Heliofungia actiniformis – Die Langtentakel-Pilzkoralle für Dein Meerwasseraquarium
Heliofungia actiniformis, auch Langtentakel-Pilzkoralle genannt, gehört zu den außergewöhnlichsten LPS-Korallen im Meerwasseraquarium. Ihre langen, beweglichen Tentakel lassen sie auf den ersten Blick fast wie eine Seeanemone erscheinen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine frei lebende Steinkoralle.
Anders als viele festwachsende Korallen wird Heliofungia nicht auf das Riff geklebt. Sie wird bevorzugt frei auf dem Bodengrund gepflegt und benötigt dort ausreichend Platz für ihre weit expandierenden Tentakel.
Steckbrief
Gattung: Heliofungia
Deutscher Name: Langtentakel-Pilzkoralle
Englischer Name: Long Tentacle Plate Coral
Korallen-Gruppe: LPS-Koralle
Schwierigkeitsgrad: mittel bis anspruchsvoll
Beleuchtung: gering bis mittel
Strömung: leicht bis mittel, indirekt
Platzierung: frei auf dem Bodengrund
Wachstum: langsam
Fütterung: zusätzliche Fütterung möglich und sinnvoll
Aggressivität: mittel
Besonderheit: frei lebende Einzelkoralle mit sehr langen, an eine Anemone erinnernden Tentakeln
Haltung im Meerwasseraquarium
Heliofungia actiniformis benötigt ein stabil laufendes Meerwasseraquarium und etwas mehr Aufmerksamkeit als viele robuste LPS-Korallen.
Besonders wichtig ist die richtige Platzierung. Heliofungia ist eine frei lebende Koralle und sollte nicht zwischen Riffsteinen eingeklemmt oder dauerhaft auf dem Riff befestigt werden.
Ein freier Bereich auf feinem bis mittelfeinem, möglichst nicht scharfkantigem Bodengrund ist meist die beste Wahl.
Die langen Tentakel benötigen ausreichend Raum und sollten weder ständig an Riffgestein scheuern noch benachbarte Korallen berühren.
LPS-Korallen – Haltung, Arten, Wasserwerte und Pflege
In unserem großen LPS-Ratgeber erfährst Du mehr über Beleuchtung, Strömung, Wasserwerte, Fütterung, Standort und langfristige Pflege von LPS-Korallen.
Beleuchtung und Standort
Heliofungia kommt meist mit geringer bis mittlerer Beleuchtung gut zurecht. Eine möglichst hohe Lichtintensität ist nicht notwendig.
Als grobe Orientierung können etwa 50–150 PAR ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Dieser Bereich ist keine feste Vorgabe. Die tatsächliche Lichtverträglichkeit hängt unter anderem von der bisherigen Gewöhnung, dem Spektrum, der Beleuchtungsdauer und den übrigen Bedingungen im Aquarium ab.
Neue Tiere solltest Du nicht schlagartig einer wesentlich höheren Lichtintensität aussetzen.
Wie Du die tatsächliche Lichtmenge am Standort besser beurteilen kannst, erklären wir unter PAR-Werte einfach erklärt.
Für Heliofungia ist der Bodengrund normalerweise die beste Wahl. Wichtig ist eine freie Fläche, auf der sich die Koralle vollständig ausdehnen kann.
Mehr geeignete Arten und praktische Hinweise findest Du unter Welche Korallen passen auf den Bodengrund?.
Die richtige Strömung
Eine leichte bis mittlere, breite und indirekte Strömung ist für Heliofungia gut geeignet.
Die langen Tentakel sollten sich weich und natürlich bewegen. Werden sie dauerhaft stark in eine Richtung gedrückt oder heftig durchgeschüttelt, ist die Strömung meist zu kräftig oder zu direkt.
Zu wenig Wasserbewegung ist ebenfalls ungünstig. Ablagerungen sollten nicht dauerhaft auf der Koralle liegen bleiben.
Besonders wichtig ist die Situation am Bodengrund. Die Strömung sollte nicht ständig Sand auf das empfindliche Gewebe befördern.
Auch Grundeln und andere grabende Tiere können größere Sandmengen auf die Koralle werfen.
Wie Du eine geeignete Wasserbewegung erzeugst, erklären wir unter Strömungs-Pumpen richtig platzieren.
Wasserwerte
Temperatur: etwa 24–26 °C
Salinität: etwa 34–35 PSU
KH: etwa 7–9 dKH
Calcium: etwa 400–450 mg/l
Magnesium: etwa 1.250–1.350 mg/l
Nitrat: messbar und möglichst stabil
Phosphat: messbar und möglichst stabil
Diese Bereiche dienen als Orientierung. Heliofungia profitiert besonders von möglichst stabilen Bedingungen.
Als kalkbildende LPS-Koralle benötigt sie Calcium und Karbonate für den Aufbau und Erhalt ihres Skeletts.
Nitrat und Phosphat sollten nicht grundsätzlich möglichst weit abgesenkt werden. Entscheidend ist eine zum gesamten Aquarium passende und möglichst stabile Nährstoffversorgung.
Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die wichtigsten Werte im Überblick
Hier erklären wir Dir die wichtigsten Wasserwerte und ihre Zusammenhänge. Langfristig stabile Bedingungen sind meist wichtiger als das permanente Nachregeln auf vermeintlich perfekte Einzelwerte.
Fütterung
Heliofungia lebt mit Zooxanthellen im Gewebe und erhält dadurch einen erheblichen Teil ihrer Energie über die Photosynthese.
Zusätzlich kann sie aktiv Nahrung aufnehmen. Die große Mundöffnung befindet sich im zentralen Bereich der Koralle.
Geeignet sind beispielsweise kleine Stücke Mysis, Artemia, feines Frostfutter oder geeignetes LPS-Korallenfutter.
Eine gelegentliche zusätzliche Fütterung kann die Versorgung unterstützen.
Die Futterstücke sollten zur Größe der Koralle passen. Sehr große Portionen sind nicht notwendig und können die Koralle unnötig belasten.
Mehr über die Ernährung von Korallen erfährst Du unter Korallen richtig füttern.
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Abstand zu anderen Korallen
Heliofungia benötigt ausreichend Abstand zu anderen Korallen.
Ihre langen Tentakel können weit über das eigentliche Kalkskelett hinausragen. Dadurch ist die vollständig expandierte Koralle erheblich größer, als ihr Skelett zunächst vermuten lässt.
Direkter Kontakt mit benachbarten Korallen sollte vermieden werden.
Plane außerdem etwas zusätzliche Bewegungsfreiheit ein. Als frei lebende Koralle muss Heliofungia nicht dauerhaft exakt an der Position bleiben, an der Du sie eingesetzt hast.
Mehr zur langfristigen Platzplanung findest Du unter Korallenabstand – Warum ausreichend Platz wichtig ist.
Woran erkennst Du einen guten Standort?
Die Tentakel expandieren regelmäßig.
Die Tentakel bewegen sich weich und natürlich.
Das Gewebe wirkt vollständig und gesund.
Die Mundöffnung ist nicht dauerhaft weit geöffnet.
Die Koralle wird nicht von einem harten direkten Pumpenstrahl getroffen.
Die Tentakel scheuern nicht an Riffgestein.
Auf der Koralle liegt nicht dauerhaft Sand.
Die Koralle besitzt ausreichend freien Raum.
Benachbarte Korallen werden nicht berührt.
Die Färbung bleibt über längere Zeit stabil.
Ein zeitweiliges Einziehen der Tentakel ist nicht automatisch problematisch.
Bleibt Heliofungia jedoch über längere Zeit stark eingezogen oder geht Gewebe zurück, solltest Du Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung, Sandablagerungen und mögliche mechanische Verletzungen kontrollieren.
Warum sieht Heliofungia wie eine Anemone aus?
Die langen Tentakel sind das auffälligste Merkmal von Heliofungia actiniformis.
Bei vollständig expandierten Tieren kann das darunterliegende Kalkskelett nahezu vollständig verdeckt sein. Dadurch erinnert die Koralle stark an eine Seeanemone.
Der entscheidende Unterschied: Unter dem weichen Gewebe befindet sich ein festes, scheibenförmiges Kalkskelett.
Heliofungia ist deshalb keine Anemone, sondern eine Steinkoralle.
Warum gehört Heliofungia auf den Bodengrund?
Heliofungia actiniformis ist eine frei lebende Einzelkoralle.
Ausgewachsene Tiere sind nicht dauerhaft am Riffgestein befestigt. Genau diese Lebensweise solltest Du auch im Meerwasseraquarium berücksichtigen.
Ein freier Bodengrund ermöglicht der Koralle, ihr Gewebe und ihre langen Tentakel ungehindert auszudehnen.
Gleichzeitig wird das Risiko reduziert, dass das empfindliche Gewebe beim Expandieren ständig an scharfkantigem Riffgestein scheuert.
Sollte Heliofungia festgeklebt werden?
Nein. Eine gesunde Heliofungia solltest Du normalerweise nicht mit Korallenkleber auf dem Riff befestigen.
Sie gehört zu den frei lebenden Korallen.
Lege sie stattdessen vorsichtig auf einen geeigneten freien Bereich des Bodengrunds.
Auch ein vermeintlich schöner Standort auf einer erhöhten Riffplatte ist ungünstig. Die Koralle kann ihre Position verändern und herunterfallen.
Kann sich Heliofungia bewegen?
Heliofungia kann ihre Position langsam verändern.
Das geschieht natürlich nicht wie bei einem Fisch oder einer Schnecke. Durch Veränderungen des Gewebes und andere Bewegungen kann sich eine frei liegende Koralle jedoch über den Untergrund verlagern.
Genau deshalb solltest Du ihr einen ausreichend großen freien Bereich zur Verfügung stellen.
Kontrolliere gelegentlich, ob sie sich anderen Korallen oder dem Riffgestein angenähert hat.
Was tun, wenn Sand auf Heliofungia liegt?
Einzelne Sandkörner sind normalerweise kein Grund zur Panik.
Problematisch wird es, wenn die Koralle regelmäßig mit größeren Mengen Sand bedeckt wird.
Ursachen können eine ungünstige Strömung, Grundeln oder andere grabende Tiere sein.
Statt die Koralle ständig von Hand freizulegen, solltest Du möglichst die Ursache beseitigen.
Ein besser geschützter Standort kann beispielsweise sinnvoller sein als tägliches Eingreifen.
Vermeide es, mit einem starken Wasserstrahl direkt auf das empfindliche Gewebe zu blasen.
Warum ist das Gewebe so empfindlich?
Heliofungia besitzt ein hartes Kalkskelett, das von weichem Gewebe bedeckt wird.
Die langen Tentakel und das expandierte Gewebe können mechanisch verletzt werden, wenn sie permanent gegen scharfkantiges Riffgestein gedrückt werden.
Auch beim Umsetzen solltest Du vorsichtig sein.
Greife die Koralle möglichst am festen Skelett beziehungsweise von unten und vermeide unnötigen Druck auf die Tentakel und das weiche Gewebe.
Heliofungia oder Fungia – was ist der Unterschied?
Beide gehören zu den frei lebenden Pilzkorallen und werden bevorzugt auf dem Bodengrund gepflegt.
Optisch unterscheiden sie sich jedoch deutlich.
Heliofungia actiniformis besitzt sehr lange, auffällige Tentakel und kann dadurch fast wie eine Anemone aussehen.
Fungia zeigt dagegen typischerweise wesentlich kürzere Tentakel. Ihre scheibenförmige Skelettstruktur und die radial verlaufenden Rippen bleiben dadurch deutlich besser sichtbar.
Für beide gilt: nicht festkleben und ausreichend freie Fläche auf dem Bodengrund einplanen.
Ist Heliofungia für Anfänger geeignet?
Heliofungia actiniformis würde ich nicht als typische Anfänger-Koralle einordnen.
Sie ist empfindlicher gegenüber ungünstigen Bedingungen und mechanischen Verletzungen als viele robuste LPS-Korallen.
Wenn Dein Aquarium stabil läuft, Du Beleuchtung und Strömung gut einschätzen kannst und einen geeigneten freien Bereich auf dem Bodengrund besitzt, ist die Haltung jedoch gut möglich.
Entscheidend ist vor allem, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und nicht ständig mehrere Bedingungen gleichzeitig zu verändern.
Heliofungia actiniformis kaufen
Beim Kauf solltest Du besonders auf gesundes und möglichst vollständiges Gewebe achten.
Größere Bereiche mit freiliegendem Skelett, deutliche Verletzungen oder fortschreitender Geweberückgang sollten genauer betrachtet werden.
Ein zeitweise eingezogenes Tier bedeutet dagegen nicht automatisch, dass die Koralle krank ist. Transport, Berührung oder Veränderungen der Strömung können das Erscheinungsbild kurzfristig beeinflussen.
Weitere Hinweise zur Auswahl findest Du unter Gesunde Korallen erkennen.
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Ähnliche Bodengrund-Korallen
Fungia – frei lebende Pilzkoralle mit deutlich kürzeren Tentakeln
Trachyphyllia – fleischige LPS-Koralle für freie Bereiche auf dem Bodengrund
Scolymia – großpolypige LPS-Koralle, die ebenfalls häufig im unteren Riffbereich beziehungsweise auf dem Bodengrund gepflegt wird
Welche Arten für freie Bodenflächen interessant sind, findest Du in unserer Kaufberatung Welche Korallen passen auf den Bodengrund?.
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Unser Tipp
Behandle Heliofungia nicht wie eine Koralle, die unbedingt fest an einem bestimmten Punkt im Riff sitzen muss.
Gib ihr stattdessen eine ausreichend große freie Fläche auf dem Bodengrund. Dort sollten ihre langen Tentakel weich in der Strömung schwingen können, ohne an Steinen oder anderen Korallen zu scheuern.
Achte außerdem besonders auf Sandablagerungen. Wenn Grundeln oder die Strömung regelmäßig größere Mengen Sand auf die Koralle befördern, solltest Du die Ursache beziehungsweise den Standort verändern.
Wenn sich die Tentakel regelmäßig weit öffnen, das Gewebe vollständig bleibt und die Färbung stabil ist, spricht vieles dafür, dass die Bedingungen passen.
Kurz zusammengefasst
Heliofungia actiniformis ist eine außergewöhnliche frei lebende LPS-Koralle mit sehr langen, an eine Seeanemone erinnernden Tentakeln. Geringe bis mittlere Beleuchtung, eine leichte bis mittlere indirekte Strömung und stabile Wasserwerte bieten gute Voraussetzungen für die Haltung.
Besonders wichtig ist ein freier Standort auf dem Bodengrund. Heliofungia sollte nicht festgeklebt oder zwischen Riffsteinen eingeklemmt werden. Ihre langen Tentakel benötigen ausreichend Platz und das empfindliche Gewebe sollte möglichst nicht dauerhaft mit Sand bedeckt oder an scharfkantigem Riffgestein gerieben werden.
Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.
