Pitho – Algenfressende Krabbe für Dein Meerwasseraquarium

Pitho-Krabben gehören zu den interessanten natürlichen Algenfressern für das Meerwasseraquarium. In der Aquaristik wird besonders Pitho mirabilis gepflegt. Die kleine Krabbe sucht Riffgestein nach Algenaufwuchs ab und kann dabei Faden-, Grün- und teilweise auch Blasenalgen fressen. Trotzdem bleibt sie eine Krabbe mit individuellem Verhalten und sollte nicht mit einer vollkommen berechenbaren Algen fressenden Schnecke gleichgesetzt werden.

Steckbrief
Wissenschaftlicher Name: Pitho sp., in der Aquaristik häufig Pitho mirabilis
Deutscher Name: Pitho-Krabbe, teilweise Mirakelkrabbe
Englischer Name: Pitho Crab
Tiergruppe: Krabben
Herkunft: westlicher Atlantik und Karibik
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel
Ernährung: überwiegend Algenaufwuchs, zusätzlich andere geeignete Nahrung
Aktivität: häufig dämmerungs- und nachtaktiv
Lebensbereich: Riffgestein, Spalten und geschützte Bereiche
Größe: bei Pitho mirabilis Carapax etwa bis 3–4 cm
Riffverträglichkeit: grundsätzlich gut, individuelles Verhalten beobachten
Cleaning-Crew: sehr gut als Algenfresser geeignet
Besonderheit: kann neben Fadenalgen auch Blasenalgen fressen
Für Anfänger geeignet: grundsätzlich ja

Haltung im Meerwasseraquarium
Pitho benötigt einen gut strukturierten Riffaufbau mit ausreichend Versteckmöglichkeiten. Zwischen Steinen, unter Überhängen und in Spalten findet die Krabbe geschützte Bereiche, in die sie sich besonders tagsüber zurückziehen kann. Viele Tiere werden erst in der Dämmerung und nachts deutlich aktiver. Wundere Dich deshalb nicht, wenn Du Deine Pitho nach dem Einsetzen zunächst nur selten siehst. Ein Aquarium mit natürlichem Algenaufwuchs bietet besonders gute Voraussetzungen.

Wirbellose im Meerwasseraquarium – Haltung & Arten
Hier erfährst Du mehr über Krabben, Garnelen, Schnecken, Einsiedlerkrebse, Seeigel, Seesterne und weitere Wirbellose sowie ihre unterschiedlichen Ansprüche im Meerwasseraquarium.

Pitho als Cleaning-Crew
Hier liegt eine der großen Stärken der Pitho-Krabbe. Sie bewegt sich über das Riffgestein und sucht Oberflächen nach Algen und anderem geeigneten Aufwuchs ab.
Fadenalgen
Grünalgen
Blasenalgen
Turf-Algen
Biofilme
Weicher Algenaufwuchs
Damit übernimmt Pitho eine andere Aufgabe als beispielsweise eine Nassarius-Schnecke, die überwiegend nach verwertbarer tierischer Nahrung und Futterresten im Bodengrund sucht. Eine abwechslungsreiche Cleaning-Crew profitiert von solchen unterschiedlichen Ernährungsweisen. Mehr dazu findest Du unter Die richtige Cleaning-Crew wählen.

Frisst Pitho wirklich Blasenalgen?
Pitho mirabilis ist dafür bekannt, auch Blasenalgen wie Valonia aufzunehmen. Trotzdem gibt es keine Garantie, dass jedes Tier Blasenalgen zuverlässig frisst oder einen starken Befall vollständig beseitigt. Das Fressverhalten kann individuell unterschiedlich sein. Betrachte Pitho deshalb als natürlichen Helfer und nicht als garantiertes Mittel gegen jedes Algenproblem.

Pitho gegen Fadenalgen
Auch Fadenalgen können zum Nahrungsspektrum gehören. Besonders junge und kürzere Algenbeläge lassen sich leichter abweiden als lange, dichte Büschel. Bei starkem Fadenalgenbewuchs kannst Du zunächst einen Teil mechanisch entfernen. Pitho kann anschließend helfen, neu entstehenden Aufwuchs abzuweiden. Bei dauerhaft starkem Wachstum solltest Du zusätzlich nach der Ursache suchen. Eine Cleaning-Crew kann Algen reduzieren, aber keine grundlegenden Probleme bei Nährstoffen, Beleuchtung oder Aquarienpflege beheben.

Pitho oder Mithraculus sculptus?
Pitho wird häufig mit Mithraculus sculptus verglichen. Beide Krabben können Algenaufwuchs und teilweise auch Blasenalgen aufnehmen. Pitho mirabilis bleibt vergleichsweise kompakt und ist ein interessanter Algenweider. Unabhängig von der Art gilt jedoch: Krabben können opportunistisch reagieren, wenn sich eine leicht erreichbare andere Nahrungsquelle bietet.

Ist Pitho riffsicher?
Grundsätzlich gilt Pitho mirabilis als gut für Riffaquarien geeignet. Gesunde Korallen gehören nicht zu ihrer bevorzugten Nahrung. Eine absolute Garantie würde ich bei einer Krabbe trotzdem nicht geben. Einzelne Tiere können an organischem Material auf oder zwischen Korallen zupfen. Das muss nicht automatisch bedeuten, dass die Koralle selbst gefressen wird. Beobachte ungewöhnliches Verhalten deshalb genauer.

Pitho und LPS-Korallen
Bei fleischigen LPS-Korallen solltest Du besonders während einer gezielten Fütterung beobachten, was die Krabbe macht. Eine hungrige Pitho kann versuchen, leicht erreichbares Korallenfutter zu stehlen. Fütterst Du LPS-Korallen gezielt, kannst Du die Krabbe gleichzeitig an einer anderen Stelle mit geeignetem Futter beschäftigen.

Pitho und Garnelen
Mit gesunden Garnelen kann die gemeinsame Haltung grundsätzlich funktionieren. Bei sehr kleinen oder frisch gehäuteten Garnelen solltest Du etwas genauer beobachten. Nach einer Häutung sind Krebstiere weich und besonders verletzlich. Viele Rückzugsmöglichkeiten sind deshalb von Vorteil.

Pitho und Schnecken
Pitho wird normalerweise wegen ihres Algenfraßes und nicht als Schneckenfresser eingesetzt. Trotzdem können Krabben opportunistisch sein. Bei gesunden Schnecken besteht normalerweise kein Grund zur Sorge. Verschwinden regelmäßig kleine Wirbellose oder findest Du beschädigte Tiere, solltest Du das Verhalten der Krabbe beobachten.

Pitho und Einsiedlerkrebse
Pitho kann grundsätzlich mit kleineren friedlichen Einsiedlerkrebsen gepflegt werden. Beide Tiergruppen können innerhalb einer abwechslungsreichen Cleaning-Crew unterschiedliche Bereiche des Riffs nach Nahrung absuchen. Achte auf ausreichend Platz, Verstecke und ein langfristig ausreichendes Nahrungsangebot.

Ernährung und Zufütterung
Solange ausreichend natürlicher Algenaufwuchs vorhanden ist, kann Pitho einen erheblichen Teil ihrer Nahrung selbst finden. Gehen die Algen deutlich zurück, solltest Du beobachten, ob weiterhin genügend Nahrung vorhanden ist.
Nori beziehungsweise Algenblätter
Geeignetes pflanzliches Granulat
Algenhaltiges Futter
Geeignete Makroalgen
Andere passende Futtermittel
Eine Pitho sollte nicht hungern müssen, damit sie möglichst intensiv Algen frisst. Eine ausreichende Ernährung kann außerdem dazu beitragen, unerwünschtes opportunistisches Verhalten zu reduzieren.

Was passiert, wenn die Algen verschwunden sind?
Dann musst Du auf das verbleibende Nahrungsangebot achten. Das gilt für Pitho genauso wie für Schnecken und Seeigel. Sind kaum noch natürliche Algen vorhanden, solltest Du geeignet zufüttern. Setze deshalb nicht deutlich mehr Algenfresser ein, als Dein Aquarium langfristig ernähren kann.

Wie viele Pitho-Krabben solltest Du halten?
Eine pauschale Formel nach Literzahl ist nicht sinnvoll. Entscheidend sind:
Aquariengröße
Verfügbare Riffoberfläche
Vorhandener Algenbewuchs
Anzahl anderer Algenfresser
Versteckmöglichkeiten
Langfristiges Nahrungsangebot
Für viele Aquarien kann bereits ein einzelnes Tier sinnvoll sein. Mehr Cleaning-Crew bedeutet nicht automatisch ein saubereres oder besser funktionierendes Aquarium.

Pitho im neuen Meerwasseraquarium
Pitho kann einziehen, sobald ausreichend geeigneter Algenaufwuchs vorhanden ist und die grundlegenden Wasserwerte stabil sind. Setze sie nicht einfach nach einer festen Anzahl von Tagen ein. Ein Algenfresser braucht Algen. Ist das Aquarium noch nahezu frei von Aufwuchs, fehlt der Krabbe eine wichtige natürliche Nahrungsgrundlage.

Häutung
Wie alle Krabben besitzt Pitho einen festen Außenpanzer, der nicht mitwachsen kann. Deshalb muss sie sich regelmäßig häuten. Vor und unmittelbar nach einer Häutung kann sich die Krabbe stärker zurückziehen. Der neue Panzer ist zunächst weich und das Tier besonders verletzlich. Findest Du eine scheinbar tote Krabbe im Aquarium, schau genau hin – häufig handelt es sich lediglich um die abgestreifte Hülle.

Verlorene Beine oder Scheren
Krabben können bei Verletzungen oder Auseinandersetzungen Gliedmaßen verlieren. Diese können im Verlauf späterer Häutungen teilweise regeneriert werden. Treten Verletzungen wiederholt auf, solltest Du prüfen, ob aggressive Mitbewohner oder andere Probleme vorhanden sind.

Wasserwerte
Temperatur: etwa 24–26 °C
Salinität: etwa 34–35 PSU
KH: etwa 7–9 dKH
Calcium: etwa 400–450 mg/l
Magnesium: etwa 1.250–1.350 mg/l
Nitrat: nachweisbar
Phosphat: nachweisbar
Stabile Bedingungen sind wichtiger als das möglichst exakte Treffen einzelner Zahlen. Besonders schnelle Veränderungen der Salinität solltest Du bei Krebstieren vermeiden.

Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die wichtigsten Werte im Überblick
Hier erklären wir Dir Salinität, KH, Calcium, Magnesium, Nitrat, Phosphat, pH-Wert und weitere wichtige Wasserwerte sowie deren Zusammenhänge.

Eingewöhnung
Pitho sollte sorgfältig an die Bedingungen Deines Aquariums gewöhnt werden. Besonders schnelle Veränderungen von Temperatur und Salinität solltest Du vermeiden. Nach dem Einsetzen kann die Krabbe unmittelbar zwischen den Steinen verschwinden. Gib ihr Zeit, einen geeigneten Rückzugsbereich zu finden.

Kupfer und Pitho
Wie andere Krebstiere reagieren auch Krabben empfindlich auf ungeeignete Konzentrationen bestimmter Schwermetalle. Kupferhaltige Medikamente zur Behandlung von Fischkrankheiten gehören deshalb nicht in ein Riffaquarium mit Krabben, Garnelen, Schnecken und anderen empfindlichen Wirbellosen. Eine entsprechende Behandlung sollte in einem geeigneten separaten System erfolgen.

Kann Pitho aus dem Aquarium klettern?
Krabben können erstaunlich geschickt klettern. Bei offenen Aquarien solltest Du mögliche Ausstiegswege über Kabel, Schläuche oder andere Strukturen im Auge behalten. Das gilt besonders, wenn der Riffaufbau oder technische Komponenten bis nahe an den Aquarienrand reichen.

Woran erkennst Du gute Haltungsbedingungen?
Die Krabbe sucht aktiv Riffoberflächen nach Nahrung ab.
Sie zeigt normales Kletter- und Versteckverhalten.
Die Beine und Scheren wirken intakt.
Sie nimmt natürlich vorhandenen Aufwuchs oder angebotenes Futter an.
Häutungen verlaufen ohne erkennbare Probleme.
Das Tier zieht sich zurück, erscheint aber regelmäßig wieder.
Dass Du eine Pitho tagsüber längere Zeit nicht siehst, ist allein noch kein Warnsignal.

Ist Pitho für Nano-Aquarien geeignet?
Kleinere Pitho können grundsätzlich auch für kleinere Riffaquarien interessant sein. Entscheidend ist weniger eine starre Literzahl als das vorhandene Nahrungsangebot und die verfügbare Riffoberfläche. Gerade in einem kleinen Aquarium kann eine fleißige Algenkrabbe vorhandene Beläge relativ schnell reduzieren. Dann musst Du rechtzeitig auf eine ausreichende Zufütterung achten.

Ist Pitho für Anfänger geeignet?
Grundsätzlich ja. Pitho ist bei passenden Bedingungen relativ unkompliziert und kann eine Cleaning-Crew sinnvoll ergänzen. Du solltest allerdings berücksichtigen, dass es sich um eine Krabbe handelt. Individuelles und opportunistisches Verhalten kann nie vollständig ausgeschlossen werden. Regelmäßige Beobachtung und eine ausreichende Ernährung gehören deshalb zur Haltung dazu.

Pitho kaufen
Vor dem Kauf solltest Du prüfen:
Ist ausreichend natürlicher Algenaufwuchs vorhanden?
Gibt es genügend Riffoberfläche?
Sind ausreichend Verstecke vorhanden?
Welche anderen Algenfresser leben bereits im Aquarium?
Kannst Du nach Rückgang der Algen geeignet zufüttern?
Passt eine Krabbe zur vorhandenen Besatzgemeinschaft?
Wenn diese Voraussetzungen stimmen, kann Pitho eine interessante und nützliche Ergänzung Deiner Cleaning-Crew sein.

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Unser Tipp
Setze Pitho nicht nur ein, weil Du gerade ein Algenproblem hast. Interessanter ist die Krabbe als dauerhaftes Mitglied einer abwechslungsreichen Cleaning-Crew. Solange genügend natürlicher Aufwuchs vorhanden ist, kann sie einen Teil ihrer Nahrung selbst finden. Gehen die Algen zurück, beginnt Deine Aufgabe: Sorge weiterhin für eine passende Ernährung und beobachte das individuelle Verhalten.

Kurz zusammengefasst
Pitho ist eine interessante kleine Krabbe für Meerwasseraquarien und kann Faden-, Grün- und teilweise auch Blasenalgen abweiden. Sie eignet sich deshalb gut als Ergänzung einer abwechslungsreichen Cleaning-Crew. Trotzdem ist sie kein garantiertes Mittel gegen Algen und als Krabbe nicht vollkommen berechenbar. Ein strukturierter Riffaufbau, ausreichend Nahrung, stabile Wasserwerte und die Beobachtung der Vergesellschaftung sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Haltung.

Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.

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Gerd Raabe
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