Asterina-Seestern

Asterina-Seestern – Kleiner Seestern im Meerwasseraquarium

Asterina-Seesterne sind kleine Seesterne, die in vielen Meerwasseraquarien früher oder später auftauchen. Genau genommen werden viele der im Aquarium vorkommenden Tiere heute eher der Gattung Aquilonastra zugeordnet, im Hobby hat sich aber der Name Asterina fest eingebürgert.

Viele Aquarianer erschrecken erst einmal, wenn sie plötzlich kleine Seesterne an Scheibe, Steinaufbau oder Korallen entdecken. Dabei ist wichtig: Asterina-Seesterne sind nicht automatisch eine Plage. In vielen Aquarien bleiben sie unauffällige, harmlose Resteverwerter und gehören einfach zur natürlichen Mikrofauna des Systems.

Herkunft
Asterina-Seesterne gelangen meist unbemerkt ins Aquarium.

Häufig kommen sie mit:

  • Lebendgestein
  • Korallenablegern
  • Ablegersteinen
  • Makroalgen
  • Dekorationsmaterial aus laufenden Meerwasseraquarien

Da sie sehr klein sind und sich gut verstecken können, werden sie oft erst entdeckt, wenn sie sich bereits vermehrt haben.

Haltung
Eine gezielte Haltung ist normalerweise nicht notwendig.
Asterina-Seesterne leben selbstständig im Aquarium und suchen dort nach Biofilmen, Algenbelägen, Detritus und organischen Resten. In stabilen Riffaquarien können sie lange unauffällig mitlaufen.

Sie sind meist vor allem nachts oder in ruhigeren Bereichen unterwegs. Tagsüber sieht man sie oft an der Scheibe, auf Steinen oder zwischen Korallenablegern.

Ernährung
Asterina-Seesterne ernähren sich je nach Art und Situation von verschiedenen organischen Stoffen.

Typisch sind:

  • Biofilme
  • feine Algenbeläge
  • Detritus
  • Futterreste
  • abgestorbenes organisches Material
  • Mikroorganismen auf Oberflächen

In vielen Aquarien leisten sie damit einen kleinen Beitrag zur natürlichen Resteverwertung.

Aquariengröße
Asterina-Seesterne können in Aquarien jeder Größe vorkommen.
Vom Nanoaquarium bis zum großen Riffbecken ist alles möglich. Entscheidend ist weniger die Literzahl, sondern wie viel Nahrung, Aufwuchs und Rückzugsfläche vorhanden ist.
In kleinen Aquarien fällt eine starke Vermehrung allerdings schneller auf.

Empfohlene Wasserwerte

  • Temperatur: 24–26 °C
  • Salzgehalt: 34–35 PSU
  • KH: 7–9 dKH
  • Calcium: 420–450 mg/l
  • Magnesium: 1.250–1.350 mg/l
  • Nitrat: 2–15 mg/l
  • Phosphat: 0,03–0,10 mg/l

Wie alle Seesterne reagieren auch Asterina empfindlich auf starke Schwankungen, besonders beim Salzgehalt.

Besonderheiten

  • Kleine Seesterne im Meerwasseraquarium
  • Häufig als Asterina bekannt
  • Oft eigentlich Aquilonastra-Arten
  • Gelangen meist unbemerkt ins Aquarium
  • Können harmlose Resteverwerter sein
  • Vermehren sich bei viel Futterangebot stärker
  • Nicht automatisch eine Plage
  • Können in Einzelfällen problematisch werden

Asterina ist nicht automatisch eine Plage
Viele Asterina-Seesterne werden zu Unrecht sofort als Problem angesehen.
In vielen Aquarien leben sie über lange Zeit unauffällig und richten keinen Schaden an. Sie sitzen an Scheiben, auf Steinen oder im Riffaufbau und verwerten dort feine Beläge und Reste.
Solange die Tiere keine Korallen schädigen und die Population nicht explodiert, besteht meist kein Grund zur Panik.

Ein paar Asterina-Seesterne im Aquarium sind also nicht automatisch ein schlechtes Zeichen. Oft zeigen sie einfach, dass sich im Becken eine gewisse Mikrofauna entwickelt hat.

Wann können Asterina problematisch werden?
Problematisch werden Asterina-Seesterne vor allem dann, wenn sie sich sehr stark vermehren oder wenn einzelne Tiere an Korallen beobachtet werden.

Mögliche Probleme sind:

  • sehr starke Vermehrung
  • viele Tiere auf kleinen Flächen
  • Tiere sitzen auffällig häufig auf Korallen
  • Fraßspuren an Zoanthus oder anderen empfindlichen Korallen
  • optisch störender Massenbestand
  • Hinweis auf zu viel Futter oder organische Reste im Aquarium

Wichtig ist aber: Nur weil ein Asterina-Seestern auf einer Koralle sitzt, ist er nicht automatisch der Verursacher eines Schadens. Oft werden geschwächte, beschädigte oder bereits absterbende Gewebebereiche zuerst besiedelt.

Warum vermehren sie sich stark?
Eine starke Vermehrung hat meistens einen Grund.

Häufige Ursachen sind:

  • zu viel Futter
  • viele Futterreste
  • hoher organischer Eintrag
  • wenig Fressfeinde
  • viele Oberflächen mit Biofilm
  • ruhige Bereiche mit Detritus
  • wenig manuelle Entfernung

Wenn die Population plötzlich deutlich zunimmt, lohnt sich ein Blick auf Fütterung, Mulmecken und allgemeine Pflege.

Bekämpfung oder Kontrolle
Nicht jeder Asterina-Bestand muss bekämpft werden.
Wenn die Tiere harmlos bleiben, reicht oft Beobachten völlig aus. Werden es zu viele, kannst Du sie beim Scheibenreinigen oder bei der Pflege einfach absammeln.

Mögliche Maßnahmen:

  • Tiere manuell absammeln
  • Fütterung überprüfen
  • Futterreste vermeiden
  • Mulm regelmäßig entfernen
  • Nährstoffeintrag kontrollieren
  • betroffene Korallen beobachten
  • keine übereilte chemische Behandlung

Eine natürliche Kontrolle durch Harlekingarnelen ist möglich, sollte aber sehr gut überlegt sein. Hymenocera picta frisst Seesterne, benötigt diese Nahrung aber dauerhaft. Ist der Asterina-Bestand aufgebraucht, muss die Garnele weiterhin passend versorgt werden. Sie sollte deshalb nicht nur als kurzfristige Lösung gekauft werden.

Vergesellschaftung
Asterina-Seesterne leben meist unauffällig mit vielen Aquarienbewohnern zusammen.

Sie kommen zurecht mit:

  • Korallen
  • Schnecken
  • Einsiedlerkrebsen
  • Garnelen
  • friedlichen Fischen
  • Seeigeln
  • Röhrenwürmern
  • anderen kleinen Wirbellosen

Vorsicht ist nur dann geboten, wenn empfindliche Korallen sichtbar geschädigt werden oder die Population sehr stark zunimmt.

Typische Probleme
Typische Probleme im Zusammenhang mit Asterina sind:

  • zu schnelle Vermehrung
  • Unsicherheit, ob sie Korallen fressen
  • optisch störende Mengen an der Scheibe
  • Verwechslung von harmloser Resteverwertung mit aktivem Fraß
  • Einsatz von Harlekingarnelen ohne langfristige Futterplanung

Der wichtigste Punkt ist Beobachtung. Erst prüfen, dann handeln.

Unser Tipp
Asterina-Seesterne müssen nicht sofort entfernt werden. Ein kleiner Bestand ist in vielen Aquarien völlig normal und oft sogar nützlich. Beobachte, ob sie sich stark vermehren oder wirklich an gesunden Korallen fressen. Erst wenn sie zur Belastung werden, solltest Du gezielt eingreifen.

Bei Korallenland beraten wir Dich gerne ehrlich, ob Asterina-Seesterne in Deinem Aquarium wirklich ein Problem sind oder einfach zur natürlichen Mikrofauna gehören. Nicht jedes kleine Tier im Riff ist gleich ein Schädling. Manchmal ist Ruhe bewahren die beste Maßnahme.

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Gerd Raabe
Raabe Aquaristik
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