Euphyllia paraancora – die verzweigte Hammerkoralle
Euphyllia paraancora gehört zu den beliebtesten LPS-Korallen im Meerwasseraquarium. Ihre großen fleischigen Polypen mit den charakteristischen hammerförmigen Tentakelspitzen und die sanfte Bewegung in der Strömung machen sie zu einem echten Blickfang.
Im Unterschied zur mauerförmig wachsenden Euphyllia ancora bildet Euphyllia paraancora ein verzweigtes Skelett mit einzelnen Köpfen. Bei stabilen Wasserwerten, moderater Beleuchtung und einer sanften indirekten Strömung lässt sie sich gut im Riffaquarium pflegen.
Steckbrief
Gattung: Euphyllia
Deutscher Name: verzweigte Hammerkoralle
Englischer Name: Branching Hammer Coral
Korallen-Gruppe: LPS-Koralle
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel
Beleuchtung: mittel
Strömung: leicht bis mittel, indirekt und wechselnd
Platzierung: unterer bis mittlerer Riffbereich
Wachstum: mittel, verzweigt
Fütterung: zusätzliche Fütterung möglich
Aggressivität: mittel bis stark
Besonderheit: verzweigtes Wachstum mit einzelnen Köpfen und hammerförmigen Tentakelspitzen
Haltung im Meerwasseraquarium
Euphyllia paraancora benötigt vor allem stabile Bedingungen, ausreichend Platz und eine passende Wasserbewegung. Ihre großen Polypen sollten sich vollständig öffnen können, ohne gegen Riffgestein oder benachbarte Korallen gedrückt zu werden.
Das verzweigte Wachstum macht die Entwicklung der Kolonie besonders gut sichtbar. Unter passenden Bedingungen entstehen nach und nach neue Köpfe und aus einem kleinen Ableger kann eine stattliche Hammerkoralle werden.
LPS-Korallen – Haltung, Arten und Pflege
In unserem großen LPS-Ratgeber erfährst Du mehr über Beleuchtung, Strömung, Wasserwerte, Fütterung, Standort und langfristige Pflege von LPS-Korallen.
Euphyllia
Hier erfährst Du alles Wichtige über Euphyllia – von den verschiedenen Arten über Beleuchtung und Strömung bis zu Wasserwerten, Fütterung, Abstand und dem richtigen Standort.
Beleuchtung und Standort
Euphyllia paraancora kommt meist mit mittlerer Beleuchtung gut zurecht. Eine möglichst hohe Lichtintensität ist nicht notwendig.
Als grobe Orientierung können etwa 100–200 PAR ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Dieser Bereich ist keine feste Vorgabe. Entscheidend sind unter anderem die bisherige Lichtgewöhnung, das Spektrum, die Beleuchtungsdauer und die Reaktion der individuellen Koralle.
Neu eingesetzte Tiere solltest Du deshalb nicht schlagartig einer wesentlich höheren Lichtintensität aussetzen.
Wie Du die tatsächliche Lichtmenge an einem Standort besser beurteilen kannst, erklären wir unter PAR-Werte einfach erklärt.
Der untere bis mittlere Riffbereich ist häufig gut geeignet. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Höhe im Aquarium. Licht, Strömung, Abstand und der Platz für die spätere Kolonie müssen gemeinsam passen.
Die richtige Strömung
Eine leichte bis mittlere, breite, wechselnde und indirekte Strömung ist für Euphyllia paraancora besonders wichtig.
Die Polypen sollten sich weich und locker in der Wasserbewegung hin und her bewegen. Werden sie permanent stark in eine Richtung gedrückt oder heftig durchgeschüttelt, ist die Strömung meist zu direkt oder zu kräftig.
Das fleischige Gewebe kann bei ungünstiger Strömung gegen das eigene harte Kalkskelett gedrückt und dadurch verletzt werden.
Zu wenig Wasserbewegung ist ebenfalls ungünstig. Zwischen den einzelnen Köpfen sollten sich keine größeren Ablagerungen sammeln.
Wie Du Deine Pumpen sinnvoll positionierst, erklären wir unter Strömungs-Pumpen richtig platzieren.
Wasserwerte
Temperatur: etwa 24–26 °C
Salinität: etwa 34–35 PSU
KH: etwa 7–9 dKH
Calcium: etwa 400–450 mg/l
Magnesium: etwa 1.250–1.350 mg/l
Nitrat: messbar und möglichst stabil
Phosphat: messbar und möglichst stabil
Diese Bereiche dienen als Orientierung. Euphyllia paraancora profitiert vor allem von möglichst stabilen Bedingungen.
Als kalkbildende LPS-Koralle benötigt sie Calcium und Karbonate für den Aufbau ihres Skeletts. Mit zunehmender Anzahl der Köpfe kann auch der Verbrauch steigen.
Nitrat und Phosphat gehören zur Nährstoffversorgung und sollten nicht grundsätzlich möglichst weit abgesenkt werden. Entscheidend ist eine zum gesamten Aquarium passende und möglichst stabile Entwicklung.
Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die wichtigsten Werte im Überblick
Hier erklären wir Dir die wichtigsten Wasserwerte und ihre Zusammenhänge. Langfristig stabile Bedingungen sind meist wichtiger als das permanente Nachregeln auf vermeintlich perfekte Einzelwerte.
Fütterung
Euphyllia paraancora lebt mit Zooxanthellen im Gewebe und erhält dadurch einen erheblichen Teil ihrer Energie über die Photosynthese.
Zusätzlich können die Polypen aktiv Nahrung aufnehmen. Geeignet sind beispielsweise kleine Mengen Mysis, Artemia, feines Frostfutter oder geeignetes LPS-Korallenfutter.
Eine gelegentliche zusätzliche Fütterung kann die Versorgung unterstützen, ist bei passenden Bedingungen aber nicht zwingend notwendig.
Verwende kleine, gut aufnehmbare Portionen. Große Futterstücke oder sehr häufiges gezieltes Füttern sind nicht erforderlich.
Mehr zur Ernährung von Korallen erfährst Du unter Korallen richtig füttern.
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Abstand zu anderen Korallen
Euphyllia paraancora besitzt eine deutliche Nesselwirkung und kann längere Kampftentakel ausbilden. Dadurch kann sie benachbarte Korallen erreichen, obwohl der Abstand tagsüber zunächst ausreichend erscheint.
Hinzu kommt das Wachstum der Kolonie. Neue Köpfe entstehen seitlich an den Ästen und benötigen mit zunehmender Größe immer mehr Platz.
Plane deshalb nicht nach der Größe des Ablegers beim Kauf, sondern nach der später vollständig expandierten Kolonie.
Mehr zur langfristigen Platzplanung findest Du unter Korallenabstand – Warum ausreichend Platz wichtig ist.
Woran erkennst Du einen guten Standort?
Die Polypen öffnen sich regelmäßig weit.
Die Tentakel bewegen sich weich und locker in der Strömung.
Das Gewebe wirkt vollständig und gesund.
Die Koralle wird nicht von einem harten direkten Pumpenstrahl getroffen.
Die Polypen scheuern nicht am Riffgestein.
Die Färbung bleibt über längere Zeit stabil.
Zwischen den Köpfen sammeln sich keine größeren Ablagerungen.
Benachbarte Korallen befinden sich außerhalb der Nesselreichweite.
Die Kolonie bildet langfristig neue Köpfe.
Ein kurzfristiges Einziehen der Polypen ist nicht automatisch problematisch. Berührung, Fütterung oder Arbeiten im Aquarium können eine vorübergehende Reaktion auslösen.
Bleibt Euphyllia paraancora dagegen über längere Zeit stark eingezogen, solltest Du Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung und mögliche Gewebeverletzungen kontrollieren.
Euphyllia paraancora oder Euphyllia ancora?
Beide werden als Hammerkorallen bezeichnet und können sich auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen. Der wichtigste Unterschied liegt in der Wuchsform.
Euphyllia paraancora wächst verzweigt und bildet einzelne Äste beziehungsweise Köpfe.
Euphyllia ancora besitzt dagegen eine zusammenhängende, mauerförmige Skelettstruktur.
Dieser Unterschied wird besonders deutlich, wenn die Polypen eingezogen sind und das Kalkskelett sichtbar wird.
Die verzweigte Wuchsform von Euphyllia paraancora erleichtert außerdem eine gezielte Vermehrung, weil einzelne Äste mit ausreichendem Abstand zum lebenden Gewebe getrennt werden können.
Woran erkennst Du eine Hammerkoralle?
Charakteristisch sind die hammer- beziehungsweise ankerförmigen Enden der Tentakel.
Damit unterscheiden sich Hammerkorallen deutlich von Euphyllia glabrescens. Die Fackelkoralle besitzt lange Tentakel mit typischerweise einzelnen rundlichen beziehungsweise leicht verdickten Spitzen.
Farbe und genaue Form können zwischen einzelnen Tieren erheblich variieren. Grün, Gold, Gelb und verschiedene mehrfarbige Varianten sind möglich.
Für die Bestimmung solltest Du deshalb neben der Tentakelform auch die Skelettstruktur berücksichtigen.
Wie wächst Euphyllia paraancora?
Euphyllia paraancora bildet ein verzweigtes Kalkskelett. Mit der Zeit entstehen neue Köpfe und die Kolonie wächst zunehmend in die Breite.
Aus einem kleinen Ableger mit wenigen Köpfen kann dadurch eine deutlich größere Kolonie entstehen.
Dieses Wachstum solltest Du bereits beim Einsetzen berücksichtigen. Ein Standort, der für zwei Köpfe großzügig erscheint, kann für eine größere Kolonie später deutlich zu eng werden.
Mit zunehmendem Wachstum steigt außerdem der Verbrauch an Calcium und Karbonaten. Deshalb lohnt sich bei einer gut wachsenden LPS-Kolonie eine regelmäßige Kontrolle der KH.
Warum ist das Gewebe empfindlich?
Die großen fleischigen Polypen reichen weit über das harte Kalkskelett hinaus. Dadurch entsteht die typische weiche Bewegung der Hammerkoralle.
Gleichzeitig kann dieses Gewebe mechanisch verletzt werden.
Besonders ungünstig sind:
Ein harter direkter Pumpenstrahl
Kontakt mit scharfkantigem Riffgestein
Unvorsichtiges Umsetzen
Direkter Kontakt mit aggressiven Nachbarkorallen
Beim Umsetzen solltest Du die Koralle deshalb möglichst am festen Skelett greifen und nicht an den weichen Polypen.
Warum zieht Euphyllia paraancora ihre Polypen ein?
Ein vorübergehendes Einziehen ist völlig normal.
Mögliche Ursachen sind Berührung, Fütterung, Reinigungsarbeiten, Veränderungen der Strömung oder andere kurzfristige Störungen.
Bleibt die Koralle dagegen über längere Zeit deutlich eingezogen, solltest Du genauer hinschauen.
Kontrolliere Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung, mögliche Vernesselungen und das Gewebe an den einzelnen Köpfen.
Verändere möglichst nicht mehrere Bedingungen gleichzeitig. So kannst Du besser beurteilen, worauf die Koralle tatsächlich reagiert.
Kann man Euphyllia paraancora vermehren?
Die verzweigte Wuchsform macht Euphyllia paraancora vergleichsweise gut teilbar.
Dabei wird ein ausreichend langer Skelettast unterhalb des lebenden Gewebes getrennt. Das empfindliche Gewebe selbst sollte dabei möglichst nicht verletzt werden.
Eine Vermehrung solltest Du nur bei einer gesunden und gut etablierten Kolonie durchführen.
Gerade die klare Trennung einzelner Köpfe ist ein praktischer Unterschied zur mauerförmig wachsenden Euphyllia ancora.
Ist Euphyllia paraancora für Anfänger geeignet?
Euphyllia paraancora gehört zu den vergleichsweise gut haltbaren LPS-Korallen und kann auch für den Einstieg in die Euphyllia-Haltung interessant sein.
Voraussetzung ist ein stabil laufendes Meerwasseraquarium. Besonders wichtig sind eine sanfte indirekte Strömung, stabile Wasserwerte und ausreichend Platz.
Robust bedeutet auch hier nicht anspruchslos. Das große fleischige Gewebe reagiert empfindlich auf mechanische Verletzungen und eine dauerhaft zu starke direkte Strömung.
Euphyllia paraancora kaufen
Beim Kauf solltest Du auf gesundes und möglichst vollständiges Gewebe achten. Besonders interessant ist der Übergang zwischen Gewebe und Skelett an den einzelnen Köpfen.
Fortschreitender Geweberückgang oder deutliche Verletzungen solltest Du genauer betrachten. Ein vorübergehend eingezogener Polyp bedeutet dagegen nicht automatisch, dass die Koralle krank ist.
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Über die Shop-Suche kannst Du direkt prüfen, ob aktuell Euphyllia paraancora bei Korallenland verfügbar sind.
Gerade bei Hammerkorallen sind WYSIWYG-Angebote interessant. Farbe, Tentakelzeichnung, Spitzenfarbe und Anzahl der Köpfe können zwischen einzelnen Tieren deutlich variieren.
Weitere Euphyllia-Arten
Euphyllia ancora – mauerförmig wachsende Hammerkoralle
Euphyllia glabrescens – Fackelkoralle mit langen Tentakeln und einzelnen Spitzen
Die grundlegenden Haltungsansprüche ähneln sich, trotzdem solltest Du Unterschiede bei Wuchsform, Tentakeln und Nesselreichweite berücksichtigen.
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Korallen im Meerwasseraquarium – Arten, Haltung und Pflege
Unser großer Korallen-Ratgeber erklärt Dir die unterschiedlichen Korallen-Gruppen sowie Beleuchtung, Strömung, Wasserwerte, Standort und langfristige Pflege.
Unser Tipp
Beobachte bei Euphyllia paraancora besonders die Bewegung der Polypen. Sie sollten locker und weich in der Strömung schwingen und nicht permanent stark in eine Richtung gedrückt werden.
Plane gleichzeitig genügend Platz für neue Köpfe ein. Gerade die verzweigte Hammerkoralle kann aus einem kleinen Ableger eine erstaunlich große Kolonie entwickeln.
Wenn sich die Polypen regelmäßig weit öffnen, das Gewebe gesund bleibt und langfristig neue Köpfe entstehen, spricht vieles dafür, dass der Standort passt.
Kurz zusammengefasst
Euphyllia paraancora ist eine attraktive verzweigt wachsende Hammerkoralle. Mittlere Beleuchtung, eine leichte bis mittlere indirekte und wechselnde Strömung sowie stabile Wasserwerte bieten gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Haltung.
Ihr wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zu Euphyllia ancora ist das verzweigte Skelett mit einzelnen Köpfen. Aufgrund ihrer deutlichen Nesselwirkung und des späteren Koloniewachstums solltest Du von Anfang an ausreichend Platz einplanen.
Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.

