Abschäumer richtig einstellen
Der Abschäumer gehört zu den wichtigsten technischen Geräten im Meerwasseraquarium. Er entfernt organische Stoffe aus dem Wasser, bevor sie zu Nitrat und Phosphat abgebaut werden. Gleichzeitig verbessert er den Gasaustausch und trägt dazu bei, den Sauerstoffgehalt im Aquarium stabil zu halten.
Trotzdem sorgt kaum ein anderes Gerät bei Einsteigern für so viele Fragen. Muss der Abschäumer trocken oder nass abschäumen? Wie hoch sollte der Wasserstand sein? Warum schäumt er plötzlich über oder produziert gar keinen Schaum mehr?
Die gute Nachricht ist: Hat man das Prinzip einmal verstanden, lässt sich ein Abschäumer problemlos einstellen und zuverlässig betreiben.
In diesem Artikel erfährst du, wie ein Abschäumer funktioniert, woran du eine gute Einstellung erkennst und welche Fehler du vermeiden solltest.
Wie funktioniert ein Abschäumer?
Ein Eiweißabschäumer arbeitet nach einem einfachen Prinzip.
Im Inneren werden unzählige feine Luftblasen erzeugt. An deren Oberfläche bleiben gelöste organische Stoffe haften. Die Luftblasen steigen nach oben und transportieren diese Stoffe in den Schaumtopf.
Dort sammelt sich eine meist dunkelbraune Flüssigkeit, das sogenannte Abschäumat.
Je mehr organische Stoffe aus dem Wasser entfernt werden, desto weniger können später von Bakterien zu Nitrat und Phosphat abgebaut werden.
Warum ist ein Abschäumer so wichtig?
In einem Meerwasseraquarium entstehen ständig organische Belastungen.
Dazu gehören unter anderem:
- Futterreste
- Ausscheidungen der Fische
- Schleim der Korallen
- abgestorbene Algen
- abgestorbenes Gewebe
- gelöste organische Stoffe
Ein Abschäumer entfernt einen Teil dieser Stoffe bereits sehr früh aus dem Wasserkreislauf.
Dadurch bleibt das Wasser klarer und das biologische Gleichgewicht wird entlastet.
Der richtige Wasserstand
Fast jeder Abschäumer ist für einen bestimmten Wasserstand ausgelegt.
Dieser liegt je nach Modell häufig zwischen 18 und 24 Zentimetern.
Der Hersteller gibt den optimalen Bereich in der Bedienungsanleitung an.
Ist der Wasserstand zu hoch, schäumt das Gerät häufig zu stark und der Schaumtopf läuft möglicherweise über.
Ist der Wasserstand zu niedrig, entsteht oft kaum Schaum.
Deshalb solltest du den empfohlenen Wasserstand möglichst genau einhalten.
Warum eine Nachfüllautomatik sinnvoll ist
Verdunstet Wasser aus dem Technikbecken, sinkt der Wasserstand.
Dadurch verändert sich häufig auch die Leistung des Abschäumers.
Eine automatische Nachfüllanlage sorgt dafür, dass der Wasserstand konstant bleibt.
Das erleichtert nicht nur die Einstellung des Abschäumers, sondern verbessert auch die Stabilität des gesamten Aquariums.
Trocken oder nass abschäumen?
Diese Frage wird häufig gestellt.
Beim trockenen Abschäumen entsteht ein dunkler, zäher Schaum.
Es wird weniger Flüssigkeit entfernt, dafür ist das Abschäumat stärker konzentriert.
Beim nassen Abschäumen gelangt deutlich mehr Wasser in den Schaumtopf.
Die Brühe wirkt heller und dünnflüssiger.
Beide Varianten können sinnvoll sein.
Für die meisten Riffaquarien ist eine mittlere Einstellung jedoch der beste Kompromiss.
Woran erkennst du eine gute Einstellung?
Ein gut eingestellter Abschäumer produziert kontinuierlich Schaum.
Der Schaum steigt langsam im Schaumrohr auf und sammelt sich im Becher.
Das Abschäumat sollte weder ausschließlich klares Wasser noch extrem trockene Krusten sein.
Eine mittelbraune bis dunkelbraune Flüssigkeit ist in vielen Aquarien ein gutes Zeichen.
Entscheidend ist aber nicht allein die Farbe.
Auch die Menge hängt vom Besatz, der Fütterung und dem jeweiligen Aquarium ab.
Ein neuer Abschäumer braucht Zeit
Viele Aquarianer erschrecken, wenn ein neuer Abschäumer zunächst kaum arbeitet.
Das ist völlig normal.
Neue Geräte müssen sich zunächst einlaufen.
Während dieser Zeit verändern sich die Oberflächenspannung und die Schaumbildung.
Je nach Modell kann es einige Tage dauern, bis der Abschäumer gleichmäßig arbeitet.
Deshalb solltest du in den ersten Tagen möglichst nicht ständig nachregeln.
Warum der Abschäumer plötzlich überschäumt
Ein plötzlich überlaufender Abschäumer hat oft eine einfache Ursache.
Häufig passiert das nach:
- Wasserzusätzen
- Korallenkleber
- bestimmten Futtersorten
- Wasseraufbereitern
- Medikamenten
- dem Hineingreifen ins Aquarium
Diese Stoffe verändern kurzfristig die Oberflächenspannung des Wassers.
Der Abschäumer reagiert darauf häufig mit starkem Überschäumen.
In den meisten Fällen normalisiert sich das Verhalten nach einiger Zeit wieder.
Nach Wasserwechseln
Auch nach einem Wasserwechsel kann sich die Leistung verändern.
Je nach Salz und Zusammensetzung reagiert der Abschäumer unterschiedlich.
Manche Geräte schäumen zunächst stärker, andere etwas schwächer.
Warte deshalb einige Stunden ab, bevor du größere Veränderungen an der Einstellung vornimmst.
Wie oft sollte der Schaumtopf gereinigt werden?
Ein verschmutzter Schaumtopf verschlechtert die Leistung.
An der Innenwand bilden sich Beläge, an denen der Schaum schlechter aufsteigen kann.
Deshalb solltest du den Schaumtopf regelmäßig reinigen.
Je nach Besatz reicht häufig eine Reinigung pro Woche.
In stark belasteten Aquarien kann eine häufigere Reinigung sinnvoll sein.
Auch der Abschäumer selbst braucht Pflege
Nicht nur der Becher verschmutzt.
Mit der Zeit setzen sich Kalk, Schmutz und Biofilme auch in der Pumpe und im Nadelrad ab.
Dadurch sinkt die Luftleistung.
Eine gründliche Reinigung in regelmäßigen Abständen sorgt dafür, dass der Abschäumer dauerhaft zuverlässig arbeitet.
Luftzufuhr kontrollieren
Eine verschmutzte Luftleitung kann die Leistung deutlich verringern.
Auch Salzablagerungen entstehen mit der Zeit.
Kontrolliere deshalb regelmäßig:
- Luftschlauch
- Schalldämpfer
- Luftansaugung
- Nadelrad
Bereits kleine Verstopfungen können die Schaumbildung verändern.
Muss der Abschäumer rund um die Uhr laufen?
In den meisten Meerwasseraquarien lautet die Antwort eindeutig ja.
Ein dauerhaft arbeitender Abschäumer sorgt für stabile Bedingungen und einen gleichmäßigen Gasaustausch.
Ein tägliches Ein und Ausschalten bringt meist keine Vorteile.
Ausnahmen gibt es nur in besonderen Situationen oder bei speziellen Versorgungskonzepten.
Zu großer oder zu kleiner Abschäumer?
Auch die Größe spielt eine Rolle.
Ein sehr kleiner Abschäumer kommt bei starkem Besatz schnell an seine Grenzen.
Ein deutlich überdimensioniertes Gerät kann in sehr nährstoffarmen Aquarien dagegen Schwierigkeiten haben, ausreichend Schaum zu bilden.
Wähle deshalb möglichst ein Modell, das gut zur tatsächlichen Wassermenge und zum geplanten Besatz passt.
Abschäumer und Sauerstoff
Viele Aquarianer verbinden den Abschäumer ausschließlich mit der Entfernung von Schadstoffen.
Dabei verbessert er gleichzeitig den Gasaustausch.
Durch die feinen Luftblasen gelangt Sauerstoff ins Wasser und Kohlendioxid wird abgegeben.
Gerade nachts, wenn Korallen und Algen Sauerstoff verbrauchen, ist dieser Effekt besonders wichtig.
Warum der Abschäumer manchmal weniger produziert
Nicht jede Veränderung bedeutet ein Problem.
Nach einer gründlichen Reinigung, einer längeren Futterpause oder bei geringer organischer Belastung produziert der Abschäumer häufig weniger Schaum.
Das ist völlig normal.
Ein sauberes Aquarium erzeugt schlicht weniger organische Stoffe.
Abschäumer nach Medikamenten
Nach Medikamenten oder bestimmten Behandlungen kann der Abschäumer extrem reagieren.
Lies deshalb immer die Hinweise des Herstellers.
Teilweise sollte der Abschäumer während einer Behandlung ausgeschaltet werden.
Nach Abschluss der Behandlung benötigt das Gerät häufig etwas Zeit, bis sich die Schaumbildung wieder stabilisiert.
Typische Fehler
Viele Probleme entstehen durch Kleinigkeiten.
Dazu gehören:
- Wasserstand verändert sich ständig
- zu häufiges Nachregeln
- verschmutzter Schaumtopf
- verstopfte Luftzufuhr
- falsche Beckentiefe
- überdimensionierter Abschäumer
- fehlende Reinigung der Pumpe
Oft genügt bereits eine gründliche Reinigung, damit der Abschäumer wieder zuverlässig arbeitet.
Abschäumer und Nährstoffe
Ein leistungsfähiger Abschäumer hilft dabei, Nitrat und Phosphat niedrig zu halten.
Er sollte jedoch nicht als alleinige Lösung betrachtet werden.
Eine angepasste Fütterung, regelmäßige Wasserwechsel und das Absaugen von Mulm bleiben weiterhin wichtige Bestandteile der Aquarienpflege.
Der Abschäumer ist ein wichtiger Baustein, ersetzt aber keine gute Pflege.
Beobachte dein Aquarium
Der Schaumtopf allein sagt nicht alles.
Achte zusätzlich auf:
- Wasserklarheit
- Verhalten der Fische
- Polypenbild der Korallen
- Sauerstoffversorgung
- Algenentwicklung
- Nitrat
- Phosphat
Die Kombination aus Technik, Wasserwerten und Beobachtung liefert die zuverlässigsten Informationen.
Unsere Erfahrungen bei Korallenland
Eine der häufigsten Fragen in unserer Beratung lautet: Wie muss mein Abschäumer eingestellt sein?
Unsere Antwort lautet fast immer: So, dass er konstant und ruhig arbeitet.
Viele Aquarianer verändern die Einstellung täglich. Dadurch wird es fast unmöglich zu beurteilen, wie der Abschäumer tatsächlich arbeitet.
Wir empfehlen, nach jeder Veränderung mindestens einige Stunden oder besser einen Tag abzuwarten. Erst dann zeigt sich, wie sich die neue Einstellung auf die Schaumbildung auswirkt.
Ebenso wichtig ist die regelmäßige Reinigung. Ein sauberer Abschäumer arbeitet nicht nur effizienter, sondern auch deutlich gleichmäßiger.
Fazit
Ein richtig eingestellter Abschäumer gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein stabiles Meerwasseraquarium.
Er entfernt organische Belastungen, verbessert den Sauerstoffeintrag und unterstützt ein gesundes biologisches Gleichgewicht.
Entscheidend sind ein konstanter Wasserstand, regelmäßige Reinigung und etwas Geduld bei der Einstellung. Kleine Schwankungen gehören zum normalen Betrieb und sind meist kein Grund zur Sorge.
Wenn du deinen Abschäumer regelmäßig wartest und nicht bei jeder Veränderung sofort nachregulierst, wird er viele Jahre zuverlässig arbeiten und einen wichtigen Beitrag zu einem gesunden Riffaquarium leisten.
