Asterina-Seestern – harmloser Mitbewohner oder Plage im Meerwasseraquarium?
Asterina-Seesterne gehören zu den kleinen Bewohnern, die in vielen Meerwasseraquarien irgendwann scheinbar aus dem Nichts auftauchen. Meist gelangen sie unbemerkt mit Korallen, Ablegersteinen, Lebendgestein oder Makroalgen ins Aquarium.
Dabei ist die Bezeichnung Asterina in der Meerwasseraquaristik nicht immer wissenschaftlich eindeutig. Viele der kleinen Seesterne, die im Hobby als Asterina bezeichnet werden, gehören wahrscheinlich zur Gattung Aquilonastra.
Viel wichtiger für Dich ist aber eine andere Frage: Sind diese kleinen Seesterne gefährlich für Deine Korallen? Die Antwort lautet: nicht grundsätzlich. Viele Tiere leben völlig unauffällig im Aquarium und verwerten Algenbeläge, Biofilme und organische Reste.
Steckbrief
Bezeichnung im Hobby: Asterina-Seestern
Häufige tatsächliche Zuordnung: Aquilonastra
Tiergruppe: Seesterne
Größe: meist etwa 5–15 mm, teilweise größer
Schwierigkeitsgrad: sehr leicht
Ernährung: Biofilme, Algenbeläge, Detritus und organisches Material
Aktivität: häufig nachts besonders aktiv
Vermehrung im Aquarium: sehr gut möglich
Riffverträglichkeit: überwiegend gut, abhängig von Art und Verhalten
Besonderheit: kann sich unter günstigen Bedingungen stark vermehren
Wie kommen Asterina ins Aquarium?
Meist kaufst Du Asterina-Seesterne gar nicht bewusst. Die kleinen Tiere gelangen als blinde Passagiere ins Aquarium.
Typische Einschleppungswege sind Korallenableger, Ablegersteine, Lebendgestein, Makroalgen oder Material aus bereits laufenden Meerwasseraquarien.
Da die Tiere sehr klein sind und sich hervorragend verstecken können, bemerkst Du sie häufig erst einige Zeit später.
Nutzen im Meerwasseraquarium
Viele Asterina-Seesterne sind harmlose Resteverwerter. Sie bewegen sich über Scheiben und Riffgestein und weiden dort Biofilme, feine Algenbeläge und organisches Material ab.
Ein kleiner Bestand kann deshalb ein ganz normaler Bestandteil der Mikrofauna Deines Aquariums sein.
Du musst nicht automatisch eingreifen, nur weil Du einige kleine Seesterne entdeckt hast.
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Ernährung und Fütterung
Asterina-Seesterne finden ihre Nahrung normalerweise selbstständig im Aquarium. Sie ernähren sich je nach Art unter anderem von Biofilmen, Algenaufwuchs, Detritus, Futterresten, Mikroorganismen und abgestorbenem organischem Material.
Eine gezielte Fütterung ist normalerweise nicht notwendig.
Wenn sich die Population stark vermehrt, kann ein reichhaltiges Nahrungsangebot im Aquarium eine der Ursachen sein. Dann solltest Du eher die Futtermenge und vorhandene organische Belastungen überprüfen, statt die Seesterne zusätzlich zu füttern.
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Wasserwerte
Folgende Werte können Dir als Orientierung dienen:
Temperatur: 24–26 °C
Salinität: etwa 34–35 PSU
KH: etwa 7–9 dKH
Calcium: etwa 400–450 mg/l
Magnesium: etwa 1.250–1.350 mg/l
Nitrat: nachweisbar
Phosphat: nachweisbar
Asterina gelten als vergleichsweise robust. Wie andere Seesterne solltest Du sie trotzdem keinen starken oder schnellen Veränderungen der Wasserbedingungen aussetzen.
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Sind Asterina eine Plage?
Nein – zumindest nicht automatisch.
Einige Asterina-Seesterne an der Scheibe oder auf dem Riffgestein sind zunächst kein Grund zur Sorge. In vielen Aquarien leben sie jahrelang unauffällig zwischen den übrigen Bewohnern.
Von einer Plage würde ich erst sprechen, wenn sich die Tiere extrem vermehren, große Bereiche des Aquariums besiedeln oder tatsächlich Schäden an anderen Bewohnern festgestellt werden.
Beobachten ist deshalb sinnvoller als vorschnelles Handeln.
Fressen Asterina Korallen?
Das ist eine der häufigsten Fragen zu diesen kleinen Seesternen – und eine pauschale Antwort wäre unseriös.
Unter dem Namen Asterina beziehungsweise Aquilonastra werden verschiedene kleine Seesterne zusammengefasst. Viele davon ernähren sich überwiegend von Aufwuchs und organischen Resten. Es gibt jedoch Berichte über Tiere, die an Korallengewebe beobachtet wurden.
Besonders häufig entsteht der Verdacht bei Zoanthus und anderen Krustenanemonen.
Dabei solltest Du genau hinschauen: Sitzt ein Seestern auf einer Koralle, bedeutet das noch nicht automatisch, dass er gesundes Gewebe frisst. Geschädigte oder bereits absterbende Bereiche können ebenfalls von Resteverwertern aufgesucht werden.
Wenn Du einen konkreten Verdacht hast, beobachte das Tier und die betreffende Koralle über mehrere Tage. Wiederholbare Fraßspuren sind wesentlich aussagekräftiger als ein einzelner Seestern, der zufällig auf einer Koralle sitzt.
Warum vermehren sich Asterina so stark?
Asterina können sich im Aquarium ausgesprochen effektiv vermehren. Häufig geschieht dies durch Teilung. Dabei entstehen Tiere, die zunächst unregelmäßig aussehen oder unterschiedlich lange Arme besitzen.
Findet die Population gleichzeitig reichlich Nahrung, kann ihre Anzahl deutlich zunehmen.
Eine starke Vermehrung kann deshalb auf ein großes Angebot an Biofilmen, Futterresten oder anderem verwertbaren organischen Material hinweisen.
Asterina natürlich begrenzen
Wenn Dich die Tiere nicht stören und keine Schäden verursachen, musst Du einen kleinen Bestand normalerweise überhaupt nicht bekämpfen.
Wird die Population zu groß, kannst Du zunächst die Rahmenbedingungen überprüfen:
Fütterst Du möglicherweise zu viel?
Bleiben regelmäßig Futterreste liegen?
Gibt es größere Mulmablagerungen?
Hat sich das Nahrungsangebot für die Seesterne deutlich erhöht?
Zusätzlich kannst Du sichtbare Tiere manuell absammeln.
Diese Methode ist zwar unspektakulär, aber kontrollierbar und ohne zusätzliche Tiere ins Aquarium einzusetzen.
Harlekingarnelen gegen Asterina?
Harlekingarnelen werden häufig als biologische Lösung gegen Asterina empfohlen. Tatsächlich ernähren sie sich von Seesternen und können einen Bestand deutlich reduzieren.
Genau darin liegt allerdings auch das Problem.
Ist der Asterina-Bestand aufgefressen, benötigt die Harlekingarnele weiterhin Seesterne als Nahrung. Du hast dann aus einem Asterina-Problem möglicherweise ein dauerhaftes Fütterungsproblem gemacht.
Eine Harlekingarnele solltest Du deshalb niemals ausschließlich als kurzfristiges „Bekämpfungsmittel“ kaufen, ohne vorher ihre langfristige Ernährung sicherzustellen.
Vergesellschaftung
Asterina-Seesterne leben normalerweise problemlos mit den meisten Bewohnern eines Riffaquariums zusammen.
Dazu gehören Fische, Garnelen, Schnecken, Einsiedlerkrebse, Seeigel und die meisten Korallen.
Entscheidend ist die Beobachtung. Stellst Du bei einzelnen Tieren wiederholt Schäden an gesunden Korallen fest, kannst Du diese gezielt entfernen.
Typische Probleme
Das häufigste Problem ist eine starke Vermehrung. Was mit zwei oder drei kleinen Seesternen beginnt, kann sich bei guten Bedingungen zu einer deutlich sichtbaren Population entwickeln.
Ein zweites Problem ist die schwierige Unterscheidung verschiedener Arten. Nur anhand eines kleinen Seesterns im Aquarium lässt sich häufig nicht zuverlässig beurteilen, welche Art vorliegt und welches Verhalten zu erwarten ist.
Deshalb gilt: Beobachte das tatsächliche Verhalten in Deinem Aquarium.
Solltest Du Asterina entfernen?
Nicht grundsätzlich.
Wenn einige Tiere unauffällig auf Scheiben und Steinen unterwegs sind und Deine Korallen gesund bleiben, gibt es normalerweise keinen Grund für hektische Maßnahmen.
Entfernen würde ich sie gezielt, wenn Du wiederholt beobachten kannst, dass bestimmte Tiere gesunde Korallen schädigen, oder wenn sich die Population so stark entwickelt, dass sie Dich stört.
Asterina kaufen
Asterina werden normalerweise nicht gezielt als klassische Aquarientiere gekauft. Meist gelangen sie unbeabsichtigt mit anderen Tieren oder Materialien ins Aquarium.
Trotzdem integrieren wir unsere Shop-Suche dauerhaft in das Wirbellosen-Lexikon. So findest Du entsprechende Angebote automatisch, falls Asterina oder passende Produkte später im Korallenland-Shop angeboten werden.
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Über die Shop-Suche kannst Du nach Asterina bei Korallenland suchen. Falls momentan keine Tiere oder Produkte angezeigt werden, lohnt sich ein späterer Blick erneut – unser Sortiment wird regelmäßig ergänzt.
Unser Tipp
Entdeckst Du die ersten Asterina in Deinem Aquarium, musst Du nicht sofort reagieren. Beobachte zunächst, was die Tiere tatsächlich machen. Ein paar kleine Seesterne auf Scheiben und Steinen können völlig harmlose Resteverwerter sein. Erst wenn sich die Population massiv vermehrt oder Du wiederholt eindeutige Schäden an gesunden Korallen feststellst, solltest Du gezielt eingreifen.
Kurz zusammengefasst
Asterina-Seesterne sind kleine Seesterne, die häufig unbemerkt in Meerwasseraquarien gelangen. Viele der im Hobby so bezeichneten Tiere gehören wahrscheinlich zur Gattung Aquilonastra. Die meisten fallen vor allem als Resteverwerter auf und sind nicht automatisch eine Plage oder Gefahr für Korallen. Da unterschiedliche Arten und Ernährungsweisen vorkommen können, ist die Beobachtung des tatsächlichen Verhaltens wichtiger als eine pauschale Bewertung. Bei starker Vermehrung solltest Du zunächst Futterangebot und organische Belastung überprüfen. Harlekingarnelen sind keine unkomplizierte Dauerlösung, da sie auch nach dem Verschwinden der Asterina weiterhin Seesterne als Nahrung benötigen.
Haftungsausschluss
Die Bezeichnung „Asterina“ wird in der Meerwasseraquaristik für verschiedene kleine Seesterne verwendet, von denen viele heute anderen Gattungen wie Aquilonastra zugeordnet werden. Eine sichere Artbestimmung ist anhand des Aussehens im Aquarium häufig nicht möglich. Aussagen zu Ernährung, Riffverträglichkeit und möglichem Korallenfraß lassen sich deshalb nicht uneingeschränkt auf jedes einzelne Tier übertragen. Beobachte immer das tatsächliche Verhalten in Deinem Aquarium.
