Weichkorallen – Haltung, Arten, Wasserwerte und Pflege

Weichkorallen gehören zu den vielseitigsten Korallen im Meerwasseraquarium. Viele Arten gelten als robust, wachsen zuverlässig und kommen mit Bedingungen zurecht, bei denen empfindlichere Steinkorallen bereits höhere Ansprüche stellen. Dadurch sind Weichkorallen für Einsteiger interessant, aber keineswegs nur Anfänger-Korallen.

Große Lederkorallen können zu beeindruckenden Blickfängen heranwachsen, während andere Arten ganze Flächen mit bewegten Polypen überziehen. Gerade diese Bewegung sorgt dafür, dass ein Weichkorallen-Riff einen völlig anderen Charakter entwickeln kann als ein überwiegend mit Steinkorallen besetztes Aquarium.

Zu den bekannten Vertretern gehören Sarcophyton, Sinularia, Lobophytum, Briareum, Pachyclavularia und Xenia.

Im aquaristischen Alltag werden außerdem Scheibenanemonen wie Discosoma, Rhodactis und Ricordea yuma sowie Krustenanemonen wie Zoanthus häufig gemeinsam mit Weichkorallen angeboten und gepflegt, obwohl sie biologisch anderen Gruppen angehören.

Was sind Weichkorallen?
Der wichtigste Unterschied zu LPS- und SPS-Korallen liegt im Aufbau. Weichkorallen besitzen kein massives Kalkskelett wie Steinkorallen. Ihr Körper wird unter anderem durch Gewebe und kleine eingelagerte Kalkkörper gestützt.

Dadurch entstehen die typischen weichen, teilweise stark beweglichen Wuchsformen.

Viele Weichkorallen leben in Symbiose mit Zooxanthellen. Diese mikroskopisch kleinen Algen betreiben Photosynthese und stellen der Koralle einen erheblichen Teil der benötigten Energie zur Verfügung.

Was sind Zooxanthellen?
Hier erfährst Du, wie die Lebensgemeinschaft zwischen Koralle und Zooxanthellen funktioniert und warum Beleuchtung für viele Korallen so wichtig ist.

Welche Arten gehören zu den Weichkorallen?
Die Auswahl für das Meerwasseraquarium ist groß. Besonders häufig gepflegt werden:
Sarcophyton
Sinularia
Lobophytum
Briareum
Pachyclavularia
Xenia
Gorgonie

Zusätzlich werden in der Meerwasseraquaristik häufig folgende Tiere gemeinsam mit Weichkorallen betrachtet:
Discosoma
Rhodactis
Ricordea yuma
Zoanthus

Die einzelnen Arten unterscheiden sich teilweise erheblich bei Lichtbedarf, Strömung, Wachstum und Pflege. Die Bezeichnung „Weichkoralle“ allein reicht deshalb nicht aus, um den perfekten Standort zu bestimmen.

Korallen im Meerwasseraquarium – Arten, Haltung und Pflege
Auf unserer großen Korallen-Pillar-Seite erfährst Du mehr über die verschiedenen Korallen-Gruppen sowie Wasserwerte, Beleuchtung, Strömung, Standort und Pflege.

Sind Weichkorallen für Anfänger geeignet?
Viele Weichkorallen eignen sich hervorragend für erste Erfahrungen mit Korallen.

Besonders interessant sind:
Sarcophyton
Sinularia
Lobophytum
Briareum
Rhodactis
Discosoma

Diese Korallen verzeihen kleinere Schwankungen häufig besser als empfindliche SPS-Korallen.

Robust bedeutet allerdings nicht unempfindlich. Auch eine Lederkoralle benötigt stabile Wasserwerte, ausreichend Licht und eine passende Strömung.

Du brauchst für viele Weichkorallen kein hoch spezialisiertes SPS-System. Ein stabiles und gut gepflegtes Meerwasseraquarium bietet für zahlreiche Arten bereits hervorragende Voraussetzungen.

Warum Weichkorallen nicht nur Anfänger-Korallen sind
Weichkorallen werden manchmal als einfache Übergangslösung betrachtet, bis später vermeintlich anspruchsvollere Korallen einziehen.

Damit tut man ihnen ziemlich unrecht.

Eine große Sarcophyton kann zu einem eindrucksvollen Mittelpunkt des Aquariums werden. Sinularia und Lobophytum entwickeln natürliche verzweigte oder gelappte Formen.

Briareum kann ganze Flächen mit intensiv leuchtenden und bewegten Polypen überziehen.

Ricordea yuma, Rhodactis und Zoanthus bringen dagegen intensive Farben und Muster ins Aquarium.

Ein gut geplantes Weichkorallen-Riff kann deshalb mindestens genauso faszinierend sein wie ein klassisches Steinkorallen-Aquarium.

Welche Wasserwerte brauchen Weichkorallen?
Weichkorallen gelten häufig als toleranter gegenüber kleineren Schwankungen. Trotzdem profitieren auch sie von stabilen Bedingungen.

Als grobe Orientierung für ein typisches Riffaquarium können dienen:
Temperatur: etwa 24–26 °C
Salinität: etwa 34–35 PSU
KH: etwa 7–9 dKH
Calcium: etwa 400–450 mg/l
Magnesium: etwa 1.250–1.350 mg/l

Auch Nitrat und Phosphat sollten vorhanden sein und möglichst stabil bleiben.

Weichkorallen bauen kein massives Kalkskelett wie LPS- oder SPS-Korallen auf. Deshalb ist der Verbrauch von KH und Calcium in einem reinen Weichkorallen-Aquarium normalerweise geringer als in einem stark wachsenden Steinkorallen-Riff.

Das bedeutet aber nicht, dass diese Werte unwichtig sind. Sie gehören zur grundlegenden Wasserchemie des gesamten Aquariums.

Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die wichtigsten Werte im Überblick
Hier findest Du die wichtigsten Informationen zu Salinität, KH, Calcium, Magnesium, Nitrat, Phosphat und pH-Wert.

Weichkorallen brauchen Nährstoffe
Ein besonders nährstoffarmes Aquarium ist nicht automatisch besser für Weichkorallen.

Korallen und ihre Zooxanthellen benötigen Nährstoffe. Nitrat und Phosphat sollten deshalb nicht mit Gewalt auf null reduziert werden.

Gerade manche Weichkorallen fühlen sich in einem Aquarium mit moderat vorhandenen Nährstoffen ausgesprochen wohl.

Entscheidend ist auch hier die Stabilität und nicht die Jagd nach einem möglichst niedrigen Messwert.

Wie viel Licht brauchen Weichkorallen?
Viele Weichkorallen kommen mit moderater Beleuchtung gut zurecht.

Das macht sie interessant für Bereiche, die nicht direkt unter der stärksten Beleuchtung liegen.

Eine pauschale Regel wie „Weichkorallen brauchen wenig Licht“ wäre trotzdem falsch.

Sarcophyton und Sinularia können je nach Art und bisheriger Haltung auch mit kräftigerer Beleuchtung gut zurechtkommen.

Discosoma und Rhodactis bevorzugen häufig eher schwächere bis mittlere Lichtbereiche.

Ricordea yuma sollte ebenfalls entsprechend ihrer individuellen Reaktion platziert werden.

PAR-Werte helfen bei der Standortwahl
Mit dem Auge kannst Du nur schwer beurteilen, wie viel für Korallen nutzbares Licht tatsächlich an einem bestimmten Standort ankommt.

Eine PAR-Messung zeigt Dir, wie unterschiedlich die Lichtintensität im oberen Riffbereich, zwischen dem Riffaufbau und auf dem Bodengrund tatsächlich ist.

Auch bei Weichkorallen kann das ausgesprochen hilfreich sein.

PAR-Werte einfach erklärt
Hier erfährst Du, was PAR bedeutet und wie Du gemessene Lichtwerte sinnvoll beurteilst.

Neue Weichkorallen langsam an Licht gewöhnen
Auch robuste Weichkorallen können auf eine plötzliche starke Veränderung der Beleuchtung reagieren.

Wenn eine neue Koralle zuvor unter deutlich schwächerem Licht gepflegt wurde, solltest Du sie nicht automatisch direkt an den hellsten Standort Deines Aquariums setzen.

Beginne gegebenenfalls etwas geschützter und gewöhne die Koralle schrittweise an die endgültige Lichtintensität.

Welche Strömung brauchen Weichkorallen?
Viele klassische Weichkorallen mögen eine mittlere und wechselnde Wasserbewegung.

Besonders Lederkorallen wie:
Sarcophyton
Sinularia
Lobophytum

profitieren davon, wenn ihre Oberfläche gut umströmt wird.

Die Strömung transportiert Sauerstoff und Nährstoffe und hilft gleichzeitig dabei, Schleim und Ablagerungen von der Oberfläche zu entfernen.

Eine harte direkte Dauerströmung ist trotzdem selten sinnvoll.

Bei Discosoma, Rhodactis und Ricordea yuma darf die Strömung häufig deutlich ruhiger ausfallen.

Strömungs-Pumpen richtig platzieren
Hier erfährst Du, wie Du eine abwechslungsreiche Wasserbewegung erzeugst und unterschiedliche Strömungszonen im Aquarium nutzt.

Warum häuten sich Lederkorallen?
Wenn eine Sarcophyton, Sinularia oder Lobophytum plötzlich mehrere Tage ihre Polypen nicht öffnet, muss das nicht bedeuten, dass etwas nicht stimmt.

Lederkorallen können regelmäßig eine dünne Schleim- oder Wachsschicht auf ihrer Oberfläche bilden.

Während dieser Phase bleiben die Polypen häufig geschlossen. Anschließend wird diese Schicht abgestoßen und die Koralle öffnet sich wieder.

Eine gute Strömung unterstützt diesen natürlichen Reinigungsvorgang.

Verändere deshalb nicht sofort Beleuchtung, Wasserwerte und Strömung gleichzeitig, nur weil eine Lederkoralle für einige Tage geschlossen bleibt.

Sarcophyton – der Klassiker unter den Lederkorallen
Sarcophyton gehört zu den bekanntesten Weichkorallen.

Typisch ist der kräftige Stamm mit einem teller- oder pilzförmigen oberen Bereich, aus dem zahlreiche kleine Polypen wachsen.

Unter guten Bedingungen kann aus einer kleinen Sarcophyton eine ausgesprochen große Koralle werden.

Plane deshalb genügend Platz ein und berücksichtige, dass eine große Kolonie darunterliegende Korallen beschatten kann.

Sinularia – natürliche verzweigte Wuchsformen
Sinularia kann je nach Art sehr unterschiedliche Wuchsformen entwickeln.

Besonders verzweigte Varianten bringen viel natürliche Struktur ins Aquarium und bewegen sich sichtbar in der Strömung.

Auch Sinularia kann kräftig wachsen. Gib ihr deshalb von Anfang an genügend Raum.

Lobophytum – robuste Lederkoralle
Lobophytum gehört ebenfalls zu den klassischen Lederkorallen.

Die Koralle entwickelt häufig kräftige, lappen- oder fingerartige Strukturen und kann mit der Zeit eine stattliche Größe erreichen.

Lobophytum gilt als vergleichsweise robust und kann deshalb auch für Einsteiger interessant sein.

Wie andere Lederkorallen kann sie sich zeitweise vollständig schließen und eine Oberflächenschicht abstoßen.

Briareum – wunderschön, aber Wachstum einplanen
Briareum bildet eine flächige Gewebematte, aus der zahlreiche lange Polypen wachsen.

Besonders grüne Varianten können unter Blaulicht intensiv fluoreszieren und bringen durch die Bewegung ihrer Polypen viel Leben ins Aquarium.

Briareum kann allerdings ausgesprochen schnell wachsen und angrenzende Flächen überwuchern.

Eine gute Möglichkeit ist deshalb die Platzierung auf einem separaten Stein oder einer isolierten Riffinsel.

So kannst Du die Ausbreitung wesentlich besser kontrollieren.

Pachyclavularia – flächiges Wachstum berücksichtigen
Pachyclavularia bildet ebenfalls eine flächig wachsende Matte mit zahlreichen beweglichen Polypen.

Die Koralle kann unter passenden Bedingungen zügig wachsen.

Setze sie deshalb möglichst so, dass Du ihre Ausbreitung kontrollieren kannst.

Eine separate Riffinsel ist häufig wesentlich praktischer als ein Standort mitten im Hauptaufbau.

Xenia – Bewegung im Aquarium
Xenia gehört zu den bekanntesten Weichkorallen und fällt besonders durch ihre teilweise rhythmisch pumpenden Polypen auf.

Unter passenden Bedingungen kann Xenia sehr schnell wachsen und größere Bereiche des Riffs besiedeln.

Das kann wunderschön aussehen, sollte aber von Anfang an eingeplant werden.

Eine isolierte Platzierung kann Dir helfen, die Ausbreitung besser zu kontrollieren.

Gorgonien – genau auf die Art achten
Gorgonien können einem Riff durch ihre verzweigten Wuchsformen und ihre Bewegung ein besonders natürliches Aussehen verleihen.

Bei Gorgonien musst Du allerdings genauer hinschauen.

Es gibt photosynthetische und nicht photosynthetische Arten. Ihre Ansprüche unterscheiden sich erheblich.

Nicht photosynthetische Gorgonien sind auf eine regelmäßige Versorgung mit geeigneten Futterpartikeln angewiesen und können deutlich anspruchsvoller sein.

Eine Gorgonie solltest Du deshalb niemals allein aufgrund ihres Aussehens auswählen.

Scheibenanemonen für ruhigere Bereiche
Scheibenanemonen werden im Handel häufig gemeinsam mit Weichkorallen angeboten.

Besonders bekannt sind:
Discosoma
Rhodactis
Ricordea yuma

Viele dieser Tiere kommen mit moderater Beleuchtung und einer eher sanften Wasserbewegung gut zurecht.

Dadurch kannst Du mit ihnen Bereiche des Aquariums nutzen, die für stark lichthungrige SPS weniger geeignet sind.

Auch Scheibenanemonen können sich vermehren und mit der Zeit größere Flächen besiedeln.

Zoanthus – enorme Farbvielfalt
Zoanthus gehören biologisch nicht zu den klassischen Weichkorallen, werden in der Aquaristik aber häufig gemeinsam mit ihnen betrachtet.

Ihre enorme Farbvielfalt macht sie besonders beliebt.

Zoanthus bilden Kolonien aus vielen einzelnen Polypen und können sich über angrenzende Flächen ausbreiten.

Auch hier kann eine separate Riffinsel sinnvoll sein.

Beim Umgang mit Zoanthus und verwandten Krustenanemonen solltest Du außerdem grundsätzlich vorsichtig arbeiten, da manche Arten beziehungsweise Kolonien Palytoxin enthalten können. Vermeide Verletzungen der Tiere, trage bei Arbeiten geeigneten Schutz und erhitze oder koche bewachsene Steine niemals.

Der richtige Standort für Weichkorallen
Die Standortwahl sollte sich nicht nur danach richten, wo eine Koralle optisch am besten aussieht.

Berücksichtige:
Beleuchtung
Strömung
Späteres Wachstum
Mögliche Beschattung
Abstand zu anderen Korallen
Chemische Konkurrenz

Eine kleine Sarcophyton kann beispielsweise später einen großen Bereich beschatten.

Briareum, Pachyclavularia und Xenia können sich dagegen so stark ausbreiten, dass die Wachstumskontrolle zum wichtigsten Faktor bei der Standortwahl wird.

Korallen richtig platzieren
Hier erfährst Du, wie Du Licht, Strömung, Wachstum und Abstand bei der Standortwahl gemeinsam berücksichtigst.

Weichkorallen brauchen Platz
Gerade schnell wachsende Weichkorallen werden häufig unterschätzt.

Eine kleine Koralle wirkt beim Einsetzen zunächst harmlos. Nach einigen Monaten kann sie aber wesentlich mehr Raum beanspruchen.

Besonders bei:
Briareum
Pachyclavularia
Xenia
Zoanthus
solltest Du die mögliche Ausbreitung von Anfang an berücksichtigen.

Eine kleine, vom Hauptriff getrennte Riffinsel kann später sehr viel Arbeit ersparen.

Chemische Konkurrenz bei Weichkorallen
Ein Punkt, der bei Weichkorallen gerne übersehen wird, ist die chemische Konkurrenz.

Verschiedene Lederkorallen können Stoffe an das Wasser abgeben, mit denen sie sich gegenüber anderen Korallen behaupten.

Besonders in einem Mischriff mit empfindlicheren LPS- oder SPS-Korallen kann das eine Rolle spielen.

Das bedeutet nicht, dass Du Weichkorallen und Steinkorallen grundsätzlich getrennt halten musst. In vielen Aquarien funktioniert diese Kombination hervorragend.

Ausreichend Abstand, gute Strömung, regelmäßige Wasserwechsel und bei Bedarf ein sinnvoller Einsatz von Aktivkohle können helfen.

Korallen richtig kombinieren
Hier erfährst Du mehr über direkte und chemische Konkurrenz zwischen unterschiedlichen Korallen.

Aktivkohle richtig einsetzen
Hier erklären wir Dir, wann Aktivkohle im Meerwasseraquarium sinnvoll sein kann und worauf Du bei der Anwendung achten solltest.

Müssen Weichkorallen gefüttert werden?
Viele photosynthetische Weichkorallen beziehen einen großen Teil ihrer Energie über ihre Zooxanthellen.

Eine regelmäßige direkte Fütterung ist deshalb bei vielen klassischen Lederkorallen nicht notwendig.

Das bedeutet aber nicht, dass Korallen ausschließlich von Licht leben. Gelöste Nährstoffe und kleine Nahrungspartikel können ebenfalls eine Rolle spielen.

Besonders nicht photosynthetische Gorgonien sind dagegen auf eine regelmäßige Futterversorgung angewiesen.

Mehr Futter ist nicht automatisch besser. Nicht aufgenommenes Futter belastet das Wasser und kann Nitrat und Phosphat erhöhen.

Weichkorallen im Mischriff
Weichkorallen lassen sich hervorragend mit vielen LPS- und SPS-Korallen kombinieren.

Gerade die unterschiedlichen Wuchsformen können ein Mischriff besonders natürlich wirken lassen.

Zwischen starren SPS-Ästen und großen LPS-Polypen sorgen bewegte Lederkorallen und Gorgonien für zusätzliche Struktur.

Dabei solltest Du unterschiedliche Zonen schaffen.

Viele SPS bevorzugen kräftiges Licht und eine starke wechselnde Strömung. Scheibenanemonen wie Discosoma oder Rhodactis können dagegen ruhigere und weniger stark beleuchtete Bereiche nutzen.

Große Lederkorallen solltest Du so platzieren, dass sie später nicht empfindliche Steinkorallen beschatten.

Weichkorallen und LPS-Korallen
Weichkorallen und LPS-Korallen können sehr gut gemeinsam gepflegt werden.

Achte allerdings auf ausreichend Abstand.

Viele LPS können Kampftentakel ausbilden und benachbarte Weichkorallen vernesseln. Gleichzeitig können große Lederkorallen durch Wachstum und Beschattung zum Problem für LPS werden.

LPS-Korallen – Haltung, Arten, Wasserwerte und Pflege
Hier findest Du die wichtigsten Grundlagen zur Haltung von LPS-Korallen.

Weichkorallen und SPS-Korallen
Auch die Kombination mit SPS-Korallen ist möglich.

Hier spielen neben Platz und Beschattung besonders unterschiedliche Ansprüche an Beleuchtung und Strömung sowie mögliche chemische Wechselwirkungen eine Rolle.

Eine Rhodactis muss nicht unter derselben Lichtintensität stehen wie eine Acropora.

Bei größeren Beständen von Lederkorallen kann außerdem der Einsatz von Aktivkohle interessant sein, wenn gleichzeitig empfindliche Steinkorallen gepflegt werden.

SPS-Korallen – Haltung, Arten, Wasserwerte und Pflege
Hier erfährst Du mehr über die besonderen Ansprüche von Acropora, Montipora und anderen SPS-Korallen.

Neue Weichkorallen richtig eingewöhnen
Robust bedeutet nicht, dass eine Weichkoralle direkt nach dem Transport an jeden beliebigen Standort gesetzt werden sollte.

Transport, andere Wasserwerte, veränderte Beleuchtung und eine neue Strömung bedeuten zunächst eine Umstellung.

Besonders bei deutlich stärkerer Beleuchtung ist eine langsame Anpassung sinnvoll.

Gib einer neuen Koralle außerdem Zeit. Nicht jede Weichkoralle öffnet unmittelbar nach dem Einsetzen sämtliche Polypen.

Korallen richtig eingewöhnen
Hier findest Du unsere ausführliche Anleitung zur Eingewöhnung neuer Korallen.

Warum öffnen sich Weichkorallen manchmal nicht?
Eine geschlossene Koralle ist nicht automatisch krank.

Lederkorallen können sich während ihrer natürlichen Reinigung mehrere Tage zurückziehen.

Andere Korallen reagieren auf:
Transport
Neuen Standort
Veränderte Beleuchtung
Andere Strömung
Schwankende Wasserwerte
Berührung
Störungen durch Tiere

Bleibt eine Koralle ungewöhnlich lange geschlossen, solltest Du die Grundlagen kontrollieren.

Prüfe Salinität, Temperatur, KH, Nitrat und Phosphat sowie Beleuchtung und Strömung. Überlege außerdem, was sich im Aquarium zuletzt verändert hat.

Warum ziehen Korallen ihre Polypen ein?
Hier findest Du mögliche Ursachen und Hinweise, wann Du genauer hinschauen solltest.

Weichkorallen können sehr schnell wachsen
Schnelles Wachstum klingt zunächst ausschließlich positiv.

Bei einigen Arten kann es allerdings zur Herausforderung werden.

Besonders:
Briareum
Pachyclavularia
Xenia
Zoanthus
können unter passenden Bedingungen große Flächen besiedeln.

Auch Rhodactis und Discosoma können sich vermehren und benachbarte Bereiche einnehmen.

Plane solche Korallen möglichst so, dass Du ihre Ausbreitung kontrollieren kannst.

Weichkorallen im Nano-Aquarium
Viele kleinere Weichkorallen und Scheibenanemonen können sehr interessant für Nano-Aquarien sein.

Dazu gehören beispielsweise:
Discosoma
Rhodactis
Ricordea yuma
Zoanthus

Bei schnell wachsenden Arten musst Du in kleinen Aquarien besonders aufpassen.

Was in einem großen Riff nur einen kleinen Bereich einnimmt, kann in einem Nano schnell einen erheblichen Teil der verfügbaren Fläche besiedeln.

Weichkorallen richtig befestigen
Viele Weichkorallen lassen sich nicht genauso befestigen wie ein harter SPS-Ableger.

Das weiche Gewebe kann sich von Klebstoff lösen.

Je nach Koralle können beispielsweise eine schonende Fixierung, ein kleines Gefäß mit Korallenbruch oder andere Methoden sinnvoll sein, bis sich das Tier selbst am Untergrund befestigt hat.

Scheibenanemonen solltest Du nicht einfach mit Sekundenkleber direkt am Gewebe befestigen.

Ist die Koralle bereits auf einem Ablegerstein angewachsen, kannst Du dagegen den Stein selbst sicher mit dem Riffaufbau verbinden.

Weichkorallen kaufen – worauf solltest Du achten?
Entscheide nicht nur nach Farbe.

Überlege vor dem Kauf:
Passt die Koralle zu Deinem Aquarium?
Wie viel Licht benötigt sie?
Welche Strömung bevorzugt sie?
Wie schnell wächst sie?
Wie groß kann sie werden?
Kann sie sich stark ausbreiten?
Passt sie zu den vorhandenen Korallen?

Bei einer Sarcophyton solltest Du beispielsweise berücksichtigen, dass aus einem kleinen Tier später eine große Lederkoralle werden kann.

Bei Briareum, Xenia und Zoanthus ist dagegen besonders die mögliche Ausbreitung wichtig.

Achte außerdem auf gesundes Gewebe und einen insgesamt vitalen Eindruck.

WYSIWYG bei Weichkorallen
Gerade bei Rhodactis, Ricordea yuma, Zoanthus und unterschiedlich gewachsenen Lederkorallen können Farbe, Größe und Form von Tier zu Tier deutlich variieren.

Bei einem WYSIWYG-Angebot erhältst Du genau das Tier, das auf dem Produktfoto abgebildet ist.

Das kann gerade bei besonders farbigen oder individuell gewachsenen Korallen ein großer Vorteil sein.

Welche Weichkoralle passt zu Dir?
Wenn Du eine große strukturgebende Lederkoralle möchtest:
Sarcophyton
Sinularia
Lobophytum
Wenn Du viel Bewegung möchtest:
Xenia
Briareum
Gorgonie
Wenn Du intensive Farben suchst:
Ricordea yuma
Rhodactis
Zoanthus
Wenn Du weniger stark beleuchtete Bereiche besetzen möchtest:
Discosoma
Rhodactis
Wenn Du eine robuste Koralle für den Einstieg suchst:
Sarcophyton
Lobophytum
Sinularia
Briareum

Weichkorallen bei Korallenland
Der verfügbare Korallenbestand verändert sich regelmäßig. Deshalb führen die Korallennamen direkt zur jeweiligen Suche im Korallenland-Shop.

Du kannst beispielsweise direkt nach:
Sarcophyton
Sinularia
Lobophytum
Briareum
Pachyclavularia
Xenia
Rhodactis
Ricordea yuma
Zoanthus
Gorgonie
suchen.

Falls momentan keine passende Koralle angezeigt wird, lohnt sich ein späterer Blick erneut. Der verfügbare Tierbestand verändert sich regelmäßig.

Typische Fehler bei Weichkorallen
Weichkorallen gelten als robust und werden gerade deshalb manchmal unterschätzt.

Typische Fehler sind:
Schnell wachsende Arten mitten in den Riffaufbau setzen
Späteres Wachstum nicht berücksichtigen
Lederkorallen zu wenig umströmen
Scheibenanemonen einer zu starken direkten Strömung aussetzen
Neue Korallen sofort sehr stark beleuchten
Nitrat und Phosphat möglichst auf null reduzieren
Bei einer geschlossenen Lederkoralle sofort mehrere Parameter verändern
Chemische Konkurrenz im Mischriff ignorieren
Große Lederkorallen zu dicht an lichthungrigen Steinkorallen platzieren

Informiere Dich deshalb nicht nur darüber, ob eine Koralle als einfach gilt, sondern über ihre tatsächlichen Bedürfnisse.

Beobachten statt ständig verändern
Gerade Weichkorallen zeigen häufig recht deutlich, wie sie mit ihrem Standort zurechtkommen.

Eine Lederkoralle, die ihre Polypen regelmäßig öffnet und sichtbar wächst, benötigt nicht ständig neue Einstellungen.

Eine Scheibenanemone, die sich vollständig ausbreitet und ihre Farbe behält, muss nicht jede Woche umgesetzt werden.

Wenn etwas auffällig ist, kontrolliere zuerst die Grundlagen.

Verändere anschließend möglichst nur einen Faktor und beobachte die Reaktion.

Viele Probleme entstehen nicht durch einen einzelnen leicht abweichenden Messwert, sondern durch zu viele schnelle Veränderungen hintereinander.

Unser Tipp
Plane bei Weichkorallen von Anfang an langfristig.

Eine kleine Sarcophyton kann später zu einer großen Lederkoralle werden. Briareum, Pachyclavularia und Xenia können größere Flächen erobern, während Rhodactis, Ricordea yuma und Zoanthus intensive Farben in ruhigere Riffbereiche bringen können.

Nutze genau diese Unterschiede.

Statt jede Koralle einfach dort unterzubringen, wo gerade noch Platz ist, kannst Du mit Weichkorallen gezielt verschiedene Licht- und Strömungszonen gestalten.

So entsteht ein Riff, das nicht nur unmittelbar nach dem Einsetzen gut aussieht, sondern sich auch langfristig sinnvoll entwickeln kann.

Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung. Individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.

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Gerd Raabe
Raabe Aquaristik
Ruffinstr. 6 • 94575 Windorf • Deutschland
Tel.: +49 (0)8546 973568 • E-Mail: info@korallenland.de

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