Turbinaria – robuste Steinkoralle mit außergewöhnlicher Wuchsform

Turbinaria ist eine interessante Steinkoralle, die je nach Art sehr unterschiedliche Wuchsformen entwickeln kann. Besonders auffällig sind teller-, schalen- oder kelchförmig wachsende Kolonien, die mit zunehmender Größe zu einem markanten Bestandteil des Riffaufbaus werden können. Die Färbung reicht häufig von Gelb und Grün bis Braun. Viele Turbinaria gelten bei stabilen Bedingungen als vergleichsweise robust.

Steckbrief
Gattung: Turbinaria
Deutscher Name: Kelchkoralle / Becherkoralle
Englischer Name: Cup Coral / Scroll Coral
Korallen-Gruppe: Steinkoralle
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel
Beleuchtung: mittel
Strömung: mittel bis kräftig, breit und wechselnd
Platzierung: mittlerer Riffbereich
Wachstum: langsam bis mittel, je nach Art teller-, schalen- oder kompakt wachsend
Fütterung: zusätzliche Fütterung möglich
Aggressivität: gering bis mittel
Besonderheit: sehr unterschiedliche und teilweise ausgeprägte teller- oder schalenförmige Wuchsformen

Haltung im Meerwasseraquarium
Turbinaria lässt sich in einem stabil laufenden Meerwasseraquarium meist gut pflegen. Besonders wichtig sind eine geeignete Beleuchtung und eine Wasserbewegung, die auch größere Kolonien vollständig erreicht. Teller- oder schalenförmig wachsende Tiere können mit zunehmender Größe Ablagerungen auffangen und darunter stehende Korallen beschatten. Plane deshalb bereits beim Einsetzen ausreichend Platz ein.

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Beleuchtung und Standort
Turbinaria kommt meist mit mittlerer Beleuchtung gut zurecht. Als grobe Orientierung können etwa 100–200 PAR ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Dieser Bereich ist keine feste Vorgabe, denn die tatsächlich geeignete Lichtintensität hängt unter anderem von Art, bisheriger Gewöhnung, Spektrum, Beleuchtungsdauer und den übrigen Bedingungen im Aquarium ab. Eine neue Koralle solltest Du deshalb langsam an deutlich höhere Lichtintensitäten gewöhnen. Mehr dazu erfährst Du unter PAR-Werte einfach erklärt. Der mittlere Riffbereich ist häufig ein guter Ausgangspunkt. Bei tellerförmig wachsenden Tieren solltest Du außerdem die spätere Beschattung darunter liegender Bereiche berücksichtigen.

Die richtige Strömung
Eine mittlere bis kräftige, breite und wechselnde Strömung ist für Turbinaria gut geeignet. Besonders bei teller-, kelch- oder schalenförmigen Kolonien sollte die Wasserbewegung verhindern, dass sich Mulm und andere Ablagerungen auf horizontalen oder vertieften Flächen sammeln. Ein dauerhaft harter direkter Pumpenstrahl ist dagegen nicht sinnvoll. Mit zunehmender Größe solltest Du kontrollieren, ob die gesamte Kolonie weiterhin ausreichend umströmt wird.

Wasserwerte
Temperatur: etwa 24–26 °C
Salinität: etwa 35 PSU
KH: etwa 7–9 dKH
Calcium: etwa 400–450 mg/l
Magnesium: etwa 1.250–1.350 mg/l
Nitrat: messbar und möglichst stabil
Phosphat: messbar und möglichst stabil
Diese Bereiche dienen als Orientierung. Als kalkbildende Steinkoralle benötigt Turbinaria Calcium und Karbonate für den Aufbau ihres Skeletts. Mit zunehmendem Wachstum kann der Verbrauch steigen. Nitrat und Phosphat sollten nicht grundsätzlich möglichst weit abgesenkt werden, sondern zur Nährstoffversorgung des gesamten Aquariums passen.

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Fütterung
Turbinaria lebt mit Zooxanthellen im Gewebe und erhält dadurch einen erheblichen Teil ihrer Energie über die Photosynthese. Zusätzlich können die Polypen feine Nahrungspartikel aus dem Wasser aufnehmen. Eine gelegentliche zusätzliche Fütterung mit feinem Plankton oder geeignetem Korallenfutter ist möglich, bei einer guten Versorgung des Aquariums aber normalerweise nicht zwingend notwendig.

Abstand zu anderen Korallen
Turbinaria solltest Du mit ausreichend Abstand zu anderen Korallen platzieren. Berücksichtige dabei besonders die spätere Wuchsform. Teller- und schalenförmige Kolonien können sich zunehmend über benachbarte Bereiche ausdehnen und darunter stehende Korallen beschatten. Direkten Kontakt zu stärker nesselnden Nachbarkorallen solltest Du ebenfalls vermeiden.

Woran erkennst Du einen guten Standort?
Das Gewebe bedeckt das Skelett vollständig.
Die Polypen sind regelmäßig sichtbar.
Die Färbung bleibt über längere Zeit stabil.
An den Wachstumsrändern ist neues Wachstum erkennbar.
Die gesamte Kolonie wird ausreichend umströmt.
Auf teller- oder schalenförmigen Bereichen sammeln sich keine größeren Ablagerungen.
Die Koralle wird nicht dauerhaft von einem harten Pumpenstrahl getroffen.
Benachbarte Korallen besitzen ausreichend Abstand.
Die Kolonie hat genügend Platz für ihre spätere Wuchsform.
Geht sichtbar Gewebe zurück oder sammeln sich dauerhaft Ablagerungen auf der Kolonie, solltest Du Wasserwerte, Beleuchtung und insbesondere die Strömung kontrollieren.

Wie wächst Turbinaria?
Die Wuchsform hängt stark von der jeweiligen Turbinaria-Art ab. Einige Tiere bilden auffällige teller-, kelch- oder schalenförmige Strukturen, andere wachsen kompakter oder entwickeln stärker aufrechte Formen. Dadurch kann sich der Platzbedarf einer zunächst kleinen Koralle mit der Zeit erheblich verändern. Besonders tellerförmige Tiere solltest Du so platzieren, dass sie später nicht große Bereiche des Riffs beschatten.

Warum sammeln sich auf Turbinaria manchmal Ablagerungen?
Die charakteristische Wuchsform kann bei einigen Turbinaria dazu führen, dass Mulm, Futterreste und andere Partikel auf der Kolonie liegen bleiben. Besonders teller- oder schalenförmige Bereiche sind dafür anfällig. Eine ausreichend breite und wechselnde Strömung hilft, solche Ablagerungen zu reduzieren. Kontrolliere größere Kolonien regelmäßig und passe die Wasserbewegung bei Bedarf an.

Warum verliert Turbinaria manchmal ihre Farbe?
Farbveränderungen können unterschiedliche Ursachen haben. Veränderungen der Beleuchtung, schwankende Wasserwerte, eine veränderte Nährstoffversorgung, Stress nach Transport oder Umsetzen sowie eine ungeeignete Strömung können das Erscheinungsbild beeinflussen. Eine blasser werdende Turbinaria solltest Du deshalb nicht automatisch stärker beleuchten. Prüfe zuerst, was sich im Aquarium tatsächlich verändert hat.

Ist Turbinaria für Anfänger geeignet?
Turbinaria kann für Aquarianer mit noch wenig Erfahrung geeignet sein, wenn das Meerwasseraquarium bereits stabil läuft. Viele Arten gelten als vergleichsweise robust. Wichtig sind stabile Wasserwerte, eine geeignete Beleuchtung und insbesondere eine Wasserbewegung, die Ablagerungen auf der Kolonie verhindert. Für ein gerade erst gestartetes Aquarium solltest Du mit dem Einsetzen trotzdem warten, bis sich stabile Bedingungen entwickelt haben.

Turbinaria kaufen
Beim Kauf solltest Du auf gesundes und möglichst vollständig erhaltenes Gewebe achten. Besonders die Ränder und vertieften Bereiche der Kolonie solltest Du kontrollieren. Größere freiliegende Skelettbereiche, fortschreitender Gewebeverlust oder auffällige Beläge können Warnsignale sein. Helle Bereiche direkt an aktiv wachsenden Rändern müssen dagegen nicht automatisch problematisch sein.

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Unser Tipp
Plane bei Turbinaria von Anfang an nach der späteren Wuchsform und nicht nur nach der Größe des gekauften Ablegers. Besonders teller- oder schalenförmige Tiere benötigen ausreichend freien Raum und eine gute Umströmung ihrer gesamten Oberfläche. Kontrolliere regelmäßig, ob sich Mulm auf der Kolonie sammelt. Bleibt das Gewebe vollständig, die Färbung stabil und sind Wachstumsränder erkennbar, spricht vieles dafür, dass der Standort passt.

Kurz zusammengefasst
Turbinaria ist eine interessante und vergleichsweise robuste Steinkoralle mit teilweise außergewöhnlichen teller-, schalen- oder kelchförmigen Wuchsformen. Mittlere Beleuchtung, eine mittlere bis kräftige wechselnde Strömung und stabile Wasserwerte bieten gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Haltung. Besonders wichtig sind ausreichend Platz für die spätere Kolonie und eine Wasserbewegung, die Ablagerungen auf der Koralle verhindert.

Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.

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Gerd Raabe
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