Wofür braucht man Phosphatadsorber?

Wofür braucht man Phosphatadsorber? So hältst Du Dein Meerwasseraquarium im Gleichgewicht

Phosphat gehört zu den wichtigsten Nährstoffen im Meerwasseraquarium. Ohne Phosphat könnten Korallen, Bakterien und andere Organismen nicht überleben. Gleichzeitig kann ein zu hoher Phosphatgehalt schnell zu Algenproblemen und einem gehemmten Korallenwachstum führen.

Ein Phosphatadsorber hilft dabei, den Phosphatgehalt gezielt zu senken und dauerhaft auf einem optimalen Niveau zu halten. Doch wann ist sein Einsatz wirklich sinnvoll und worauf solltest Du achten?

Was ist ein Phosphatadsorber?
Ein Phosphatadsorber ist ein spezielles Filtermaterial, das gelöstes Phosphat aus dem Aquarienwasser bindet. Das Wasser wird durch das Material geleitet und das Phosphat bleibt an dessen Oberfläche haften.
Dadurch sinkt der Phosphatgehalt nach und nach auf einen optimalen Bereich.

Je nach Hersteller bestehen Phosphatadsorber beispielsweise aus:

  • Eisenhydroxid
  • Aluminiumoxid
  • speziellen Mischmaterialien

Am häufigsten kommen heute eisenbasierte Adsorber zum Einsatz.

Warum ist Phosphat wichtig?
Phosphat ist keineswegs nur ein Problemstoff.
Korallen, Zooxanthellen und viele Mikroorganismen benötigen Phosphat für:

  • Zellaufbau
  • Stoffwechsel
  • Energiegewinnung
  • Wachstum

Ein vollständiger Phosphatmangel ist daher genauso problematisch wie dauerhaft zu hohe Werte.

Was passiert bei zu viel Phosphat?
Steigt der Phosphatgehalt dauerhaft an, können verschiedene Probleme auftreten:

  • verstärktes Algenwachstum
  • Cyanobakterien
  • schlechteres Korallenwachstum
  • verminderte Kalkbildung bei Steinkorallen
  • blassere Farben
  • geringere Polypenexpansion

Besonders empfindliche SPS-Korallen reagieren oft schon auf leicht erhöhte Phosphatwerte.

Wann solltest Du einen Phosphatadsorber einsetzen?
Ein Phosphatadsorber ist sinnvoll, wenn:

  • der Phosphatwert dauerhaft erhöht ist
  • sich Algen trotz guter Pflege vermehren
  • viel gefüttert wird
  • viele Fische im Aquarium leben
  • das Ausgangswasser Phosphat enthält
  • andere Maßnahmen nicht ausreichen

Er ersetzt jedoch niemals regelmäßige Wasserwechsel oder eine gute Pflege.

Welcher Phosphatwert ist ideal?
Für die meisten Riffaquarien gelten folgende Richtwerte:

  • SPS-Aquarien: 0,02–0,05 mg/l
  • Gemischte Riffaquarien: 0,03–0,08 mg/l
  • LPS- und Weichkorallenaquarien: bis etwa 0,10 mg/l

Wichtiger als ein möglichst niedriger Wert sind stabile Verhältnisse.

Wie wird ein Phosphatadsorber eingesetzt?
Am effektivsten arbeitet ein Phosphatadsorber in einem Wirbelbettfilter oder Medienreaktor.

Alternativ kann er auch:

  • im Filtersack
  • im Technikbecken
  • in einer langsam durchströmten Filterkammer

verwendet werden.

Wichtig ist eine gleichmäßige, eher langsame Durchströmung. Das Material sollte nicht stark verwirbelt werden, da es sonst unnötig abgerieben wird.

Wie viel Adsorber wird benötigt?
Die benötigte Menge hängt vom:

  • Aquarienvolumen
  • Phosphatgehalt
  • Fischbesatz
  • verwendeten Produkt

ab.

Deshalb solltest Du Dich immer an die Dosierung des Herstellers halten.
Gerade bei hohen Phosphatwerten empfiehlt es sich, zunächst mit einer kleineren Menge zu beginnen und den Wert langsam zu senken.

Warum sollte Phosphat nicht zu schnell sinken?
Ein häufiger Fehler ist der Einsatz zu großer Mengen Adsorber.
Sinkt der Phosphatgehalt innerhalb kurzer Zeit stark ab, können insbesondere SPS-Korallen mit:

  • Gewebeverlust
  • Farbverlust
  • reduziertem Wachstum
  • schlechter Polypenöffnung

reagieren.

Deshalb gilt:

Langsam und kontrolliert senken ist immer besser als eine schnelle Korrektur.

Wie oft sollte der Adsorber gewechselt werden?

Das Filtermaterial besitzt nur eine begrenzte Aufnahmekapazität.

Je nach Belastung des Aquariums sollte es gewechselt werden:

  • sobald der Phosphatwert wieder ansteigt
  • oder gemäß Herstellerangaben

Regelmäßige Wassertests helfen dabei, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen.

Häufige Fehler
Zu den häufigsten Fehlern gehören:

  • zu große Mengen einsetzen
  • Phosphat zu schnell senken
  • Phosphat nicht regelmäßig messen
  • erschöpften Adsorber zu lange verwenden
  • dauerhaft versuchen, einen Wert von 0,00 mg/l zu erreichen

Ein vollständig phosphatfreies Aquarium ist für Korallen nicht gesund.

Unser Tipp
Ein Phosphatadsorber ist ein hervorragendes Hilfsmittel, wenn der Phosphatgehalt dauerhaft zu hoch ist. Er sollte jedoch immer gezielt und kontrolliert eingesetzt werden. Miss den Phosphatwert regelmäßig und senke ihn langsam. Zusammen mit einer guten Abschäumung, hochwertigem Osmosewasser und einer angepassten Fütterung bildet der Phosphatadsorber einen wichtigen Baustein für ein gesundes und stabiles Riffaquarium.

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Gerd Raabe
Raabe Aquaristik
Ruffinstr. 6 • 94575 Windorf • Deutschland
Tel.: +49 (0)8546 973568 • E-Mail: info@korallenland.de

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