Korallen richtig kombinieren
Ein abwechslungsreiches Riffaquarium lebt von unterschiedlichen Farben, Wuchsformen und Bewegungen. Trotzdem solltest Du Korallen nicht ausschließlich danach kombinieren, was optisch gut nebeneinander aussieht. Jede Koralle benötigt ausreichend Licht, passende Strömung, geeignete Wasserwerte und vor allem genügend Platz für ihr späteres Wachstum.
Ein kleiner Ableger kann innerhalb einiger Monate oder Jahre zu einer großen Kolonie werden. Gleichzeitig können Korallen ihre Nachbarn beschatten, überwachsen, direkt vernesseln oder über chemische Stoffe beeinflussen.
Für ein dauerhaft harmonisches Mischriff solltest Du deshalb bereits beim Kauf überlegen, wie sich die einzelnen Tiere später entwickeln. Unsere Kaufberatung Welche Korallen für ein Mischriff? hilft Dir zusätzlich bei der Auswahl.
Warum ist die richtige Kombination von Korallen so wichtig?
Korallen sind keine passiven Dekorationselemente. Im natürlichen Riff konkurrieren sie um Lebensraum und auch im Aquarium stehen ihnen nur begrenzte Flächen zur Verfügung.
Eine gute Kombination berücksichtigt deshalb:
Lichtbedarf
Strömungsbedarf
Spätere Größe
Wachstumsgeschwindigkeit
Wuchsform
Korallenabstand
Kampftentakel und Vernesselung
Mögliche chemische Konkurrenz
Beschattung
Anforderungen an die Wasserwerte
Wenn diese Punkte zusammenpassen, musst Du Dein Riff später wesentlich seltener umbauen.
LPS-, SPS- und Weichkorallen zusammen halten – geht das?
Ja. Ein Mischriff aus LPS-Korallen, SPS-Korallen und Weichkorallen kann hervorragend funktionieren.
Die einzelnen Gruppen haben jedoch teilweise unterschiedliche Ansprüche.
Viele SPS bevorzugen eine kräftigere, wechselnde Strömung und häufig eine höhere Lichtintensität. Viele LPS kommen besser mit moderaterer, indirekter Strömung zurecht. Verschiedene Weichkorallen sind vergleichsweise anpassungsfähig, können dafür aber stark wachsen oder chemisch mit anderen Korallen konkurrieren.
Deshalb sollte nicht das gesamte Aquarium überall identische Bedingungen besitzen. Sinnvoller ist es, unterschiedliche Zonen zu schaffen.
Nicht einfach SPS oben und LPS unten
Die Faustregel „SPS oben, LPS unten“ ist zu einfach.
Eine Acropora kann beispielsweise viel Licht und kräftige Wasserbewegung bevorzugen, während andere SPS mit weniger intensiven Bedingungen zurechtkommen.
Auch unter den LPS unterscheiden sich die Ansprüche erheblich.
Die richtige Platzierung der Korallen sollte deshalb immer nach der konkreten Art und nicht nur nach der groben Gruppe erfolgen.
Welche SPS-Korallen lassen sich gut kombinieren?
Viele SPS-Arten lassen sich miteinander kombinieren, wenn Licht, Strömung und ausreichend Wachstumsraum vorhanden sind.
Typische Beispiele sind:
Acropora
Montipora
Stylophora
Seriatopora
Pocillopora
Dabei ist die Wuchsform besonders wichtig.
Eine tellerförmig wachsende Montipora kann mit zunehmender Größe große Bereiche darunter beschatten. Eine verzweigte Acropora kann wiederum mit Nachbarkolonien zusammenwachsen.
Plane deshalb nicht für den heutigen Ableger, sondern für die spätere Kolonie.
Wie kombinierst Du unterschiedliche SPS-Wuchsformen?
Ein abwechslungsreicher SPS-Bereich kann sehr attraktiv wirken.
Du kannst beispielsweise eine verzweigte Acropora mit einer plattenförmigen Montipora und einer kompakter wachsenden Stylophora kombinieren.
Achte aber darauf, dass plattenförmige Korallen nicht so positioniert werden, dass sie später große Bereiche vollständig abschatten.
Besonders Montipora-Platten solltest Du deshalb nicht direkt oberhalb lichtbedürftiger Korallen platzieren.
Welche LPS-Korallen lassen sich gut miteinander kombinieren?
Auch viele LPS-Korallen können sehr gut gemeinsam gepflegt werden.
Beispiele sind:
Euphyllia
Favia
Goniastrea
Caulastrea
Blastomussa
Duncanopsammia
Trachyphyllia
Lobophyllia
Micromussa
Scolymia
Gerade bei LPS ist ausreichend Abstand besonders wichtig, weil einige Arten ihr Gewebe weit ausdehnen oder lange Kampftentakel entwickeln können.
Euphyllia braucht mehr Platz, als sie tagsüber zeigt
Euphyllia gehört zu den beliebtesten LPS-Korallen, sollte aber nicht zu dicht zwischen andere Korallen gesetzt werden.
Je nach Tier können lange Tentakel deutlich über den sichtbaren Korallenstock hinausreichen.
Mehr zu diesem Verhalten findest Du unter Kampftentakel erklärt.
Plane deshalb nicht nur nach der Tagesgröße.
Trachyphyllia und andere fleischige LPS richtig platzieren
Fleischige LPS wie Trachyphyllia, Lobophyllia, Micromussa oder Scolymia sollten nicht so platziert werden, dass ihr Gewebe dauerhaft an scharfkantigem Gestein oder anderen Korallen scheuert.
Auch ein harter direkter Pumpenstrahl kann für stark fleischige LPS ungünstig sein.
Berücksichtige deshalb gleichzeitig die Platzierung Deiner Strömungs-Pumpen.
Welche Weichkorallen lassen sich kombinieren?
Viele Weichkorallen eignen sich hervorragend für ein Mischriff.
Dazu gehören beispielsweise:
Ricordea
Discosoma
Zoanthus
Sarcophyton
Sinularia
Xenia
Briareum
Gerade bei schnell flächig wachsenden Arten solltest Du jedoch überlegen, ob Du sie auf einen separaten Stein setzt.
Warum können Xenia und Briareum problematisch werden?
Xenia und Briareum können sich unter passenden Bedingungen schnell ausbreiten.
Das ist zunächst attraktiv, kann langfristig aber zum Problem werden, wenn sie langsam wachsende Nachbarkorallen überwachsen.
Ein separater Stein beziehungsweise eine klar abgegrenzte Riffzone kann helfen, die Ausbreitung kontrollierbarer zu halten.
Plane deshalb bei schnell wachsenden Korallen nicht nur ihre aktuelle Größe ein.
Ricordea, Discosoma und Zoanthus für ruhigere Bereiche
Ricordea, Discosoma und Zoanthus können interessante Bereiche im unteren oder weniger stark beleuchteten Riff schaffen.
Auch hier gilt jedoch: Der tatsächliche Lichtbedarf hängt von Art und bisheriger Haltung ab.
Nutze deshalb keine starre Zoneneinteilung nur nach Korallennamen, sondern berücksichtige den tatsächlichen PAR-Wert.
Warum können Lederkorallen andere Korallen beeinflussen?
Weichkorallen wie Sarcophyton oder Sinularia können Stoffe an das Wasser abgeben und dadurch chemisch mit anderen Korallen konkurrieren.
Das bedeutet nicht, dass Du Lederkorallen und Steinkorallen grundsätzlich nicht gemeinsam halten kannst.
Viele Mischriffe funktionieren hervorragend.
Eine gute Wasserbewegung, ausreichende Abstände und bei Bedarf sinnvoll eingesetzte Aktivkohle können dabei hilfreich sein.
Kann Aktivkohle alle Konkurrenzprobleme lösen?
Nein.
Aktivkohle kann bestimmte gelöste organische Verbindungen adsorbieren.
Sie verhindert aber weder direkte Vernesselung noch Beschattung oder Überwachsen.
Eine Euphyllia, die ihren Nachbarn mit langen Tentakeln erreicht, benötigt schlicht mehr Abstand.
Aktivkohle ersetzt deshalb niemals eine sinnvolle Riffplanung.
Wie viel Abstand brauchen Korallen?
Eine einzige Zentimeterangabe für alle Korallen wäre unseriös.
Der notwendige Korallenabstand hängt ab von:
Art
Wuchsform
Wachstumsgeschwindigkeit
Aggressivität
Tentakelreichweite
Strömungsrichtung
Späterer Koloniegröße
Nachbarkoralle
Plane lieber etwas großzügiger.
Freie Flächen wirken in einem jungen Aquarium zunächst ungewohnt, werden mit zunehmendem Korallenwachstum aber schnell wertvoll.
Warum solltest Du das spätere Wachstum einplanen?
Eine kleine Acropora kann zu einer großen verzweigten Kolonie werden.
Eine Montipora kann große Platten bilden.
Eine Euphyllia kann zahlreiche weitere Köpfe entwickeln.
Eine Xenia kann sich über angrenzende Oberflächen ausbreiten.
Deshalb ist ein Aquarium, das direkt nach dem Einsetzen vollständig mit Korallen gefüllt aussieht, häufig bereits zu dicht geplant.
Warum ist die Wuchsform wichtiger als die aktuelle Größe?
Zwei kleine Ableger können beim Kauf ähnlich groß sein und sich später völlig unterschiedlich entwickeln.
Verzweigte Korallen wachsen in den freien Raum.
Plattenförmige Korallen können große Schattenflächen erzeugen.
Krustenförmige Korallen können Gestein überwachsen.
Weichkorallen können sich über angrenzende Flächen ausbreiten.
Großpolypige Korallen können ihren Geweberadius erheblich vergrößern.
Deshalb solltest Du immer überlegen, in welche Richtung eine Koralle später wachsen wird.
Beschattung frühzeitig verhindern
Beschattung entsteht häufig schleichend.
Besonders eine größere Montipora kann darunterliegende Korallen zunehmend vom Licht abschirmen.
Auch stark verzweigte Acropora, Stylophora, Seriatopora und Pocillopora können mit zunehmender Größe große Bereiche beeinflussen.
Plane deshalb genügend vertikalen und horizontalen Freiraum.
Wie kombinierst Du Korallen mit unterschiedlichem Lichtbedarf?
Schaffe verschiedene Lichtzonen im Aquarium.
Stärker beleuchtete Bereiche können beispielsweise für manche Acropora, Montipora oder Stylophora interessant sein.
Moderater beleuchtete Bereiche können sich je nach Tier für Euphyllia, Caulastrea, Blastomussa oder Duncanopsammia eignen.
Weniger intensiv beleuchtete Stellen können je nach Haltung für Ricordea oder Discosoma interessant sein.
Das sind jedoch keine festen Regeln.
Beurteile die tatsächliche Lichtintensität über PAR-Werte und gewöhne neue Tiere langsam an Deine Beleuchtung.
Wie kombinierst Du Korallen mit unterschiedlichem Strömungsbedarf?
Auch bei der Strömung solltest Du verschiedene Bereiche schaffen.
Viele SPS profitieren von einer kräftigen, wechselnden Wasserbewegung.
Fleischige LPS wie Trachyphyllia, Lobophyllia oder Scolymia sollten dagegen nicht dauerhaft von einem harten direkten Strahl getroffen werden.
Die richtige Platzierung der Strömungs-Pumpen ist deshalb genauso wichtig wie die Position der Korallen selbst.
Warum reicht die Pumpenleistung allein nicht aus?
Eine Strömungs-Pumpe kann theoretisch genügend Leistung besitzen und trotzdem ungünstig positioniert sein.
Entscheidend ist, wie das Wasser tatsächlich durch das Riff strömt.
Achte auf:
Breite Wasserbewegung
Wechselnde Strömungsrichtungen
Keine starken toten Bereiche
Keine dauerhafte direkte Punktströmung auf empfindliches Gewebe
Gute Durchströmung zwischen SPS-Ästen
Möglichst wenig Mulmablagerungen hinter dem Riff
So können verschiedene Korallengruppen unterschiedliche Bereiche nutzen.
Kampftentakel unbedingt berücksichtigen
Einige Korallen können ihre Nachbarn aus größerer Entfernung vernesseln.
Besonders bei verschiedenen LPS können Kampftentakel nachts wesentlich weiter reichen, als es tagsüber aussieht.
Beobachte deshalb ein dicht besetztes Riff gelegentlich auch nach dem Ausschalten der Beleuchtung.
Wenn eine Koralle nur auf der einem bestimmten Nachbarn zugewandten Seite Gewebeschäden zeigt, ist direkte Vernesselung eine mögliche Ursache.
Warum ist die Strömungsrichtung bei Kampftentakeln wichtig?
Lange Tentakel werden von der Wasserbewegung getragen.
Dadurch kann eine Koralle vor allem Tiere erreichen, die in Strömungsrichtung liegen.
Änderst Du die Ausrichtung Deiner Pumpen, kann deshalb plötzlich eine neue Konkurrenzsituation entstehen.
Berücksichtige bei der Platzierung Deiner Strömungs-Pumpen immer auch die Nachbarschaft der Korallen.
Welche Rolle spielen Wasserwerte beim Mischriff?
Ein Mischriff muss Wasserbedingungen bieten, mit denen alle gepflegten Korallen langfristig zurechtkommen.
Besonders wichtig sind stabile Wasserwerte.
Dazu gehören unter anderem:
Salinität
Karbonathärte
Calcium
Magnesium
Nitrat
Phosphat
pH-Wert
Ein Aquarium sollte deshalb nicht so geplant werden, dass eine Korallengruppe dauerhaft Bedingungen benötigt, die für eine andere Gruppe ungeeignet sind.
Sind stabile Bedingungen wichtiger als perfekte Einzelwerte?
Ja.
Korallen reagieren häufig empfindlicher auf schnelle Veränderungen als auf kleine stabile Abweichungen innerhalb eines grundsätzlich geeigneten Bereichs.
Ein Mischriff mit vielen unterschiedlichen Korallen profitiert deshalb besonders von einer ruhigen, nachvollziehbaren Versorgung.
Verändere nicht ständig mehrere Werte gleichzeitig, nur um theoretisch perfekte Zahlen zu erreichen.
Wie kombinierst Du SPS und LPS?
SPS und LPS können hervorragend gemeinsam gehalten werden.
Ein möglicher Aufbau ist:
Kräftiger beleuchtete und gut durchströmte Bereiche für Acropora, Montipora, Stylophora, Seriatopora oder Pocillopora
Moderater durchströmte Bereiche für Euphyllia, Caulastrea, Blastomussa oder Duncanopsammia
Freie Bodenbereiche für geeignete Trachyphyllia oder Scolymia
Dabei darf die SPS-Zone später nicht die darunterliegenden LPS vollständig beschatten.
Wie kombinierst Du Weichkorallen mit Steinkorallen?
Auch diese Kombination funktioniert häufig sehr gut.
Ricordea, Discosoma oder Zoanthus können freie Bereiche zwischen größeren Steinkorallen optisch interessant gestalten.
Bei schnell wachsenden Xenia oder Briareum solltest Du dagegen besonders auf die spätere Ausbreitung achten.
Größere Sarcophyton oder Sinularia benötigen ebenfalls ausreichend Raum und können chemische Konkurrenz verursachen.
Welche Korallen solltest Du nicht direkt nebeneinander setzen?
Eine pauschale Verbotsliste ist wenig sinnvoll.
Besonders vorsichtig solltest Du jedoch sein bei:
Korallen mit langen Kampftentakeln neben empfindlichen Nachbarn
Sehr schnell wachsenden Arten neben langsam wachsenden Korallen
Plattenförmigen SPS direkt oberhalb lichtbedürftiger LPS
Stark flächig wachsenden Weichkorallen direkt auf dem Hauptriff
Großen Lederkorallen unmittelbar zwischen empfindlichen SPS
Fleischigen LPS an scharfkantigen SPS-Ästen
Entscheidend ist immer die konkrete Kombination und der vorhandene Platz.
Können ähnliche Korallen direkt nebeneinander stehen?
Manchmal ja, aber auch daraus solltest Du keine allgemeine Regel machen.
Selbst ähnlich aussehende Korallen können sich bei direktem Kontakt gegenseitig schädigen.
Bei Euphyllia kann die Verträglichkeit beispielsweise von der konkreten Art abhängen.
Plane deshalb auch zwischen ähnlichen Korallen ausreichend Raum und beobachte direkten Kontakt.
Was ist mit einer Anemone im Korallenriff?
Eine Entacmaea quadricolor kann sich nach dem Einsetzen oder bei veränderten Bedingungen einen neuen Standort suchen.
Dabei kann sie in Kontakt mit Korallen kommen und diese vernesseln.
Platziere empfindliche oder wertvolle Korallen deshalb nicht direkt rund um eine frisch eingesetzte Anemone.
Solange die Anemone ihren endgültigen Standort nicht gefunden hat, solltest Du ihre Umgebung besonders aufmerksam beobachten.
Warum ist eine wandernde Anemone im SPS-Riff problematisch?
Eine wandernde Entacmaea quadricolor kann auf ihrem Weg durch das Riff zahlreiche Korallen berühren.
Besonders dicht verzweigte SPS-Bereiche bieten nur wenig freien Raum.
Wenn Du Anemonen und Korallen kombinierst, solltest Du deshalb ausreichend Abstand und mögliche Wanderwege berücksichtigen.
Neue Korallen nicht sofort in jede freie Lücke setzen
Eine freie Stelle im Riff ist nicht automatisch ein guter Korallenstandort.
Prüfe vorher:
Wie viel Licht kommt dort an?
Wie stark ist die Strömung?
Welche Korallen stehen daneben?
Wie groß werden diese?
Kann es zu Beschattung kommen?
Sind Kampftentakel möglich?
Wie entwickelt sich die neue Koralle?
Unser Ratgeber Korallen richtig platzieren hilft Dir bei dieser Entscheidung.
Neue Korallen zuerst eingewöhnen
Bevor Du eine neue Koralle endgültig zwischen vorhandenen Kolonien befestigst, solltest Du sie an Deine Bedingungen gewöhnen.
Besonders Licht und Strömung können sich deutlich vom vorherigen Aquarium unterscheiden.
Wie Du dabei vorgehst, erklären wir unter Korallen richtig eingewöhnen.
So vermeidest Du, dass Du eine bereits durch den Transport belastete Koralle zusätzlich einem ungeeigneten Standort aussetzt.
Warum solltest Du neue Korallen nicht sofort fest einmauern?
Wenn Du noch nicht sicher bist, ob Licht und Strömung am gewünschten Standort passen, sollte eine neue Koralle zunächst sicher, aber gegebenenfalls noch korrigierbar positioniert werden.
Sie darf dabei natürlich nicht umfallen.
Erst wenn Du beurteilen kannst, dass der Standort grundsätzlich passt, ist eine dauerhafte Befestigung sinnvoll.
Wie kombinierst Du Farben sinnvoll?
Farben sind für die Gesundheit der Korallen natürlich nebensächlich, für die Gestaltung aber interessant.
Statt viele sehr ähnliche Farbtöne direkt nebeneinander zu setzen, kannst Du bewusst Kontraste schaffen.
Beispielsweise kann eine farbige Euphyllia vor einer verzweigten Acropora optisch völlig anders wirken als zwei ähnlich strukturierte Korallen nebeneinander.
Die Gestaltung sollte jedoch immer erst nach den Haltungsbedingungen kommen.
Warum sind unterschiedliche Wuchsformen interessant?
Ein natürlich wirkendes Riff entsteht häufig durch die Mischung unterschiedlicher Strukturen.
Beispiele:
Verzweigte Acropora
Plattenförmige Montipora
Bewegte Euphyllia
Massivere Lobophyllia
Kleine Polypenkolonien wie Zoanthus
Weiche Lederkorallen wie Sarcophyton
So entsteht optische Tiefe, ohne dass jede Koralle dieselbe Wuchsform besitzt.
Wie planst Du ein Riff langfristig?
Stell Dir jede neu eingesetzte Koralle deutlich größer vor.
Frage Dich:
Wo kann sie hinwachsen?
Was wird später darunter liegen?
Welche Koralle steht in Strömungsrichtung?
Welche Tiere könnten vernesselt werden?
Welche Bereiche werden beschattet?
Kann ich die Koralle später noch zurückschneiden?
Bleibt genug Platz zur Scheibe und Technik?
Je früher Du diese Fragen stellst, desto weniger Umbau ist später notwendig.
Wann musst Du Korallen zurückschneiden?
In einem gut laufenden Aquarium kann Wachstum irgendwann dazu führen, dass Korallen ihre Nachbarn erreichen.
Dann kann ein gezieltes Zurückschneiden beziehungsweise Ablegern sinnvoll sein.
Besonders schnell wachsende SPS und flächig wachsende Weichkorallen benötigen manchmal regelmäßige Kontrolle.
Gesundes Wachstum ist positiv, muss im begrenzten Raum eines Aquariums aber gelenkt werden.
Was tun, wenn zwei Korallen bereits miteinander kämpfen?
Prüfe zunächst, welche Koralle die andere erreicht.
Achte auf:
Kampftentakel
Direkten Gewebekontakt
Einseitigen Gewebeverlust
Beschattung
Überwachsen
Strömungsrichtung
Wenn die Ursache klar ist, solltest Du Abstand schaffen beziehungsweise Wachstum zurücknehmen.
Ein dauerhaftes gegenseitiges Vernesseln wird selten dadurch gelöst, dass Du einfach abwartest.
Wie erkennst Du zu wenig Abstand?
Mögliche Hinweise sind:
Polypen nur auf einer Seite eingezogen
Lokaler Geweberückgang
Weiße Stellen zum Nachbarn hin
Korallen berühren sich nachts
Eine Koralle wächst über die andere
Zunehmende Beschattung
Eine Koralle wird durch die andere mechanisch bedrängt
Mehr dazu erfährst Du unter Korallenabstand – Warum ausreichend Platz.
Typische Fehler beim Kombinieren von Korallen
Korallen nur nach Farbe auswählen
SPS grundsätzlich oben und LPS grundsätzlich unten setzen
Kleine Ableger zu dicht nebeneinander platzieren
Späteres Wachstum ignorieren
Montipora-Platten über lichtbedürftige Korallen setzen
Kampftentakel unterschätzen
Strömungsrichtung nicht berücksichtigen
Xenia und Briareum unkontrolliert auf dem Hauptriff wachsen lassen
Chemische Konkurrenz von Weichkorallen ignorieren
Aktivkohle als Ersatz für ausreichend Abstand betrachten
Anemonen direkt zwischen wertvollen Korallen einsetzen
Neue Korallen sofort endgültig befestigen
Alle freien Stellen sofort besetzen
Korallen erst umsetzen, wenn bereits deutliche Schäden entstanden sind
Welche Korallen für ein Mischriff?
Welche Korallen für ein Mischriff?
Wenn Du Dein Aquarium gezielt mit unterschiedlichen Korallengruppen besetzen möchtest, findest Du hier eine ausführliche Kaufberatung zur Zusammenstellung eines Mischriffs.
Korallen richtig platzieren
Korallen richtig platzieren
Licht, Strömung, Abstand und späteres Wachstum entscheiden gemeinsam darüber, ob ein Standort langfristig funktioniert.
Korallenabstand richtig planen
Korallenabstand – Warum ausreichend Platz
Kleine Ableger täuschen leicht über den späteren Platzbedarf hinweg. Hier erfährst Du, warum Korallenabstand, Wuchsform, Beschattung und Vernesselung bereits beim Einsetzen berücksichtigt werden sollten.
Kampftentakel verstehen
Kampftentakel erklärt
Einige Korallen können ihre Nachbarn nachts über erstaunliche Entfernungen erreichen. Unser Ratgeber zeigt Dir, warum der tagsüber sichtbare Abstand nicht immer ausreicht.
Fazit
Korallen richtig zu kombinieren bedeutet weit mehr, als schöne Farben nebeneinander auszuwählen.
Ein dauerhaft harmonisches Riff berücksichtigt Licht, PAR-Werte, Strömung, Korallenabstand, Wuchsform und spätere Größe.
SPS wie Acropora, Montipora, Stylophora, Seriatopora und Pocillopora können mit LPS wie Euphyllia, Caulastrea, Blastomussa, Duncanopsammia oder Trachyphyllia hervorragend zusammenleben, wenn Du unterschiedliche Zonen schaffst.
Auch Weichkorallen wie Ricordea, Discosoma, Zoanthus, Sarcophyton, Sinularia, Xenia und Briareum können ein Mischriff hervorragend ergänzen.
Plane aber immer für die spätere Kolonie und nicht nur für den kleinen Ableger, den Du heute kaufst.
Je großzügiger und vorausschauender Du Dein Riff gestaltest, desto weniger musst Du später eingreifen.
Unser Tipp
Wenn Du eine neue Koralle kaufen möchtest, suche nicht zuerst die schönste freie Stelle im Aquarium.
Überlege zuerst, welche Bedingungen dort tatsächlich herrschen und welches Tier langfristig dazu passt.
Prüfe Licht und PAR-Werte, Strömung, vorhandene Nachbarn und den zukünftigen Korallenabstand.
Wenn Du beispielsweise zwischen einer Acropora, Montipora, Euphyllia, Trachyphyllia oder Sarcophyton entscheidest, sollte nicht nur die Farbe ausschlaggebend sein, sondern vor allem der Platz, den das Tier langfristig benötigt.
So entsteht aus einzelnen schönen Korallen ein dauerhaft harmonisches Riff.
Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.
