ICP einfach erklärt

Eine ICP-Analyse gehört zu den interessantesten Möglichkeiten, die Wasserchemie eines Meerwasseraquariums genauer zu untersuchen. Sie kann zahlreiche Elemente erfassen, die Du mit normalen Wassertests zu Hause gar nicht oder nur schwer zuverlässig bestimmen kannst.
Besonders interessant ist eine ICP-Analyse deshalb bei der Kontrolle von Spurenelementen, bei unerklärlichen Problemen im Aquarium oder wenn Du überprüfen möchtest, ob Dein Versorgungssystem langfristig zu Deinem tatsächlichen Verbrauch passt.
Eine ICP ist allerdings kein magischer Gesundheitscheck für Dein Aquarium. Sie ersetzt weder regelmäßige Wassertests noch die Beobachtung Deiner Korallen. Entscheidend ist deshalb nicht nur, eine ICP durchführen zu lassen, sondern die Ergebnisse anschließend richtig einzuordnen.

Was bedeutet ICP?
ICP steht für „Inductively Coupled Plasma“, auf Deutsch induktiv gekoppeltes Plasma.
Im Labor wird die Wasserprobe so aufbereitet, dass verschiedene enthaltene Elemente mit empfindlicher Messtechnik bestimmt werden können.
Dadurch lassen sich zahlreiche Haupt-, Neben- und Spurenelemente untersuchen, deren Konzentrationen mit üblichen Aquarientests teilweise nur schwer oder überhaupt nicht zuverlässig messbar sind.

Was kann eine ICP-Analyse im Meerwasseraquarium zeigen?
Je nach Labor und verwendeter Analysemethode können zahlreiche Elemente bestimmt werden.
Dazu können beispielsweise gehören:
Calcium
Magnesium
Kalium
Natrium
Schwefel
Strontium
Bor
Jod beziehungsweise je nach Verfahren bestimmte Angaben dazu
Eisen
Mangan
Molybdän
Zink
Kupfer
Nickel
Aluminium
Zinn
Silizium
Weitere Elemente
Welche Elemente tatsächlich analysiert und mit welcher Genauigkeit beziehungsweise Nachweisgrenze angegeben werden, hängt vom jeweiligen Anbieter und Analyseverfahren ab.

Was ist der große Vorteil einer ICP-Analyse?
Der größte Vorteil liegt in der Vielzahl der untersuchten Elemente.
Mit normalen Wassertests kontrollierst Du hauptsächlich die wichtigsten regelmäßig relevanten Parameter. Eine ICP ermöglicht dagegen einen wesentlich tieferen Blick auf die elementare Zusammensetzung des Wassers.
Dadurch können beispielsweise auffallen:
Unterversorgungen
Überversorgungen
Ungewöhnliche Spurenelement-Konzentrationen
Unerwünschte Metalle
Mögliche Verunreinigungen
Langfristige Veränderungen des Versorgungssystems
Das kann besonders hilfreich sein, wenn Deine Korallen Auffälligkeiten zeigen, obwohl die üblichen Wasserwerte zunächst unauffällig erscheinen.

Was kann eine ICP nicht?
Eine ICP kann sehr viel messen, aber nicht alles.
Sie sagt Dir beispielsweise nicht automatisch:
Warum eine Koralle ihre Polypen einzieht
Warum eine einzelne Koralle Gewebe verliert
Ob Deine Strömung richtig eingestellt ist
Ob Deine Beleuchtung zur Koralle passt
Ob eine Koralle einen Parasiten hat
Ob ein bestimmter gemessener Wert tatsächlich die Ursache eines Problems ist
Eine ICP liefert Messdaten. Die Interpretation dieser Daten bleibt entscheidend.
Deshalb solltest Du eine ICP immer gemeinsam mit den übrigen Wasserwerten und Deinen Beobachtungen am Aquarium betrachten.

Ersetzt eine ICP Deine normalen Wassertests?
Nein.
Das ist einer der wichtigsten Punkte.
Eine ICP-Analyse ist eine Momentaufnahme einer eingesendeten Wasserprobe. Zwischen Probenentnahme, Versand, Laboranalyse und Ergebnis können mehrere Tage liegen.
Die Karbonathärte (KH) kann sich in einem stark besetzten Riffaquarium dagegen innerhalb kurzer Zeit verändern.
Auch Nitrat, Phosphat und die Salinität solltest Du weiterhin regelmäßig selbst kontrollieren.
Die ICP ergänzt Deine normalen Messungen – sie ersetzt sie nicht.

Welche Werte solltest Du weiterhin selbst messen?
Für die regelmäßige Kontrolle Deines Meerwasseraquariums bleiben insbesondere wichtig:
Salinität
Temperatur
Karbonathärte (KH)
Nitrat
Phosphat
Calcium
Magnesium
Je nach Aquarium kann zusätzlich der pH-Wert interessant sein.
Eine ICP ist vor allem für zusätzliche Informationen interessant, die über diese regelmäßigen Messungen hinausgehen.

Was ist ICP-OES?
ICP-OES steht für „Inductively Coupled Plasma Optical Emission Spectrometry“.
Vereinfacht gesagt werden die Elemente in einem sehr heißen Plasma angeregt. Dabei senden sie Licht mit charakteristischen Wellenlängen aus.
Anhand dieser Lichtemission kann das Labor bestimmen, welche Elemente vorhanden sind und in welcher Konzentration sie ungefähr vorliegen.
ICP-OES wird in der Meerwasseraquaristik häufig für die Untersuchung zahlreicher Haupt- und Spurenelemente eingesetzt.

Was ist ICP-MS?
ICP-MS steht für „Inductively Coupled Plasma Mass Spectrometry“.
Hier werden die im Plasma erzeugten Ionen anschließend mit einem Massenspektrometer analysiert.
ICP-MS kann für zahlreiche Elemente sehr niedrige Konzentrationen erfassen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass eine ICP-MS für jede aquaristische Fragestellung automatisch „besser“ ist. Entscheidend sind das untersuchte Element, die Probenaufbereitung, das Analyseverfahren, mögliche Störungen und die Qualität des gesamten Laborprozesses.

Ist ICP-OES oder ICP-MS besser?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
ICP-MS kann für viele Elemente sehr niedrige Nachweisgrenzen erreichen. ICP-OES eignet sich wiederum sehr gut für zahlreiche Elemente und Konzentrationsbereiche, die in Meerwasser relevant sind.
Ein Labor kann außerdem mehrere Analyseverfahren kombinieren.
Für Dich als Aquarianer ist deshalb wichtiger:
Welche Parameter werden tatsächlich untersucht?
Welche Nachweisgrenzen besitzt das Verfahren?
Wie zuverlässig ist das Labor?
Wie verständlich werden die Ergebnisse dargestellt?
Welche zusätzlichen Messmethoden verwendet der Anbieter?
Die Abkürzung auf der Verpackung allein entscheidet nicht über die Qualität einer Analyse.

Misst eine ICP wirklich alle wichtigen Wasserwerte?
Nein.
Eine klassische ICP untersucht Elemente. Viele für Aquarianer wichtige Wasserparameter sind jedoch keine einzelnen Elemente.
Dazu gehören beispielsweise:
Karbonathärte
Nitrat
Phosphat
Salinität als Gesamtparameter
Diese Werte können von Laboren zusätzlich mit anderen Messmethoden bestimmt werden.
Wenn auf einem ICP-Bericht beispielsweise Nitrat oder Phosphat angegeben wird, bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass diese Werte direkt mit der eigentlichen ICP-Methode gemessen wurden.
Schau Dir immer an, welche Untersuchungen der jeweilige Anbieter tatsächlich umfasst.

Warum ist die Salinität bei einer ICP-Auswertung wichtig?
Die Salinität beeinflusst die Konzentration zahlreicher im Meerwasser gelöster Elemente.
Ist Deine Salinität beispielsweise deutlich zu niedrig, können auch verschiedene Elemente entsprechend niedriger erscheinen.
Deshalb solltest Du bei mehreren gleichzeitig zu niedrigen oder zu hohen Elementwerten zuerst prüfen, ob die Salinität korrekt eingestellt und zuverlässig gemessen wurde.
Sonst besteht die Gefahr, dass Du zahlreiche Einzelwerte korrigierst, obwohl die eigentliche Ursache eine falsche Salinität ist.

Warum ist eine ICP bei Spurenelementen besonders interessant?
Viele Spurenelemente liegen nur in sehr geringen Konzentrationen vor.
Für zahlreiche dieser Elemente gibt es keine einfachen Heimtests, die in der Meerwasseraquaristik zuverlässig und praktikabel eingesetzt werden können.
Eine ICP kann deshalb beispielsweise Hinweise darauf geben, ob bestimmte Elemente ungewöhnlich niedrig oder hoch sind.
Gerade wenn Du Spurenelemente gezielt dosieren möchtest, ist eine Analyse wesentlich sinnvoller als eine Dosierung ausschließlich nach Gefühl.

Kann man einen Spurenelementmangel an Korallen erkennen?
Nur sehr eingeschränkt.
Blasse Farben, schlechtes Polypenbild oder vermindertes Wachstum können sehr viele Ursachen haben.
Dazu gehören unter anderem:
Beleuchtung
Strömung
KH
Nitrat
Phosphat
Salinität
Temperatur
Korallenstress
Krankheiten
Deshalb ist beispielsweise eine blasse Koralle kein zuverlässiger Beweis für einen Jod-, Eisen- oder Kalium-Mangel.
Eine ICP kann Dir zusätzliche Informationen liefern, aber auch dann muss der Befund im Zusammenhang mit dem gesamten Aquarium betrachtet werden.

Warum solltest Du nach einer ICP nicht sofort alles dosieren?
Ein ICP-Bericht enthält häufig zahlreiche Messwerte. Einige davon können außerhalb der vom Anbieter angegebenen Referenzbereiche liegen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass Du jeden abweichenden Wert sofort korrigieren solltest.
Prüfe zuerst:
Wie groß ist die Abweichung?
Ist die Salinität korrekt?
Wie sehen Deine Korallen aus?
Was enthält Dein Versorgungssystem bereits?
Welche Präparate dosierst Du?
Gab es kürzlich einen größeren Wasserwechsel?
Kann ein Messwert durch Verunreinigung beeinflusst worden sein?
Zeigt eine spätere Analyse denselben Trend?
Besonders bei Spurenelementen gilt: Mehr ist nicht automatisch besser.

Was bedeutet ein Referenzbereich bei einer ICP?
Viele Labore vergleichen Deine Messwerte mit einem festgelegten Referenzwert oder Referenzbereich.
Dieser Vergleich hilft dabei, auffällige Abweichungen schnell zu erkennen.
Ein Referenzwert ist aber keine automatische Dosieranweisung.
Ein leicht abweichender Wert muss nicht zwangsläufig ein Problem darstellen und nicht jede Koralle benötigt exakt dieselbe chemische Umgebung bis auf die letzte Nachkommastelle.
Achte deshalb stärker auf deutliche Abweichungen und langfristige Trends als auf minimale Unterschiede.

Warum sind Trends oft wichtiger als eine einzelne ICP?
Eine einzelne Analyse ist eine Momentaufnahme.
Wenn Du regelmäßig ICP-Analysen durchführen lässt, kannst Du dagegen Entwicklungen erkennen.
Beispielsweise:
Ein Element sinkt kontinuierlich
Ein Metall steigt langsam an
Ein Versorgungssystem führt langfristig zu einer Anreicherung
Ein bestimmtes Element wird regelmäßig verbraucht
Eine Korrektur zeigt tatsächlich Wirkung
Solche Trends können wesentlich aussagekräftiger sein als eine einzelne geringfügige Abweichung.
Das entspricht auch dem Grundprinzip unserer Seite Warum stabile Wasserwerte entscheidend sind.

Kann eine ICP Schadstoffe finden?
Eine ICP kann je nach Analyseverfahren Hinweise auf unerwünschte Elemente beziehungsweise Metalle liefern.
Dazu können beispielsweise gehören:
Kupfer
Zink
Nickel
Zinn
Aluminium
Chrom
Blei
Welche Stoffe tatsächlich erfasst werden und ab welcher Konzentration sie zuverlässig nachweisbar sind, hängt vom jeweiligen Laborverfahren ab.
Ein auffälliger Wert kann Dir einen wichtigen Hinweis geben, bedeutet aber noch nicht automatisch, dass die Quelle bekannt ist.

Woher können unerwünschte Metalle im Aquarium kommen?
Mögliche Quellen sind beispielsweise:
Korrodierende Magnete
Beschädigte Pumpen
Metallische Gegenstände
Rostende Bauteile
Ungeeignete Schlauchschellen
Verunreinigtes Ausgangswasser
Bestimmte Filtermaterialien
Salzmischungen oder Zusätze
Verunreinigungen bei der Probennahme
Wenn eine ICP ein unerwartetes Metall zeigt, solltest Du deshalb systematisch nach einer möglichen Quelle suchen.

Warum solltest Du bei einem Metallfund nicht sofort in Panik geraten?
Zunächst solltest Du beurteilen, wie hoch der Wert tatsächlich ist und ob er plausibel erscheint.
Auch eine Probe kann verunreinigt werden.
Wurde beispielsweise mit ungeeigneten Gefäßen gearbeitet oder die Probe während der Entnahme kontaminiert, kann das Ergebnis beeinflusst werden.
Bei einem überraschenden Befund kann deshalb eine Kontrollanalyse sinnvoll sein.
Gleichzeitig solltest Du das Aquarium auf offensichtliche mögliche Quellen untersuchen.

Kann eine ICP Probleme mit dem Osmosewasser aufdecken?
Viele Analyseanbieter ermöglichen zusätzlich die Untersuchung von Osmose- beziehungsweise Reinstwasser oder bieten dafür separate Analysen an.
Das kann besonders hilfreich sein, wenn unerwünschte Stoffe im Aquarium auftauchen und Du wissen möchtest, ob sie bereits über das Ausgangswasser eingebracht werden.
Wie eine Osmoseanlage arbeitet und warum geeignetes Ausgangswasser wichtig ist, erklären wir Dir in unserem entsprechenden Ratgeber.
Welche Proben der jeweilige ICP-Anbieter tatsächlich untersucht, solltest Du vor dem Kauf prüfen.

Wann ist eine ICP-Analyse besonders sinnvoll?
Eine ICP kann besonders interessant sein:
Bei unerklärlichen Korallenproblemen
Bei einem stark besetzten Riffaquarium
Bei gezielter Spurenelementversorgung
Zur Kontrolle eines Versorgungssystems
Bei Verdacht auf unerwünschte Metalle
Wenn mehrere Werte ungewöhnlich erscheinen
Zur langfristigen Verlaufskontrolle
Nach größeren technischen oder chemischen Problemen
Wenn Du die Wasserchemie Deines Aquariums genauer verstehen möchtest
Sie ist dagegen nicht notwendig, um jede kleine Veränderung im Aquarium sofort mit einer Laboranalyse zu beantworten.

Ist eine ICP bei Korallenproblemen sinnvoll?
Ja, sie kann Teil der Ursachenforschung sein.
Wenn mehrere Korallen Probleme zeigen, obwohl die normalen Wasserwerte plausibel erscheinen, kann eine ICP zusätzliche Hinweise liefern.
Sie kann beispielsweise eine ungewöhnliche Elementkonzentration oder ein unerwünschtes Metall sichtbar machen.
Trotzdem ersetzt sie nicht die Kontrolle von Beleuchtung, Strömung, Temperatur, Standort und möglichen Schädlingen.
Eine ICP ist deshalb ein Diagnosewerkzeug – keine vollständige Diagnose.

Wie nimmst Du eine ICP-Probe richtig?
Die Probennahme ist wichtiger, als sie zunächst erscheint.
Halte Dich immer an die Anleitung des jeweiligen Labors.
Grundsätzlich solltest Du:
Nur die vorgesehenen Probengefäße verwenden
Gefäße nicht mit ungeeigneten Reinigungsmitteln behandeln
Die Innenseite nicht unnötig berühren
Probe entsprechend der Laboranleitung entnehmen
Deckel und Gefäß sauber halten
Probe eindeutig zuordnen
Versandhinweise des Anbieters beachten
Schon kleine Verunreinigungen können bei sehr niedrigen Elementkonzentrationen eine Rolle spielen.

Solltest Du vor der ICP einen Wasserwechsel machen?
Wenn Du den normalen Zustand Deines Aquariums untersuchen möchtest, ist ein unmittelbar vorher durchgeführter großer Wasserwechsel häufig wenig sinnvoll, weil Du damit die Zusammensetzung des Wassers gerade verändert hast.
Anders kann es sein, wenn Du gezielt überprüfen möchtest, wie sich ein bestimmter Wasserwechsel ausgewirkt hat.
Wichtig ist deshalb, dass Du weißt, welche Fragestellung Du mit der Analyse beantworten möchtest.
Notiere Dir am besten den Zeitpunkt des letzten Wasserwechsels und wichtige Dosierungen.

Solltest Du vor der ICP Spurenelemente dosieren?
Wenn Du den tatsächlichen normalen Zustand Deines Aquariums beurteilen möchtest, solltest Du nicht unmittelbar vor der Probennahme ungewöhnlich große Korrekturdosierungen durchführen.
Andernfalls misst Du möglicherweise hauptsächlich die gerade erfolgte Zugabe.
Führe Dein Aquarium möglichst normal weiter und dokumentiere, welche Produkte Du wann dosiert hast.
Bei der Interpretation ist diese Information später sehr wertvoll.

Wie oft sollte man eine ICP durchführen?
Dafür gibt es keinen festen Zeitraum, der für jedes Aquarium sinnvoll ist.
Bei einem einfachen, stabil laufenden Aquarium kann eine ICP nur gelegentlich oder bei konkretem Anlass sinnvoll sein.
Bei einem stark besetzten SPS-Riff mit umfangreicher Spurenelementversorgung kann eine regelmäßigere Kontrolle interessant sein.
Entscheidend sind:
Besatz
Korallenwachstum
Versorgungssystem
Wasserwechsel
Bisherige Ergebnisse
Probleme im Aquarium
Dein persönliches Kontrollbedürfnis
Eine ICP nur deshalb jeden Monat durchzuführen, weil ein Kalender das vorgibt, ist nicht automatisch notwendig.

Was solltest Du nach dem ICP-Ergebnis zuerst tun?
Gehe strukturiert vor:
Salinität überprüfen
Deine normalen Wassertests mit den Ergebnissen vergleichen
Deutlich auffällige Werte identifizieren
Mögliche Ursachen suchen
Versorgungssystem und Dosierungen kontrollieren
Mögliche Schadstoffquellen überprüfen
Korrekturempfehlungen kritisch einordnen
Nicht mehrere Werte gleichzeitig hektisch verändern
Entwicklung dokumentieren
Bei Bedarf Kontrollanalyse durchführen
Gerade bei vielen Abweichungen solltest Du nicht versuchen, innerhalb eines Tages das gesamte Aquarium chemisch neu einzustellen.

Warum solltest Du mehrere Werte gemeinsam betrachten?
Meerwasser ist ein komplexes chemisches System.
Ein einzelner Messwert erzählt deshalb nur einen Teil der Geschichte.
Besonders die grundlegenden Wasserwerte sowie die Salinität müssen berücksichtigt werden, bevor einzelne Spurenelemente beurteilt werden.
Auch ein Nährstoffungleichgewicht zwischen Nitrat und Phosphat kann Korallen beeinflussen, obwohl eine ICP bei zahlreichen Elementen unauffällig aussieht.

ICP und Spurenelemente – wie gehst Du sinnvoll vor?
Wenn eine Analyse eine Abweichung bei einem Spurenelement zeigt, solltest Du zuerst prüfen, ob Dein Versorgungssystem dieses Element bereits enthält.
Verwendest Du mehrere Präparate gleichzeitig, kann es außerdem zu Überschneidungen kommen.
Unsere Kaufberatung Spurenelemente sinnvoll dosieren erklärt Dir, warum gezielte und nachvollziehbare Dosierungen sinnvoller sind als mehrere Produkte gleichzeitig nach Gefühl einzusetzen.

Kann eine ICP eine Überdosierung erkennen?
Ja, bei den vom jeweiligen Verfahren erfassten Elementen können ungewöhnlich hohe Konzentrationen sichtbar werden.
Das ist einer der Gründe, warum eine ICP nicht nur zur Suche nach Mangelwerten interessant ist.
Gerade bei Spurenelementen kann eine Überversorgung genauso relevant sein wie eine Unterversorgung.
Wenn Du mehrere Versorgungssysteme oder Einzelpräparate kombinierst, solltest Du deshalb besonders genau wissen, welche Elemente Du tatsächlich zuführst.

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Produkte suchen
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Spurenelemente richtig einordnen
Spurenelemente einfach erklärt
Eine ICP ist besonders bei der Beurteilung von Spurenelementen interessant. Hier erklären wir Dir, welche Elemente im Meerwasseraquarium eine Rolle spielen und warum eine Dosierung nach Gefühl problematisch sein kann.

Wasserwerte als Grundlage
Wasserwerte im Meerwasseraquarium
Eine ICP ergänzt Deine normalen Wassertests, ersetzt sie aber nicht. Unser großer Wasserwerte-Ratgeber zeigt Dir, wie KH, Calcium, Magnesium, Nitrat, Phosphat, Salinität und pH-Wert zusammenhängen.

Typische Fehler bei ICP-Analysen
ICP als Ersatz für normale Wassertests betrachten
Jede kleine Abweichung sofort korrigieren
Salinität vor der Interpretation nicht kontrollieren
Referenzwert mit zwingendem Zielwert verwechseln
Mehrere Spurenelemente gleichzeitig dosieren
Nach Korallenfarbe einzelne Elemente auf Verdacht ergänzen
Ungewöhnliche Metallwerte ohne Kontrollmessung überbewerten
Mögliche Kontamination der Probe ignorieren
ICP-OES und ICP-MS nur anhand der niedrigsten Nachweisgrenze beurteilen
Unmittelbar vor der Probe große Korrekturdosierungen durchführen
Ergebnisse nicht dokumentieren
Nur einzelne Analysen betrachten und langfristige Trends ignorieren

Fazit
Eine ICP-Analyse ist ein sehr hilfreiches Werkzeug, wenn Du die Wasserchemie Deines Meerwasseraquariums genauer untersuchen möchtest.
Sie kann zahlreiche Haupt-, Neben- und Spurenelemente erfassen und Hinweise auf Unterversorgung, Überversorgung oder unerwünschte Elemente liefern.
Trotzdem ersetzt eine ICP nicht Deine regelmäßigen Wassertests. Besonders KH, Nitrat, Phosphat und Salinität solltest Du weiterhin selbst kontrollieren.
Der wichtigste Teil einer ICP beginnt deshalb eigentlich erst nach der Messung: die richtige Interpretation.
Korrigiere nicht automatisch jeden Wert, der geringfügig von einer Referenz abweicht. Prüfe Salinität, Versorgungssystem, Korallenbesatz und die Entwicklung über mehrere Messungen.
So wird die ICP von einer langen Tabelle mit Zahlen zu einem wirklich hilfreichen Werkzeug für Dein Riffaquarium.

Unser Tipp
Nutze eine ICP nicht nur dann, wenn bereits etwas schiefläuft. Eine Analyse bei einem gut laufenden Aquarium kann Dir einen wertvollen Ausgangspunkt liefern, mit dem Du spätere Veränderungen vergleichen kannst.
Besonders bei einer gezielten Spurenelementversorgung oder einem stark wachsenden Riff kann eine gelegentliche Verlaufskontrolle sehr interessant sein.
Wenn ein Ergebnis auffällig ist, ändere nicht sofort fünf Dinge gleichzeitig. Suche zuerst nach einer plausiblen Ursache und korrigiere anschließend gezielt und nachvollziehbar.
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