Korallenabstand – Warum ausreichend Platz wichtig ist

Ein Meerwasseraquarium wirkt am Anfang oft besonders schön, wenn möglichst viele Korallen dicht nebeneinander stehen. Langfristig kann genau das jedoch zu Problemen führen. Korallen wachsen, beschatten sich gegenseitig, konkurrieren um Licht und Strömung und einige Arten können ihre Nachbarn sogar aktiv vernesseln.
Ausreichender Abstand gehört deshalb zu den wichtigsten Grundlagen eines dauerhaft harmonischen Riffaquariums. Plane nicht nur für den kleinen Ableger, den Du heute einsetzt, sondern für die deutlich größere Kolonie, die daraus später entstehen kann.
Wie Du Licht, Strömung, Wuchsform und Nachbarschaft gemeinsam beurteilst, erklären wir Dir ausführlich unter Korallen richtig platzieren.

Warum brauchen Korallen überhaupt Abstand?
Korallen sind keine statischen Dekorationselemente. Sie wachsen und konkurrieren um:
Licht
Platz
Strömung
Nährstoffe
Freie Oberfläche
Ein zu geringer Abstand kann deshalb dazu führen, dass sich zwei zunächst problemlos stehende Korallen später gegenseitig beeinträchtigen.
Mehr zur langfristigen Zusammenstellung unterschiedlicher Tiere findest Du unter Korallen richtig kombinieren.

Warum ist der aktuelle Abstand oft nur eine Momentaufnahme?
Viele Korallen werden als kleine Ableger gekauft.
Ein kleiner Ableger kann innerhalb der nächsten Monate oder Jahre:
Breiter werden
Neue Äste bilden
Neue Polypen entwickeln
Große Platten ausbilden
Über angrenzendes Gestein wachsen
Andere Korallen beschatten
Direkten Kontakt zu Nachbarn bekommen
Deshalb solltest Du immer die spätere Wuchsform berücksichtigen.

Wie schnell können Korallen wachsen?
Das Wachstum hängt stark von Art, Wasserwerten, Licht, Strömung und Versorgung ab.
Einige Korallen können bei guten Bedingungen relativ schnell große Bereiche des Riffs einnehmen.
Beispiele sind:
Acropora
Montipora
Xenia
Wie schnell eine Koralle tatsächlich wächst, lässt sich trotzdem nicht seriös mit einer festen Zentimeterzahl pro Jahr vorhersagen.

Warum ist die Wuchsform so wichtig?
Korallen wachsen sehr unterschiedlich.
Typische Wuchsformen sind:
Verzweigt
Plattenförmig
Massiv
Krustenförmig
Flächig
Polsterförmig
Aufrecht
Eine verzweigte Acropora benötigt beispielsweise anderen Raum als eine plattenförmig wachsende Montipora.
Plane deshalb nicht nur den Abstand zwischen zwei Ablegersteinen, sondern den Raum, den die spätere Kolonie tatsächlich beanspruchen kann.

Warum können plattenförmige Korallen problematisch werden?
Plattenförmig wachsende Korallen können große Bereiche unter sich beschatten.
Besonders Montipora kann je nach Wuchsform mit der Zeit weit über den ursprünglichen Ableger hinauswachsen.
Darunter liegende Korallen erhalten dann möglicherweise deutlich weniger Licht.
Deshalb solltest Du bei der Platzierung auch die vertikale Entwicklung des Riffs berücksichtigen.

Warum können verzweigte Korallen andere Tiere bedrängen?
Verzweigte Korallen wachsen nicht nur nach oben.
Äste können sich seitlich ausbreiten und benachbarte Kolonien erreichen.
Bei einer Acropora kann ein zunächst großzügiger Abstand deshalb später vollständig zuwachsen.
Gleichzeitig kann eine große verzweigte Kolonie die Strömung hinter oder innerhalb der Kolonie verändern.

Warum brauchen LPS-Korallen besonders viel Aufmerksamkeit beim Abstand?
Viele LPS-Korallen besitzen großes fleischiges Gewebe und können sich deutlich weiter ausdehnen, als das Kalkskelett vermuten lässt.
Zusätzlich können einige Arten lange Nesseltentakel beziehungsweise Kampftentakel entwickeln.
Ein bekanntes Beispiel ist Euphyllia.
Deshalb solltest Du LPS nicht ausschließlich nach der Größe des sichtbaren Skeletts platzieren.

Was sind Kampftentakel?
Einige Korallen bilden besonders lange Tentakel aus, mit denen sie benachbarte Korallen vernesseln können.
Diese können deutlich weiter reichen als die tagsüber sichtbaren Polypen.
Mehr dazu findest Du unter Kampftentakel erklärt.
Gerade bei einem dicht besetzten Aquarium solltest Du Deine Korallen gelegentlich auch nach dem Ausschalten der Beleuchtung beobachten.

Warum ist der Abstand nachts manchmal zu klein?
Tagsüber wirken viele Korallen relativ kompakt.
Nachts können:
Längere Tentakel ausgestreckt werden
Fangtentakel erscheinen
Kampftentakel deutlich weiter reichen
Gewebe stärker expandieren
Deshalb kann ein Abstand tagsüber ausreichend aussehen und nachts trotzdem zu direktem Kontakt führen.
Bewerte den benötigten Platz nicht nur anhand eines Tagesfotos.

Wie beeinflusst die Strömung die Reichweite von Kampftentakeln?
Lange Tentakel werden von der Wasserbewegung getragen.
Dadurch kann eine Koralle besonders Tiere erreichen, die in Strömungsrichtung stehen.
Wenn Du Deine Strömungs-Pumpen neu ausrichtest, kann sich deshalb die tatsächliche Reichweite einer Koralle verändern.
Nach größeren Strömungsänderungen solltest Du die Nachbarschaft Deiner Korallen erneut beobachten.

Wie viel Abstand braucht eine Euphyllia?
Für Euphyllia gibt es keine einzige Zentimeterzahl, die für jedes Tier sicher passt.
Entscheidend sind:
Art
Größe der Kolonie
Länge der Tentakel
Strömungsrichtung
Nachbarkoralle
Späteres Wachstum
Plane deshalb lieber großzügig und beobachte die tatsächliche Reichweite Deines Tieres.

Warum sind feste Abstandstabellen problematisch?
Angaben wie „SPS brauchen 5 Zentimeter“ oder „LPS brauchen 10 Zentimeter“ sind höchstens grobe Orientierungen.
Zwei Korallen derselben groben Gruppe können völlig unterschiedlich wachsen und konkurrieren.
Ein sinnvoller Abstand hängt immer von:
Art
Wuchsform
Aggressivität
Strömung
Licht
Wachstumsgeschwindigkeit
Nachbarkoralle
ab.
Deshalb würde ich keine starre Mindestabstandstabelle als allgemeine Regel verwenden.

Welche Rolle spielt die Korallengruppe?
Die Einteilung in LPS-Korallen, SPS-Korallen und Weichkorallen hilft bei einer ersten Orientierung.
Für den tatsächlichen Abstand reicht sie aber nicht.
Auch innerhalb derselben Gruppe unterscheiden sich Arten stark in:
Wachstum
Wuchsform
Nesselwirkung
Gewebeausdehnung
Chemischer Konkurrenz
Deshalb solltest Du immer die konkrete Koralle betrachten.

Warum brauchen SPS-Korallen ebenfalls viel Platz?
Viele SPS-Korallen besitzen zwar keine weit ausgedehnten fleischigen Polypen wie viele LPS, können aber große Kolonien bilden.
Besonders Acropora und Montipora können viel Raum beanspruchen.
Zu geringer Abstand führt später häufig dazu, dass:
Kolonien ineinander wachsen
Äste sich gegenseitig berühren
Platten andere Tiere beschatten
Strömung innerhalb des Riffs schlechter wird
Korallen regelmäßig zurückgeschnitten werden müssen

Warum können Weichkorallen besonders schnell Platz einnehmen?
Einige Weichkorallen breiten sich über angrenzende Oberflächen aus.
Xenia kann unter passenden Bedingungen beispielsweise schnell neue Bereiche besiedeln.
Hier geht es weniger um Kampftentakel als um Wachstum und Überwachsen.
Bei stark ausbreitungsfreudigen Arten kann deshalb ein separater Stein sinnvoll sein.

Warum ist ein separater Stein bei schnell wachsenden Korallen sinnvoll?
Wenn eine flächig wachsende Koralle auf einem isolierten Stein sitzt, lässt sich ihre Ausbreitung häufig leichter kontrollieren.
So verhinderst Du, dass sie unmittelbar auf das gesamte Hauptriff übergreift.
Das ist besonders interessant bei Arten, die sich schnell über angrenzende Flächen ausbreiten.
Auch hier solltest Du trotzdem ausreichend Abstand zu Nachbarkorallen berücksichtigen.

Was bedeutet direkte Vernesselung?
Kommen unterschiedliche Korallen direkt miteinander in Kontakt, können Nesselzellen Gewebe des Nachbarn schädigen.
Mögliche Anzeichen sind:
Polypen ziehen sich lokal ein
Gewebe wird hell
Geweberand wird geschädigt
Koralle schleimt
Lokaler Geweberückgang
Der Schaden befindet sich häufig genau auf der dem Nachbarn zugewandten Seite.

Wie erkennst Du, dass eine Nachbarkoralle die Ursache ist?
Prüfe:
Ist nur eine Seite betroffen?
Steht dort eine andere Koralle?
Erreicht diese nachts den geschädigten Bereich?
Zeigt die Strömung ihre Tentakel in diese Richtung?
Gab es vorher direkten Kontakt?
Hat eine der beiden Korallen stark zugelegt?
Wenn diese Punkte zusammenpassen, ist Konkurrenz zwischen den Korallen deutlich wahrscheinlicher als ein allgemeines Wasserwerte-Problem.

Warum solltest Du Gewebeverlust trotzdem nicht automatisch auf Vernesselung schieben?
Geweberückgang kann viele Ursachen haben.
Dazu gehören:
Direkter Kontakt
Mechanische Verletzung
Ungeeignete Strömung
Lichtstress
Schwankende Wasserwerte
Schädlinge
Erkrankungen
Wenn der Gewebeverlust unabhängig vom Nachbarkontakt weiter fortschreitet, solltest Du auch mögliche Korallenkrankheiten berücksichtigen.

Kann zu wenig Abstand Korallenstress verursachen?
Ja.
Eine Koralle kann dauerhaft durch:
Nesselkontakt
Beschattung
Mechanischen Kontakt
Zu geringe Strömung
Überwachsen
belastet werden.
Solche lokalen Bedingungen können sich durch eingezogene Polypen oder Veränderungen im Gewebe zeigen.
Mehr über mögliche Stressursachen findest Du unter Korallenstress erkennen.

Warum ist Lichtkonkurrenz wichtig?
Eine größere Koralle kann einen kleineren Nachbarn teilweise oder vollständig beschatten.
Dadurch verändert sich der PAR-Wert am Standort.
Ein Platz, der beim Einsetzen ideal war, kann deshalb ein Jahr später deutlich weniger Licht erhalten.
Der Korallenabstand ist damit auch eine Frage der zukünftigen Lichtverteilung.

Warum solltest Du den PAR-Wert langfristig neu beurteilen?
Ein Riff verändert sich ständig.
Mit zunehmendem Wachstum entstehen:
Neue Schattenbereiche
Überhänge
Dichte SPS-Kolonien
Lichtlücken
Anders reflektierende Flächen
Deshalb kann eine erneute PAR-Messung sinnvoll sein, wenn größere Kolonien entstanden sind oder Korallen plötzlich weniger Licht erhalten.

Warum ist freier Raum für die Strömung wichtig?
Zu dicht stehende Korallen können die Wasserbewegung im Riff deutlich verändern.
Besonders große verzweigte Kolonien können Bereiche dahinter abschirmen.
Dort können sich:
Mulm
Futterreste
Schleim
Andere organische Partikel
ansammeln.
Ausreichend Abstand hilft deshalb nicht nur gegen direkten Korallenkontakt, sondern auch bei einer besseren Strömungsverteilung.

Kann dichter Korallenwuchs tote Strömungszonen verursachen?
Ja.
Ein Riff, das beim Start perfekt durchströmt wurde, kann sich durch starkes Wachstum verändern.
Besonders große Acropora-Kolonien oder plattenförmige Montipora können die Wasserbewegung deutlich umlenken.
Kontrolliere deshalb die Strömung regelmäßig und nicht nur beim Einrichten des Aquariums.

Warum ist Abstand auch für die Pflege wichtig?
Zwischen dicht gewachsenen Korallen erreichst Du später möglicherweise bestimmte Bereiche kaum noch.
Das erschwert:
Reinigung
Entfernung von Mulm
Befestigung neuer Ableger
Kontrolle auf Schädlinge
Zurückschneiden
Entfernung abgestorbener Bereiche
Ausreichende freie Flächen erleichtern deshalb die langfristige Pflege erheblich.

Solltest Du ein neues Aquarium sofort dicht besetzen?
Nein.
Ein junges Riff wirkt mit kleinen Ablegern zunächst häufig leer.
Das ist nicht automatisch schlecht.
Wenn Du alle freien Flächen sofort besetzt, fehlt später Platz für das Wachstum.
Plane das Aquarium nicht für den ersten Monat, sondern für die kommenden Jahre.

Warum ist weniger am Anfang häufig mehr?
Ein luftiger Aufbau ermöglicht:
Bessere Strömung
Mehr Wachstumsraum
Weniger Vernesselung
Weniger Beschattung
Leichtere Pflege
Einfacheres Umsetzen
Bessere Übersicht
Mit zunehmendem Wachstum schließen die Korallen viele dieser Freiräume von selbst.

Wie planst Du den Korallenabstand vor dem Kauf?
Bevor Du eine neue Koralle kaufst, frage Dich:
Welche Wuchsform hat sie?
Wie groß kann sie werden?
Wie schnell wächst sie?
Kann sie Kampftentakel bilden?
Welche Korallen stehen daneben?
Wie läuft die Strömung?
Wie viel Licht bekommt der Platz?
Kann sie später beschatten?
Kann ich sie bei Bedarf zurückschneiden?
Diese Fragen sind oft wichtiger als die momentane Größe im Shop.

Warum sollte der Standort bereits vor dem Kauf feststehen?
Wenn Du ungefähr weißt, wo eine neue Koralle stehen soll, kannst Du besser beurteilen, ob sie überhaupt zu diesem Bereich passt.
Prüfe:
PAR-Wert
Strömung
Vorhandene Korallen
Freien Wachstumsraum
Spätere Beschattung
Diese Vorgehensweise ist besser, als zuerst eine Koralle zu kaufen und anschließend irgendwo einen Platz zu suchen.

Warum solltest Du neue Korallen nicht sofort endgültig festkleben?
Wenn Du Dir beim Standort noch nicht sicher bist, kann es sinnvoll sein, eine Koralle zunächst sicher, aber noch korrigierbar zu positionieren.
Sie darf dabei natürlich nicht umfallen.
Hast Du Licht, Strömung und Nachbarschaft beurteilt, kannst Du sie dauerhaft befestigen.
Die richtige Standortwahl erklären wir ausführlich unter Korallen richtig platzieren.

Wann musst Du Korallen später umsetzen?
Ein Umsetzen kann notwendig werden, wenn:
Zwei Korallen sich regelmäßig vernesseln
Eine Kolonie eine andere vollständig beschattet
Die Strömung durch Wachstum stark verändert wurde
Eine Koralle ihren verfügbaren Raum komplett überschreitet
Die ursprüngliche Platzierung langfristig nicht mehr funktioniert
Ständiges Umsetzen ohne klaren Grund solltest Du dagegen vermeiden.

Wann ist Zurückschneiden sinnvoller als Umsetzen?
Bei großen gut etablierten Kolonien ist ein gezielter Rückschnitt häufig einfacher als das komplette Entfernen oder Umsetzen der gesamten Koralle.
Das gilt besonders bei stark wachsenden SPS-Korallen oder flächig wachsenden Weichkorallen.
Dadurch kannst Du:
Freie Strömungswege erhalten
Beschattung reduzieren
Kontakt zu Nachbarkorallen verhindern
Wachstumsraum neu schaffen

Dürfen Korallen derselben Art enger stehen?
Manchmal können gleiche oder sehr ähnliche Korallen direkten Kontakt besser tolerieren als unterschiedliche Arten.
Das ist jedoch keine allgemeine Garantie.
Auch Tiere derselben groben Gruppe oder Gattung können unterschiedlich reagieren.
Verlasse Dich deshalb nicht darauf, dass ähnliche Korallen automatisch problemlos zusammenwachsen.

Können unterschiedliche Euphyllia direkt zusammenstehen?
Auch bei Euphyllia solltest Du nicht pauschal davon ausgehen, dass jeder direkte Kontakt problemlos ist.
Die Verträglichkeit kann von der konkreten Art und dem individuellen Tier abhängen.
Plane deshalb zunächst ausreichend Abstand und beobachte direkten Gewebekontakt.

Kann eine Acropora eine andere Acropora schädigen?
Auch Acropora-Kolonien können bei direktem Kontakt miteinander konkurrieren.
Zwei kleine Ableger sollten deshalb nicht nur deshalb dicht nebeneinander stehen, weil sie derselben Gattung angehören.
Mit zunehmendem Wachstum können sich Äste berühren und lokale Schäden entstehen.

Können Montipora-Platten ineinander wachsen?
Montipora kann sehr unterschiedliche Wuchsformen entwickeln.
Plattenförmige Formen können sich mit zunehmendem Wachstum annähern, überschneiden und gegenseitig beschatten.
Berücksichtige deshalb auch zwischen mehreren Montipora-Kolonien ausreichend Raum.

Warum kann Xenia getrennt vom Hauptriff sinnvoll sein?
Xenia kann sich unter passenden Bedingungen stark ausbreiten.
Auf einem separaten Stein lässt sich das Wachstum häufig besser begrenzen.
So reduzierst Du das Risiko, dass die Koralle langsamere Nachbarn überwächst.

Was bedeutet chemische Konkurrenz?
Nicht jede Konkurrenz findet durch direkten Kontakt statt.
Besonders verschiedene Weichkorallen können organische Verbindungen an das Wasser abgeben, die andere Organismen beeinflussen können.
Ausreichender Abstand allein verhindert diese Form der Konkurrenz nicht vollständig.
Trotzdem verbessert ein gut geplanter, offener Riffaufbau die Strömung und ermöglicht insgesamt stabilere Bedingungen.

Ist chemische Konkurrenz ein Grund, Weichkorallen und SPS zu trennen?
Nein.
Viele Mischriffe mit SPS-Korallen, LPS-Korallen und Weichkorallen funktionieren sehr gut.
Die Tiere sollten aber mit genügend Platz, passender Strömung und geeigneten Wasserbedingungen kombiniert werden.
Mehr dazu findest Du unter Korallen richtig kombinieren.

Warum sind stabile Wasserwerte trotz richtigem Abstand wichtig?
Ausreichender Abstand verhindert nicht jedes Korallenproblem.
Auch Wasserwerte, Licht und Strömung müssen passen.
Wenn mehrere weit auseinanderstehende Korallen gleichzeitig Probleme zeigen, solltest Du deshalb nicht nur die Abstände prüfen.
Dann ist eine gemeinsame Ursache wahrscheinlicher.

Wenn nur eine Seite einer Koralle geschädigt ist
Prüfe zuerst:
Benachbarte Koralle
Kampftentakel
Strömungsrichtung
Direkten Gewebekontakt
Beschattung
Mechanischen Kontakt mit Gestein
Wenn der Schaden genau zum Nachbarn zeigt, ist lokale Konkurrenz besonders plausibel.

Wenn mehrere Korallen gleichzeitig Probleme zeigen
Dann solltest Du zusätzlich prüfen:
Wasserwerte
Beleuchtung
PAR-Werte
Strömung
Temperatur
Technische Veränderungen
Ein einzelner zu kleiner Korallenabstand erklärt normalerweise nicht, warum zahlreiche Tiere gleichzeitig auffällig werden.

Wie planst Du einen guten Mischriff-Abstand?
Ordne Korallen nicht nur nach Farbe.
Berücksichtige:
Wuchsform
Lichtbedarf
Strömungsbedarf
Aggressivität
Wachstumsgeschwindigkeit
Spätere Größe
Beschattung
Mögliche Kampftentakel
Pflegezugang
Die ausführliche Planung unterschiedlicher Korallengruppen findest Du unter Korallen richtig kombinieren.

Die sinnvollste Reihenfolge beim Einsetzen einer neuen Koralle
Korallenart und Wuchsform kennen
Spätere Größe berücksichtigen
PAR-Wert am geplanten Standort prüfen
Strömung beurteilen
Nachbarkorallen kontrollieren
Kampftentakel berücksichtigen
Ausreichenden Wachstumsraum lassen
Koralle zunächst beobachten
Erst anschließend dauerhaft befestigen

Typische Fehler beim Korallenabstand
Korallen nach der aktuellen Ablegergröße platzieren
Feste Zentimeterwerte für alle Arten verwenden
Späteres Wachstum unterschätzen
Wuchsform nicht berücksichtigen
Kampftentakel ignorieren
Korallen nur tagsüber beobachten
Strömungsrichtung nicht berücksichtigen
Plattenförmige Korallen direkt über lichtbedürftige Tiere setzen
Schnell wachsende Korallen auf jede freie Riffstelle setzen
Das Aquarium am Anfang vollständig füllen
Pflegewege zwischen Kolonien vergessen
Große SPS-Kolonien nicht zurückschneiden
Lokale Vernesselung mit einem allgemeinen Wasserwertproblem verwechseln
Gewebeverlust grundsätzlich nur dem Nachbarn zuschreiben

Kampftentakel richtig einschätzen

Kampftentakel erklärt
Einige Korallen können nachts wesentlich weiter reichen, als es tagsüber aussieht. Hier erfährst Du, wie Kampftentakel funktionieren und warum Strömungsrichtung und Nachbarschaft wichtig sind.

Korallen richtig platzieren

Korallen richtig platzieren
Der richtige Standort berücksichtigt Licht, Strömung, Abstand, Wuchsform und spätere Größe gemeinsam. So vermeidest Du, dass eine zunächst passende Stelle wenige Monate später zum Problem wird.

Korallen richtig kombinieren

Korallen richtig kombinieren
LPS-, SPS- und Weichkorallen können hervorragend gemeinsam gehalten werden, wenn ihre Ansprüche und ihr späterer Platzbedarf zusammenpassen.

PAR-Werte und Beschattung verstehen

PAR-Werte einfach erklärt
Mit zunehmendem Korallenwachstum verändert sich die Lichtverteilung im Riff. Eine erneute PAR-Messung kann zeigen, ob ursprünglich gut beleuchtete Bereiche inzwischen stark beschattet werden.

Fazit
Ausreichender Korallenabstand ist keine Frage einer einzigen festen Zentimeterzahl.
Entscheidend sind Art, Wuchsform, Wachstumsgeschwindigkeit, Licht, Strömung, Aggressivität und die tatsächliche Nachbarschaft.
Besonders bei LPS-Korallen solltest Du mögliche Kampftentakel berücksichtigen. Eine Euphyllia kann nachts deutlich mehr Raum beanspruchen, als ihr sichtbares Skelett vermuten lässt.
Bei SPS-Korallen sind besonders Wachstum und Beschattung wichtig. Acropora kann große verzweigte Kolonien bilden, während Montipora je nach Wuchsform große Flächen beschatten kann.
Auch schnell wachsende Weichkorallen wie Xenia benötigen ein durchdachtes Platzkonzept.
Plane Dein Riff deshalb nicht für den ersten Tag, sondern für die kommenden Jahre. Ein anfangs etwas leerer wirkendes Aquarium bietet Deinen Korallen später den Raum, den sie für gesundes Wachstum wirklich benötigen.

Unser Tipp
Wenn Du beim Einsetzen zwischen „Das sieht etwas leer aus“ und „Das passt gerade noch dazwischen“ schwankst, wähle lieber die großzügigere Variante.
Beobachte größere LPS gelegentlich nachts, kontrolliere bei wachsenden SPS die Beschattung und überprüfe nach größeren Veränderungen auch die Strömungsverteilung.
So musst Du später weniger Korallen umsetzen und reduzierst das Risiko von Vernesselung, Beschattung und lokalen Gewebeschäden deutlich.

Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.

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Gerd Raabe
Korallenland by Raabe Aquaristik
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Tel.: +49 (0)8546 973568 • E-Mail: info@korallenland.de

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