Gorgonie – Fächerkoralle mit faszinierender Wuchsform
Gorgonien gehören zu den besonders dekorativen Korallen im Meerwasseraquarium. Ihre verzweigten, teilweise fächerartigen Kolonien bringen Höhe, Struktur und natürliche Bewegung ins Riff und unterscheiden sich optisch deutlich von klassischen Stein- und Lederkorallen.
Für die erfolgreiche Haltung ist vor allem eine Unterscheidung wichtig: Es gibt photosynthetische und nicht photosynthetische Gorgonien. Photosynthetische Arten beziehen einen wesentlichen Teil ihrer Energie über ihre Zooxanthellen und sind meist deutlich einfacher zu pflegen. Nicht photosynthetische Gorgonien sind dagegen auf eine regelmäßige Versorgung mit geeigneter Nahrung angewiesen.
Steckbrief
Gattung: verschiedene Gattungen innerhalb der Gorgonien
Deutscher Name: Gorgonie, Fächerkoralle
Englischer Name: Gorgonian / Sea Fan
Korallen-Gruppe: Weichkoralle / Octocorallia
Schwierigkeitsgrad: leicht bis anspruchsvoll, abhängig von der Art
Beleuchtung: artspezifisch – bei photosynthetischen Arten mittel, bei nicht photosynthetischen Arten von untergeordneter Bedeutung
Strömung: mittel bis kräftig, breit und wechselnd
Platzierung: artspezifisch, mit guter Umströmung und ausreichend Freiraum
Wachstum: langsam bis schnell, abhängig von der Art
Fütterung: bei photosynthetischen Arten ergänzend möglich, bei nicht photosynthetischen Arten besonders wichtig
Aggressivität: meist gering bis mittel
Besonderheit: verzweigte bis fächerartige Wuchsformen; photosynthetische und nicht photosynthetische Arten
Haltung im Meerwasseraquarium
Gorgonien lassen sich nicht pauschal nach einem einzigen Haltungsschema pflegen. Die Ansprüche unterscheiden sich je nach Art erheblich.
Photosynthetische Gorgonien sind für die meisten Riffaquarien die unkompliziertere Wahl. Bei geeigneter Beleuchtung, guter Strömung und stabilen Wasserwerten können sie sich zu großen verzweigten Kolonien entwickeln.
Nicht photosynthetische Gorgonien stellen deutlich höhere Anforderungen. Da sie ihren Energiebedarf nicht überwiegend über Zooxanthellen decken können, benötigen sie eine regelmäßige Versorgung mit geeigneten feinen Nahrungspartikeln.
Vor dem Kauf solltest Du deshalb immer wissen, welche Gorgonie Du tatsächlich pflegen möchtest.
Weichkorallen – Haltung, Arten & Pflege
In unserem großen Weichkorallen-Ratgeber erfährst Du mehr über Gorgonien, Lederkorallen und andere Weichkorallen sowie über Beleuchtung, Strömung, Wasserwerte, Wachstum und Pflege.
Beleuchtung und Standort
Bei der Beleuchtung muss zwischen photosynthetischen und nicht photosynthetischen Gorgonien unterschieden werden.
Photosynthetische Arten benötigen ausreichend Licht für ihre Zooxanthellen. Ein Standort mit mittlerer Beleuchtung ist für viele Arten ein sinnvoller Ausgangspunkt.
Nicht photosynthetische Gorgonien sind dagegen nicht auf starke Beleuchtung angewiesen. Sie können auch in schwächer beleuchteten beziehungsweise schattigeren Bereichen gepflegt werden. Entscheidend ist bei diesen Arten vielmehr eine ausreichende Versorgung mit geeigneter Nahrung.
Starre PAR-Werte für „die Gorgonie“ wären deshalb wenig sinnvoll.
Mehr zur richtigen Beurteilung der Lichtintensität findest Du unter PAR-Werte einfach erklärt.
Neben dem Licht solltest Du bereits bei der Platzierung die spätere Wuchsform berücksichtigen. Viele Gorgonien wachsen deutlich in die Höhe und Breite und benötigen genügend freien Raum.
Mehr dazu findest Du unter Korallen richtig platzieren.
Die richtige Strömung
Eine gute Wasserbewegung gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Haltung von Gorgonien.
Viele Arten profitieren von einer mittleren bis kräftigen, breiten und wechselnden Strömung.
Die gesamte Kolonie sollte möglichst gut umspült werden. Das gilt besonders für stark verzweigte oder fächerförmige Tiere, da sich zwischen den Ästen ansonsten Ablagerungen sammeln können.
Ein harter Pumpenstrahl, der permanent direkt auf dieselbe Stelle trifft, ist trotzdem nicht sinnvoll.
Die Polypen sollten sich öffnen können und die Äste natürlich in der Wasserbewegung stehen beziehungsweise sich bewegen.
Wie Du eine geeignete Wasserbewegung erzeugst, erklären wir unter Strömungs-Pumpen richtig platzieren.
Wasserwerte
Temperatur: etwa 24–26 °C
Salinität: etwa 34–35 PSU
KH: etwa 7–9 dKH
Calcium: etwa 400–450 mg/l
Magnesium: etwa 1.250–1.350 mg/l
Nitrat: messbar und möglichst stabil
Phosphat: messbar und möglichst stabil
Diese Bereiche dienen als Orientierung. Auch Gorgonien profitieren vor allem von möglichst stabilen Bedingungen.
Nitrat und Phosphat sollten nicht grundsätzlich möglichst weit abgesenkt werden. Gerade bei regelmäßig gefütterten nicht photosynthetischen Gorgonien ist es wichtig, die Nährstoffentwicklung des gesamten Aquariums im Blick zu behalten.
Die Herausforderung besteht dabei darin, ausreichend Nahrung bereitzustellen, ohne das Aquarium durch übermäßige Fütterung unnötig zu belasten.
Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die wichtigsten Werte im Überblick
Hier erklären wir Dir die wichtigsten Wasserwerte und ihre Zusammenhänge. Langfristig stabile Bedingungen sind meist wichtiger als das permanente Nachregeln auf vermeintlich perfekte Einzelwerte.
Fütterung
Bei der Fütterung unterscheiden sich photosynthetische und nicht photosynthetische Gorgonien besonders deutlich.
Photosynthetische Gorgonien leben mit Zooxanthellen und erhalten dadurch einen erheblichen Teil ihrer Energie über die Photosynthese. Zusätzlich können viele Arten feine Nahrungspartikel aus dem Wasser aufnehmen.
Nicht photosynthetische Gorgonien sind wesentlich stärker auf die aktive Nahrungsaufnahme angewiesen.
Je nach Art kommen beispielsweise feines Zooplankton, Phytoplankton oder andere geeignete kleine Nahrungspartikel infrage.
Dabei ist nicht nur die Futtermenge entscheidend. Die Partikelgröße muss zu den Polypen der jeweiligen Gorgonie passen.
Mehr zur Ernährung von Korallen erfährst Du unter Korallen richtig füttern.
Abstand zu anderen Korallen
Viele Gorgonien besitzen keine extrem starke Nesselwirkung. Trotzdem benötigen sie ausreichend Abstand.
Der wichtigste Grund ist häufig ihre Wuchsform.
Eine kleine verzweigte Gorgonie kann mit der Zeit deutlich an Höhe und Breite gewinnen. Dadurch kann sie benachbarte Korallen beschatten oder mit ihnen in direkten Kontakt kommen.
Zusätzlich bewegen sich Äste und Polypen in der Strömung. Plane deshalb nicht nur nach der aktuellen Größe, sondern berücksichtige die spätere Kolonie.
Woran erkennst Du einen guten Standort?
Die Polypen öffnen sich regelmäßig.
Die gesamte Kolonie wird gut umströmt.
Zwischen den Ästen sammeln sich keine größeren Ablagerungen.
Die Äste werden nicht dauerhaft hart von einer Seite angeströmt.
Das Gewebe bleibt vollständig.
Die Gorgonie wird nicht zunehmend von Algen überwachsen.
Die Färbung bleibt stabil.
Die Kolonie besitzt ausreichend Platz für weiteres Wachstum.
Die Polypenöffnung ist bei Gorgonien ein besonders hilfreicher Hinweis.
Bleiben die Polypen über längere Zeit geschlossen, solltest Du Strömung, Wasserwerte, Beleuchtung und – bei nicht photosynthetischen Arten – besonders die Futterversorgung überprüfen.
Photosynthetisch oder nicht photosynthetisch – warum ist das so wichtig?
Diese Frage solltest Du möglichst bereits vor dem Kauf klären.
Photosynthetische Gorgonien besitzen Zooxanthellen im Gewebe. Dadurch können sie einen wesentlichen Teil ihres Energiebedarfs mithilfe von Licht decken.
Das macht ihre Haltung in einem typischen Riffaquarium meist deutlich einfacher.
Nicht photosynthetische Gorgonien können diese Energiequelle nicht in gleicher Weise nutzen. Sie sind deshalb auf eine regelmäßige Aufnahme geeigneter Nahrung aus dem Wasser angewiesen.
Eine wunderschöne nicht photosynthetische Gorgonie nur deshalb zu kaufen, weil sie farblich perfekt ins Aquarium passt, ohne ihre Ernährungsweise zu berücksichtigen, ist keine gute Idee.
Woran erkennst Du eine nicht photosynthetische Gorgonie?
Die Farbe allein ist kein absolut zuverlässiges Bestimmungsmerkmal.
Viele besonders intensiv gelb, orange, rot oder violett gefärbte Gorgonien gehören zwar zu nicht photosynthetischen Arten, daraus lässt sich aber keine sichere allgemeine Regel ableiten.
Die genaue Art beziehungsweise zumindest die Ernährungsweise sollte deshalb beim Kauf bekannt sein.
Wenn Du nicht weißt, ob eine angebotene Gorgonie photosynthetisch lebt, solltest Du vor dem Kauf nachfragen.
Warum ist Strömung bei Gorgonien so wichtig?
Die verzweigte Wuchsform bietet eine große Oberfläche.
Eine geeignete Wasserbewegung transportiert Sauerstoff und Nahrung an die Polypen und hilft gleichzeitig, Schleim, Stoffwechselprodukte und Ablagerungen abzutransportieren.
Gerade bei dicht verzweigten Kolonien können sich ansonsten zwischen den Ästen Schmutzpartikel sammeln.
Das kann dazu führen, dass Polypen geschlossen bleiben und einzelne Bereiche zunehmend von Algen oder anderen Aufwuchsorganismen besiedelt werden.
Eine gute Strömung ist deshalb nicht nur eine Frage der Optik, sondern ein zentraler Bestandteil der Haltung.
Warum bleiben die Polypen meiner Gorgonie geschlossen?
Gorgonien müssen ihre Polypen nicht permanent geöffnet haben.
Bleiben sie jedoch über längere Zeit vollständig geschlossen, solltest Du genauer hinschauen.
Mögliche Ursachen sind:
Ungeeignete Strömung
Ablagerungen auf den Ästen
Veränderte Wasserwerte
Unpassende Beleuchtung bei photosynthetischen Arten
Unzureichende Futterversorgung bei nicht photosynthetischen Arten
Störungen durch Fische oder andere Aquarienbewohner
Algen- oder anderer Aufwuchs auf dem Gewebe
Verändere möglichst nicht mehrere Bedingungen gleichzeitig. So kannst Du besser beurteilen, worauf die Gorgonie tatsächlich reagiert.
Was tun bei Ablagerungen auf den Ästen?
Ablagerungen solltest Du nicht einfach dauerhaft hinnehmen.
Prüfe zuerst, warum sie entstehen.
Häufig liegt die Ursache in einer unzureichenden oder ungünstig gerichteten Strömung.
Eine vorsichtige Veränderung der Pumpenausrichtung kann sinnvoller sein, als die Gorgonie ständig manuell zu reinigen.
Sind bereits Algen oder andere Aufwuchsorganismen vorhanden, solltest Du besonders vorsichtig vorgehen, damit das empfindliche Gewebe nicht zusätzlich verletzt wird.
Wie wächst eine Gorgonie?
Je nach Art können Gorgonien verzweigt, buschig oder großflächig fächerförmig wachsen.
Einige photosynthetische Arten entwickeln sich unter passenden Bedingungen erstaunlich schnell.
Plane deshalb von Anfang an ausreichend Platz nach oben und zu den Seiten ein.
Mit zunehmender Größe verändert eine Gorgonie außerdem das Strömungsbild. Bei großen Kolonien solltest Du deshalb gelegentlich kontrollieren, ob auch die inneren Bereiche weiterhin ausreichend umspült werden.
Sind Gorgonien für Anfänger geeignet?
Das hängt entscheidend von der Art ab.
Viele photosynthetische Gorgonien sind vergleichsweise gut haltbar und können auch für Aquarianer mit ersten Erfahrungen interessant sein.
Nicht photosynthetische Arten würde ich dagegen nicht als typische Anfänger-Korallen empfehlen.
Ihre regelmäßige und bedarfsgerechte Fütterung stellt höhere Anforderungen und kann gleichzeitig die Nährstoffbelastung des Aquariums erhöhen.
Für den Einstieg ist eine robuste photosynthetische Gorgonie deshalb normalerweise die bessere Wahl.
Gorgonie kaufen
Vor dem Kauf solltest Du zuerst klären, ob es sich um eine photosynthetische oder nicht photosynthetische Gorgonie handelt.
Achte außerdem auf möglichst vollständiges Gewebe und eine gesunde Polypenstruktur.
Größere kahle Stellen, zunehmender Algenbewuchs auf freiliegenden Bereichen oder fortschreitender Gewebeverlust sollten genauer betrachtet werden.
Berücksichtige außerdem die spätere Wuchsform. Eine kleine Gorgonie kann sich langfristig zu einer großen verzweigten oder fächerförmigen Kolonie entwickeln.
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Über die Shop-Suche kannst Du direkt prüfen, ob aktuell Gorgonien bei Korallenland verfügbar sind.
Bei Korallenland erhältst Du Gorgonien als WYSIWYG. Du bekommst also genau die auf den Produktbildern abgebildete Koralle und kannst Farbe, Wuchsform und Größe bereits vor dem Kauf beurteilen.
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Sinularia – robuste Lederkoralle mit teilweise stark verzweigtem Wachstum
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Sarcophyton – bekannte Lederkoralle mit charakteristischem pilz- beziehungsweise schirmförmigem Wachstum
Photosynthetische Gorgonien lassen sich mit vielen Weichkorallen gut in einem abwechslungsreichen Mischriff kombinieren. Berücksichtige dabei immer die spätere Größe und das jeweilige Strömungsbild.
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Unser Tipp
Kläre bei einer Gorgonie immer zuerst, ob sie photosynthetisch oder nicht photosynthetisch lebt. Dieser Unterschied ist für die erfolgreiche Haltung wesentlich wichtiger als die Farbe oder Wuchsform.
Für ein normales Mischriff sind photosynthetische Arten meist die deutlich unkompliziertere Wahl.
Achte außerdem besonders auf die Strömung. Eine Gorgonie sollte vollständig umspült werden, ohne dauerhaft in einem harten Pumpenstrahl zu stehen. Bleiben die Polypen regelmäßig geöffnet, das Gewebe sauber und die Äste frei von Ablagerungen, spricht vieles dafür, dass der Standort passt.
Kurz zusammengefasst
Gorgonien sind attraktive Korallen mit verzweigter bis fächerförmiger Wuchsform und bringen eine besondere Struktur in das Meerwasseraquarium. Entscheidend für die Haltung ist die Unterscheidung zwischen photosynthetischen und nicht photosynthetischen Arten.
Photosynthetische Gorgonien sind meist vergleichsweise gut haltbar und eignen sich auch für Aquarianer mit ersten Erfahrungen. Nicht photosynthetische Arten benötigen dagegen eine regelmäßige Versorgung mit geeigneten feinen Nahrungspartikeln und sind deutlich anspruchsvoller.
Für beide Gruppen ist eine gute, breite und wechselnde Strömung besonders wichtig, damit die Kolonie ausreichend versorgt wird und sich möglichst wenig Ablagerungen zwischen den Ästen sammeln.
Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.

