LPS oder SPS – Welche Korallen passen besser zu Dir?

Wenn Du Steinkorallen für Dein Meerwasseraquarium suchst, stößt Du schnell auf die Begriffe LPS und SPS. Beide Gruppen können unglaublich farbenprächtig sein, unterscheiden sich aber deutlich bei Wuchsform, Beleuchtung, Strömung, Wasserwerten und Platzbedarf.
Die Entscheidung lautet deshalb nicht einfach: Welche Korallen sind schöner? Viel wichtiger ist die Frage: Welche Korallen passen zu Deinem Aquarium und zu der Art, wie Du Dein Riff pflegen möchtest?

Was sind LPS-Korallen?
LPS steht für „Large Polyp Stony Corals“, also großpolypige Steinkorallen. Sie besitzen ein Kalkskelett und meist große, fleischige Polypen. Viele Arten bewegen sich sichtbar in der Strömung und bringen dadurch viel Leben ins Aquarium.
Typische LPS-Korallen sind beispielsweise:
Euphyllia
Acanthophyllia
Trachyphyllia
Caulastrea
Duncanopsammia
Viele LPS-Korallen kommen mit moderater bis mittlerer Beleuchtung gut zurecht und bevorzugen eine eher moderate, indirekte und wechselnde Strömung. Gerade Arten mit großem, fleischigem Gewebe sollten nicht dauerhaft von einem harten Pumpenstrahl getroffen werden.

LPS-Korallen – Haltung, Arten, Wasserwerte und Pflege
In unserem großen LPS-Ratgeber erfährst Du ausführlich mehr über Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung, Standort, Fütterung und die unterschiedlichen LPS-Arten.

Was sind SPS-Korallen?
SPS steht für „Small Polyp Stony Corals“, also kleinpolypige Steinkorallen. Ihre Polypen sind wesentlich kleiner. Dafür können SPS beeindruckende verzweigte, tellerförmige, buschige oder krustenartige Kolonien bilden.
Zu den bekannten SPS-Korallen gehören:
Acropora
Montipora
Stylophora
Seriatopora
Pocillopora
Viele SPS benötigen eine höhere Lichtintensität als typische LPS-Korallen und bevorzugen eine kräftige, abwechslungsreiche Wasserbewegung. Besonders wichtig sind langfristig stabile Bedingungen. Das gilt unter anderem für KH, Calcium, Magnesium, Salinität sowie Nitrat und Phosphat.

SPS-Korallen – Haltung, Arten, Wasserwerte und Pflege
Hier findest Du unseren ausführlichen SPS-Ratgeber mit Informationen über Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung, Versorgung, Wachstum und geeignete Arten.

LPS oder SPS – die wichtigsten Unterschiede
LPS – meist größere und fleischigere Polypen
SPS – meist kleine Polypen und stärker ausgeprägte Kolonieformen
LPS – häufig moderate bis mittlere Beleuchtung
SPS – häufig höhere Lichtintensität
LPS – meist moderate und indirekte Strömung
SPS – häufig kräftigere und abwechslungsreiche Strömung
LPS – viele Arten reagieren etwas toleranter auf kleinere Schwankungen
SPS – viele Arten reagieren schneller auf Veränderungen
LPS – einzelne Korallen können durch große Polypen und Kampftentakel viel Platz benötigen
SPS – Kolonien können durch schnelles Wachstum, Verzweigungen oder Platten langfristig große Riffbereiche einnehmen
Diese Unterschiede sind nur eine Orientierung. Die konkrete Art und ihre individuellen Ansprüche bleiben immer entscheidend.

Was ist einfacher – LPS oder SPS?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Es gibt robuste SPS-Korallen und durchaus anspruchsvolle LPS-Korallen. Trotzdem sind viele LPS etwas toleranter gegenüber kleineren Veränderungen und deshalb häufig eine gute Wahl für den Einstieg in die Steinkorallen-Haltung.
Caulastrea oder Duncanopsammia können beispielsweise interessante erste LPS-Korallen sein.
Bei SPS gelten verschiedene Montipora, Stylophora, Seriatopora und Pocillopora häufig als zugänglicher als besonders empfindliche Acropora.
Wenn Du gerade erst mit der Korallenhaltung beginnst, findest Du weitere Empfehlungen in unserer Kaufberatung Welche Korallen eignen sich für Anfänger?.

LPS oder SPS – der Unterschied bei der Beleuchtung
Viele LPS kommen mit moderaten bis mittleren Lichtintensitäten gut zurecht. Das bedeutet aber nicht, dass jede LPS automatisch wenig Licht benötigt.
Bei SPS liegt der Lichtbedarf häufig höher. Besonders viele Acropora, Montipora, Stylophora und andere typische SPS fühlen sich in gut beleuchteten Bereichen wohl. Trotzdem ist auch hier „mehr Licht“ nicht automatisch besser.
Entscheidend ist die tatsächliche Lichtintensität am Standort der Koralle. Deshalb solltest Du Korallen nicht nur nach der Höhe im Aquarium platzieren, sondern Lichtverteilung, Art und bisherige Haltung berücksichtigen. Welche Beleuchtung grundsätzlich zu Deinem Aquarium passt, erklären wir Dir in der Kaufberatung Welche Beleuchtung passt zu Deinem Aquarium?.

LPS oder SPS – der Unterschied bei der Strömung
Viele LPS mit großem fleischigem Gewebe mögen eine moderate, indirekte Wasserbewegung. Die Polypen dürfen sich bewegen, sollten aber nicht permanent stark in eine Richtung gedrückt werden.
SPS benötigen häufig eine kräftigere und abwechslungsreichere Strömung. Besonders bei verzweigten Kolonien sollte Wasser auch zwischen die Äste gelangen können.
Kräftige Strömung bedeutet trotzdem nicht, eine Pumpe direkt auf die Koralle zu richten. Wie Du eine gute Wasserbewegung erzeugst, erfährst Du im Ratgeber Strömungs-Pumpen richtig platzieren.

Wie unterscheiden sich die Ansprüche an die Wasserwerte?
Sowohl LPS als auch SPS benötigen stabile Wasserwerte. Besonders wichtig für kalkbildende Steinkorallen sind unter anderem KH, Calcium und Magnesium. Auch Salinität, Nitrat und Phosphat gehören zum Gesamtbild.
Bei SPS fallen starke Schwankungen häufig schneller auf. Ein Aquarium mit anspruchsvolleren SPS sollte deshalb nicht nur heute gute Messwerte besitzen, sondern diese Bedingungen langfristig stabil halten können.
Das Alter des Aquariums allein sagt dabei wenig aus. Entscheidend ist, wie stabil das biologische System tatsächlich läuft.

Wasserwerte im Meerwasseraquarium – Werte & Zusammenhänge
Hier erklären wir Dir KH, Calcium, Magnesium, Nitrat, Phosphat, Salinität, pH-Wert und weitere wichtige Wasserwerte sowie ihre Zusammenhänge.

Welche Korallen brauchen mehr Platz?
Bei LPS wird der spätere Platzbedarf leicht unterschätzt. Ein kleiner Ableger kann im Händlerbecken harmlos aussehen, später aber erheblich mehr Raum benötigen.
Eine Acanthophyllia kann sich beispielsweise stark aufblasen. Auch eine Trachyphyllia benötigt ausreichend freie Fläche. Viele Euphyllia können außerdem Kampftentakel ausbilden und benachbarte Korallen vernesseln.
Bei SPS entsteht das Platzproblem auf andere Weise. Eine tellerförmig wachsende Montipora kann mit der Zeit darunterliegende Korallen beschatten, während eine verzweigte Acropora einen erheblichen Teil des Riffaufbaus einnehmen kann.
Plane deshalb nicht nur für die Koralle, die Du heute kaufst, sondern für die Koralle, die daraus wachsen kann. Unser Ratgeber Korallen richtig platzieren hilft Dir bei der Standortwahl.

Welche Gruppe bietet mehr Bewegung im Aquarium?
Wenn Du Korallen möchtest, die sich sichtbar in der Strömung bewegen, haben LPS häufig die Nase vorn. Besonders Euphyllia oder Duncanopsammia sorgen mit ihren langen Polypen für viel Bewegung.
SPS wirken anders. Ihr Reiz liegt stärker in der Wuchsform, den feinen Strukturen, dem Polypenbild und der Entwicklung großer Kolonien. Das ist keine Frage von besser oder schlechter, sondern von Deinem persönlichen Geschmack.

Welche Gruppe wächst schneller?
Auch hier gibt es keine allgemeingültige Antwort. Einige SPS können unter sehr guten Bedingungen ausgesprochen schnell wachsen. Montipora oder verschiedene verzweigte SPS können in einem gut laufenden Aquarium deutlich an Größe zulegen.
Viele großpolypige LPS wachsen dagegen langsamer. Dafür kann sich ein einzelner Polyp stark vergrößern und optisch wesentlich mehr Raum einnehmen, als der kleine Ableger beim Kauf vermuten lässt.
Wenn Wachstum für Deine Auswahl besonders wichtig ist, hilft Dir die Kaufberatung Welche Korallen wachsen schnell?.

Kannst Du LPS und SPS zusammen halten?
Ja. Ein Mischriff kombiniert die großen, häufig beweglichen Polypen der LPS mit den feinen Wuchsformen der SPS und kann dadurch besonders abwechslungsreich wirken.
Damit das langfristig funktioniert, solltest Du unterschiedliche Licht- und Strömungszonen schaffen, ausreichend Abstand einplanen und die Korallen so platzieren, dass sie sich auch nach längerem Wachstum nicht gegenseitig bedrängen.
Wenn Du beide Gruppen kombinieren möchtest, findest Du in unserer Kaufberatung Welche Korallen für ein Mischriff? eine ausführliche Entscheidungshilfe.

LPS passen besonders gut zu Dir, wenn …
Du große, auffällige und häufig bewegliche Polypen magst.
Du in Deinem Aquarium eher moderate bis mittlere Lichtbereiche hast.
Du zunächst mit etwas toleranteren Steinkorallen beginnen möchtest.
Du einzelne große Blickfang-Korallen besonders interessant findest.
Du genügend Platz für das spätere Wachstum und mögliche Kampftentakel einplanen kannst.

LPS-Korallen im LPS-Land
Hier findest Du die aktuell verfügbaren LPS-Korallen bei Korallenland.

SPS passen besonders gut zu Dir, wenn …
Du filigrane, verzweigte, buschige oder tellerförmige Korallenstrukturen magst.
Dein Aquarium sehr stabil läuft.
Du eine kräftige und abwechslungsreiche Strömung bereitstellen kannst.
Du bereit bist, Wasserwerte und Versorgung regelmäßig zu kontrollieren.
Du langfristig ein stark strukturiertes und dicht gewachsenes Riff aufbauen möchtest.

SPS-Korallen im SPS-Land
Hier findest Du die aktuell verfügbaren SPS-Korallen bei Korallenland.

Beim Kauf nicht nur nach der Farbe entscheiden
Ob LPS oder SPS: Eine spektakuläre Farbe hilft Dir wenig, wenn die Koralle bereits geschädigt ist oder ihre Ansprüche nicht zu Deinem Aquarium passen. Achte deshalb auf intaktes Gewebe, ein zur Art passendes Polypenbild und mögliche unerwünschte Begleiter.
Unsere Kaufberatung Gesunde Korallen erkennen zeigt Dir ausführlich, worauf Du vor dem Kauf achten solltest.

Korallen im Meerwasseraquarium – Arten, Haltung und Pflege
Unser großer Korallen-Ratgeber verbindet die wichtigsten Grundlagen zu Korallen-Gruppen, Wasserwerten, Beleuchtung, Strömung, Standort, Fütterung und langfristiger Pflege.

LPS oder SPS – was solltest Du kaufen?
Wenn Du große, fleischige Polypen und sichtbare Bewegung im Aquarium liebst, sind LPS wahrscheinlich die spannendere Richtung für Dich. Wenn Dich feine Wuchsformen, verzweigte Kolonien und das typische Erscheinungsbild eines dicht gewachsenen Riffs faszinieren und Dein Aquarium sehr stabil läuft, können SPS besser zu Dir passen.
Du musst Dich aber nicht zwingend entscheiden. Ein gut geplantes Mischriff kann beide Gruppen miteinander verbinden. Entscheidend sind nicht die Buchstaben LPS oder SPS, sondern die Ansprüche der konkreten Koralle und die Bedingungen in Deinem Aquarium.

Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung. Individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.

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Gerd Raabe
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Tel.: +49 (0)8546 973568 • E-Mail: info@korallenland.de

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