Kugelalgen entfernen

Kugelalgen gehören zu den auffälligsten unerwünschten Algen im Meerwasseraquarium. Sie bilden grüne, meist rundliche bis leicht längliche Blasen und sitzen häufig zwischen Riffgestein, Korallen und Ablegersteinen.
Einzelne Kugelalgen sind zunächst kein Grund zur Panik. Werden sie jedoch nicht kontrolliert, können sie sich ausbreiten, wertvolle Stellflächen besetzen und zwischen Korallen wachsen.
Die wichtigste Maßnahme ist deshalb die möglichst vollständige mechanische Entfernung. Gleichzeitig solltest Du die Entwicklung von Nitrat, Phosphat und den übrigen Wasserwerten im Blick behalten.
Ein besonderer biologischer Helfer kann Mithraculus sculptus sein. Die sogenannte Mithrax- oder Smaragdkrabbe ist dafür bekannt, auch Kugelalgen abzuweiden. Sie ersetzt die mechanische Entfernung und Ursachenforschung jedoch nicht.

Was sind Kugelalgen?
Unter dem Begriff Kugelalgen werden in der Meerwasseraquaristik verschiedene grüne Algen zusammengefasst, die kugel- oder blasenförmige Strukturen bilden.
Häufig werden sie umgangssprachlich als Valonia bezeichnet.
Typisch sind:
Grüne bis dunkelgrüne Blasen
Runde oder leicht längliche Form
Glänzende Oberfläche
Einzelne Kugeln oder größere Gruppen
Bewuchs auf Riffgestein
Bewuchs in Spalten
Bewuchs auf Ablegersteinen
Bewuchs zwischen Korallen
Die einzelnen Kugeln können sehr klein bleiben oder deutlich größer werden.

Sind Kugelalgen gefährlich?
Kugelalgen sind nicht giftig und stellen für Fische oder Korallen nicht automatisch eine direkte Gefahr dar.
Problematisch wird ein stärkerer Bestand vor allem durch seine räumliche Ausbreitung.
Kugelalgen können:
Korallenstandorte besetzen
Zwischen Korallen wachsen
Ablegersteine überwuchern
Licht und Strömung lokal beeinflussen
Pflegearbeiten erschweren
Große Bereiche des Riffaufbaus besiedeln
Deshalb ist es sinnvoll, sie frühzeitig zu kontrollieren.

Warum solltest Du Kugelalgen früh entfernen?
Eine einzelne gut erreichbare Kugel lässt sich deutlich leichter entfernen als ein dichter Bestand in tiefen Riffspalten.
Mit zunehmender Ausbreitung wird die mechanische Bekämpfung aufwendiger und Du erreichst nicht mehr jede Alge problemlos.
Entdeckst Du deshalb nur wenige Kugelalgen, ist jetzt der beste Zeitpunkt, sie kontrolliert zu entfernen.

Wie vermehren sich Kugelalgen?
Kugelalgen können sich auf unterschiedliche Weise vermehren. Dabei können neue Algen aus bereits vorhandenen Strukturen entstehen.
Für die Praxis bedeutet das vor allem: Entferne vorhandene Kugeln möglichst vollständig und vermeide unnötiges Zerquetschen im Riff.
Eine beschädigte Kugel bedeutet nicht automatisch, dass Dein gesamtes Aquarium plötzlich voller Kugelalgen sein wird. Trotzdem ist eine saubere, kontrollierte Entfernung sinnvoller als starkes Zerdrücken und Verteilen von Algenresten.

Müssen Kugelalgen unbedingt unbeschädigt entfernt werden?
Wenn es möglich ist, solltest Du versuchen, die Kugel vollständig und möglichst unbeschädigt vom Untergrund zu lösen.
Das reduziert:
Verbleibende Algenreste
Verteilung von Zellmaterial
Unnötige Verschmutzung
Schwierige Nachkontrolle
Sollte eine Kugel trotzdem einmal platzen, ist das kein Grund zur Panik.
Sauge die Stelle möglichst ab und entferne sichtbare Reste.

Wie entfernst Du Kugelalgen am besten?
Bei wenigen Kugelalgen ist die mechanische Entfernung die wichtigste Maßnahme.
Geeignet können sein:
Feine Pinzette
Kleine gebogene Pinzette
Schmaler stumpfer Hebel
Schlauch zum gleichzeitigen Absaugen
Finger bei gut erreichbaren größeren Kugeln
Arbeite langsam und versuche, auch den Ansatz der Alge zu lösen.

Warum ist Absaugen während der Entfernung sinnvoll?
Wenn Du gleichzeitig mit einem dünnen Schlauch absaugst, kannst Du gelöste Kugeln und kleine Algenreste direkt aus dem Aquarium entfernen.
Das ist besonders sinnvoll, wenn Du:
Viele kleine Kugeln entfernst
In engen Spalten arbeitest
Eine Kugel beschädigst
Lose Algenreste entstehen
Die Methode eignet sich besonders gut während eines Wasserwechsels.

Kannst Du den Stein außerhalb des Aquariums reinigen?
Wenn ein kleiner betroffener Stein problemlos herausgenommen werden kann, ist die Entfernung außerhalb des Aquariums häufig besonders kontrolliert möglich.
Das gilt beispielsweise für:
Lose Ablegersteine
Kleine einzelne Riffsteine
Dekoration ohne festgewachsene empfindliche Korallen
Du kannst die Kugel dann gezielt lösen und die Stelle anschließend kontrollieren.
Einen großen etablierten Riffaufbau solltest Du wegen einzelner Kugelalgen jedoch nicht komplett auseinandernehmen.

Solltest Du Kugelalgen mit einer Bürste entfernen?
Eine Bürste ist bei Kugelalgen meist nicht die beste erste Wahl.
Damit zerdrückst Du die kugelförmigen Strukturen häufig nur und verteilst Algenreste.
Bei Fadenalgen kann eine Bürste durchaus sinnvoll sein – bei Kugelalgen ist eine gezielte Entfernung einzelner Blasen meist kontrollierter.

Warum kommen Kugelalgen nach dem Entfernen zurück?
Mögliche Gründe sind:
Kleine Kugeln wurden übersehen
Reste blieben am Untergrund
Kugelalgen sitzen tief in Spalten
Weitere Bereiche waren bereits besiedelt
Neue Kugelalgen wurden mit Korallen oder Steinen eingeschleppt
Deshalb ist die erste Entfernung oft nicht die letzte.
Kontrolliere behandelte Stellen regelmäßig.

Wo sitzen Kugelalgen besonders häufig?
Typische Stellen sind:
Zwischen Riffsteinen
Unter Überhängen
Zwischen Korallenästen
Auf Ablegersteinen
In Bohrungen und Spalten
In weniger gut einsehbaren Riffbereichen
Auf Technik oder Überläufen
Gerade kleine Kugeln können lange unbemerkt bleiben.
Eine Taschenlampe hilft bei der Kontrolle schwer einsehbarer Bereiche.

Können Kugelalgen mit neuen Korallen eingeschleppt werden?
Ja.
Kugelalgen können auf Ablegersteinen oder kleinen Gesteinsstücken sitzen und dadurch mit einer neuen Koralle ins Aquarium gelangen.
Kontrolliere neue Tiere deshalb nicht nur auf Korallengewebe und Schädlinge, sondern auch den Ablegerstein.
Wie Du dabei systematisch vorgehst, erklären wir unter Korallen richtig eingewöhnen.

Solltest Du eine neue Koralle wegen einer Kugelalge ablehnen?
Nicht unbedingt.
Eine einzelne gut sichtbare Kugelalge auf einem Ablegerstein lässt sich häufig vor dem Einsetzen gezielt entfernen.
Wichtig ist, dass Du sie erkennst und nicht unbeachtet ins Riff einsetzt.
Kontrolliere anschließend auch Vertiefungen und die Unterseite des Steins auf weitere kleine Kugeln.

Hilft ein Korallenbad gegen Kugelalgen?
Ein klassisches Korallenbad ist hauptsächlich für bestimmte unerwünschte mobile Begleitorganismen gedacht.
Eine festgewachsene Kugelalge wird dadurch nicht automatisch zuverlässig entfernt.
Die mechanische Kontrolle des Ablegersteins bleibt deshalb entscheidend.

Mithraculus sculptus gegen Kugelalgen
Mithraculus sculptus, auch Mithraxkrabbe oder Smaragdkrabbe genannt, gehört zu den bekanntesten biologischen Helfern gegen Kugelalgen.
Die Krabbe weidet Algen und Aufwuchs von Steinen ab und kann dabei auch kleinere Kugelalgen aufnehmen.
Das macht sie zu einer interessanten Ergänzung bei einem bestehenden Kugelalgenproblem.

Frisst jede Mithraxkrabbe zuverlässig Kugelalgen?
Nein.
Auch bei Mithraculus sculptus gibt es individuelles Verhalten.
Einige Tiere gehen sehr gezielt an Kugelalgen, andere bevorzugen andere Algen oder verfügbares Futter.
Die Krabbe sollte deshalb als biologische Unterstützung und nicht als garantierte Komplettlösung betrachtet werden.

Frisst Mithraculus sculptus auch große Kugelalgen?
Häufig sind kleinere und weichere Algenstrukturen für die Krabbe leichter zu bearbeiten.
Große Kugelalgen solltest Du deshalb nicht einfach stehen lassen und darauf warten, dass eine Krabbe sie irgendwann beseitigt.
Am sinnvollsten ist meist:
Große Kugeln mechanisch entfernen
Kleine verbleibende Kugeln kontrollieren
Mithraculus sculptus als zusätzliche Unterstützung einsetzen
So kombinierst Du direkte Entfernung und biologische Kontrolle.

Ist Mithraculus sculptus riffsicher?
Die Krabbe wird häufig in Riffaquarien gehalten und ist vor allem als Algenfresser bekannt.
Wie bei vielen Krabben kann das Verhalten einzelner Tiere jedoch variieren.
Wenn kaum noch natürliches Futter vorhanden ist, solltest Du darauf achten, dass das Tier weiterhin ausreichend ernährt wird.
Kaufe eine Mithraculus sculptus deshalb nicht ausschließlich als kurzfristiges Werkzeug gegen Kugelalgen.

Passt Mithraculus sculptus in jede Cleaning-Crew?
Nicht automatisch.
Eine Cleaning-Crew sollte immer zur Aquariengröße, zum vorhandenen Besatz und zum tatsächlichen Nahrungsangebot passen.
Mithraculus sculptus kann eine gezielte Ergänzung sein, wenn Kugelalgen oder anderer geeigneter Aufwuchs vorhanden sind.
Mehr Tiere einzusetzen ist nicht automatisch besser.

Helfen Seeigel gegen Kugelalgen?
Seeigel können viele unterschiedliche Algenbeläge abweiden.
Bei Kugelalgen würde ich sie allerdings nicht als gezielten Hauptfresser einplanen.
Ein Seeigel kann beim allgemeinen Algenmanagement helfen, ist aber keine verlässliche Speziallösung für größere Kugelalgen.
Wenn Du über einen Seeigel als dauerhaften Algenfresser nachdenkst, hilft Dir die Kaufberatung Welcher Seeigel ist der richtige?.

Warum solltest Du kein Tier nur wegen Kugelalgen kaufen?
Ein Kugelalgenproblem kann nach einiger Zeit verschwinden.
Das Tier bleibt.
Deshalb musst Du vor dem Kauf immer berücksichtigen:
Aquariengröße
Vergesellschaftung
Langfristige Ernährung
Endgröße
Verhalten
Versteckmöglichkeiten
Eine biologische Bekämpfung ist nur dann sinnvoll, wenn der Helfer auch langfristig zu Deinem Aquarium passt.

Welche Rolle spielen Nitrat und Phosphat?
Auch Kugelalgen benötigen Nährstoffe zum Wachstum.
Deshalb solltest Du Nitrat und Phosphat im Blick behalten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Kugelalgen automatisch beweisen, dass diese Werte zu hoch sind.
Algen nehmen selbst Nährstoffe auf und speichern sie in ihrer Biomasse.
Ein vorhandener Algenbestand und relativ niedrige gemessene Werte können deshalb gleichzeitig auftreten.

Solltest Du Nitrat wegen Kugelalgen stark senken?
Nein.
Nitrat gehört zum Nährstoffhaushalt Deines Aquariums und wird auch von Korallen beziehungsweise ihren Symbiosepartnern benötigt.
Ein Kugelalgenbefall ist kein Grund, Nitrat möglichst auf null zu drücken.
Prüfe stattdessen die Entwicklung und suche nach möglichen übermäßigen Einträgen.

Solltest Du Phosphat möglichst auf null senken?
Auch das wäre keine sinnvolle Standardmaßnahme.
Phosphat ist ebenfalls ein wichtiger Nährstoff.
Eine aggressive Absenkung kann Deine Korallen stärker belasten als die vorhandenen Kugelalgen.
Das Ziel ist ein stabiles Aquarium und nicht ein möglichst nährstofffreies System.

Warum solltest Du Nitrat und Phosphat gemeinsam betrachten?
Beide Nährstoffe stehen im biologischen System miteinander in Zusammenhang.
Wenn sich einer der Werte stark anders entwickelt als der andere, solltest Du das gesamte Nährstoffmanagement überprüfen.
Unser Ratgeber Nährstoffungleichgewicht erkennen erklärt Dir, warum ein starres Verhältnis zwar nicht nötig ist, eine ausgewogene Verfügbarkeit aber trotzdem wichtig bleibt.

Sind Kugelalgen ein Zeichen schlechter Wasserwerte?
Nein.
Kugelalgen können auch in gut gepflegten und stabil laufenden Meerwasseraquarien auftreten.
Ihr Vorhandensein allein beweist kein grundlegendes Problem der Wasserwerte.
Wenn sie sich allerdings sehr stark vermehren, lohnt es sich trotzdem, Nährstoffeintrag, Fütterung und Pflege genauer zu betrachten.

Welche Wasserwerte solltest Du kontrollieren?
Bei auffällig starkem Algenwachstum lohnt sich ein allgemeiner Wasserwerte-Check.
Besonders interessant sind:
Nitrat
Phosphat
Salinität
KH
Temperatur
Beurteile dabei nicht nur einen einzelnen Messwert, sondern möglichst den Verlauf.

Welche Rolle spielt die Fütterung?
Futter bringt organische Stoffe sowie Stickstoff und Phosphor in das Aquarium.
Eine bedarfsgerechte Fütterung ist notwendig.
Problematisch kann ein dauerhaft deutlich höherer Eintrag sein, als das Aquarium beziehungsweise seine Bewohner verarbeiten können.
Kontrolliere deshalb:
Futtermenge
Fischbesatz
Nicht gefressenes Futter
Nährstoffentwicklung
Du solltest Deine Tiere wegen Kugelalgen allerdings nicht unnötig knapp füttern.

Welche Rolle spielen organische Ablagerungen?
Mulm und andere Ablagerungen können beim weiteren Abbau Nährstoffe freisetzen.
Kontrolliere deshalb besonders Bereiche:
Hinter dem Riff
Unter Überhängen
Zwischen eng stehenden Steinen
In strömungsarmen Ecken
Dort können sich gleichzeitig Kugelalgen und Ablagerungen entwickeln.
Eine geeignete Strömungsverteilung kann helfen, solche Schmutzdepots zu reduzieren.

Verhindert starke Strömung Kugelalgen?
Nein.
Kugelalgen können auch in gut durchströmten Aquarien auftreten.
Eine sinnvolle Strömung hilft jedoch dabei, Mulmablagerungen zu reduzieren und die allgemeine Pflege zu erleichtern.
Erhöhe die Pumpenleistung deshalb nicht einfach nur wegen einiger Kugelalgen.

Welche Rolle spielt die Beleuchtung?
Kugelalgen betreiben Photosynthese und benötigen Licht.
Trotzdem solltest Du die Beleuchtung nicht drastisch reduzieren, nur weil Kugelalgen vorhanden sind.
Deine Korallen benötigen ebenfalls eine passende Lichtversorgung.
Wenn die Beleuchtung grundsätzlich zum Korallenbesatz passt, sollte die Kugelalgenbekämpfung über Entfernung und Ursachenforschung erfolgen und nicht über eine unnötige Dunkelkur.

Hilft eine Dunkelkur gegen Kugelalgen?
Eine Dunkelkur würde ich nicht als Standardmaßnahme empfehlen.
Sie kann das Algenwachstum vorübergehend beeinflussen, verändert aber nicht automatisch die Bedingungen, die zur Ausbreitung geführt haben.
Gleichzeitig belastest Du photosynthetische Korallen.
Gezielte mechanische Entfernung ist bei Kugelalgen wesentlich sinnvoller.

Hilft ein großer Wasserwechsel?
Ein Wasserwechsel kann Teil der normalen Pflege sein, beseitigt Kugelalgen aber nicht direkt.
Er kann bestimmte gelöste Stoffe verdünnen und bietet eine gute Gelegenheit, Kugelalgen gleichzeitig abzusaugen.
Ein einzelner großer Wasserwechsel ersetzt jedoch weder mechanische Entfernung noch langfristig angepasstes Nährstoffmanagement.

Solltest Du Phosphatadsorber einsetzen?
Nur wenn Dein Phosphatwert tatsächlich eine kontrollierte Reduzierung sinnvoll macht.
Ein Kugelalgenbefall allein ist kein Grund, einen Adsorber einzusetzen.
Wenn Du darüber nachdenkst, findest Du unter Wofür braucht man Phosphatadsorber? die wichtigsten Zusammenhänge.
Phosphat sollte nicht auf Verdacht möglichst vollständig entfernt werden.

Hilft ein Algenmittel gegen Kugelalgen?
Ich würde chemische Algenmittel gegen Kugelalgen nicht als erste oder allgemeine Standardlösung empfehlen.
Gerade weil einzelne Kugeln häufig mechanisch gut erreichbar sind, ist eine kontrollierte Entfernung zunächst wesentlich zielgerichteter.
Bei jedem chemischen Mittel musst Du außerdem berücksichtigen, wie Korallen, Wirbellose und andere Algen darauf reagieren.
Bekämpfe deshalb nicht vorschnell das gesamte Aquarium, wenn sich das Problem lokal entfernen lässt.

Was tun, wenn Kugelalgen zwischen Korallen wachsen?
Arbeite besonders vorsichtig.
Vermeide es, mit Werkzeugen das Korallengewebe zu verletzen.
Sinnvoll kann sein:
Strömung kurzfristig für die Entfernung reduzieren
Dünnen Schlauch zum Absaugen verwenden
Kugel mit einer feinen Pinzette lösen
Koralle nicht unnötig berühren
Stelle nach einigen Tagen erneut kontrollieren
Ist ein Ablegerstein stark befallen und problemlos entnehmbar, lässt er sich möglicherweise außerhalb des Aquariums besser bearbeiten.

Können Kugelalgen Korallen überwachsen?
Bei starkem Wachstum können Kugelalgen freien Raum zwischen oder unmittelbar neben Korallen besetzen.
Dadurch können sie kleine Ableger bedrängen oder Licht und Strömung lokal beeinflussen.
Entferne Kugelalgen deshalb besonders früh, wenn sie direkt an kleinen oder empfindlichen Korallen wachsen.

Was tun, wenn eine Kugelalge auf einem Ablegerstein sitzt?
Wenn die Koralle noch nicht fest in das Riff integriert ist, ist die Entfernung besonders einfach.
Nimm den Ableger kontrolliert heraus und entferne die Kugel möglichst vollständig.
Kontrolliere anschließend:
Unterseite des Ablegersteins
Bohrungen
Spalten
Übergang zwischen Koralle und Stein
Weitere kleine grüne Kugeln
Damit reduzierst Du die Wahrscheinlichkeit, gleich mehrere Kugelalgen ins Hauptriff einzubringen.

Was tun bei wenigen Kugelalgen?
Einzelne Kugeln früh entfernen
Stelle absaugen
Umgebung kontrollieren
Nach einigen Tagen erneut prüfen
Keine drastischen Änderungen an den Wasserwerten vornehmen
Bei Bedarf Mithraculus sculptus nur dann ergänzen, wenn das Tier langfristig zu Deinem Aquarium passt

Was tun bei mittlerem Befall?
Große Kugeln mechanisch entfernen
Lose Algen direkt absaugen
Mehrere Riffbereiche kontrollieren
Nitrat und Phosphat beobachten
Fütterung kontrollieren
Mulmstellen suchen
Strömungsverteilung überprüfen
Eine passende Cleaning-Crew erwägen

Was tun bei starkem Befall?
Bei einem größeren Bestand solltest Du systematisch vorgehen.
Bearbeite nicht das gesamte Riff gleichzeitig hektisch.
Sinnvoll ist:
Bereich für Bereich mechanisch reinigen
Große Kugeln zuerst entfernen
Gelöste Algen absaugen
Schwer erreichbare Stellen markieren und später kontrollieren
Mithraculus sculptus als mögliche biologische Unterstützung prüfen
Nährstoffentwicklung dokumentieren
Fütterung und Ablagerungen kontrollieren
Behandlung über mehrere Pflegeintervalle fortsetzen
Ein starker Bestand ist meist nicht innerhalb eines einzigen Abends dauerhaft beseitigt.

Warum solltest Du nicht zu viele Algenfresser einsetzen?
Wenn der Kugelalgenbestand zurückgeht, müssen die Tiere weiterhin ausreichend Nahrung finden.
Eine überdimensionierte Cleaning-Crew kann deshalb später selbst zum Problem werden.
Jedes Tier sollte nach erfolgreicher Algenkontrolle dauerhaft sinnvoll gepflegt werden können.

Wie verhinderst Du neue Kugelalgen möglichst gut?
Vollständig verhindern lässt sich der Eintrag nicht immer.
Du kannst das Risiko aber reduzieren:
Neue Korallen sorgfältig kontrollieren
Ablegersteine überprüfen
Kleine Kugeln sofort entfernen
Gebrauchtes Riffmaterial kontrollieren
Keine stark befallenen Steine ungeprüft übernehmen
Riff regelmäßig beobachten
Pflegearbeiten nutzen, um schwer erreichbare Stellen zu kontrollieren
Besonders die richtige Eingewöhnung neuer Korallen ist dabei wichtig.

Wie erkennst Du, ob Deine Maßnahmen funktionieren?
Achte nicht nur darauf, ob heute noch Kugeln vorhanden sind.
Interessanter ist der Verlauf.
Werden es weniger?
Kommen an gereinigten Stellen weniger neue Kugeln nach?
Bleiben behandelte Bereiche länger frei?
Nimmt Mithraculus sculptus kleine Kugeln auf?
Bleibt der restliche Algenbewuchs kontrolliert?
Verbessert sich die Situation über mehrere Wochen?
Diese Entwicklung ist aussagekräftiger als die Erwartung, dass nach einer einzigen Entfernung sofort jede Kugelalge verschwunden sein muss.

Typische Fehler bei Kugelalgen
Kugelalgen monatelang ignorieren
Große Bestände erst sehr spät entfernen
Kugeln unnötig im Riff zerquetschen
Lose Algenreste nicht absaugen
Nur sichtbare große Kugeln kontrollieren
Ablegersteine nicht untersuchen
Nur auf Algenfresser setzen
Mithraculus sculptus als garantierte Komplettlösung betrachten
Zu viele Cleaning-Crew-Tiere einsetzen
Nitrat auf null senken
Phosphat auf null senken
Phosphatadsorber ohne Messung einsetzen
Beleuchtung drastisch reduzieren
Dunkelkur als Standardmaßnahme einsetzen
Mehrere Aquarienbedingungen gleichzeitig verändern
Nach einer einmaligen Reinigung nicht weiter kontrollieren

Mithraculus sculptus als biologischer Helfer

Mithraculus sculptus im Korallenland-Shop
Die Mithrax- beziehungsweise Smaragdkrabbe gehört zu den bekanntesten Wirbellosen zur Unterstützung bei Kugelalgen. Ob und wie intensiv einzelne Tiere Kugelalgen fressen, kann jedoch individuell unterschiedlich sein.

Die richtige Cleaning-Crew auswählen

Die richtige Cleaning-Crew wählen
Eine Cleaning-Crew sollte immer zu Aquariengröße, Besatz und tatsächlichem Nahrungsangebot passen. Tiere sind keine kurzfristigen Verbrauchsartikel für ein Algenproblem.

Nitrat und Phosphat gemeinsam betrachten

Nährstoffungleichgewicht erkennen
Kugelalgen beweisen nicht automatisch zu hohe Nährstoffwerte. Hier erfährst Du, warum Nitrat und Phosphat gemeinsam betrachtet werden sollten und warum möglichst niedrige Werte nicht automatisch besser sind.

Fazit
Kugelalgen lassen sich am sinnvollsten durch eine Kombination aus früher Erkennung, mechanischer Entfernung und langfristiger Kontrolle bekämpfen.
Versuche vorhandene Kugeln möglichst vollständig zu lösen und sauge gelöste Algenreste direkt ab. Kann ein kleiner betroffener Stein problemlos entnommen werden, ist die Reinigung außerhalb des Aquariums häufig besonders kontrolliert möglich.
Mit Mithraculus sculptus steht Dir zusätzlich ein bekannter biologischer Helfer zur Verfügung. Verlasse Dich aber nicht ausschließlich darauf, denn nicht jedes Tier frisst Kugelalgen gleich intensiv.
Kontrolliere außerdem Nitrat, Phosphat, Fütterung, Ablagerungen und die Strömungsverteilung, ohne die Nährstoffe unnötig auf null zu drücken.
Je früher Du Kugelalgen entfernst und je regelmäßiger Du das Riff kontrollierst, desto einfacher bleibt ihre Ausbreitung beherrschbar.

Unser Tipp
Wenn Du nur wenige Kugelalgen findest, brauchst Du keine radikale Behandlung.
Nimm Dir einen dünnen Schlauch und eine feine Pinzette und entferne die Kugeln beim nächsten Wasserwechsel gezielt. Sauge gleichzeitig die bearbeitete Stelle ab.
Kontrolliere anschließend besonders Ablegersteine und schwer einsehbare Riffspalten.
Bei einem größeren wiederkehrenden Bestand kann Mithraculus sculptus eine sinnvolle Ergänzung sein – aber nur, wenn die Krabbe auch langfristig zu Deinem Aquarium und Deiner Cleaning-Crew passt.

Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.

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Gerd Raabe
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Tel.: +49 (0)8546 973568 • E-Mail: info@korallenland.de

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