Porites – robuste SPS-Koralle mit besonderer Oberflächenstruktur
Porites gehört zu den interessanten SPS-Korallen im Meerwasseraquarium. Je nach Art wächst sie massiv, krustenförmig, säulenartig oder verzweigt. Charakteristisch sind die sehr kleinen Polypen, die der Oberfläche eine feine und gleichmäßige Struktur verleihen. Viele Porites-Arten gelten als vergleichsweise robust, benötigen aber trotzdem stabile Bedingungen, ausreichend Licht und eine gute Wasserbewegung.
Steckbrief
Gattung: Porites
Deutscher Name: Porites / Porenkoralle
Englischer Name: Porites Coral
Korallen-Gruppe: SPS-Koralle
Schwierigkeitsgrad: mittel
Beleuchtung: mittel bis stark
Strömung: mittel bis kräftig, breit und wechselnd
Platzierung: mittlerer bis oberer Riffbereich
Wachstum: langsam bis mittel, je nach Art massiv, krustenförmig, säulenartig oder verzweigt
Fütterung: zusätzliche Fütterung möglich
Aggressivität: gering
Besonderheit: sehr kleine Polypen und je nach Art sehr unterschiedliche Wuchsformen
Haltung im Meerwasseraquarium
Porites benötigt ein stabil laufendes Meerwasseraquarium mit geeigneter Beleuchtung und ausreichend Wasserbewegung. Einige Arten wachsen massiv oder krustenförmig, andere bilden verzweigte oder säulenartige Strukturen. Der spätere Platzbedarf kann sich deshalb deutlich unterscheiden. Besonders wichtig sind möglichst gleichmäßige Wasserwerte und eine gute Umströmung der gesamten Oberfläche.
SPS-Korallen – Haltung, Arten, Wasserwerte und Pflege
In unserem SPS-Ratgeber erfährst Du mehr über Beleuchtung, Strömung, Wasserwerte, Wachstum und die langfristige Pflege von SPS-Korallen.
Beleuchtung und Standort
Porites bevorzugt meist eine mittlere bis stärkere Beleuchtung. Als grobe Orientierung können etwa 150–300 PAR ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Dieser Bereich ist keine feste Vorgabe, denn die tatsächlich geeignete Lichtintensität hängt von der jeweiligen Art, der bisherigen Gewöhnung, dem Spektrum, der Beleuchtungsdauer und den übrigen Bedingungen im Aquarium ab. Eine neue Koralle solltest Du deshalb langsam an deutlich höhere Lichtintensitäten gewöhnen. Mehr dazu erfährst Du unter PAR-Werte einfach erklärt. Der mittlere bis obere Riffbereich ist häufig gut geeignet. Achte dabei auf genügend Platz für die spätere Wuchsform und berücksichtige die Hinweise unter Korallen richtig platzieren.
Die richtige Strömung
Eine mittlere bis kräftige, breite und wechselnde Strömung ist für Porites gut geeignet. Die Wasserbewegung sollte die gesamte Oberfläche erreichen und verhindern, dass sich Mulm oder andere Ablagerungen auf der feinen Struktur sammeln. Bei verzweigt wachsenden Tieren sollte die Strömung auch zwischen die Äste gelangen. Vermeide einen dauerhaft harten direkten Pumpenstrahl. Wie Du Deine Pumpen sinnvoll ausrichtest, erklären wir unter Strömungs-Pumpen richtig platzieren.
Wasserwerte
Temperatur: etwa 24–26 °C
Salinität: etwa 35 PSU
KH: etwa 7–9 dKH
Calcium: etwa 400–450 mg/l
Magnesium: etwa 1.250–1.350 mg/l
Nitrat: messbar und möglichst stabil
Phosphat: messbar und möglichst stabil
Diese Bereiche dienen als Orientierung. Bei Porites sind möglichst stabile Bedingungen besonders wichtig. Als kalkbildende SPS-Koralle benötigt sie Calcium und Karbonate für den Aufbau ihres Skeletts. Mit zunehmendem Wachstum kann der Verbrauch von KH und Calcium steigen. Nitrat und Phosphat sollten nicht grundsätzlich möglichst weit abgesenkt werden, sondern zur Nährstoffversorgung des gesamten Aquariums passen.
Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die wichtigsten Werte im Überblick
Unsere Wasserwerte-Pillar-Seite erklärt Dir die wichtigsten Werte und ihre Zusammenhänge. Gerade bei SPS-Korallen sind langfristig stabile Bedingungen wichtiger als das permanente Nachregeln auf vermeintlich perfekte Einzelwerte.
Fütterung
Porites lebt mit Zooxanthellen im Gewebe und erhält dadurch einen erheblichen Teil ihrer Energie über die Photosynthese. Zusätzlich können die sehr kleinen Polypen feine Nahrungspartikel aus dem Wasser aufnehmen. Eine zusätzliche Fütterung mit sehr feinem Plankton oder geeignetem Korallenfutter ist möglich, bei einer guten Versorgung des Aquariums aber nicht zwingend notwendig. Mehr dazu erfährst Du unter Korallen richtig füttern.
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Abstand zu anderen Korallen
Porites gilt als vergleichsweise wenig aggressiv, trotzdem solltest Du ausreichend Abstand zu anderen Korallen einplanen. Besonders krustenförmig wachsende Arten können sich mit der Zeit über größere Bereiche des Riffgesteins ausbreiten. Massive oder verzweigte Kolonien können außerdem benachbarte Korallen zunehmend beschatten und die Wasserbewegung verändern. Plane deshalb nicht nur nach der aktuellen Größe, sondern berücksichtige die spätere Entwicklung.
Woran erkennst Du einen guten Standort?
Das Gewebe bedeckt das Skelett vollständig.
Die Färbung bleibt über längere Zeit stabil.
Die kleinen Polypen sind regelmäßig sichtbar.
Neues Wachstum ist erkennbar.
Die gesamte Oberfläche wird ausreichend umströmt.
Auf der Koralle sammeln sich keine größeren Ablagerungen.
Bei verzweigten Tieren gelangt auch zwischen die Äste ausreichend Strömung.
Die Koralle wird nicht dauerhaft von einem harten Pumpenstrahl getroffen.
Die Kolonie hat genügend Platz für weiteres Wachstum.
Geht sichtbar Gewebe zurück oder bleibt die Polypenöffnung dauerhaft aus, solltest Du Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung und mögliche Ablagerungen kontrollieren.
Wie wächst Porites?
Porites kann je nach Art sehr unterschiedliche Wuchsformen entwickeln. Manche Arten bilden massive kompakte Kolonien, andere wachsen krustenförmig über das Riffgestein oder entwickeln säulenartige beziehungsweise verzweigte Strukturen. Besonders krustenförmige Tiere können mit der Zeit deutlich größere Flächen besiedeln, als ein kleiner Ableger zunächst vermuten lässt. Plane deshalb bereits beim Einsetzen ausreichend freien Raum ein.
Warum verliert Porites manchmal ihre Farbe?
Farbveränderungen können unterschiedliche Ursachen haben. Veränderungen der Beleuchtung, schwankende Wasserwerte, eine veränderte Nährstoffversorgung, Stress nach Transport oder Umsetzen sowie eine ungeeignete Strömung können das Erscheinungsbild beeinflussen. Eine blassere Porites solltest Du deshalb nicht automatisch stärker beleuchten. Prüfe zuerst, was sich im Aquarium tatsächlich verändert hat.
Ist Porites für Anfänger geeignet?
Für ein frisch gestartetes Meerwasseraquarium ist Porites nicht die beste Wahl. Läuft Dein Aquarium dagegen stabil und kannst Du die wichtigsten Wasserwerte zuverlässig kontrollieren, kann sie eine interessante SPS-Koralle für den Einstieg sein. Einige Porites-Arten gelten als vergleichsweise robust, benötigen aber trotzdem stabile Bedingungen sowie eine geeignete Beleuchtung und Strömung.
Porites kaufen
Beim Kauf solltest Du auf gesundes und möglichst vollständig erhaltenes Gewebe achten. Die Koralle sollte keine fortschreitenden weißen Bereiche oder deutlichen Gewebeschäden zeigen. Die kleinen Polypen sollten zumindest teilweise erkennbar sein, wobei sie sich durch Transport oder Umsetzen vorübergehend zurückziehen können. Kontrolliere außerdem den Ablegerstein auf unerwünschte Begleiter. Weitere Hinweise findest Du unter Gesunde Korallen erkennen.
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Unser Tipp
Achte bei Porites besonders auf eine gute Wasserbewegung über der gesamten Oberfläche. Die feine Struktur kann Ablagerungen festhalten, wenn die Strömung zu schwach ist. Gleichzeitig solltest Du einen harten direkten Pumpenstrahl vermeiden. Bei verzweigten Kolonien muss die Wasserbewegung mit zunehmendem Wachstum auch weiterhin zwischen die Äste gelangen. Bleibt das Gewebe vollständig, die Färbung stabil und zeigt die Koralle kontinuierliches Wachstum, spricht vieles dafür, dass der Standort passt.
Kurz zusammengefasst
Porites ist eine interessante und vergleichsweise robuste SPS-Koralle mit sehr kleinen Polypen und unterschiedlichen Wuchsformen. Mittlere bis stärkere Beleuchtung, eine mittlere bis kräftige wechselnde Strömung und stabile Wasserwerte bieten gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Haltung. Besonders wichtig sind eine gute Umströmung der gesamten Oberfläche und ausreichend Platz für die jeweilige Wuchsform.
Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.


