Percnon gibbesi – Algenfressende Felsenkrabbe für Dein Meerwasseraquarium
Percnon gibbesi, häufig als Algenfressende Felsenkrabbe oder Sally-Lightfoot-Krabbe bezeichnet, ist eine ausgesprochen flinke Krabbe für das Meerwasseraquarium. Ihr flacher Körper und die langen Beine ermöglichen ihr, sich erstaunlich schnell über und zwischen dem Riffgestein zu bewegen. Besonders interessant ist sie wegen ihrer Vorliebe für Algenaufwuchs.
Ganz so harmlos, wie die Bezeichnung „Algenfresser“ zunächst vermuten lässt, ist Percnon gibbesi allerdings nicht. Sie ist ein opportunistischer Allesfresser. Mit zunehmender Größe kann tierische Nahrung interessanter werden und kleinere Wirbellose können unter Umständen gefährdet sein. Genau deshalb solltest Du sie bewusst auswählen und nicht einfach als gewöhnliches Cleaning-Crew-Tier betrachten.
Steckbrief
Wissenschaftlicher Name: Percnon gibbesi
Deutscher Name: Algenfressende Felsenkrabbe, Sally-Lightfoot-Krabbe
Tiergruppe: Krabben
Herkunft: unter anderem Atlantik, Karibik, Ostpazifik und Mittelmeer
Schwierigkeitsgrad: mittel
Ernährung: Allesfresser, Algenaufwuchs und tierische Nahrung
Verhalten: sehr flink, mit zunehmender Größe opportunistisch
Aktivität: tagsüber und in der Dämmerung
Lebensbereich: Riffgestein, Felsspalten und Höhlen
Aquarium: ab etwa 200 Litern, besser größer
Riffverträglichkeit: mit Einschränkungen
Cleaning-Crew: bedingt geeignet
Besonderheit: sehr schneller Algenweider, aber kein reiner Pflanzenfresser
Für Anfänger geeignet: bedingt
Haltung im Meerwasseraquarium
Percnon gibbesi benötigt vor allem einen gut strukturierten Riffaufbau. Spalten, Höhlen und Zwischenräume bieten der flachen Krabbe geeignete Rückzugsmöglichkeiten.
Die Tiere können sich ausgesprochen schnell bewegen. Gerade nach dem Einsetzen kann Percnon innerhalb von Sekunden zwischen den Steinen verschwinden.
Ein Aquarium ab etwa 200 Litern kann als Orientierung dienen. Bei einem größeren Tier würde ich allerdings ein geräumigeres und gut strukturiertes Aquarium bevorzugen.
Entscheidend ist nicht nur die Wassermenge. Riffstruktur, Besatz, Nahrungsangebot und ausreichend Bewegungsraum spielen mindestens eine ebenso große Rolle.
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Percnon gibbesi als Cleaning-Crew
Percnon gibbesi kann durchaus eine effektive Algenfresserin sein. Besonders jüngere Tiere suchen Riffoberflächen intensiv nach Aufwuchs ab.
Dabei können beispielsweise feine Algenbeläge und junge Fadenalgen aufgenommen werden.
Genau hier liegt der Grund, warum Percnon häufig als Cleaning-Crew-Tier verkauft wird.
Trotzdem würde ich sie nicht mit einer friedlichen Algen fressenden Schnecke gleichsetzen.
Percnon gibbesi ist ein Allesfresser und kann mit zunehmender Größe opportunistischer werden. Eine kleine Garnele, Schnecke oder ein anderes leicht erreichbares Tier kann dann unter Umständen ebenfalls interessant werden.
Für eine klassische, möglichst risikoarme Cleaning-Crew sind Schnecken, kleinere Einsiedler oder geeignete Seeigel deshalb oft kalkulierbarer.
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Welche Algen frisst Percnon gibbesi?
Percnon gibbesi kann verschiedene Algenbeläge vom Riffgestein abweiden.
Besonders interessant sind:
feine Grünalgen
junge Fadenalgen
Algenaufwuchs
Biofilme
andere weiche Aufwuchsformen
Bei bereits sehr langen Fadenalgen solltest Du trotzdem keine Wunder erwarten.
Starken Bewuchs kannst Du zunächst mechanisch reduzieren. Percnon kann anschließend dabei helfen, junge nachwachsende Beläge kurz zu halten.
Hilft Percnon gibbesi gegen Fadenalgen?
Ja, genau deshalb wird die Art häufig eingesetzt.
Vor allem jüngere beziehungsweise kürzere Fadenalgen können abgeweidet werden.
Der Erfolg hängt allerdings vom individuellen Tier, dem übrigen Nahrungsangebot und der Art des Algenbewuchses ab.
Percnon gibbesi sollte außerdem niemals als Ersatz für die Ursachenforschung bei massivem Algenwachstum betrachtet werden.
Wenn Fadenalgen explosionsartig wachsen, solltest Du zusätzlich Beleuchtung, Nährstoffsituation, Strömung und andere mögliche Ursachen betrachten.
Ist Percnon gibbesi ein reiner Pflanzenfresser?
Nein – und dieser Punkt ist für die Kaufentscheidung besonders wichtig.
Percnon gibbesi ist ein opportunistischer Allesfresser.
Neben Algenaufwuchs können deshalb auch Futterreste, Frostfutter, abgestorbenes organisches Material und tierische Nahrung aufgenommen werden.
Besonders bei größeren Tieren solltest Du davon ausgehen, dass das Nahrungsspektrum nicht ausschließlich aus Algen besteht.
Genau deshalb gehört Percnon für uns zu den Wirbellosen, bei denen der übrige Besatz vor dem Kauf besonders sorgfältig geprüft werden sollte.
Ernährung und Fütterung
Solange ausreichend geeigneter Algenaufwuchs vorhanden ist, kann Percnon einen erheblichen Teil ihrer Nahrung selbst im Aquarium finden.
Trotzdem solltest Du das Tier beobachten und bei Bedarf zusätzlich füttern.
Geeignet sind je nach Situation beispielsweise:
Algenaufwuchs
geeignetes pflanzliches Futter
Frostfutter
Mysis
Artemia
Futterreste
andere geeignete tierische Nahrung
Eine abwechslungsreiche Ernährung ist sinnvoll.
Percnon sollte nicht hungern müssen, damit sie möglichst viele Algen frisst. Gerade bei einem opportunistischen Allesfresser wäre das auch im Hinblick auf kleinere Mitbewohner keine besonders gute Strategie.
Wird Percnon gibbesi mit zunehmender Größe räuberisch?
Das Risiko steigt.
Es wäre falsch, jedes größere Tier automatisch als aggressiven Räuber darzustellen. Ebenso falsch wäre allerdings die Behauptung, Percnon gibbesi bleibe unabhängig von ihrer Größe eine vollkommen harmlose Algenkrabbe.
Mit zunehmender Größe können tierische Nahrungsquellen stärker genutzt werden.
Besonders kleine, geschwächte oder frisch gehäutete Wirbellose können dann gefährdet sein.
Deshalb solltest Du das individuelle Verhalten beobachten und bei problematischem Verhalten reagieren können.
Percnon gibbesi und Garnelen
Hier wäre ich vorsichtig.
Große Garnelen können in einem ausreichend großen und strukturierten Aquarium möglicherweise problemlos mit Percnon zusammenleben.
Kleine Garnelen oder frisch gehäutete Tiere können dagegen potenzielle Beute darstellen.
Besonders während der Häutung sind Garnelen weich und verletzlich.
Wenn Dein Aquarium einen wertvollen oder sehr kleinen Garnelenbesatz besitzt, würde ich mir die Anschaffung von Percnon gibbesi deshalb besonders gut überlegen.
Percnon gibbesi und Schnecken
Auch Schnecken würde ich nicht pauschal als vollkommen sicher einstufen.
Größere robuste Schnecken sind weniger gefährdet als sehr kleine Arten. Trotzdem bleibt Percnon ein opportunistischer Allesfresser.
Wenn Du die Krabbe als Algenfresser kaufst, solltest Du deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass sämtliche anderen Cleaning-Crew-Tiere dauerhaft ignoriert werden.
Percnon gibbesi und Einsiedlerkrebse
Auch bei Einsiedlerkrebsen hängt viel von Größe und individueller Situation ab.
Kleine Tiere können gegenüber einer ausgewachsenen Percnon deutlich im Nachteil sein.
Eine stark strukturierte Riffgestaltung schafft Rückzugsmöglichkeiten, beseitigt das grundsätzliche Risiko aber nicht vollständig.
Percnon gibbesi und kleine Fische
Gesunde größere Riff-Fische sind normalerweise keine typische Beute.
Bei sehr kleinen, bodennah schlafenden, geschwächten oder kranken Fischen ist mehr Vorsicht angebracht.
Beobachtest Du Percnon aktiv beim Nachstellen anderer Aquarienbewohner, solltest Du das nicht ignorieren.
Die Krabbe ist schnell genug, dass ein Fang aus einem stark strukturierten Riff später durchaus zur Geduldsprobe werden kann.
Frisst Percnon gibbesi Korallen?
Gesunde Korallen gehören nicht zu ihrer typischen Hauptnahrung.
Damit bedeutet „bedingt riffverträglich“ bei Percnon nicht automatisch, dass sie gezielt LPS-, SPS- oder Weichkorallen frisst.
Das größere Risiko betrifft kleine tierische Mitbewohner.
Durch ihre Größe und schnelle Bewegung kann die Krabbe außerdem über Korallen und Ableger laufen. Lose Ableger sollten deshalb ohnehin sicher befestigt sein.
Häutung
Wie alle Krabben muss sich auch Percnon gibbesi regelmäßig häuten.
Der feste Außenpanzer kann nicht mitwachsen und wird deshalb abgestreift.
Unmittelbar nach der Häutung ist der neue Panzer noch weich. Die Krabbe zieht sich in dieser Phase häufig in einen geschützten Bereich zurück.
Ein strukturierter Riffaufbau mit sicheren Verstecken ist deshalb besonders wichtig.
Findest Du plötzlich eine scheinbar vollständige tote Krabbe im Aquarium, schau genauer hin. Häufig handelt es sich lediglich um die abgestreifte Hülle.
Verlorene Beine
Krabben können bei Auseinandersetzungen oder Verletzungen einzelne Beine verlieren.
Solche Gliedmaßen können im Verlauf späterer Häutungen regeneriert werden.
Ein fehlendes Bein bedeutet deshalb nicht automatisch, dass das Tier dauerhaft geschädigt ist.
Treten Verletzungen häufiger auf, solltest Du trotzdem nach möglichen Ursachen suchen.
Wasserwerte
Folgende Werte können Dir als Orientierung dienen:
Temperatur: etwa 24–26 °C
Salinität: etwa 34–35 PSU
KH: etwa 7–9 dKH
Calcium: etwa 400–450 mg/l
Magnesium: etwa 1.250–1.350 mg/l
Nitrat: nachweisbar
Phosphat: nachweisbar
Stabile Bedingungen sind wichtiger als das möglichst exakte Treffen einzelner Zahlen.
Besonders schnelle Veränderungen der Salinität solltest Du bei Krebstieren vermeiden.
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Eingewöhnung
Percnon gibbesi sollte sorgfältig an die Bedingungen Deines Aquariums gewöhnt werden.
Besonders schnelle Veränderungen von Temperatur und Salinität solltest Du vermeiden.
Halte Dich bei gelieferten Tieren an die jeweilige Eingewöhnungsempfehlung.
Nach dem Einsetzen kann die Krabbe unmittelbar im Riff verschwinden. Gib ihr Zeit und versuche nicht, sie ständig aus ihrem Versteck zu treiben.
Kupfer und Krabben
Wie viele andere Wirbellose reagieren auch Krebstiere empfindlich auf ungeeignete Konzentrationen von Schwermetallen.
Kupferhaltige Medikamente zur Behandlung von Fischkrankheiten gehören deshalb nicht in ein Riffaquarium mit Krabben, Garnelen, Schnecken und anderen empfindlichen Wirbellosen.
Eine entsprechende Fischbehandlung sollte in einem geeigneten separaten System erfolgen.
Kann Percnon gibbesi aus dem Aquarium klettern?
Krabben sind grundsätzlich erstaunlich gute Kletterer.
Bei einem offenen Aquarium solltest Du deshalb darauf achten, ob Kabel, Schläuche, Pumpen oder andere Strukturen einen möglichen Weg aus dem Becken bieten.
Gerade bei einer sehr flinken Krabbe ist eine möglichst ausbruchsichere Gestaltung sinnvoll.
Ist Percnon gibbesi für ein Nano-Aquarium geeignet?
Nein, dafür würde ich sie nicht empfehlen.
Die Krabbe wird nicht nur größer, sondern ist außerdem sehr aktiv.
Zusätzlich kann in einem kleinen Aquarium das natürliche Algenangebot schnell erschöpft sein und kleinere Mitbewohner haben weniger Möglichkeiten, der Krabbe auszuweichen.
Ein größeres, gut strukturiertes Riffaquarium bietet deutlich bessere Voraussetzungen.
Ist Percnon gibbesi für Anfänger geeignet?
Nur bedingt.
Die reine Pflege ist nicht außergewöhnlich kompliziert. Percnon gibbesi ist robust, frisst verschiedene Futtersorten und kann Algenaufwuchs effektiv abweiden.
Die Herausforderung liegt vielmehr bei der Vergesellschaftung.
Du solltest verstehen, dass Du keinen reinen Algenfresser kaufst. Mit zunehmender Größe kann die Krabbe opportunistischer werden und kleine Mitbewohner gefährden.
Wenn Du Deinen Besatz entsprechend planst und das Tier beobachten kannst, ist eine erfolgreiche Haltung durchaus möglich.
Für eine erste möglichst unkomplizierte Cleaning-Crew würde ich dagegen friedlichere Arten bevorzugen.
Die erste Cleaning-Crew zusammenstellen
Hier erfährst Du, welche Tiere sich für den Einstieg eignen und warum eine Cleaning-Crew immer zum tatsächlichen Nahrungsangebot und zum vorhandenen Besatz passen sollte.
Percnon gibbesi kaufen
Vor dem Kauf solltest Du deshalb nicht nur fragen: „Frisst sie meine Algen?“
Wichtiger sind diese Punkte:
Ist Dein Aquarium ausreichend groß und gut strukturiert?
Gibt es geeigneten Algenaufwuchs?
Leben sehr kleine Garnelen, Schnecken oder Einsiedler im Aquarium?
Gibt es sehr kleine oder geschwächte Fische?
Kannst Du die Krabbe zusätzlich abwechslungsreich ernähren?
Kannst Du reagieren, falls das Tier mit zunehmender Größe problematisches Verhalten zeigt?
Wenn diese Voraussetzungen passen, bekommst Du mit Percnon gibbesi einen ausgesprochen interessanten und aktiven Riffbewohner.
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Unser Tipp
Percnon gibbesi ist ein gutes Beispiel dafür, warum Du ein Tier nicht ausschließlich nach seiner vermeintlichen Aufgabe kaufen solltest. Ja, die Krabbe kann ein richtig fleißiger Algenweider sein. Aber sie bleibt ein opportunistischer Allesfresser. Gerade mit zunehmender Größe solltest Du kleine Garnelen, Schnecken, Einsiedler und sehr kleine Fische im Auge behalten. Wenn Dein Besatz dazu passt, bekommst Du dafür einen unglaublich flinken und spannenden Riffbewohner, bei dem im Aquarium garantiert mehr los ist als bei einer Schnecke.
Kurz zusammengefasst
Percnon gibbesi ist eine sehr flinke Felsenkrabbe, die Algenaufwuchs und junge Fadenalgen abweiden kann. Dadurch kann sie eine Cleaning-Crew sinnvoll unterstützen. Sie ist allerdings kein reiner Pflanzenfresser. Mit zunehmender Größe kann sie opportunistischer werden und tierische Nahrung aufnehmen, wodurch kleine Wirbellose oder sehr kleine Fische gefährdet sein können. Für die Haltung empfehlen sich ein größeres, gut strukturiertes Aquarium, stabile Wasserwerte, ausreichend Verstecke und ein sorgfältig ausgewählter Besatz. Als vollkommen harmlose Standard-Cleaning-Crew würden wir Percnon gibbesi deshalb nicht einstufen.
Haftungsausschluss
Die genannten Wasserwerte, Aquariengrößen und Haltungsbedingungen dienen als Orientierung. Verhalten und Ernährungsweise einzelner Percnon gibbesi können voneinander abweichen. Insbesondere die Verträglichkeit mit kleinen Garnelen, Schnecken, Einsiedlerkrebsen und Fischen kann nicht garantiert werden. Beobachte das Tier deshalb regelmäßig und berücksichtige bei der Besatzplanung seine opportunistische Ernährungsweise.
