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Seeigel im Meerwasseraquarium

Seeigel gehören zu den faszinierendsten Wirbellosen im Meerwasseraquarium. Mit ihren langen Stacheln, ihrer ungewöhnlichen Fortbewegung und ihrem großen Appetit auf Algen sind sie nicht nur interessante Beobachtungstiere, sondern übernehmen auch wichtige Aufgaben im Aquarium.

Viele Arten sind hervorragende Algenfresser und damit ein wertvoller Bestandteil einer gut zusammengestellten Cleaning Crew. Allerdings ist nicht jeder Seeigel für jedes Aquarium geeignet. Einige Arten bleiben klein und friedlich, andere entwickeln enorme Kräfte und können Dekoration oder Korallen verschieben.

In diesem Artikel erfährst du, welche Seeigel sich für das Meerwasseraquarium eignen, welche Aufgaben sie übernehmen und worauf du bei der Haltung achten solltest.

Was sind Seeigel?

Seeigel gehören zu den Stachelhäutern und sind eng mit Seesternen und Seegurken verwandt.

Weltweit existieren mehrere hundert Arten, die in nahezu allen Meeren vorkommen. Im Meerwasseraquarium werden jedoch nur wenige Arten regelmäßig gepflegt.

Je nach Art unterscheiden sie sich deutlich in Größe, Färbung, Verhalten und Ernährungsweise.

Warum sind Seeigel so beliebt?

Viele Meerwasseraquarianer schätzen Seeigel vor allem wegen ihrer Arbeit als Algenfresser.

Sie weiden Algenbeläge von Steinen und Scheiben ab und helfen dabei, das Aquarium sauber zu halten.

Darüber hinaus sind sie spannende Beobachtungstiere.

Mit ihren zahlreichen kleinen Röhrenfüßchen und beweglichen Stacheln bewegen sie sich erstaunlich sicher über das Riff.

Dabei erreichen sie selbst Bereiche, die andere Algenfresser kaum erreichen.

Welche Aufgaben übernehmen Seeigel?

Je nach Art helfen Seeigel unter anderem dabei:

  • Algenbeläge zu entfernen
  • kurze Fadenalgen abzuweiden
  • Aufwuchs zu kontrollieren
  • Oberflächen sauber zu halten
  • das biologische Gleichgewicht zu unterstützen

Sie ersetzen zwar keine regelmäßige Pflege, können diese jedoch sinnvoll ergänzen.

Der Mespilia Seeigel

Der Kugel Seeigel (Mespilia globulus) gehört zu den beliebtesten Arten in der Meerwasseraquaristik.

Seine blau weißen Zeichnungen machen ihn zu einem echten Blickfang.

Er bleibt relativ klein und eignet sich deshalb auch für viele mittelgroße Aquarien.

Mespilia globulus frisst verschiedene Algenbeläge und gilt als vergleichsweise friedlich.

Der Tripneustes Seeigel

Tripneustes gratilla ist deutlich größer als Mespilia.

Er besitzt einen enormen Appetit und kann innerhalb kurzer Zeit große Mengen Algen entfernen.

Allerdings benötigt er entsprechend mehr Nahrung.

In kleinen Aquarien findet er langfristig oft nicht genügend Algen.

Dann muss zusätzlich gefüttert werden.

Echinometra Arten

Arten der Gattung Echinometra sind kräftige Algenfresser.

Sie leben häufig in Spalten und Höhlen.

Manche Tiere können mit ihren kräftigen Kauwerkzeugen sogar weiches Gestein bearbeiten.

Deshalb sollten lose Steine immer sicher aufgebaut sein.

Diadem Seeigel

Diadem Seeigel besitzen extrem lange, dünne Stacheln.

Sie wirken besonders elegant und sind hervorragende Algenfresser.

Allerdings benötigen sie ausreichend Platz.

Außerdem können ihre langen Stacheln beim Arbeiten im Aquarium leicht abbrechen oder versehentlich berührt werden.

Für kleine Aquarien eignen sie sich meist weniger.

Nicht jeder Seeigel frisst jede Alge

Viele Einsteiger erwarten, dass ein Seeigel sämtliche Algenprobleme löst.

So einfach ist es leider nicht.

Unterschiedliche Arten bevorzugen unterschiedliche Nahrung.

Manche fressen vor allem feine Aufwuchsbeläge.

Andere bevorzugen kurze Fadenalgen.

Hartnäckige Algenprobleme lassen sich deshalb nicht allein durch einen Seeigel lösen.

Seeigel gehören zur Cleaning Crew

Ein Seeigel ist eine sinnvolle Ergänzung einer Cleaning Crew.

Gemeinsam mit Schnecken, Einsiedlerkrebsen und Garnelen entsteht eine deutlich größere Vielfalt.

Jede Tiergruppe übernimmt andere Aufgaben.

Gerade diese Kombination sorgt häufig für die besten Ergebnisse.

Wie groß sollte das Aquarium sein?

Die passende Beckengröße hängt von der jeweiligen Art ab.

Kleine Arten können bereits in mittelgroßen Aquarien gepflegt werden.

Größere Seeigel benötigen deutlich mehr Platz und vor allem ausreichend natürliche Nahrung.

Vor dem Kauf solltest du dich deshalb genau über die Endgröße informieren.

Was fressen Seeigel?

Die Hauptnahrung besteht meist aus:

  • Algenbelägen
  • Aufwuchs
  • kurzen Fadenalgen
  • Mikroalgen

Sind nicht genügend Algen vorhanden, sollte zugefüttert werden.

Geeignet sind beispielsweise:

  • getrocknete Norialgen
  • spezielle Algenblätter
  • pflanzliches Futter

Ein dauerhaft hungriger Seeigel kann beginnen, auch Kalkrotalgen stärker abzuraspeln.

Brauchen Seeigel Kalk?

Ja.

Wie alle Stachelhäuter besitzen Seeigel ein Kalkskelett.

Deshalb sind stabile Wasserwerte besonders wichtig.

Vor allem:

  • Karbonathärte
  • Calcium
  • Magnesium

sollten dauerhaft in einem stabilen Bereich liegen.

Starke Schwankungen vertragen Seeigel oft schlechter als viele andere Wirbellose.

Vorsicht bei Kupfer

Seeigel reagieren empfindlich auf Kupfer und andere Schwermetalle.

Deshalb sollten niemals kupferhaltige Medikamente im Riffaquarium verwendet werden.

Auch verunreinigtes Leitungswasser oder ungeeignete Metallteile können problematisch sein.

Seeigel tragen Gegenstände

Viele Seeigel besitzen eine interessante Angewohnheit.

Sie transportieren kleine Gegenstände auf ihrem Rücken.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Muschelschalen
  • Schneckenhäuser
  • kleine Steine
  • Korallenbruchstücke

Dieses Verhalten dient vermutlich dem Schutz vor Licht und Fressfeinden.

Im Aquarium wirkt es oft sehr interessant.

Korallen sicher befestigen

Seeigel besitzen erstaunliche Kräfte.

Nicht fest verklebte Korallen können beim Überqueren leicht verschoben oder sogar heruntergeworfen werden.

Deshalb sollten besonders frisch eingesetzte Ableger immer gut befestigt werden.

Seeigel sind friedlich

Die meisten gepflegten Arten sind gegenüber Fischen und anderen Wirbellosen friedlich.

Sie greifen keine Korallen aktiv an.

Probleme entstehen höchstens indirekt, wenn Korallen durch das Gewicht oder die Bewegung des Seeigels verschoben werden.

Langsame Eingewöhnung

Wie viele Wirbellose reagieren auch Seeigel empfindlich auf plötzliche Veränderungen.

Besonders Unterschiede im Salzgehalt sollten langsam ausgeglichen werden.

Eine sorgfältige Eingewöhnung erhöht die Erfolgschancen deutlich.

Nachtaktive Tiere

Viele Seeigel werden erst nach dem Ausschalten der Beleuchtung richtig aktiv.

Tagsüber verstecken sie sich häufig zwischen den Steinen.

Abends beginnen sie dann mit ihrer Nahrungssuche.

Wer sein Aquarium auch nachts beobachtet, entdeckt oft spannende Verhaltensweisen.

Können Seeigel stechen?

Die meisten im Handel angebotenen Arten sind für Menschen ungefährlich.

Ein Stich mit den Stacheln kann jedoch schmerzhaft sein.

Deshalb solltest du beim Arbeiten im Aquarium vorsichtig sein.

Einige tropische Arten besitzen giftige Stacheln, werden jedoch nur selten für die Aquaristik angeboten.

Typische Fehler

Immer wieder treten ähnliche Probleme auf.

Dazu gehören:

  • zu kleines Aquarium
  • zu wenig natürliche Nahrung
  • lose Korallen
  • instabile Wasserwerte
  • fehlende Zufütterung
  • falsche Art für das Aquarium

Mit einer guten Planung lassen sich diese Fehler leicht vermeiden.

Welche Arten eignen sich besonders?

Für viele Meerwasseraquarianer haben sich besonders bewährt:

Welche Art die richtige ist, hängt jedoch immer von der Aquariengröße, dem Algenaufkommen und dem übrigen Besatz ab.

Unsere Erfahrungen bei Korallenland

Seeigel gehören für uns zu den interessantesten Mitgliedern einer Cleaning Crew. Besonders kleinere Arten wie Mespilia globulus sind nicht nur äußerst nützlich, sondern auch echte Hingucker im Aquarium.

Wichtig ist jedoch, die Tiere nicht ausschließlich als Algenvernichter zu betrachten. Hat ein Aquarium nur wenig Algenbewuchs, benötigen viele Seeigel zusätzliche Nahrung. Ebenso sollten Korallen sicher befestigt werden, da Seeigel beim Klettern erstaunliche Kräfte entwickeln können.

Mit einer passenden Art und einer guten Versorgung sind Seeigel robuste und langlebige Bewohner, die das Riffaquarium auf natürliche Weise bereichern.

Fazit

Seeigel sind faszinierende Wirbellose, die im Meerwasseraquarium viele wichtige Aufgaben übernehmen.

Sie helfen beim Abweiden von Algenbelägen, ergänzen die Cleaning Crew und sorgen gleichzeitig für spannende Beobachtungen.

Entscheidend für eine erfolgreiche Haltung sind die passende Art, ausreichend Nahrung, stabile Wasserwerte und eine sorgfältige Eingewöhnung.

Wer diese Punkte berücksichtigt, wird lange Freude an diesen außergewöhnlichen Riffbewohnern haben und gleichzeitig von ihrer nützlichen Arbeit im Aquarium profitieren.

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Gerd Raabe
Raabe Aquaristik
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