Wofür braucht man Phosphatadsorber?

Phosphatadsorber können im Meerwasseraquarium dabei helfen, einen dauerhaft erhöhten Phosphatwert kontrolliert zu senken. Sie binden gelöstes Phosphat an ihrer Oberfläche und entfernen es beim Austausch des Filtermaterials aus dem Wasserkreislauf.

Wichtig ist dabei: Phosphat ist kein Schadstoff, den Du möglichst vollständig aus Deinem Aquarium entfernen solltest. Korallen, ihre Zooxanthellen und viele andere Organismen benötigen Phosphor für wichtige biologische Prozesse. Ein Phosphatadsorber sollte deshalb gezielt eingesetzt werden – nicht mit dem Ziel, den Wert auf 0,00 mg/l zu drücken.

Ausführliche Informationen zur Bedeutung und Beurteilung des PO₄-Wertes findest Du unter Phosphat im Meerwasseraquarium.

Was ist ein Phosphatadsorber?
Ein Phosphatadsorber ist ein Filtermaterial, an dessen Oberfläche sich gelöstes Phosphat anlagern kann. Dieser Vorgang wird Adsorption genannt.

Das Phosphat wird dabei nicht biologisch abgebaut, sondern an das Filtermaterial gebunden. Wird der erschöpfte Adsorber aus dem Aquarium entfernt, wird damit auch das gebundene Phosphat aus dem System ausgetragen.

Je nach Produkt kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Häufig werden in der Meerwasseraquaristik eisenbasierte Adsorber verwendet.

Wann ist ein Phosphatadsorber sinnvoll?
Ein Phosphatadsorber kann sinnvoll sein, wenn der PO₄-Wert dauerhaft höher liegt, als es für Dein Aquarium sinnvoll ist, und sich die Ursache nicht allein durch normale Pflegemaßnahmen ausreichend korrigieren lässt.

Typische Situationen können sein:
Dauerhaft erhöhter Phosphatwert
Hoher Nährstoffeintrag durch starken Fischbesatz und Fütterung
Phosphatfreisetzung aus organischen Ablagerungen
Erhöhte Werte trotz angepasster Pflege
Zusätzlicher kontrollierter Nährstoffexport ist notwendig

Bevor Du einen Adsorber einsetzt, solltest Du den Phosphatwert zuverlässig messen und möglichst herausfinden, warum er erhöht ist.

Welcher Phosphatwert ist sinnvoll?
Für viele gemischte Riffaquarien kann ein messbarer Bereich von ungefähr 0,03 bis 0,10 mg/l PO₄ eine sinnvolle Orientierung sein.

Dabei gibt es keinen einzelnen perfekten Wert für jedes Aquarium. Besatz, Fütterung, Korallenwachstum und Nährstoffverbrauch unterscheiden sich teilweise erheblich.

Ein stabil laufendes Aquarium mit beispielsweise 0,08 oder 0,10 mg/l muss deshalb nicht aggressiv auf 0,03 mg/l abgesenkt werden.

Entscheidend ist die langfristige Entwicklung.

Warum sollte Phosphat nicht auf 0,00 mg/l gesenkt werden?
Korallen und ihre Zooxanthellen benötigen Phosphor. Ein möglichst niedriger Messwert ist deshalb nicht automatisch besser.

Besonders problematisch kann eine Situation werden, in der Nitrat deutlich vorhanden ist, während Phosphat dauerhaft kaum verfügbar ist.

Setzt Du in dieser Situation zusätzlich große Mengen Phosphatadsorber ein, verschärfst Du möglicherweise genau das Problem, das Du eigentlich lösen möchtest.

Ein Phosphatadsorber ist deshalb ein Werkzeug zur kontrollierten Regulierung – kein Filtermedium, das grundsätzlich dauerhaft in möglichst großer Menge eingesetzt werden muss.

Warum solltest Du Phosphat langsam senken?
Korallen passen sich an die Bedingungen ihres Aquariums an. Läuft ein Riff beispielsweise längere Zeit mit einem deutlich erhöhten Phosphatwert, kann eine sehr schnelle Absenkung eine erhebliche Veränderung der Nährstoffverfügbarkeit bedeuten.

Deshalb solltest Du einen hohen Ausgangswert nicht innerhalb kürzester Zeit auf einen sehr niedrigen Zielwert drücken.

Gerade bei deutlich erhöhtem Phosphat ist es häufig sinnvoller, zunächst mit einer kleineren Menge Adsorber zu beginnen, regelmäßig nachzumessen und die weitere Menge entsprechend der tatsächlichen Entwicklung anzupassen.

Wie funktioniert ein eisenbasierter Phosphatadsorber?
Eisenbasierte Adsorber besitzen eine große reaktive Oberfläche, an der Phosphat gebunden werden kann.

Das Aquarienwasser wird mit dem Material in Kontakt gebracht. Dabei wird ein Teil des gelösten Phosphats adsorbiert. Mit zunehmender Beladung nimmt die noch verfügbare Aufnahmekapazität des Materials ab.

Ist der Adsorber weitgehend erschöpft, muss er gegen frisches Material ausgetauscht werden.

Wie schnell das geschieht, hängt unter anderem von der eingesetzten Menge, dem Phosphatgehalt und dem tatsächlichen Phosphateintrag in Deinem Aquarium ab.

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Für die gezielte Phosphatentfernung findest Du bei uns ROWA phos: PO₄ & SiO₂ Adsorber – 250 g.

ROWA phos ist ein Adsorber zur Reduzierung von Phosphat und Silikat. Gerade wenn Du einen erhöhten PO₄-Wert kontrolliert reduzieren möchtest, kannst Du das Material gezielt in Deine Filterung integrieren.

Bei Dosierung, Durchströmung und Wechsel solltest Du Dich an den Herstellerangaben orientieren und gleichzeitig die tatsächliche Entwicklung Deiner Wasserwerte kontrollieren.

Phosphatadsorber im Filtersack oder Filterreaktor?
Phosphatadsorber können je nach Produkt und Herstellerangabe beispielsweise in einem Filtersack oder einem geeigneten Medienfilter eingesetzt werden.

Ein Filtersack ist unkompliziert. Wichtig ist, dass er sich in einem ausreichend durchströmten Bereich befindet. Liegt das Material nahezu ohne Wasserkontakt in einer Ecke des Technikbeckens, kann es seine Aufgabe nur eingeschränkt erfüllen.

Ein geeigneter Filterreaktor ermöglicht eine kontrolliertere Durchströmung des Materials.

Entscheidend ist nicht eine möglichst hohe Strömung, sondern ein guter und gleichmäßiger Wasserkontakt.

Sollte der Adsorber stark verwirbelt werden?
Das hängt vom jeweiligen Material ab. Gerade bei Adsorbern solltest Du Dich an die Herstellerempfehlung halten.

Eine unnötig starke mechanische Belastung kann Abrieb verursachen. Das Ziel ist deshalb nicht, das Filtermaterial möglichst wild im Reaktor herumwirbeln zu lassen.

Stelle die Durchströmung so ein, wie es für das verwendete Produkt vorgesehen ist.

Muss Phosphatadsorber vor dem Einsatz gespült werden?
Filtermaterialien können produktions- oder transportbedingt feinen Abrieb enthalten.

Wie das jeweilige Produkt vor dem Einsatz vorbereitet werden soll, richtet sich nach den Herstellerangaben. Diese solltest Du auch bei ROWA phos beachten.

Vermeide es, Adsorber unnötig stark zu reiben oder mechanisch zu beanspruchen.

Wie viel Phosphatadsorber solltest Du verwenden?
Hier würde ich keine pauschale Grammzahl für alle Produkte nennen.

Die notwendige Menge hängt vom verwendeten Adsorber, Deinem Wasservolumen, dem aktuellen Phosphatwert und dem laufenden Phosphateintrag ab.

Orientiere Dich deshalb zunächst an der Herstellerdosierung.

Bei einem deutlich erhöhten Ausgangswert kann es sinnvoll sein, nicht sofort die maximal mögliche Menge einzusetzen. Beginne kontrolliert und miss anschließend regelmäßig nach.

So kannst Du sehen, wie Dein Aquarium tatsächlich reagiert.

Wie lange hält Phosphatadsorber?
Eine feste Standzeit gibt es nicht.

In einem Aquarium mit hohem Phosphateintrag kann ein Adsorber wesentlich schneller erschöpft sein als in einem Aquarium, in dem nur eine geringe Menge Phosphat nachgeliefert wird.

Entscheidend ist deshalb nicht, wie viele Tage das Material bereits im Filter liegt, sondern wie sich der Phosphatwert entwickelt.

Steigt der Wert trotz unveränderter Bedingungen wieder an oder sinkt er trotz Adsorber nicht mehr weiter, kann die Aufnahmekapazität des Materials erschöpft sein.

Warum steigt Phosphat nach einem Wechsel manchmal wieder an?
Phosphat befindet sich nicht ausschließlich frei gelöst im Wasser. Es kann auch an Oberflächen und Ablagerungen gebunden sein.

Wird die Konzentration im Wasser durch einen Adsorber reduziert, können sich Gleichgewichte verändern und zuvor gebundene Phosphatanteile wieder in das Wasser gelangen.

Dadurch kann es vorkommen, dass der Wert nach einer ersten Absenkung erneut steigt.

Das bedeutet nicht automatisch, dass der Adsorber nicht funktioniert. Besonders bei länger bestehenden hohen Phosphatwerten kann eine schrittweise Reduzierung notwendig sein.

Warum sinkt Phosphat trotz Adsorber nicht?
Bleibt der Phosphatwert trotz frischem Adsorber hoch, solltest Du nicht einfach immer größere Mengen einsetzen.

Kontrolliere zunächst:
Ist die Phosphatmessung plausibel?
Wird der Adsorber ausreichend durchströmt?
Ist die eingesetzte Menge für das Produkt angemessen?
Ist das Material bereits erschöpft?
Gibt es einen starken laufenden Phosphateintrag?
Haben sich größere Mengen Mulm angesammelt?
Gibt es abgestorbene organische Stoffe?
Wird sehr stark gefüttert?

Ein Adsorber kann einen dauerhaft hohen Eintrag nicht unbegrenzt kompensieren.

Phosphatadsorber ersetzt keine Ursachenforschung
Wenn Dein Phosphatwert ständig stark steigt, solltest Du nicht nur regelmäßig neues Filtermaterial einsetzen.

Suche nach der Ursache.

Häufige Quellen können sein:
Futter
Hoher Fischbesatz
Futterreste
Abgestorbene Organismen
Mulmablagerungen
Verschmutzte Filterbereiche
Organische Belastungen

Ein Adsorber kann Dir dabei helfen, den Wert zu kontrollieren. Die eigentliche Ursache eines dauerhaft hohen Nährstoffeintrags beseitigt er jedoch nicht.

Phosphat und Nitrat gemeinsam betrachten
Bevor Du Phosphat stark reduzierst, solltest Du auch Nitrat im Meerwasseraquarium kontrollieren.

Beide Nährstoffe erfüllen unterschiedliche biologische Funktionen und sollten nicht unabhängig voneinander betrachtet werden.

Besonders vorsichtig solltest Du sein, wenn einer der beiden Werte bereits sehr niedrig ist. Versuche nicht, durch starke Adsorption einen theoretisch perfekten Einzelwert zu erzwingen.

Stabile und ausreichend verfügbare Nährstoffe sind für ein Riffaquarium wichtiger als möglichst niedrige Zahlen.

Kann Phosphatadsorber auch Silikat entfernen?
Einige Adsorber können neben Phosphat auch Silikat binden. Das trifft beispielsweise auf ROWA phos: PO₄ & SiO₂ Adsorber – 250 g zu.

Silikat spielt unter anderem im Zusammenhang mit Kieselalgen eine Rolle.

Wenn Du wiederholt Probleme mit erhöhtem Silikat hast, solltest Du allerdings nicht nur einen Adsorber einsetzen, sondern auch nach der Quelle suchen. Besonders das Ausgangswasser beziehungsweise die Wasseraufbereitung sollte dabei kontrolliert werden.

Mehr dazu erfährst Du unter Silikat im Meerwasseraquarium.

Phosphatadsorber und Osmosewasser
Ein dauerhaft erhöhter Silikat- oder Phosphateintrag sollte möglichst bereits an der Quelle reduziert werden.

Wenn Dein Ausgangswasser unerwünschte Stoffe enthält, ist eine geeignete Wasseraufbereitung sinnvoller, als diese Stoffe zunächst ins Aquarium einzubringen und anschließend wieder herauszufiltern.

Kontrolliere deshalb bei unerklärlichen Problemen auch Dein Osmose- beziehungsweise Reinstwasser.

Kann ein Phosphatadsorber Korallen schädigen?
Nicht der Adsorber an sich ist bei korrekter Anwendung automatisch problematisch. Kritisch kann vielmehr eine zu schnelle und starke Veränderung des Phosphatwertes werden.

Besonders wenn Korallen längere Zeit an höhere Nährstoffwerte gewöhnt waren, solltest Du vorsichtig vorgehen.

Setze deshalb nicht unnötig große Mengen ein und kontrolliere den Wert während der Absenkung regelmäßig.

Das Ziel lautet nicht „Phosphat so schnell wie möglich entfernen“, sondern den Wert kontrolliert in einen sinnvollen Bereich zu bringen.

Sollte Phosphatadsorber dauerhaft eingesetzt werden?
Nicht jedes Aquarium benötigt dauerhaft einen Phosphatadsorber.

Wenn Dein Phosphatwert ohne Adsorber stabil in einem für Dein Aquarium sinnvollen Bereich bleibt, gibt es keinen Grund, vorsorglich möglichst viel Phosphat zu entfernen.

In Aquarien mit einem dauerhaft hohen Phosphateintrag kann dagegen ein kontinuierlicher Einsatz sinnvoll sein.

Die Entscheidung sollte sich deshalb nach Deinen Messwerten und der Entwicklung des Aquariums richten – nicht danach, ob ein Adsorber grundsätzlich zur technischen Ausstattung gehört.

Typische Fehler beim Einsatz von Phosphatadsorbern
Phosphat auf 0,00 mg/l senken wollen
Adsorber ohne vorherige Phosphatmessung einsetzen
Bei hohem Ausgangswert sofort eine sehr große Menge verwenden
Phosphat innerhalb kurzer Zeit stark absenken
Nitrat bei der Beurteilung ignorieren
Adsorber in einen nahezu strömungsfreien Bereich legen
Filtermaterial unnötig stark verwirbeln
Herstellerangaben zur Dosierung ignorieren
Den Adsorber nach einem festen Kalender statt nach Messwerten beurteilen
Nur den Messwert behandeln und nicht nach der Phosphatquelle suchen

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ROWA phos: PO₄ & SiO₂ Adsorber – 250 g
Phosphat- und Silikatadsorber für die gezielte Reduzierung von PO₄ und SiO₂ im Meerwasseraquarium. Verwende das Material kontrolliert und orientiere Dich bei Dosierung und Anwendung an den Herstellerangaben.

Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die Zusammenhänge verstehen

Wasserwerte im Meerwasseraquarium
Phosphat solltest Du niemals isoliert betrachten. In unserem großen Wasserwerte-Ratgeber erklären wir Dir unter anderem Nitrat, Phosphat, KH, Calcium, Magnesium, Salinität und pH-Wert sowie deren wichtigste Zusammenhänge.

Fazit
Phosphatadsorber sind ein wirkungsvolles Werkzeug, wenn der Phosphatwert in Deinem Meerwasseraquarium dauerhaft zu hoch ist. Sie binden gelöstes Phosphat an ihrer Oberfläche und ermöglichen es, dieses beim Austausch des Filtermaterials aus dem System zu entfernen.

Das Ziel sollte aber niemals 0,00 mg/l sein. Phosphat ist ein wichtiger Nährstoff und wird von Korallen und anderen Organismen benötigt.

Setze einen Adsorber deshalb kontrolliert ein, miss regelmäßig nach und vermeide eine zu schnelle Absenkung. Gleichzeitig solltest Du immer nach der Ursache suchen, wenn Phosphat dauerhaft stark ansteigt.

Mit ROWA phos: PO₄ & SiO₂ Adsorber – 250 g kannst Du neben Phosphat auch Silikat gezielt reduzieren.

Unser Tipp
Wenn Dein Phosphatwert deutlich erhöht ist, widerstehe der Versuchung, ihn möglichst schnell auf einen niedrigen Wert zu drücken. Beginne kontrolliert, miss regelmäßig und beobachte Deine Korallen.

Steigt Phosphat trotz wiederholtem Adsorberwechsel immer wieder an, liegt die Lösung wahrscheinlich nicht darin, noch mehr Adsorber einzusetzen. Suche nach dem Eintrag – beispielsweise Fütterung, Mulm, abgestorbene organische Stoffe oder belastete Filterbereiche.

Bei gleichzeitig auffälligem Silikat solltest Du zusätzlich Dein Ausgangswasser überprüfen. So behandelst Du nicht nur den Messwert, sondern möglichst auch seine Ursache.

Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.

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Gerd Raabe
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