Wie wachsen Korallen?

Wie wachsen Korallen? So entstehen faszinierende Riffe

Korallen gehören zu den faszinierendsten Lebewesen unserer Erde. Obwohl sie häufig mit Pflanzen verwechselt werden, sind Korallen tatsächlich Tiere. Besonders beeindruckend ist ihre Fähigkeit, über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg riesige Kolonien und ganze Korallenriffe aufzubauen.

Doch wie wachsen Korallen eigentlich? Welche Voraussetzungen benötigen sie und warum wachsen manche Arten deutlich schneller als andere? In diesem Artikel erfährst Du alles über das Wachstum von Korallen im Meerwasseraquarium.

Korallen wachsen durch neue Polypen
Jede Koralle besteht aus einem oder vielen einzelnen Polypen. Diese kleinen Tiere bilden das eigentliche lebende Gewebe der Koralle.

Das Wachstum erfolgt, indem sich Polypen teilen und neue Polypen entstehen. Gleichzeitig lagern Steinkorallen unter ihrem Gewebe kontinuierlich Kalk ab und vergrößern dadurch ihr Skelett.
Mit der Zeit entstehen so immer größere Kolonien mit teilweise beeindruckenden Formen.

Das Kalkskelett wächst ständig mit
LPS- und SPS-Korallen bauen ihr stabiles Skelett aus Calciumcarbonat auf.

Dafür benötigen sie vor allem:

  • Calcium
  • Karbonathärte (KH)
  • Magnesium
  • stabile Wasserwerte

Die Kalkbildung erfolgt rund um die Uhr. Besonders an den Wachstumsspitzen neuer Äste oder Platten wird ständig neues Kalkskelett aufgebaut.

Zooxanthellen liefern die Energie
Der größte Teil der Energie stammt nicht aus der Fütterung, sondern von den Zooxanthellen.
Diese mikroskopisch kleinen Algen leben im Gewebe der Korallen und betreiben Photosynthese.

Dabei produzieren sie:

  • Zucker
  • Sauerstoff
  • energiereiche Stoffwechselprodukte

Diese Energie nutzt die Koralle anschließend für:

  • Wachstum
  • Kalkbildung
  • Regeneration
  • Fortpflanzung

Je besser die Lichtverhältnisse und Wasserwerte sind, desto effizienter arbeiten die Zooxanthellen.

Licht ist einer der wichtigsten Wachstumsfaktoren
Ohne ausreichend Licht können die meisten Korallen nicht dauerhaft wachsen.

Entscheidend sind dabei:

  • passende Lichtintensität
  • geeignetes Farbspektrum
  • ausreichende Beleuchtungsdauer
  • gleichmäßige Ausleuchtung

Vor allem SPS-Korallen benötigen meist deutlich mehr Licht als viele LPS- oder Weichkorallen.

Auch die Strömung beeinflusst das Wachstum

Eine gute Strömung erfüllt mehrere Aufgaben gleichzeitig.

Sie transportiert:

  • Sauerstoff
  • Nährstoffe
  • Spurenelemente
  • Futter

zum Polypen und entfernt gleichzeitig:

  • Stoffwechselprodukte
  • Schleim
  • Ablagerungen

Eine wechselnde, indirekte Strömung sorgt bei den meisten Korallen für die besten Wachstumsbedingungen.

Die richtigen Wasserwerte
Korallen wachsen nur dann dauerhaft gesund, wenn die wichtigsten Wasserwerte stabil bleiben.

Besonders wichtig sind:

  • KH: 7–9 dKH
  • Calcium: 420–450 mg/l
  • Magnesium: 1.250–1.350 mg/l
  • Nitrat: 2–10 mg/l
  • Phosphat: 0,02–0,08 mg/l
  • Temperatur: 24–26 °C

Nicht möglichst perfekte Einzelwerte, sondern ein dauerhaft stabiles Gleichgewicht entscheidet über den Erfolg.

Warum wachsen manche Korallen schneller?
Nicht alle Korallen wachsen gleich schnell.
Zu den besonders schnell wachsenden Arten gehören beispielsweise:
Montipora

  • Seriatopora
  • Stylophora
  • Pocillopora
  • viele Weichkorallen
  • Zoanthus

Langsamer wachsen häufig:

  • Acanthophyllia
  • Cynarina
  • Trachyphyllia
  • Scolymia
  • Lobophyllia

Neben der Art spielen auch Licht, Strömung, Wasserwerte und die Nährstoffversorgung eine entscheidende Rolle.

Kann Fütterung das Wachstum fördern?
Ja.

Viele LPS-Korallen profitieren von einer regelmäßigen Fütterung mit:

  • Mysis
  • Artemia
  • Frostfutter
  • speziellem Korallenfutter
  • Aminosäuren

Dadurch steht zusätzliche Energie für Wachstum und Regeneration zur Verfügung.

SPS-Korallen ernähren sich dagegen überwiegend über ihre Zooxanthellen und feines Plankton.

Geduld gehört dazu
Korallen wachsen nicht von heute auf morgen.
Während manche Weichkorallen oder Zoanthus bereits nach wenigen Wochen deutlich größer werden, benötigen viele LPS-Korallen Monate oder sogar Jahre, um ihre volle Größe zu erreichen.

Gerade bei hochwertigen SPS-Korallen entstehen beeindruckende Kolonien oft erst nach mehreren Jahren.

Häufige Fehler
Viele Wachstumsprobleme entstehen durch vermeidbare Fehler:

  • schwankende Wasserwerte
  • zu wenig oder zu viel Licht
  • ungeeignete Strömung
  • zu niedrige KH
  • Nährstoffmangel
  • starke Temperaturschwankungen
  • zu häufiges Umsetzen der Korallen

Korallen reagieren meist deutlich besser auf stabile Bedingungen als auf ständige Veränderungen.

Unser Tipp
Korallen wachsen nicht möglichst schnell, sondern möglichst konstant. Konzentriere Dich auf stabile Wasserwerte, eine hochwertige Beleuchtung und eine passende Strömung. Mit etwas Geduld entwickeln sich aus kleinen Ablegern beeindruckende Kolonien, die Dein Riffaquarium über viele Jahre bereichern. Gerade die langsame Entwicklung macht einen großen Teil der Faszination Meerwasseraquaristik aus.

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Gerd Raabe
Raabe Aquaristik
Ruffinstr. 6 • 94575 Windorf • Deutschland
Tel.: +49 (0)8546 973568 • E-Mail: info@korallenland.de

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