Amphipoden – nützliche Flohkrebse für Dein Meerwasseraquarium

Amphipoden, häufig Flohkrebse genannt, gehören zur natürlichen Mikrofauna eines Meerwasseraquariums. Die kleinen Krebstiere leben meist versteckt zwischen Lebendgestein, Algen, Bodengrund oder im Technikbecken. Besonders nachts kannst Du sie beobachten, wenn sie flink über Steine und andere Oberflächen laufen.

Im Riffaquarium sind Amphipoden ausgesprochen nützlich: Sie verwerten organische Reste und Algenaufwuchs und dienen gleichzeitig vielen Fischen als natürliche Nahrung.

Steckbrief
Tiergruppe: Krebstiere – Amphipoda
Deutscher Name: Flohkrebse
Größe: je nach Art wenige Millimeter bis etwa 1–2 cm
Schwierigkeitsgrad: leicht
Aktivität: überwiegend versteckt und häufig nachts sichtbar
Aufgabe im Aquarium: Resteverwerter und natürliche Futterquelle
Ernährung: Detritus, Futterreste, Algenaufwuchs und organisches Material
Vermehrung im Aquarium: gut möglich
Riffverträglichkeit: überwiegend sehr gut
Besonderheit: wichtiger Bestandteil einer vielfältigen Mikrofauna

Amphipoden im Meerwasseraquarium
Amphipoden müssen normalerweise nicht gezielt gepflegt werden. In einem eingefahrenen Meerwasseraquarium mit ausreichend Nahrung und Verstecken können sie stabile Populationen bilden.

Tagsüber halten sie sich häufig zwischen Steinen, Makroalgen und anderen geschützten Bereichen auf. Nach dem Ausschalten der Beleuchtung werden viele Tiere deutlich aktiver.

Warum sind Amphipoden nützlich?
Amphipoden übernehmen mehrere Aufgaben gleichzeitig. Sie fressen Futterreste, Detritus, abgestorbenes organisches Material und teilweise Algenaufwuchs.

Dadurch sind sie ein natürlicher Bestandteil der biologischen Kreisläufe im Aquarium.

Gleichzeitig stehen Amphipoden auf dem Speiseplan vieler Fische. Besonders für Tiere, die gerne kleine Krebstiere vom Riffgestein aufnehmen, stellen sie eine wertvolle natürliche Nahrungsquelle dar.

Ernährung
In einem gut eingefahrenen Aquarium finden Amphipoden normalerweise ausreichend Nahrung. Sie ernähren sich unter anderem von Detritus, Algenaufwuchs, abgestorbenem Pflanzenmaterial und kleinen Futterresten.

Eine gezielte Fütterung ist deshalb meistens nicht notwendig.

Möchtest Du gezielt eine größere Population aufbauen oder Amphipoden separat vermehren, können kleine Mengen geeigneten Fischfutters, Algen und andere organische Nahrung angeboten werden. Überfüttern solltest Du dabei vermeiden.

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Vermehrung
Amphipoden können sich im Meerwasseraquarium gut vermehren. Voraussetzung sind ausreichend Nahrung und geschützte Rückzugsbereiche.

Besonders hilfreich sind:

• poröses Lebendgestein
• Makroalgen
• Bereiche mit geringerem Fraßdruck
• ein Refugium im Technikbecken
• kleine Spalten und Hohlräume im Riffaufbau

Ein Refugium mit Makroalgen kann zu einer regelrechten Kinderstube für Amphipoden werden. Von dort gelangen immer wieder Tiere in das Hauptaquarium.

Amphipoden als natürliches Lebendfutter
Eine stabile Amphipoden-Population ist besonders interessant, weil sich die Tiere kontinuierlich vermehren und gleichzeitig als natürliche Nahrung zur Verfügung stehen.

Das ersetzt bei den meisten Fischen keine ausgewogene Fütterung, sorgt aber für zusätzliche Abwechslung und fördert das natürliche Such- und Jagdverhalten.

Sind Amphipoden gefährlich für Korallen?
In einem normalen Riffaquarium sind Amphipoden überwiegend harmlos und nützlich.

Manchmal werden größere Ansammlungen auf geschwächten oder bereits geschädigten Korallen beobachtet. Das führt schnell zu dem Verdacht, die Amphipoden hätten die Koralle angegriffen.

Häufig verwerten sie dort jedoch bereits geschädigtes oder abgestorbenes Gewebe. Wenn Du ungewöhnlich viele Amphipoden auf einer Koralle siehst, solltest Du deshalb zuerst nach der eigentlichen Ursache für die Schädigung suchen.

Warum habe ich plötzlich so viele Amphipoden?
Eine starke Vermehrung bedeutet zunächst, dass die Tiere gute Lebensbedingungen und ausreichend Nahrung vorfinden.

Explodiert die Population regelrecht, kann allerdings auch ein sehr großes Angebot an Futterresten und organischem Material vorhanden sein.

Dann lohnt sich ein Blick auf:

• Futtermenge
• Mulmablagerungen
• abgestorbenes organisches Material
• Filterpflege
• allgemeine Nährstoffsituation

Die Amphipoden sind dabei normalerweise nicht das eigentliche Problem, sondern profitieren lediglich vom vorhandenen Nahrungsangebot.

Warum verschwinden Amphipoden wieder?
Wenn Du Amphipoden zunächst häufig gesehen hast und später kaum noch Tiere findest, muss die Population nicht vollständig verschwunden sein.

Viele Fische fressen Amphipoden sehr gerne. In einem stark besetzten Aquarium kann deshalb ein erheblicher Fraßdruck entstehen.

Ein Refugium oder geschützter Bereich ohne Fische kann helfen, dauerhaft eine Population zu erhalten.

Amphipoden und Copepoden
Amphipoden und Copepoden gehören beide zur natürlichen Mikrofauna, unterscheiden sich aber deutlich.

Amphipoden sind meist größer und mit bloßem Auge gut erkennbar. Copepoden sind wesentlich kleiner und erscheinen häufig nur als winzige Punkte auf Scheiben und Gestein.

Beide Gruppen ergänzen sich hervorragend und tragen zu einer vielfältigen Mikrofauna bei.

Mehr über die kleinen Ruderfußkrebse findest Du unter Copepoden.

Sind Amphipoden für Anfänger geeignet?
Ja. Amphipoden benötigen normalerweise keine besondere Pflege und können bereits beim Aufbau einer vielfältigen Mikrofauna interessant sein.

Wichtig ist allerdings etwas Geduld. In einem sehr jungen und sterilen Aquarium fehlen häufig noch geeignete Rückzugsbereiche und natürliche Nahrungsquellen.

Amphipoden gezielt einsetzen
Amphipoden können gezielt eingebracht werden, um die Mikrofauna eines Meerwasseraquariums zu ergänzen oder neu aufzubauen.

Am besten setzt Du sie dort ein, wo sie zunächst Schutz vor Fischen finden – beispielsweise zwischen porösem Gestein, in Makroalgen oder direkt in einem Refugium.

So haben die Tiere bessere Chancen, sich zu etablieren und zu vermehren.

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Unser Tipp
Wenn Du eine stabile Amphipoden-Population aufbauen möchtest, schaffe einen Bereich, den Deine Fische nicht vollständig erreichen können. Ein Refugium mit Makroalgen eignet sich dafür besonders gut. Dort können sich Amphipoden vermehren, während regelmäßig einzelne Tiere ins Hauptbecken gelangen und dort als natürliche Nahrung dienen.

Kurz zusammengefasst
Amphipoden sind nützliche kleine Krebstiere und ein wertvoller Bestandteil der Mikrofauna im Meerwasseraquarium. Sie verwerten organische Reste und Algenaufwuchs, vermehren sich unter geeigneten Bedingungen selbstständig und dienen vielen Fischen als natürliche Nahrung. Rückzugsbereiche und ein Refugium helfen dabei, langfristig eine stabile Population zu erhalten.

Haftungsausschluss
Die beschriebenen Eigenschaften und Haltungsbedingungen dienen als allgemeine Orientierung. Unter dem Begriff Amphipoden werden zahlreiche Arten mit unterschiedlichen Ernährungsweisen und Verhaltensweisen zusammengefasst. Beobachtungen einzelner Tiere lassen sich deshalb nicht uneingeschränkt auf alle Amphipoden übertragen.

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Gerd Raabe
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