichungen kann es sinnvoller sein, zuerst die Ursache zu verstehen.

Komplettsystem oder einzelne Spurenelemente?
Viele moderne Versorgungssysteme enthalten bereits verschiedene Spurenelemente.

Das kann sehr gut funktionieren, solange das System passend zum tatsächlichen Verbrauch eingesetzt wird.

Problematisch kann es werden, wenn Du zusätzlich zum vorhandenen System mehrere einzelne Spurenelement-Präparate verwendest, ohne die Zusammensetzung zu berücksichtigen.

Dann kann dasselbe Element möglicherweise über verschiedene Produkte gleichzeitig zugeführt werden.

Bevor Du zusätzliche Einzellösungen verwendest, solltest Du deshalb immer prüfen, welche Stoffe Dein vorhandenes Versorgungssystem bereits enthält.

Wann sind Einzellösungen sinnvoll?
Einzellösungen sind vor allem dann interessant, wenn Du gezielt auf einen nachvollziehbaren Bedarf reagieren möchtest.

Zeigt beispielsweise eine ICP-Analyse wiederholt einen deutlichen Mangel eines bestimmten Elements, kann eine gezielte Ergänzung sinnvoller sein als ein Präparat, das gleichzeitig zahlreiche andere Elemente zuführt.

Halte Dich dabei an die Dosierempfehlungen des verwendeten Produkts beziehungsweise Versorgungssystems und führe größere Korrekturen nicht nach Gefühl durch.

Jod gezielt dosieren
Jod gehört zu den Elementen, über die in der Meerwasseraquaristik besonders häufig gesprochen wird.

Eine zusätzliche Jod-Dosierung kann sinnvoll sein, wenn ein tatsächlicher Bedarf besteht. Gleichzeitig ist Jod kein Stoff, den Du einfach unbegrenzt dosieren solltest.

Auch hier gilt deshalb: Nicht aufgrund einer vermuteten Korallenreaktion einfach die Dosierung erhöhen.

Jod im Meerwasseraquarium
Hier erfährst Du ausführlicher, welche Rolle Jod spielt und warum eine kontrollierte Versorgung sinnvoll ist.

Kalium nicht mit klassischen Spurenelementen verwechseln
Kalium wird häufig gemeinsam mit Spurenelementen genannt, kommt im Meerwasser aber in einer wesentlich höheren Konzentration vor.

Auch Kalium solltest Du nicht allein aufgrund einer bestimmten Korallenfarbe dosieren.

Wenn ein Wert auffällig erscheint, solltest Du zunächst Messung und Salinität überprüfen und kontrollieren, ob Dein vorhandenes Versorgungssystem bereits Kalium zuführt.

Kalium im Meerwasseraquarium
Hier erklären wir Dir die Bedeutung von Kalium und warum auch hier eine kontrollierte Dosierung wichtiger ist als schnelle Korrekturen.

Spurenelemente bei SPS-Korallen
Ein stark wachsendes Aquarium mit vielen SPS-Korallen kann einen anderen Verbrauch entwickeln als ein Aquarium mit wenigen Korallen.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ein SPS-Aquarium möglichst viele zusätzliche Spurenelement-Präparate benötigt.

Je größer die Korallenmasse wird, desto wichtiger wird eine nachvollziehbare Versorgung. Beobachte die Entwicklung und kontrolliere bei stark besetzten Aquarien gelegentlich die Zusammensetzung des Wassers.

So kannst Du Deine Versorgung an den tatsächlichen Bedarf anpassen.

Spurenelemente bei LPS-Korallen
Auch LPS-Korallen benötigen verschiedene Elemente für ihre biologischen Prozesse.

Daraus folgt aber ebenfalls nicht, dass jede LPS-Koralle zusätzliche Einzellösungen benötigt.

Ein Aquarium mit LPS-Korallen kann über Wasserwechsel und ein vorhandenes Versorgungssystem bereits ausreichend versorgt sein.

LPS-Korallen – Haltung & Arten
Hier erfährst Du mehr über Wasserwerte, Versorgung, Beleuchtung und Strömung bei LPS-Korallen.

Spurenelemente bei Weichkorallen
Auch ein Aquarium mit Weichkorallen benötigt nicht automatisch zusätzliche Einzellösungen.

Gerade bei geringerem Verbrauch können regelmäßige Wasserwechsel und die bereits vorhandene Versorgung einen erheblichen Teil des Bedarfs abdecken.

Weichkorallen – Haltung, Arten & Pflege
Hier findest Du weitere Informationen zur Versorgung von Weichkorallen und zu ihren unterschiedlichen Ansprüchen.

Spurenelemente automatisch dosieren?
Wenn Spurenelemente Bestandteil Deines Versorgungssystems sind und regelmäßig zugegeben werden sollen, kann eine Dosierpumpe sinnvoll sein.

Das ist besonders interessant, wenn täglich mehrere Lösungen in reproduzierbaren Mengen benötigt werden.

Eine Dosierpumpe entscheidet allerdings nicht, wie viel Dein Aquarium benötigt. Sie dosiert lediglich die von Dir eingestellte Menge.

Eine falsche Dosierung wird durch die Automatisierung deshalb nicht richtig – sie wird nur automatisch wiederholt.

Dosierpumpe oder manuelle Dosierung?
Hier erfährst Du, wann eine automatische Dosierung sinnvoll ist und wann die manuelle Zugabe vollkommen ausreicht.

Dosiermenge langsam verändern
Wenn Du einen nachgewiesenen Mangel korrigieren möchtest, solltest Du nicht automatisch versuchen, die komplette Abweichung mit einer einzigen großen Dosierung auszugleichen.

Halte Dich an die Vorgaben des verwendeten Produkts beziehungsweise Versorgungssystems und kontrolliere anschließend die Entwicklung.

Gerade bei Stoffen, die nur in sehr kleinen Konzentrationen vorkommen, sind kontrollierte und nachvollziehbare Veränderungen sinnvoller als hektische Korrekturen.

Immer dokumentieren, was Du dosierst
Wenn Du einzelne Spurenelemente gezielt ergänzt, solltest Du Dosierung und Veränderungen dokumentieren.

Notiere beispielsweise:
Produkt
Dosierte Menge
Datum
ICP-Ergebnisse
Änderungen am Versorgungssystem
Auffälligkeiten der Korallen

Das hilft Dir enorm, wenn Du einige Wochen später nachvollziehen möchtest, warum sich ein bestimmter Wert verändert hat.

Besonders schwierig wird die Ursachenfindung, wenn mehrere Präparate gleichzeitig begonnen oder verändert werden.

Wasserwechsel nicht unterschätzen
Regelmäßige Wasserwechsel entfernen nicht nur unerwünschte Stoffe. Mit frisch angesetztem Meerwasser werden abhängig vom verwendeten Salz gleichzeitig verschiedene Elemente wieder eingebracht.

Bei einem Aquarium mit geringem Verbrauch kann das bereits einen erheblichen Teil der Versorgung übernehmen.

Je größer und stärker wachsend Dein Korallenbestand wird, desto eher kann eine zusätzliche Versorgung notwendig werden.

Deshalb gibt es keine sinnvolle Regel wie „ab 300 Litern musst Du Spurenelemente dosieren“.

Entscheidend ist der tatsächliche Bedarf Deines Aquariums – nicht seine Literzahl.

Typische Fehler bei Spurenelementen
Spurenelemente auf Verdacht dosieren
Korallenfarben einem einzelnen Element zuordnen
Mehrere Präparate gleichzeitig beginnen
Komplettsystem und Einzellösungen unkontrolliert kombinieren
Dosierempfehlungen deutlich überschreiten
Jede kleine ICP-Abweichung sofort korrigieren
Salinität bei der Beurteilung einer Analyse vergessen
Wasserwechsel als Eintragsquelle unterschätzen
Dosierungen nicht dokumentieren
Nach einer Veränderung zu schnell erneut eingreifen

Wie würde ich bei der Spurenelementversorgung vorgehen?
Zuerst würde ich prüfen, was bereits ins Aquarium gelangt.

Welches Meersalz verwendest Du?
Wie häufig wechselst Du Wasser?
Welches Versorgungssystem nutzt Du?
Welche Spurenelemente enthält dieses bereits?
Wie stark ist Dein Korallenbestand?
Gibt es überhaupt einen nachvollziehbaren Hinweis auf eine Unterversorgung?

Bei einem normal laufenden Aquarium ohne Auffälligkeiten würde ich nicht vorsorglich eine Sammlung verschiedener Spurenelemente dosieren.

Bei einem stark besetzten Riff, einer gezielten Versorgung oder unerklärlichen Problemen kann eine ICP-Analyse dagegen eine gute Grundlage sein.

Erst wenn daraus ein nachvollziehbarer Bedarf entsteht, würde ich gezielt ergänzen. Mit dem OCEAMO Regulator A 1000 ml findest Du aktuell ein entsprechendes Produkt direkt bei Korallenland.

Unser Tipp
Bei Spurenelementen ist eine kontrollierte Versorgung wesentlich wichtiger als eine möglichst umfangreiche Versorgung.

Dosiere Jod, Eisen, Mangan oder andere Elemente nicht einfach, weil eine Koralle gerade nicht die gewünschte Farbe zeigt. Prüfe zuerst Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung und Nährstoffsituation und kontrolliere, was Dein vorhandenes Versorgungssystem bereits enthält.

Wenn Du einzelne Spurenelemente gezielt korrigieren möchtest, ist eine ICP-Analyse eine wesentlich bessere Grundlage als eine Vermutung.

So gibst Du Deinem Aquarium nicht möglichst viel – sondern möglichst genau das, was tatsächlich benötigt wird.

Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung. Individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.

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Gerd Raabe
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Tel.: +49 (0)8546 973568 • E-Mail: info@korallenland.de

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