Korallen richtig befestigen
Eine neue Koralle sollte nicht einfach lose auf den Riffaufbau gestellt werden. Strömung, Schnecken, Einsiedlerkrebse oder Seeigel können einen unbefestigten Ableger schnell umwerfen. Im ungünstigsten Fall wird dabei nicht nur die Koralle selbst verletzt, sondern sie fällt auf eine andere Koralle und beschädigt auch diese.
Welche Befestigung am besten geeignet ist, hängt von Größe, Gewicht und Untergrund ab. Für kleine Ableger reicht häufig ein Korallenkleber-Gel. Bei größeren Ablegersteinen kann ein 2-Komponenten-Kleber sinnvoller sein. Für größere Riffaufbauten und schwere Steine kommt dagegen Riffmörtel infrage.
Erst den richtigen Standort finden
Bevor Du eine Koralle dauerhaft befestigst, solltest Du sicher sein, dass der Standort passt. Beleuchtung, Strömung, Abstand zu benachbarten Korallen und das zukünftige Wachstum müssen berücksichtigt werden.
Achte besonders auf:
Passende Beleuchtung
Geeignete Strömung
Ausreichend Abstand
Platz für zukünftiges Wachstum
Stabilen Untergrund
Gute Erreichbarkeit für die Pflege
Korallen richtig platzieren
Hier erfährst Du, wie Du Beleuchtung, Strömung, Abstand und Wachstum gemeinsam bei der Standortwahl berücksichtigst.
Neue Korallen nicht sofort endgültig befestigen
Nach Transport und Einsetzen muss sich eine Koralle zunächst an die neuen Bedingungen gewöhnen. Beleuchtung und Strömung können sich gegenüber ihrer bisherigen Haltung deutlich unterscheiden.
Deshalb kann es sinnvoll sein, eine neue Koralle zunächst zu beobachten. Öffnet sie sich gut und scheint der Standort zu passen, kannst Du sie anschließend dauerhaft befestigen.
Korallen richtig eingewöhnen
In unserem Ratgeber erfährst Du, worauf Du beim Einsetzen und bei der Eingewöhnung neuer Korallen achten solltest.
Korallenkleber-Gel – praktisch für kleine Ableger
Für kleine und leichte Ableger ist ein dickflüssiger Korallenkleber auf Cyanacrylat-Basis besonders praktisch. Das Gel lässt sich gezielt auftragen und eignet sich beispielsweise gut, wenn ein Ablegerstein auf einer geeigneten Stelle des Riffaufbaus befestigt werden soll.
Bei Korallenland findest Du dafür den ARKA® REEFSCAPER – CORALSCAPER GEL Korallenkleber, 50 g.
Trage den Kleber möglichst auf den Ablegerstein beziehungsweise einen geeigneten festen Bereich auf und vermeide unnötigen Kontakt mit gesundem Korallengewebe. Unter Wasser kann sich auf dem Kleber zunächst eine Haut bilden. Durch kontrolliertes Andrücken und leichtes Drehen lässt sich der Ableger am vorgesehenen Platz fixieren.
Wann reicht Korallenkleber-Gel aus?
Gelkleber ist besonders praktisch bei:
Kleinen Ablegersteinen
Leichten Korallenablegern
Relativ ebenen Kontaktflächen
Kleineren Korrekturen am Riffaufbau
Bei einem schweren Ablegerstein oder einer sehr unebenen Oberfläche stößt reines Kleber-Gel dagegen irgendwann an seine Grenzen. Dann kann ein formbarer 2-Komponenten-Kleber die bessere Lösung sein.
2-Komponenten-Kleber für größere Ableger
Ein 2K-Korallenkleber lässt sich kneten und an Unebenheiten anpassen. Dadurch kannst Du beispielsweise einen größeren Ablegerstein wesentlich besser auf einem unregelmäßig geformten Riffstein befestigen.
Eine passende Lösung ist der ARKA® CORALSCAPER EPOXY 2K-Korallenkleber, 2 × 60 g.
Der Vorteil gegenüber reinem Gelkleber liegt besonders darin, dass sich Zwischenräume ausgleichen lassen. Dadurch entsteht eine größere Kontaktfläche zwischen Ableger und Riffgestein.
Gelkleber und 2K-Kleber kombinieren
Bei größeren Ablegern kann eine Kombination beider Kleberarten besonders praktisch sein. Dabei kannst Du nach dem bekannten Sandwich-Prinzip arbeiten:
Korallenkleber-Gel
2K-Korallenkleber
Korallenkleber-Gel
Das formbare Material gleicht Unebenheiten aus, während das Gel zusätzlichen Halt zwischen den Kontaktflächen schaffen kann.
Dafür kannst Du den ARKA® CORALSCAPER EPOXY 2K-Korallenkleber mit dem ARKA® CORALSCAPER GEL kombinieren.
Wann brauchst Du Riffmörtel?
Riffmörtel ist eine andere Größenordnung. Er ist vor allem interessant, wenn größere Riffstrukturen, schwere Steine oder dauerhafte Verbindungen hergestellt werden sollen.
Wenn Du lediglich einen kleinen Korallenableger befestigen möchtest, wäre Riffmörtel normalerweise unnötig aufwendig. Beim Aufbau oder Umbau eines Riffs kann er dagegen genau die richtige Lösung sein.
Bei Korallenland findest Du dafür beispielsweise:
Aquaforest StoneFix 1500 g
ARKA® REEFSCAPER – Riffmörtel, 450 g
Welcher Riffmörtel für Dein Vorhaben besser passt, hängt unter anderem davon ab, wie viel Material Du benötigst und welche Arbeiten Du durchführen möchtest.
Riffmörtel für einen stabilen Riffaufbau
Ein stabiler Riffaufbau ist nicht nur optisch wichtig. Steine dürfen später nicht durch grabende Tiere, Pflegearbeiten oder andere Einflüsse ins Rutschen geraten.
Riffmörtel kann deshalb bereits beim Aufbau des Aquariums sinnvoll eingesetzt werden, um größere Strukturen dauerhaft miteinander zu verbinden.
Aquaforest StoneFix bietet sich mit der größeren Menge besonders an, wenn umfangreichere Arbeiten am Riffaufbau geplant sind. Für kleinere Arbeiten steht mit ARKA® REEFSCAPER Riffmörtel eine weitere Möglichkeit zur Verfügung.
Beachte bei der Verarbeitung immer die jeweiligen Herstellerangaben zu Anmischen, Verarbeitungszeit und Aushärtung.
Welche Methode passt zu welcher Aufgabe?
Als einfache Orientierung kannst Du Dir merken:
Kleiner Ableger → ARKA® CORALSCAPER GEL
Größerer oder unebener Ableger → ARKA® CORALSCAPER EPOXY 2K-Korallenkleber
Größere Riffarbeiten → ARKA® REEFSCAPER Riffmörtel
Umfangreicher Riffaufbau → Aquaforest StoneFix
Damit musst Du nicht versuchen, jede Befestigungsaufgabe mit demselben Produkt zu lösen.
LPS-Korallen vorsichtig befestigen
Bei LPS-Korallen ist besondere Vorsicht mit dem häufig sehr fleischigen Gewebe notwendig. Kleber oder 2K-Masse sollten möglichst am Ablegerstein beziehungsweise an einem geeigneten freiliegenden Bereich des Skeletts angesetzt werden und nicht unnötig auf gesundes Gewebe gelangen.
Größere LPS-Korallen können außerdem relativ schwer sein. Ein winziger Klebepunkt reicht dann möglicherweise nicht aus. Prüfe deshalb, ob der Ableger wirklich stabil steht.
Nicht jede LPS-Koralle sollte überhaupt am Riffgestein befestigt werden. Arten, die auf dem Bodengrund gepflegt werden, sollten entsprechend ihrer natürlichen Lebensweise platziert werden.
LPS-Korallen – Haltung, Arten, Wasserwerte und Pflege
Auf unserer LPS-Pillar-Seite erfährst Du mehr über Standort, Beleuchtung, Strömung, Wasserwerte und Pflege unterschiedlicher LPS-Korallen.
SPS-Korallen richtig befestigen
Viele SPS-Korallen werden auf kleinen Ablegersteinen angeboten. Für solche Ableger ist ein Gelkleber häufig besonders praktisch.
Bei größeren oder bereits stark verzweigten Kolonien steigt das Gewicht. Gleichzeitig wirkt durch die Strömung eine größere Kraft auf die Koralle. Dann kann eine stabilere Befestigung sinnvoll sein.
SPS-Korallen – Haltung, Arten und Pflege
Auf unserer SPS-Pillar-Seite findest Du weitere Informationen zu Beleuchtung, Strömung, Standort, Wachstum und Pflege von SPS-Korallen.
Weichkorallen nicht einfach am Gewebe festkleben
Bei Weichkorallen funktioniert die Befestigung teilweise anders. Viele Arten besitzen kein hartes Kalkskelett, an dem ein Kleber zuverlässig angesetzt werden könnte.
Sekundenkleber direkt auf weiches Korallengewebe zu geben, ist deshalb häufig keine gute Lösung. Das Tier kann sich zusammenziehen, Schleim bilden oder sich wieder vom Kleber lösen.
Je nach Art können andere Methoden sinnvoll sein:
Natürliches Anwachsen auf Korallenbruch
Lockere Fixierung an einem geeigneten Stein
Zahnstocher-Methode bei dafür geeigneten Arten
Vorübergehende Unterbringung in einem kleinen Gefäß mit Korallenbruch
Hat sich die Koralle auf einem kleinen Stein festgesetzt, kannst Du anschließend diesen Stein mit geeignetem Korallenkleber im Riff befestigen.
Weichkorallen – Haltung, Arten und Pflege
Hier findest Du weitere Informationen zu Haltung, Wachstum, Standort und Besonderheiten bei der Pflege von Weichkorallen.
Scheibenanemonen nicht einfach ankleben
Auch Scheibenanemonen solltest Du nicht einfach am weichen Gewebe festkleben. Häufig ist es besser, das Tier zunächst selbst auf einem kleinen Stein oder Stück Korallenbruch anwachsen zu lassen.
Anschließend kannst Du den bewachsenen Stein mit ARKA® CORALSCAPER GEL am gewünschten Standort befestigen.
Typische Fehler beim Befestigen
Diese Fehler solltest Du vermeiden:
Standort vor der Befestigung nicht ausreichend prüfen
Korallen nur lose auf das Riff stellen
Zu wenig Kontaktfläche schaffen
Lebendes Korallengewebe unnötig mit Kleber bedecken
Weichkorallen direkt am Gewebe festkleben
Für schwere Arbeiten zu wenig stabiles Befestigungsmaterial verwenden
Zukünftiges Wachstum nicht berücksichtigen
Zu wenig Abstand zu benachbarten Korallen einplanen
Herstellerangaben zu Verarbeitung und Aushärtung ignorieren
Eine gute Befestigung beginnt deshalb nicht mit dem Kleber, sondern mit der Wahl des richtigen Standorts und der passenden Befestigungsmethode.
Korallen im Meerwasseraquarium – Arten, Haltung und Pflege
Unser großer Korallen-Ratgeber verbindet die wichtigsten Grundlagen zu Beleuchtung, Strömung, Platzierung, Abstand, Wachstum und langfristiger Pflege.
Welchen Korallenkleber solltest Du nehmen?
Für einen kleinen Ableger würde ich zuerst zu einem geeigneten Gelkleber wie dem ARKA® CORALSCAPER GEL greifen.
Ist der Ableger größer, schwerer oder der Untergrund uneben, bietet der formbare ARKA® CORALSCAPER EPOXY 2K-Korallenkleber zusätzliche Möglichkeiten.
Für größere Arbeiten am Riffaufbau sind dagegen ARKA® REEFSCAPER Riffmörtel oder Aquaforest StoneFix die passendere Produktgruppe.
Unser Tipp
Versuche nicht, jeden Ableger möglichst massiv festzumörteln. Die Befestigung sollte zur Aufgabe passen. Kleine Korallen benötigen eine andere Lösung als ein schwerer Riffstein.
Finde zuerst den richtigen Standort und entscheide anschließend nach Größe, Gewicht und Untergrund: Gelkleber für kleine Ableger, 2K-Kleber für größere und unebene Verbindungen und Riffmörtel für größere Arbeiten am Riffaufbau.
So sitzt die Koralle sicher, ohne dass Du mehr Material einsetzen musst als tatsächlich notwendig.
Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung. Individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.
