Kalkrotalgen im Meerwasseraquarium
Rosa, violette, rote oder teilweise dunkelrote Beläge auf Riffgestein und Technik sind für viele Meerwasseraquarianer ein erfreulicher Anblick. Häufig handelt es sich dabei um Kalkrotalgen. Sie gehören zu den Rotalgen und lagern Kalk in ihr Gewebe ein. Dadurch entstehen die typischen harten, fest mit dem Untergrund verbundenen Beläge.
Kalkrotalgen sind ein natürlicher Bestandteil vieler Riffsysteme und können sich mit zunehmender Entwicklung eines Meerwasseraquariums auf Riffgestein, Rückwänden, Pumpen, Schneckenhäusern und sogar auf den Scheiben ausbreiten.
Ihr Auftreten wird häufig als Zeichen dafür gesehen, dass sich ein Aquarium biologisch entwickelt. Trotzdem gilt auch hier: Viele Kalkrotalgen bedeuten nicht automatisch, dass sämtliche Wasserwerte perfekt sind. Entscheidend ist immer das Gesamtbild des Aquariums.
Was sind Kalkrotalgen?
Kalkrotalgen sind Rotalgen, die Calciumcarbonat in ihr Gewebe einlagern. Anders als weiche Algenbeläge lassen sie sich deshalb nicht einfach mit dem Finger vom Stein wischen.
Je nach Art und Bedingungen können Kalkrotalgen unterschiedliche Farben zeigen. Typisch sind Rosa, Rot, Violett oder Purpur. Manche erscheinen eher hell, andere sehr dunkel.
Auch die Wuchsform unterscheidet sich. Besonders häufig findest Du flächige, krustenartige Beläge, die sich langsam über Riffgestein und andere feste Oberflächen ausbreiten.
Sind Kalkrotalgen gut für das Meerwasseraquarium?
Grundsätzlich ja. Kalkrotalgen sind ein natürlicher Bestandteil eines Riffaquariums und normalerweise vollkommen erwünscht.
Sie besiedeln freie Oberflächen und können dadurch einen Teil der verfügbaren Siedlungsfläche einnehmen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Kalkrotalgen automatisch alle unerwünschten Algen verdrängen.
Ein Aquarium voller Kalkrotalgen kann genauso Nährstoff- oder andere Probleme entwickeln wie jedes andere Aquarium.
Betrachte sie deshalb als natürlichen und optisch attraktiven Bestandteil Deines Riffs – nicht als Beweis dafür, dass im Aquarium garantiert alles perfekt läuft.
Warum wachsen Kalkrotalgen oft erst nach einiger Zeit?
In einem frisch gestarteten Meerwasseraquarium sind viele Oberflächen zunächst weitgehend unbesiedelt. Im Laufe der Zeit entwickeln sich Bakterienfilme, Mikroorganismen und unterschiedliche Algen.
Kalkrotalgen benötigen geeignete Bedingungen und müssen zunächst überhaupt ins Aquarium gelangen. Das kann beispielsweise über Lebendgestein, Ablegersteine, Schneckenhäuser oder andere bereits besiedelte Materialien geschehen.
Anschließend können sie sich nach und nach auf geeigneten Oberflächen ausbreiten.
Deshalb ist es vollkommen normal, wenn ein neues Aquarium nicht bereits nach wenigen Wochen überall rosa und violette Flächen zeigt.
Meerwasseraquarium für Anfänger – Dein Einstieg ins eigene Riff
Hier erfährst Du, warum ein Meerwasseraquarium Zeit für seine biologische Entwicklung benötigt und weshalb nicht jeder Veränderung sofort entgegengewirkt werden sollte.
Welche Wasserwerte brauchen Kalkrotalgen?
Da Kalkrotalgen Calciumcarbonat einlagern, spielen insbesondere Calcium und die Carbonatchemie eine wichtige Rolle. Auch Magnesium gehört zum chemischen Umfeld, in dem Kalkbildung stattfindet.
Für viele Riffaquarien kannst Du Dich grob an folgenden Bereichen orientieren:
Salinität: etwa 35 PSU
KH: etwa 7–9 dKH
Calcium: etwa 400–450 mg/l
Magnesium: etwa 1.250–1.350 mg/l
Diese Zahlen sind keine Garantie für starken Kalkrotalgenwuchs. Viel wichtiger sind möglichst stabile Bedingungen.
Du solltest deshalb weder Calcium noch Magnesium oder KH gezielt weit über einen vernünftigen Bereich erhöhen, nur um Kalkrotalgen wachsen zu lassen.
Wasserwerte im Meerwasseraquarium – die wichtigsten Werte im Überblick
Hier erklären wir Dir die wichtigsten Wasserwerte und ihre Zusammenhänge.
Warum ist die KH für Kalkrotalgen wichtig?
Kalkrotalgen gehören zu den kalkbildenden Organismen im Meerwasseraquarium. Für ihre Kalkbildung spielt deshalb auch die im Wasser verfügbare Alkalinität beziehungsweise Carbonatchemie eine Rolle.
Das bedeutet aber nicht, dass eine möglichst hohe KH besonders viele Kalkrotalgen erzeugt.
Für ein Riffaquarium ist eine stabile KH innerhalb eines sinnvollen Bereichs wesentlich wichtiger als das künstliche Hochsetzen des Wertes.
Was ist die Karbonathärte (KH)?
Hier erfährst Du, warum die KH für kalkbildende Organismen wichtig ist und weshalb Stabilität vor maximalen Werten kommt.
Welche Rolle spielt Magnesium?
Magnesium beeinflusst die gesamte Chemie rund um Calcium und Carbonat im Meerwasser. Es hilft unter anderem dabei, unerwünschte Calciumcarbonat-Ausfällungen zu hemmen.
Auch Kalkrotalgen enthalten Calciumcarbonat und können je nach Art erhebliche Mengen Magnesium in ihre Kalkstruktur einbauen.
Trotzdem solltest Du Magnesium nicht vorsorglich über den üblichen Bereich erhöhen, um das Wachstum zu beschleunigen.
Wenn Dein Magnesiumwert normal und stabil ist, gibt es keinen Grund, ihn nur wegen langsamen Kalkrotalgenwachstums weiter anzuheben.
Magnesium im Meerwasser erklärt
Hier erfährst Du, wie Magnesium mit Calcium und der Carbonatchemie zusammenhängt.
Wie viel Licht brauchen Kalkrotalgen?
Kalkrotalgen können unter sehr unterschiedlichen Lichtbedingungen wachsen. Viele Arten entwickeln sich hervorragend in moderat oder sogar vergleichsweise schwach beleuchteten Bereichen.
Deshalb findest Du Kalkrotalgen häufig auch:
Unter Überhängen
An den Seiten des Riffaufbaus
Auf Pumpen
Auf der Rückwand
In weniger stark beleuchteten Bereichen
Andere Arten können dagegen auch unter stärkerem Licht wachsen.
Du solltest deshalb nicht versuchen, Deine gesamte Beleuchtung nach den Kalkrotalgen auszurichten. Die Bedürfnisse Deiner Korallen haben deutlich höhere Priorität.
PAR-Werte einfach erklärt
Hier erfährst Du, wie Du die tatsächliche Lichtintensität in unterschiedlichen Bereichen Deines Aquariums beurteilen kannst.
Warum wachsen Kalkrotalgen häufig an Pumpen und Rückwänden?
Gerade Pumpen, Überläufe und Rückwände werden häufig schnell besiedelt.
Dort gibt es feste Oberflächen, auf denen sich die Algen anheften können. Gleichzeitig werden diese Bereiche nicht ständig durch grabende Tiere oder andere mechanische Einflüsse gestört.
Auf einer schwarzen Rückwand fallen rosa oder violette Kalkrotalgen außerdem besonders stark auf.
Dass Deine Pumpe komplett violett wird, während ein benachbarter Stein kaum Kalkrotalgen zeigt, muss deshalb kein Hinweis auf ein Problem sein.
Warum wachsen keine Kalkrotalgen?
Wenn Kalkrotalgen kaum wachsen, kann das verschiedene Gründe haben.
Das Aquarium ist noch jung.
Es wurden bislang kaum Kalkrotalgen eingebracht.
KH, Calcium oder Magnesium sind ungünstig beziehungsweise instabil.
Die Salinität schwankt.
Andere Algen besiedeln freie Oberflächen schneller.
Starke mechanische Beweidung entfernt jungen Aufwuchs.
Die vorhandenen Kalkrotalgen-Arten passen weniger gut zu den Bedingungen.
Deshalb würde ich nicht versuchen, aufgrund fehlender Kalkrotalgen wahllos einzelne Wasserwerte zu erhöhen.
Kontrolliere zuerst die grundlegenden Bedingungen und gib dem Aquarium Zeit.
Kalkrotalgen und stabile Wasserwerte
Gerade bei Kalkrotalgen zeigt sich sehr schön, warum einzelne perfekte Messwerte nicht alles sind.
Du kannst Calcium heute auf einen vermeintlich perfekten Wert bringen. Wenn KH, Salinität oder andere Bedingungen anschließend ständig schwanken, entsteht dadurch trotzdem kein stabiles biologisches System.
Kalkrotalgen entwickeln sich häufig besonders gut in Aquarien, die über längere Zeit gleichmäßige Bedingungen bieten.
Das bedeutet nicht, dass jede kleine Schwankung sofort zum Absterben führt. Häufige größere Veränderungen können die Entwicklung aber deutlich stärker beeinflussen als eine geringfügige Abweichung von einem theoretischen Idealwert.
Kalkrotalgen können KH und Calcium verbrauchen
Dieser Punkt wird gerne unterschätzt.
Nicht nur Steinkorallen verbrauchen Calcium und Alkalinität. Auch stark wachsende Kalkrotalgen tragen zum Gesamtverbrauch des Aquariums bei.
Wenn Riffgestein, Rückwand und Technik zunehmend von Kalkrotalgen überzogen werden, kann dieser Verbrauch messbar werden.
Ein steigender KH- oder Calciumverbrauch bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ausschließlich Deine Korallen plötzlich deutlich schneller wachsen.
Betrachte immer die gesamte Menge kalkbildender Organismen im Aquarium.
Brauchen Kalkrotalgen Spurenelemente?
Wie andere Algen und Organismen enthalten Kalkrotalgen neben Calciumcarbonat verschiedene weitere Elemente.
Daraus solltest Du aber nicht ableiten, dass Du spezielle Spurenelemente auf Verdacht dosieren musst, damit Kalkrotalgen wachsen.
Gerade bei Spurenelementen gilt: Eine unkontrollierte Zugabe ist keine gute Idee.
Wenn Dein Aquarium mit einem geeigneten Meersalz, regelmäßigen Wasserwechseln beziehungsweise einem vollständigen Versorgungssystem betrieben wird, sollte nicht aufgrund einer vermeintlich zu kleinen Kalkrotalgenfläche automatisch zusätzlich dosiert werden.
Spurenelemente einfach erklärt
Hier erfährst Du, warum Spurenelemente nur gezielt und nicht nach Gefühl ergänzt werden sollten.
Muss ich Kalkrotalgen füttern?
Nein. Eine klassische Fütterung wie bei Korallen oder Fischen ist nicht notwendig.
Kalkrotalgen betreiben Photosynthese und nutzen gelöste Stoffe aus dem Wasser.
Du musst deshalb kein spezielles Futter ins Aquarium geben, damit sich Kalkrotalgen entwickeln.
Entscheidend sind geeignete Lichtbedingungen, stabile Wasserwerte und ausreichend Zeit.
Kann man Kalkrotalgen gezielt ansiedeln?
Kalkrotalgen müssen zunächst ins Aquarium gelangen.
Das geschieht häufig ganz automatisch über bereits besiedeltes Material. Schon kleine Flächen auf Ablegersteinen, Schneckenhäusern oder Lebendgestein können Ausgangspunkte für eine weitere Verbreitung sein.
Wenn in Deinem Aquarium bereits Kalkrotalgen vorhanden sind, musst Du normalerweise nichts Besonderes tun. Mit passenden Bedingungen können sie sich nach und nach auf weiteren Oberflächen ansiedeln.
Versuche nicht, das Aquarium mit zahlreichen Mittelchen zu „beschleunigen“. Ein natürlicher Aufbau braucht Zeit.
Sind rosa Flecken immer Kalkrotalgen?
Nein.
Nicht jeder rote, violette oder rosa Belag ist automatisch eine Kalkrotalge.
Ein wichtiger Unterschied ist die Konsistenz.
Kalkrotalgen bilden einen harten, fest sitzenden Belag. Cyanobakterien können dagegen schmierige oder mattenartige Beläge bilden und lassen sich meist wesentlich leichter ablösen.
Auch andere Algen oder Biofilme können rötliche Farbtöne zeigen.
Wenn Du Dir unsicher bist, solltest Du deshalb nicht allein anhand der Farbe bestimmen.
Kalkrotalgen oder Cyanobakterien?
Diese beiden werden besonders von Einsteigern gelegentlich verwechselt.
Kalkrotalgen:
Hart und fest mit der Oberfläche verbunden
Meist krustenartig
Nicht einfach wegzuwischen
Häufig Rosa, Violett, Rot oder Purpur
Cyanobakterien:
Oft weich oder schleimig
Können mattenartige Beläge bilden
Lassen sich häufig absaugen oder ablösen
Können innerhalb kurzer Zeit größere Flächen überziehen
Die Unterscheidung ist wichtig, weil beide biologisch vollkommen unterschiedliche Organismen sind.
Warum werden Kalkrotalgen weiß?
Wenn eine zuvor kräftig gefärbte Kalkrotalgenfläche plötzlich weiß wird, ist das lebende beziehungsweise pigmentierte Gewebe in diesem Bereich zurückgegangen und die helle Kalkstruktur wird sichtbar.
Mögliche Auslöser können sein:
Stärkere Veränderungen der Beleuchtung
Schwankende Wasserwerte
Starke Änderungen der Salinität
Mechanische Beschädigung
Fraß durch Tiere
Austrocknung beziehungsweise längerer Kontakt mit Luft
Eine einzelne kleine weiße Fläche ist noch kein Grund zur Panik.
Wenn dagegen große Bereiche gleichzeitig ausbleichen, solltest Du prüfen, was sich im Aquarium verändert hat.
Kalkrotalgen nach einem Lampenwechsel
Nach einem Wechsel auf eine deutlich stärkere Beleuchtung können manche Kalkrotalgen zunächst heller werden oder zurückgehen.
Das muss nicht bedeuten, dass die neue Beleuchtung grundsätzlich ungeeignet ist.
Unterschiedliche Kalkrotalgen-Arten sind an unterschiedliche Lichtbedingungen angepasst. Gleichzeitig kann eine starke und abrupte Veränderung Stress verursachen.
Auch hier gilt deshalb: Veränderungen möglichst kontrolliert durchführen und nicht die gesamte Beleuchtung nur wegen der Kalkrotalgen einstellen.
Fressen Seeigel Kalkrotalgen?
Ja, verschiedene Seeigel können beim Abweiden des Riffgesteins auch Kalkrotalgen aufnehmen.
Das ist vollkommen natürlich.
Wenn ein Seeigel helle Spuren auf einem zuvor violett bewachsenen Stein hinterlässt, bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass mit Deinen Wasserwerten etwas nicht stimmt.
Die Kalkrotalgen können geeignete Flächen später erneut besiedeln.
Auch andere kräftige Weidegänger können Kalkrotalgen beziehungsweise deren junge Wachstumsbereiche beeinflussen.
Sind Kalkrotalgen Konkurrenz für unerwünschte Algen?
Kalkrotalgen besetzen Oberflächen und können dadurch weniger freien Platz für andere Aufwuchsorganismen lassen.
Daraus sollte aber nicht die Aussage entstehen, dass ein Aquarium mit vielen Kalkrotalgen automatisch frei von Fadenalgen oder anderen unerwünschten Belägen bleibt.
Algenwachstum hängt von zahlreichen Faktoren ab, darunter Nährstoffe, Beleuchtung, Strömung, biologische Konkurrenz und die gesamte Entwicklung des Aquariums.
Kalkrotalgen sind ein Teil dieses Systems – kein universeller Algenbekämpfer.
Kalkrotalgen auf der Frontscheibe
Was auf dem Riffgestein wunderschön aussieht, wird auf der Frontscheibe meistens weniger begeistert begrüßt.
Kalkrotalgen haften sehr fest am Glas und lassen sich mit einem normalen Magnetreiniger teilweise kaum entfernen.
Je früher Du kleine Punkte entfernst, desto einfacher ist die Scheibenpflege.
Bei Glas-Aquarien kann ein geeigneter Klingenreiniger helfen. Arbeite dabei vorsichtig, damit weder die Scheibe noch Silikonnähte beschädigt werden.
Bei Acryl- beziehungsweise Kunststoffscheiben solltest Du besonders vorsichtig sein und ausschließlich dafür geeignete Reinigungsmethoden verwenden.
Muss ich Kalkrotalgen von der Technik entfernen?
Nicht grundsätzlich.
Auf einer Pumpenaußenseite oder der Rückwand sind Kalkrotalgen hauptsächlich ein optisches Thema.
Problematisch können starke Ablagerungen dort werden, wo bewegliche Teile, Öffnungen oder andere technische Funktionen beeinträchtigt werden.
Strömungs-Pumpen solltest Du deshalb unabhängig von Kalkrotalgen regelmäßig kontrollieren und reinigen.
Eine komplett von Kalk überzogene Pumpe kann technisch irgendwann weniger effizient arbeiten – unabhängig davon, ob der Belag aus Kalkrotalgen oder anderen Kalkablagerungen besteht.
Kalkrotalgen und der Riffaufbau
Gerade bei zunächst hellem Riffgestein verändern Kalkrotalgen das Erscheinungsbild des Aquariums erheblich.
Die künstlich wirkende helle Oberfläche verschwindet nach und nach unter natürlichem Aufwuchs. Rosa, violette und rote Kalkrotalgen lassen den Riffaufbau dadurch häufig deutlich natürlicher wirken.
Dieser Prozess kann Monate dauern und verläuft nicht überall gleichmäßig.
Ein Stein kann bereits stark bewachsen sein, während ein anderer direkt daneben fast vollständig hell bleibt.
Das ist zunächst kein Problem.
Kalkrotalgen im jungen Aquarium
Gerade Anfänger fragen sich häufig, wann die ersten Kalkrotalgen erscheinen müssen.
Darauf gibt es keine feste Antwort.
Sie können relativ früh auftreten oder erst nach mehreren Monaten sichtbar werden. Entscheidend sind Ausgangsmaterial, Wasserwerte, Beleuchtung, vorhandene Sporen beziehungsweise lebende Kalkrotalgen und die gesamte biologische Entwicklung.
Ein junges Aquarium ohne sichtbare Kalkrotalgen ist deshalb nicht automatisch schlecht eingefahren.
Kalkrotalgen nicht künstlich erzwingen
Wenn Dein Aquarium gesund läuft, die grundlegenden Wasserwerte stabil sind und Korallen sowie andere Tiere sich gut entwickeln, würde ich nicht anfangen, Wasserwerte ausschließlich wegen fehlender Kalkrotalgen zu verändern.
Kalkrotalgen sind schön und im Riff erwünscht.
Sie sind aber nicht das Hauptziel der Meerwasseraquaristik.
Die Bedingungen sollten in erster Linie für Deine Korallen und anderen Tiere passen.
Woran erkennst Du gute Bedingungen für Kalkrotalgen?
Stabile Salinität
Stabile KH
Ausreichend Calcium
Ausreichend Magnesium
Geeignete Beleuchtung
Keine extremen schnellen Veränderungen
Bereits vorhandene Kalkrotalgen als Ausgangspunkt
Zeit für die biologische Entwicklung
Dabei gilt: Du musst nicht jedem Wert permanent hinterherlaufen. Eine langfristig stabile Umgebung ist meistens wichtiger als das exakte Treffen einer einzelnen Zahl.
Unser Tipp
Freue Dich über Kalkrotalgen, aber jage ihnen nicht hinterher.
Wenn sich rosa, rote oder violette Krusten auf Deinem Riffgestein entwickeln, ist das ein schöner Bestandteil der natürlichen Reifung Deines Aquariums.
Kontrolliere Salinität, KH, Calcium und Magnesium regelmäßig, halte die Bedingungen möglichst stabil und richte Beleuchtung sowie Strömung in erster Linie nach Deinen Korallen aus.
Wenn Kalkrotalgen langsam wachsen, musst Du deshalb nicht automatisch zusätzliche Mittel dosieren. Und wenn ein Seeigel einmal eine violette Fläche abraspelt, ist das ebenfalls kein Drama.
Ein Riffaquarium verändert sich ständig. Kalkrotalgen gehören zu dieser Entwicklung dazu – aber sie sind nur ein Teil eines viel größeren biologischen Systems.
Haftungsausschluss
Die Inhalte wurden sorgfältig und nach bestem Wissen erstellt und dienen als Orientierung; individuelle Aquarienbedingungen und Reaktionen der Tiere können abweichen.
