Magnesium im Meerwasser erklärt

Magnesium gehört neben Calcium und der Karbonathärte (KH) zu den wichtigen Mengenelementen im Meerwasseraquarium. Es wird häufig weniger beachtet als die KH oder Calcium, spielt für die Stabilität der Wasserchemie aber eine wichtige Rolle. Besonders bei einem Riffaquarium mit vielen kalkbildenden Korallen solltest Du Magnesium deshalb nicht isoliert betrachten, sondern immer im Zusammenhang mit den anderen Wasserwerten im Meerwasseraquarium.

Was ist Magnesium?
Magnesium ist natürlicherweise in hoher Konzentration im Meerwasser vorhanden. Für die Meerwasseraquaristik ist es unter anderem deshalb wichtig, weil es die Chemie rund um Calcium und Carbonat beeinflusst und eine spontane Ausfällung von Calciumcarbonat hemmt.

Vereinfacht gesagt hilft Magnesium dabei, das chemische Gleichgewicht im Meerwasser zu stabilisieren. Ein dauerhaft deutlich zu niedriger Magnesiumwert kann deshalb die Einstellung von Calcium und KH erschweren.

Warum ist Magnesium im Meerwasseraquarium wichtig?
Steinkorallen und andere kalkbildende Organismen bauen Calciumcarbonat auf. Dabei spielen Calcium und die Karbonathärte (KH) eine zentrale Rolle.

Magnesium beeinflusst dieses chemische System und trägt dazu bei, unerwünschte Calciumcarbonat-Ausfällungen zu hemmen. Genau deshalb solltest Du bei Problemen mit Calcium und KH auch den Magnesiumwert kontrollieren.

Welcher Magnesiumwert ist sinnvoll?
Für viele Riffaquarien ist ein Magnesiumwert von ungefähr 1.250 bis 1.350 mg/l eine sinnvolle Orientierung.

Dabei gilt wie bei vielen anderen Wasserwerten: Ein stabiler Wert innerhalb eines vernünftigen Bereichs ist normalerweise wichtiger als die Jagd nach einer bestimmten Zahl. Du musst Deinen Magnesiumwert also nicht ständig korrigieren, nur weil eine Messung geringfügig von Deinem persönlichen Zielwert abweicht.

Beachte außerdem die Salinität. Die Konzentration von Magnesium hängt auch vom Salzgehalt ab. Ist die Salinität zu niedrig, kann entsprechend auch der gemessene Magnesiumwert niedriger ausfallen.

Was passiert bei zu wenig Magnesium?
Ein deutlich zu niedriger Magnesiumwert kann das chemische Gleichgewicht im Aquarium beeinflussen. Besonders auffällig kann werden, dass sich Calcium und KH trotz Dosierung nur schwer stabil einstellen lassen.

Mögliche Hinweise sind:
Calcium und KH lassen sich ungewöhnlich schwer stabilisieren
Es treten verstärkt Calciumcarbonat-Ausfällungen auf
Der gemessene Magnesiumwert liegt dauerhaft deutlich unter dem gewünschten Bereich
Die Versorgung des Aquariums verhält sich anders als bisher

Solche Beobachtungen beweisen allerdings noch keinen Magnesiummangel. Deshalb solltest Du niemals allein aufgrund des Aussehens Deiner Korallen Magnesium dosieren.

Kann Magnesium auch zu hoch sein?
Auch bei Magnesium gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Ein Wert deutlich oberhalb des üblichen Bereichs bringt Deinen Korallen normalerweise keinen zusätzlichen Vorteil.

Ist der Magnesiumwert unerwartet hoch, solltest Du deshalb nicht versuchen, andere Wasserwerte an diesen Wert anzupassen. Kontrolliere zunächst die Messung, die Salinität, Dein verwendetes Meersalz und gegebenenfalls die Dosierung Deines Versorgungssystems.

Bei einem ungewöhnlichen Messwert empfiehlt es sich grundsätzlich, zunächst erneut zu messen, bevor Du größere Veränderungen am Aquarium vornimmst.

Wie oft solltest Du Magnesium messen?
Magnesium verändert sich in vielen Aquarien langsamer als beispielsweise die KH. Deshalb muss es normalerweise nicht genauso häufig kontrolliert werden.

Bei einem neuen Aquarium oder nach einer Veränderung des Versorgungssystems würde ich zunächst häufiger messen. Sobald Du weißt, wie sich der Wert in Deinem Aquarium entwickelt, kannst Du die Messintervalle entsprechend anpassen.

Bei einem stark mit LPS- oder SPS-Korallen besetzten Aquarium ist eine regelmäßige Kontrolle besonders sinnvoll. Welche Messungen für Dein Aquarium tatsächlich notwendig sind, erfährst Du in unserer Kaufberatung Welche Wassertests brauchst Du wirklich?.

Warum verändert sich Magnesium häufig nur langsam?
Im Vergleich zur KH und teilweise auch zu Calcium verändert sich Magnesium in vielen Riffaquarien relativ langsam. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Wert grundsätzlich konstant bleibt.

Korallenwachstum, Kalkrotalgen, Wasserwechsel, das verwendete Meersalz und Dein Versorgungssystem können die Entwicklung beeinflussen. Deshalb ist es sinnvoller, den langfristigen Verlauf zu beobachten, als auf eine einzelne Messung zu reagieren.

Wie kannst Du Magnesium erhöhen?
Ist der Magnesiumwert nach einer Kontrollmessung tatsächlich zu niedrig, kannst Du ihn mit einem geeigneten Magnesium-Präparat oder über Dein Versorgungssystem anheben.

Dabei solltest Du größere Abweichungen nicht unnötig schnell korrigieren. Berechne die benötigte Menge anhand des tatsächlichen Wasservolumens und der Herstellerangaben des verwendeten Produkts und kontrolliere anschließend erneut den Wert.

Dosierungen nach Gefühl sind gerade bei Wasserwerten keine gute Idee.

Warum steigt Magnesium trotz Dosierung nicht?
Wenn Du Magnesium dosierst und der Messwert trotzdem kaum steigt, solltest Du nicht automatisch immer größere Mengen hinzufügen.

Kontrolliere zunächst:
Ist der Wassertest korrekt durchgeführt worden?
Sind die Reagenzien noch verwendbar?
Stimmt die Salinität?
Kennst Du das tatsächliche Wasservolumen Deines Aquariums?
Wurde die richtige Menge dosiert?
Welche Magnesiumkonzentration besitzt das verwendete Meersalz?
Wurde kurz vor der Messung ein größerer Wasserwechsel durchgeführt?

Erst wenn diese Punkte plausibel sind, solltest Du die Dosierung neu beurteilen.

Magnesium, Calcium und KH gehören zusammen
Diese drei Werte solltest Du bei einem Riffaquarium gemeinsam betrachten.

Calcium stellt einen wichtigen Bestandteil für den Aufbau des Kalkskeletts bereit.

Die Karbonathärte (KH) beziehungsweise die damit verbundene Carbonatchemie ist ebenfalls unmittelbar am Kalkaufbau beteiligt und übernimmt zusätzlich eine wichtige Funktion im Puffersystem des Meerwassers.

Magnesium beeinflusst wiederum das chemische Gleichgewicht und hemmt unerwünschte Calciumcarbonat-Ausfällungen.

Stimmen diese Werte nicht sinnvoll zusammen, kann es schwieriger werden, die Versorgung Deines Riffaquariums stabil einzustellen.

Welche Korallen reagieren besonders auf instabile Wasserwerte?
Grundsätzlich profitieren alle Korallen von stabilen Bedingungen. Besonders bei stark besetzten Aquarien mit vielen SPS-Korallen oder LPS-Korallen spielen KH, Calcium und Magnesium eine wichtige Rolle.

Dabei bedeutet ein einzelner leicht abweichender Magnesiumwert nicht automatisch, dass Deine Korallen Probleme bekommen. Häufig sind schnelle Veränderungen und dauerhaft ungünstige Bedingungen problematischer als eine kleine Abweichung von einem theoretischen Idealwert.

Typische Fehler beim Magnesiumwert
Magnesium dosieren, ohne vorher zu messen
Einen einzelnen ungewöhnlichen Messwert sofort korrigieren
Die Salinität nicht berücksichtigen
Magnesium unabhängig von Calcium und KH betrachten
Große Abweichungen möglichst schnell korrigieren
Die Herstellerangaben des verwendeten Präparats nicht beachten
Bei ausbleibender Veränderung einfach immer mehr dosieren
Messfehler als tatsächliche Veränderung des Aquariums interpretieren

Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die wichtigsten Werte im Überblick
Wasserwerte im Meerwasseraquarium
Magnesium ist nur ein Teil der Wasserchemie. In unserem großen Wasserwerte-Ratgeber erklären wir Dir KH, Calcium, Magnesium, Nitrat, Phosphat, Salinität, pH-Wert und weitere wichtige Parameter sowie deren Zusammenhänge.

Fazit
Magnesium ist ein wichtiger Bestandteil der Wasserchemie Deines Meerwasseraquariums. Für viele Riffaquarien ist ein Bereich von ungefähr 1.250 bis 1.350 mg/l eine sinnvolle Orientierung.

Wichtiger als das exakte Treffen eines einzelnen Zielwerts ist jedoch die Stabilität. Betrachte Magnesium deshalb immer gemeinsam mit Calcium, KH und Salinität. Ist ein Messwert ungewöhnlich, kontrolliere ihn zunächst, bevor Du die Dosierung veränderst.

Gerade bei einem wachsenden Riff lohnt es sich, nicht nur einzelne Zahlen aufzuschreiben, sondern deren Entwicklung über längere Zeit zu beobachten. So erkennst Du wesentlich besser, ob sich der Verbrauch tatsächlich verändert oder lediglich eine einzelne Messung aus der Reihe fällt.

Unser Tipp
Wenn Calcium oder KH plötzlich schwer einzustellen sind, gehört Magnesium zu den Werten, die Du kontrollieren solltest. Erhöhe Magnesium aber nicht vorsorglich auf Verdacht. Erst messen, Ergebnis überprüfen und anschließend gezielt reagieren – damit vermeidest Du unnötige Schwankungen in Deinem Aquarium.

Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.

Logo

Gerd Raabe
Raabe Aquaristik
Ruffinstr. 6 • 94575 Windorf • Deutschland
Tel.: +49 (0)8546 973568 • E-Mail: info@korallenland.de

© Urheberrecht. Alle Rechte vorbehalten.
Meerwasseraquaristik, Korallen und Anfängerkorallen kaufen: Baden-Württemberg | Bayern | Berlin | Brandenburg | Bremen | Hamburg | Hessen | Mecklenburg-Vorpommern | Niedersachsen | Nordrhein-Westfalen | Rheinland-Pfalz | Saarland | Sachsen | Sachsen-Anhalt | Schleswig-Holstein | Thüringen | Österreich

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.